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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-03-21 · 12 (21.3.1919) · p. Seite 168

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
12 (21.3.1919)
Date
1919-03-21
Page
Seite 168 (sequence 8)
Language
German
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; «M, im Dr. BVochks ZSoch«rWrW MW fchen RotaLekn gegen die Errichtung einer nationale» Mischen Heimstätte in Palästina protestiert. Die Pro- Wanten Wichen auch eine Delegation nach Paris. Die LenWe« ZrÄM rs^V des Friedenskongreß. Das Indische Korrespondenzbureau im Haag meldet: D.en deutschen Unterhändlern zur ^Friedenskonferenz wurde eine Unterkommission für jüdische Angelegenheiten beigegeben. Die KoMmisfton. besteht aus Professor Sobernheim' (2. Vorsitzender des Komitees für d.en Osten und Referent für jüdische,Angelegenheiten tnt Auswärtigen Amt), Geheimrat Dr. Fuchs (Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens), Richard L i ch the im (ehemaliger Vetreter der Zionistischen Organisation in Kvnstantinopel). . Daniel-Bund. ' „Und es wohnt der Wolf!nrit dem Lamm, ' Und der Tiger lagert neben dem Böcklein, ' Und Kalb imb Leu und Mastochs zusammen, - Und «in kleiner Knabe treibt sie vor sich her-" . Ies. LI. Wieder sind' wir Juden — wie schon so oft in der Weltgeschichte — an einem Wendepunkt, einer Lebensstation, angelüngt. Der Weltkrieg,.der an den Grundfesten der Kulturwelt, aber auch der- Weltkultur rüttelt, ist wahrlich nicht spurlos an uns vorübergegangen, tiefe Furchen grub er uns ein, und vor bange Zukunftsfragen stellt er uns. Wie sich unser Geschick gestalten, wer daran bauen,, wie das Gebäude erstehen wird, wer kann sie alle die Fragen beantworten, die sich mjt Macht uns aufdrangen? Daß das Iudentum nur auf nationaler Grundlage sich wieder omporrichten kann, kein aufmerksamer Beobachter der Zeit und ihrer Bewegungen wird dies wohl ernstlich leugnen können. Wir Haben in dem Kriege gelernt, .was der Nationalismus bedeutet, wir lernten ober auch, wie sich diese Idee Mit der der Wahrhaft ethischen L^bensgestaltung in Einklang bringen laßt. Und das ists, was der Pund b^weckt, der den Namen des Mannes führt, der gleichfalls am Ende einer .untergehenden Welt und alM Beginne einer neuen Lebensgestaltung lebte und wirkte. Kernen besseren Namen konnte sich der Bund, der das Iudentum! auf nationaler, ober auch wahrhaft, sittlicher Grundlage Lufbauen will, wählen, als den des Apokalyptikers Daniel, zugleich des ersten Veg e ta r i er s, von dem! die Bibel uns berichtet. Vor uns liegt der Prospekt der neu zu bildenden,„CH ewrath-Daniel", der D aniel-Verrinigung, den uns Herr Leopold Schwarz, der unermüdlicheDorkLmpfer.fürden Vegetarianismus und dessen Bedeutung für die sittliche Erneuerung des Judentums und der Gesamtmenfch-heit, zusandte. Wahrlich, ein Schriftstück, das erfreut und erhebt in dieser Zeit des materialistischen Utilitarismus, der nichts höheres kennt, als. das . Streben, die Menschen an die gefüllten Fuftertröge zu treiben. Friede,, wie ihn der große Jesajas verkündete, wahre Sittlichkeit, natürliche Lebensweise, Bebauung des Erdbodens, Arbeit und Ethik, das sollen die Grundpfeiler sein, auf denen neues Leben für unser jüdisches Volk *mif dem alten Boden unserer.Propheten erblühen soll. Ein Ziel, dessen Erfüllung imfs innigste zu wünschen ist. Vielleicht ersteht aus den blutgetränkten