Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-03-28 · 13 (28.3.1919) · p. Seite 182

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
13 (28.3.1919)
Date
1919-03-28
Page
Seite 182 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/3020846-3022353-3022366--27637-3053065
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Br. Bkvch's Wochenschrift ■ 1 i@' LlL?^MhÄLjü>ÄlrML -UrMLe-ssiMÄen, widrigenfalls die Offnere Hre G^ühren verlieren. Das arme Deutsche österrerch Tann wohl die Gehälter Kr mehrere tausend nach Böhmen zusÄndiger Offiziere nicht bezahlen und mutz sie dccher zichen Wen, bis. die KriedenskonfereNz über diese Frage entschieden haben wird. Wie und wo kommen nun die-Juden in-diese Angelegenheit? Im teutschen Organ, wo sich offenbar in den Tintenfässern auch AÄohvl befmhet. Dort schreibt ein angeblicher Stabspfftzier, daß die Leuts von der österreichischen Regierung bei d^ Offiziersfrage „die Schultern in die Höhe gezogen, die Unterarms erhoben und mit nach aufwärts gewerteten Handflächen gesagt hattm: Möoh!" Wir glauben. daß die Entscheidung Beim! Staatssekretär für Frnartzen gelegen ist und dieser war und ist em Deutschnationaler. Aber das macht nichts. Wozu haben wir die Juden? Man zerre sie herbei, , um uns zu trösten? Das KrMlSLeukMAeKrograMm der vereinigter! Wiener - TempelveseiKe. - Bön kah. Rai Direttor Dr. S. K ren ber g e r. SierzHn der größten Wiener Tempelvereine habeu sich am 2. Juni v. 3. zur gemeinsamen Arbeit und Mit dem Ziele die Zwecke und Aufgaben der Tenchelvereine gegenüber Men Körperschaften zu fördern und zu erhöhen, zusaMMLNZLtan und legen nun in einem Programm ihre Forderungen nieder. Die vereinigten Tenrpewereine sind folgende: Beth Israel (Leopoldsgasse), Achdus Israel (Nembrandtstraße), Am DolkerttPazmanitengasse). Tempelverein in der Viaduktgasse, der m Erdberg, der des. 4. und 5, Bezirkes, der des 6. Und - 7.. Wtzirkes, der des 8., der des 9., des 10 , des 11/ des. 13.. des 19. und 20. Bezirkes. In der Innern Stadt, in den VErken 12, 14, 15, 16, 17, 18 bestehcn . keM TMprÄMM, da WM"MMeWrMipek''' eristie^^ ren. Wir, können sag'erk, daß alle Wiener B^ttke m der neuen Pereimgung vertreten sind, soweit in ihnen Vereine Kr die KuMsagendensorgen. Nicht angeschlossen'sind die Bethaüsvereine, welche orthodoxen Ritus befolgen und fÄbst organisiert sind. ./ Die Orgamsätwn der vereinigten Wiener Tempelvereine Hat. In der Delegiertensitzung ihre Legislativ^ und im Aktionskomitee ihre Exekutive. Zur Delegiertenfitzung sendet jeder verbundene Temp elverein drei Dele-. gierte, worunter immer der Obmann. Die Delegierten wählen aus ihrer, Mitte für zwei Jahre das Aktions-- Lrmüee, das ist je einen Vertreter aus jedem Verein. >" Dieses bereitet die Vorlagen für die Delegiertensitzung vor und beruft selbe ein. Die Vorlagen müssen drei Wochen Mr d^r Delegiertensitzung den Delegiert n schriftlich übergeben werden. In der Zeit von einer Delegeirtenlitzungzur anderen versendet das.Aktionskomitee Mit-" .teiLlngen über Beschlußfassungen, Anregungen, Berichte K>er die Mitglieder des Aktionskomitees besprechen die Verhandlungsgegenstände in ihren Vereinen, so daß eine stetige Mlhlrrngnahme mit den einzelnen Vereinen bestcht. So hat das Aktionskomitee die bekannte Broschüre des Herrn Schulrates Dr. Tschiaßny beraten und beurteil so Wt «.'"mit-den -VettrMmHes -OAeü:^:/ Mgür^/KLntörenvsMrs/- über die Lage der Kantoren beraten, so hat es wegen der -gleichmäßigen Regelung -- derTarife füx die Betsitze und die Trauungen Rundschreiben an die Vereine gesandt, so hat es gegen die - Kooptierung von KuItusvorfiandLN Protest erhoben/ so . ist es dringlich und drängend gewesen, um in die Per-r- MmenzkoMnission zur-Beratung der Wählvrdmmg in den KuMsvörstand zu kommen, und hat VorscUäge Kr - di^e ^erstattet. Durch dSS ZusamMenwrrkest der Tempel» vereine verbreitete sich die Kenntnis de; grundlegenden