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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-03-21 · 12 (21.3.1919) · p. Seite 170

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
12 (21.3.1919)
Date
1919-03-21
Page
Seite 170 (sequence 10)
Language
German
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«phj* i«$ r; Dr . Bloch's MochrrefchM , - «r. 19 Mischen ÄüHiisjhiBe, die vom Mischen Voll gewählt wird. Önnc uwm ebensowenig Unterschiede Machen. Die Majorität stemple die Ostjuden.zu minderwertigen Men- Men.; das sei eine Analogie zu dem „Wäidhofner Prinzip" der D-uLschnationalen, welches alle Juden ohne Unterschied als minderwertig und ehrlos erklärt hat. — Gegen den Zensus ist Redner, weil er undemokratisch und unjüdisch ist. ÄM öffentlichen Leben haben bereits die reaktionärsten Parteien das allgemeine Wahlrecht g^ben müssen. Es handle sich um das Prinzip, denn die zehn Kronen wird heutzutage, fast jeder Jude zcchlen können: wenn er sie aber, nicht zahlen kann, soll «r um seiner Armut willen gedemutigt werden? Str i-cker unterstützt den/Antrag Auerbach und wendet sich gegen die Bedingungen der Seßhaftigkeit, der Staatsbrirgerschaft und des Zensus. Er verweist darauf, daß die Kullusgememde ein großes Interesse, daran hat. von Liner möglichst großen Zahl von Wählern ihre Legitimation und ihre Daseinsberechtigung auch für den Falk der Trennung von Staat und Kirche zu «weisen. Wenn man Gruppen vom Wahlrecht ansschließt. so werden diese genötigt, einen separatistischen Standpunkt rinzunehmen und die Kultusgemernde begibt sich der .Möglichkeit, im Namen aller Juden zu sprechen. Die von Dr.Arierbach geforderte sechsmonatige Seßhaftigkeit begründet Stricker als ein technisches Erfordernis zur Herstellung der Wählerlisten. Dr. Schreiber wendet sich nochmals gegen die falsche Politik., der 'Konzessionen an Strömungen, die aAe Grundlagen der Gemeinde erschüttern und ihre Zukunft Weftchren ausliefern. Hrffrat Löwn er erklärt, er. wolle der Wahrheit g«E gestehen, daß die MajoriLät g^en die Zulassung k^er Ostjrtden sei, weil sie von Mefen eine Stärkung . des nationalen Elementes befürchte und' den NaLionalis- MrsMr-em ÄngMS Wlt. Di« Abstimmung. ' Hofrat Rau pap ort bringt zunächst den Antrag H u e^L ach zur Abstimmung, der mit allen gegen sechs Stimmen ab gelehnt wird. .. Die Abänderungsanträge Schwär z-H iller werden sodann gleichfalls ab gelehnt. ' Zu Lärmszenen kommt es während der Abstimmung Wer den An«ag G er st M a n n. Räch der Geschäftswrdnungsdsbatte wird zunächst die Forderung des Entwmfes^ uuf' Statuierung der SLaaksbü? g e r s chaft und des Zensus von 10 K. mit allen gegen die ^intmen der Nationalen' an genomm en. ' Mei d« Abstimmung über den Antrag Gerstmann -erhoben sich zahlreiche Arme, so daß der - Eindruck ent- Amld, der Antrag sei angenommen. Das hat die „Galerie" sehr übel vermerkt und' die Hwnwr Vorsteher gaben sich alle Mühe, das aufgeregte WMikum zu beruhigen. Das gelang fib« erst, nachdem konstatiert vmrde, daß d« Antrag des Höftates S eift» MMm n bei nur knapp« MajoriM als äbgelehnt erscheint. HieEf wurde die Sitzuich unterbrochen. KM«s«sMchW Wvof. De. Heinrich Nettmann. Das Tlaatsratsdirrktorium hat mit Beschluß vom W. Februar d. I. den mit dem Titel eines außerordentlichen , Aniv«sitStsproftssor beeideten Privatdozenten Dr. Heinrich Naumann zum außerordentlichen lln'werfiLStsprofessor für Ohren-,. Nasen- und Kehllopfkrank- :Pen jr M AniversWt in Wien ernannt. WrchWor Heinrich. Raum a nn. d« Mt im W. Lebens- HWe PMt. hat leine nMtzmffchen