Schlachtfeldern wirklich der Menschheitsfriede, den unser großer Heilsverkündiger einstens vorarlssagte. Wir wünschen es dem Daniel-Bunde, der Gesellschaft für ethische Erneuerung des Subentunts, hie ihren Sitz nt München hat und deren Kafsenverwalter Dr. Sigbert Feuchtwanger dasÄtzst H. . Dr. Grünsekd/Brünn. Bekanntlich gebraucht mn int Deutschen die Fremdwörter im Genus der Sprache, aus der sie genommen sind. Das mühte auch für die dem Hebräischen entnommenen Wörter gelten. Weil aber diese oft durch das Medium des. Jiddischen ins Deutsche gelangt sind, so ist der Gebrauch ihres Genus schwankend. So sagt und schreibt man „das" und „der Galuth". statt des richtigen „die Galuth", ebenso .„das" statt „d e r Eheder", „d a s" statt „d i e Schiboleth",. „das" statt „der Beth-Hamidrasch" und vieles dergleichen. Es wäre zu wünschen, daß dem einige Aufmerksamkeit zugewendet werde. Die Schriftsteller,, die über jüdische Themen schreiben und so jene Wörter oft gebrauchen, müssen da vorangehen. Dr. Abraham! Schwadron. MaWefornv in her israÄ. Kultussemeirrde. In der öffentlichen Plenarsitzung der iftaelijischen' Kultusgeineinde vom 13. Marz unter dem Vorsitze des Hofrates Rappaport 'kam! hin neuer Wahkrechtsentwurf der vor vierzehn fragen gewählten Kommission zur Verhandlung. Der jneue Entwurf hat die Kurie der Höchstbesteuerten fallen 6 elassen, das Wahlrechte der . Frauen und B eamten ausgenommen und auch die Seßhaftigkeit nahezu ganz ele- Meniert. Pie Verhandlung fand unter großer Erregung, statt, die .Galerie war dicht besetzt und beteiligte sich recht lebhaft an der Debatte. Nach Erledigung des § 5 wurde die-Verhandlung unterbroMn^ Nachstehend der Sitzungsbericht:' - --- '■£ Vorsitzender Hoftat .Rappapo rt eröffnet die Sitzung und erteilt das Wort dem Obmann des vor 14 -Tagen eingesetzten WahlrschtskoMitees, Kommerzialrat Simon als Referenten. Referent SiMon: Das Komitee Hat mehrere Beratungen abgehalten und war bestrebt, die bestehenden Gegensätze zu mildern. Die Majorität des Ausschusses hat nachstehenden Aenderungen die Zustimmung erteilt. In § 2 wird festgesetzt, daß sämtliche 36 Vorstandsmitglieder von der Gesamtheit der Wahlberechtigten zu wählen sind. Die K u rieder Höch stbeste u e iten wurde also aufgelassen. Redner betont, daß dies gegen die Ueberzeugung der Majorität.geschehen sei, die ein Opfer zu bringen bereit war, um den Frieden der Gemeinde zu erhalten. In § 5 wird das.aktive Wahlrecht allen Steuerträgern der Gemeinde ohne Unterschied des Geschlechtes zuerkannt, welche 1. das deutschösterreichische S.taa 1 sbürgerrecht besitzen,'2. die ihnen für.das Jahr der Wahl oder das vorangegangene Kalenderjahr vorgelchriebene Kultussteuer ^entrichtet haben. Die bedeutet die Aufhebung der Einschränkungen des Frauenwahlrechtes, indem das Frauenwahkrecht nur an dieselbe Voraussetzung geknüpft wird wie das MZnnerwahlrecht und die Bedingung der Entrichtung einer staatliche;: Steuer entfällt. In '§ 6 wird bestimmt, daß von der Wählbarkeit die Rabbiner, Kultusfunktionäre. Religionslehrer ausgeschlossen sind, vEhrenh nach dem bisher geltende« Statut.auch die V erw altun gsbeaMten der 'Gemeinde, ausgeschlossen waren. 7 . ' 7 Ferner . habe das Komitee vorgeschlagen, das Statut dahin. abzuändetn, daß die ii n t e r e Grenze der Kuktusststeu er 10 K. und di4 obere Grenze 20.000 K/ SetMt. ' M-? . . . .

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