GHetzes - vdm 21. MÄH -1890. die d« Statuts der KultusgMeinde und derer gm^rn OrgMifaria^ Das Aktionskomitee der vereinigtM Mmrr Tempel / vereine hat asso belehrend, aufklärend, verbindend, dax- ' Gewicht und Ansehen fördernd und emgreifend gewirkt. Die Hauptarbeit bildete aber das Kultusgememdepto- - gramm, das mit kleineren Zusätzen am 2. MäiH d. L - von der zweiten Delegiertensitzung angenommen wurde. - ' ZuM erstenmal wissen jetzt die TempelperMe Wienä.' wie sie ihr Verhältnis zur Kultusgemeinde gestalten/ sollen, zum erstenmal stellen.'sie^tzesÜnnnte''ForderüMe»." für die Kultusgemeinde selbst auf, zum erstenmal formuliere. sie genau das materielle Verhältnis zu dieser/ Zum erstenmal sagen die Tempekvereinedaß sie ein o& ' wichtiger Faktor im jüdischen Gemeindeleben sind, daß sie Aufgaben zu erfüllen haben, die den:n der Kültusgameinde gleich sind- und deshalb fordern sie auch Anteil an der Verwaltung dieser. Zum erstenmal ist hier das Ziel der jüdischen Erziehung aufgestellt und zum erstenmal gesagt, daß jeder Tempelverein sich seinen Gottesdienst nach eigenem-Gutdünken gestalten kann, nur soll dies im Einvernehmen mit dem zuständigen Rabbiner geschehen, und muß die Thoravorlesung der Mittelpunkt des Gottesdienstes sein. Damit bekunden die Tempel-- / vereine gegenüber allen Versuchen nach Modernisierung ihr Bekenntnis zur Thora, als dem Zentrum ihres Gläu- ^me und der Quelle unserer Sittlichkeit. Auch hie so- - genannten liberalen Juden sind, wie man sieht, Männer : der Thora. Sie sind, wie ihr Erziehungsideal besagt!, auch Kr die Heiligkeit und Weihe des jüdisckM Le-. öens.'Sie sind ferner Kr die Trennung der charitativen und sozialen Tätigkeit der Kultusgemeinde von der KultusKrsörge. Sie wollen nicht, daß diese durch jene materiell leidetda sie glauben, daß: Staat und Privat« . Kr Altersverforgüd, K^nkenänsKttcn. Iugendfürsorge-E auUH«'M^HuffönmM müssen. ' Der Kultus ist uns Wurzel Her Religiosität, diese höchste Form der Sitt- Ä nchkeit, daher hat der Kultus Recht auf üngeÄrzte und ausgiebigste Pflege. Zum erstermml findet-sich in diesem / Kultusprogramm die Anerkennung ~ / des zionistischen Grundsatzes,. daß Palästina als öffentlich-rechtlich ge^ . sicherte Heimstätte für jene Juden, die in ihren Heimatländern nicht bleiben können und wollen, anzustreben sei. Es bedarf heute wahrlich nicht mehr der Begründung / dieser Forderung. Daß es uns hiebei vor allem um eine ' Sicherung der bedrückten Juden zu tun ist, sagt der Wortlaut/. Aber der angenommene Zusatz/ daß mit Rücksicht auf die Tradition von der Kultusgemeinde Leistungen Kr kulturelle Zwecke, in Palästina alljährlich budgettert und^daß in den Gemeindetempeln Spenden bei der Thora auch Kr diese Zwecke entgegengenommen werdenbeweis^ daß die Tempelvereine die Tradition hochhallen. AuH die Orthodoxen toenbch Liebesgaben Palästina - zu Änd die Tempelvereine wollen in Palästina, ihrer sonstigen Lebensanschauung entsprechend, auch Kulturelles fördern. Die Büchse für Zion ist doch in allen- Bethäusern Regel. Prattische Forderungen unserer Uebec- . - zeugung und auf die .StärkuW der Tempelvereine. hirEL s zielend, sind folgende: die Subventionierung der Tempel» ' vereine oder, wie wir sagen, der Jahresbeitrag tusgenieinde an die Tenrpelvereine, die ihr .soviele Lasten - abnehmen, -soll nicht mehr der WillKr des Kultusvorstandes-und . semer-Drgane unterliegen- /sondern ist so zu regeln, daß die Höhe des Jahresbeitrages jeweils unter Mitwirkung , von mindestens drei -Delegierten der gereinigten Wiener Tempelvere'7^ bestlmmt wird, und zwar aufder Grundlage, daß^dev alffällige Abgang in der oMentlichen Gebarung eines Berwaltungsjahres, zumindest -aber bis zu 30 Prozent des Zahresaufwandssl- ' gedeckt wird.. Die Tempelvspeine stützen sich hiebei auf § 25. /Absatz -4. des /Gesetzes - opm- 21. März /1890,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.