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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-03-28 · 13 (28.3.1919) · p. Seite 180

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
13 (28.3.1919)
Date
1919-03-28
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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'' Nt. W»Wz HWchMfMift »• Ät Mvllsn. An der Gestatt, M d« sitz geworden und Als LrüiglüM üedi«rt Haben, so. sollen Lissr ^lrchrn für alle Zukunft bleiben, unverändert im Wandel der Zellvr. Diese Ehrfurcht vor der Geschichte Wünschen wir jenen, die unseren Leopoldstjädt« Tempel, der seit -sechs IMrzehnten als .Stätte «nes orgrlfreien Gottesdienstes jrch des «MMm- .Outzmahes «chreute und - femeu.. Zu-- Wnitt Aüs fr«i bewährte, nmmnchr sein« ihm von ikn EÄ»M»rn bestimmtm Eigewrt erüllttdeu und mit einer Orgel beglücken wollen. Mögen dieHerren, die für unseren Gottesdienst e.'nen N7«senEff« an Den Tag legen, frch einen neuenTempel nach Hrem GÄÄnack und für rhre Bedürfnisse errichten l Nur den traditionellen Eharatter unseres Leopoldftädter Gotteshmsses mögen sie unangetastet lassen! Diesem Tempel und seinem Gottesdienste seme Integrität zu Mahren, gebietet schon die Ghrechietung vor seiner Geschichte! Damm rufe ich alle, die ich mir rMrerch meines fqchschchährigen Wirl«^ mWllnzu Frruudrn geworben, m dieser helligen Saiche auf, Me ihr«, Beistand zu ge- WWve», mit mir vereint von unserem Leopoldstädter Tenrpä ein Ansinnen abzuwehren, in dem ich'eiinen Treubruch an unserem Tempel, einen .Friedensöruch in unserer Gemeinde erblicke. Unser Wahrmort in dieser Ab- Wchr sei die prophetische Mahnung: „Whaemeth w'haschalom ehabhu!" „LÄet die Treue und den Fried en l" lSecharra B, 19^ . s; Vom ZabrmsM des Lebens. HÄsse» zur TagrsL«sHich1«. - Das SpätaLenddlatt der „Reichspost" ist eines von jenen Blätterns Welche mit der grössten Schärfe gegen die Reossiouen durch die Bollswchr auftteten. Es bezeichnet die Hausdurchsuchungen, als gesetzwidrig und strafbar, als Gegensatz zum Herkommen undzümRechts- BeMMern. Das Mememutig Msgesprochene Ansicht., die man beachten nmsste, wenn dem Schreiber des Artikels nicht zum Schlüsse seine Gefühle in der beliebten antisemitischen Richtung dürchgegangen wären. Nachd«n zer sich über die Vollswehr genügend aufgeregt aa& den Schutz der Mchorden augerufen hat, WM er Hrer TäWkeit em nmes Gebiet an. Mll betdsn Händen zemt er auf die Leopoldstadt hm, wo sich für ReoMonen ein dankbares und weites Feld ergeben würde. Ayo endlich! Mrn kennt den guten Scherz, in welchem Schülern der verschiedenen Nationalitäten aufgetragen wird, ' etwas Mer 'den Elephanten miederzu- Mreiben. Der Engländer schreibt über „dm Wert der Elephanten für die KMnien", der Franzose über /den Ruhm des Elephanten rp den antiken Erregen", der Deutsche Mer „den Elephärllen und sellre Naturgeschichte" uick d« Wllie 'Wer ,,d« GlMaut und die poLnifche Magd". Sv ähnlich Me der MM WrEen uuch unsere antisemitffchen Matter. Ss gibt kein ummgenehmes Er-- MzW, M Welches sie MM-M,e/Hetze-gagM M-jIMen- /«Mechten ÄiSttzm. Zetzt fchm wir %*s Wieder hrrß- «HÄrnd Hei den MeoUonen durch Me BoKswetzr. Dress fMen .strafbar und gesetzwidrig, ein Gegmsatz zum Herkommen und Hum MMsbewuhMn, ^eme Bedrohung der ganzen BevMemng 7em. Wer g^en die Iudrn —- da M ^es Äwas 4ych«es. Gegen die Mden find sie MMo -erlaubt Wie M«s gndere Verbrechen, wen« «s Nch Me» nur Ef die Mden allein beschränkt. Die mMemWche GMe wurde die Ausschreitungen des Mobs gerade fejGWm&m ft» Mk GKoMeSt dass dimWche WWMEchMen. wW DiGsvits , Gzenztz sst, alltzs erlMöL, nur', auf^^der