Vtudtm an der WierM Amoersttät Eslbiert. und nach seiner PronwMn zunächst auf dem Gebiete der. Ehtrurgie und pachologischen Anatomie gearbeitet. Von Politzer für dtzs Ohrenheilkunde gewonnen, wurde er 1893 dessen Assistent an der Universttätsohrenklinik und blieb es bis 1907. Im Jahre 1906 habilitierte sich N e u m an n als Privatdozent für Ohrenheilkunde underhielt 1911 den Titel eines außerordentlichen Professors. N eumann hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, die vorzugsweise Gegenstände aus dem /Gebiete der Otochirurgie und Gehrrnpathologie, sowie das Gleichgewichtsorgan behandeln. Als Lehrer hat sich Neu-. mann erfolgreich betätigt: seine Vorlesungen wurden von eurem internationalen Hörerkreis, namentlich von Aerzten aus Nord- und Südamerika, schr stark frequentiert. Neumann hat auch zweimal Nordamerika besucht,, im Jahre 1908, um.ein Semester lang an amerikanrschen Universitäten Vorlesungen zu halten, und iM Jahre 1912 als 'Delegierter der Wiener Gesellschaft für Ohrenheilkunde auf deM internationalen' Kongreß. Die Washington-Universität in Cincknnati hat ihm das Ehrendoktorat verlichen. Professor Neumann ist Mitglied des Kultusvorstandes und religionstreuer Jude. Konstituierende Genecaio§r?MsnrlMg des Verbundes Mer KrtesstriLZchaftr md Kr^gsbefchSrigter. AM Montag den 10. März fand im Versammlungslokale des Jndustriellen-Cafö eine zahlreich besuchte kon° stituierende Generalversammlung der jüdischen Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten statt. Der Obmann des Erekutivausschusses Obtt. Wal ach gedachte in seiner Begrüßungsansprache der vielen gefallenen jüdischen Brüder, die für nichts und wieder nichts den Heldentod gestorben, sind, denn der Haß unsrer Feinde hat nur noch zugenvMmen und Pogrome, Beschimpfungen .und Verunglimpfungen der Juden und jüdisch« Soldaten sind auf der Tagesordnung. Im Hinweis auf die wirtschaftliche Verelendung der jüdischen Kriegsteilnehmer, die, vielfach aus ihren Berufen herausgeschleudert, neue Berufe «greifen müssen, legi der Red- ,ner, nachdem er die Vorgeschichte des Verbandes geschildert hatte, die Notwendigkeit einer starken Organisation dar. Die Mischen Kiiegsteilnehmer wollen keine Gnade, sie fordern nur ihr Recht, Schutz für die Krüppel, Kranken, Witwen und Waisen, für die wirtschaftlich schwachen Heimkehrer und Kriegsteilnehmer eine großzügige Fürsorgeäktion, Abwehr jener, tendenziösen, publizistischen Entstellungen und Verleumdungen durch, Veröffentlichung statistischer, Daten über Leistungen Mischer Kriegsteilnehmer. Redner schließt mit der Bitte, jeder mögemur das Einigende und nicht das Trennende sehen, denn nur durch Einigkeit und Entschlossenheit wird der Verband all diese Forderungen durchsetzen können. / Dr. Pollak von Parnau begrüßte die Versammlung im Namen des Jüdischen Nationalrates, woraus Oberleutnant Friedberg den Bericht üb« die Tätigkeit des EXekutivausfchusses erstattete. Nach Genehmigung der durch Med. Doll verlesenen Statuten wurden die Wahlen vorgenommen, die folgendes Resultat «gäben: Obmann Oberleutnant Dr. Polka k von Parnau, 1. Obmannstellv«tretet Oberleutnant Walach, -2.7ObMannstellv«tret« Oberleutnant Eisler: fern« Med. Doll, Dr. Weldler, ObMleütnant Friedberg, Hauptmann May, Leutnant Walach, Feldwebel Preitz, Feldwebel Hain, Feldwebel Groß als Vorstandsmitglied«. Rach der Wahl schloß der Vorsitzende Ingenieur Büchbinder die Versammlung. Die Adresse des Mrdand.es. ist: P,.r.a 1 e-.r.str.atz:eL.3. 2. Stiegö (Jüdisches Ärchrv).

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