ryldGeN-; Stzi^,' mx(- dir ChListlichsozialsn^ Wohnen, i!st es shcengws^boten.. » ■ ■ " ' - Mrpa war der. Schauplatz höchst. bMagenswerter. blutiger Mmpfe aus politischen Gründen. Zwischen den Sozialdemokraten ugd ChristMsozialen brach. eine erbitterte Fehde.aus, an welcher, schlichlich auch die im Orte, liegenden Husaren mit den. Karabinern eingriffen. Sie wolltm in das christlichsozmle Parteilokal eindrin,- gen. fanden jedoch Widerstand und feuerten schliesslich durch die Fenster, wodurch zwei Kersonen .getötet, Uns schwer und zehn leicht verletzt wurden. Dre Christlichsozialm werden^beschuldigt, vorher in di.e Wohnüngen von zwei SozmlistenMrern hmeiingeschofsen' zu haben. Das Ggnze U ein trauriger Vorfall, der. die <EntrÄstung?iedes' rechtlich denkenden Menschen Hervorrufen muw pich mm kann es daher dem Wiener Antisemit tenblatt nicht verdmkm, .wenn . es an besonderer Stelle r^es Blattes und mit sensationeller Aufmachung das Ereignis bespricht und Arrklagen erhebt. Aber bei dieser Gelegenheit 'sei no.chssnals darauf verwiesen, wer eigentlich der Vater der Idee ist, Gewalt in der Uolitik anzuwenden und selbst Menschenleben-nicht, zu schonen. Das ist niemand anderer als der Antisemitismus, seine schmutzige, schimpfliche und käufliche Messe und seine politischen Führer. Ein chiistlichsozialer Mater Hat seinerzell plündernde Horden in die Leopoldstadt geführt, und es ist nur als ein Münder zu bsZeichnen, dass, damals keine Morde vorgekommen ssind. Der Mgrom in seiner bestialischen Gestalt hat immer die Billigung, Entschuldigung, ja sogar die .Aufforderung in der antisemttischen Messe gefunden, mag er nun von den russischen schwarzen- Hundert, von den rumänischen ' Bojaren, den polnischen SMachglle» oder den mährischen Agrariern ausgegangen fein. Anlässlich der von Antisemiten erpressten Mozesse wegen der scheusslichen .Verleumdung des Rllualmordes würde das Blut des! Mbels gegen die Inden bis zum Sieden erhitzt. Änd waren wll nicht erst m der letzten Zeit Zeugen, davon,, wie vor den Wahlen die christlichsozialen schmutzigen LuMpen in Wien eine, wahre Mgromstimmung hervorgerufen haben. In Bilderbogen, und Broschüren, in Mattem und Reden hckben diese Kriegshetzer, Kriegsgewinner und reaktioMre .Meistreiber .mit einer Flut gemeinstW-Lügen den Mob gegen die Anden cmfzustacheln versucht, und wer weiss, was .gekommen wäre, wenn die jetzt glücklich entlarvten Betrüger hätten Siegesfeste feiern können. Sie haben den poMschen Mord erfunden und tn die Well gesetzt, sie haben den Hass' bis zur Gssetzlosigkell und Gewalt geschürt und fie schreien jetzt Zeter und Moxdio, weil sich jetzt die von ihnen geschmie-, deten Waffen gegen sie. selbst kchren. Wenn in Mipa nicht Christlichsoziale, sondem Inden erschossen,und der-, letzt worden wären, so hätte es keine grossen Artikel ge-. geben, sopdem Mine Notizen und darin hätte es vielleicht geheissen, dass die armen Opfer die Bevölkerung schon länge gereizt hätten. Das ist antisemitische Gerechtigkeit, aMsEWche Entrüstung, antisemitische Moral r— das ist dfe Mümerparteh die tzr Wien gewähW werdMw.oMe. - /;; , V . ... . *' ■ .ä * Da die Jrossdeutfche Wlrtik wllMch keine Gelegenheit gibt, über , sie zu fprechm, beschäftigt sich das tentfche Hauptorgan mll den bevorstehenden Äültüswahlen. Bald' ist iW ellväs recht, mms die Warteien machen?,; bald Meder mM -reM das MM macht eben solange. FomMe „DrGs",7bis'H>m alles in den LraM passt. Aber da 'M die Iuden wohl selten mit den VörgängenÄbei eiWM LgnsMrib» dex Mpstwühs oder as dtzg, Wghb

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