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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-03-21 · 12 (21.3.1919) · p. Seite 167

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
12 (21.3.1919)
Date
1919-03-21
Page
Seite 167 (sequence 7)
Language
German
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Nr 12 Tr. Mmh'S Wschenschrifl SM» IAA Mn dem moral-sch ebenso Wie .materiell zermüröendGr Polenjochr befreit werden soll, und das zur Mitarbeit an dem neuen ukrainischen Staalswesen aufgerufen wurde, hätte sich vor Augen: La'us rsi publieae suprema lei e*to. Dann werden auch alle ihre nationalen Bestrebungen von Erfolg begleitet sein. Das Bündnis Zweier gleichberechtigter Völker erfordert gemeinsame Arbeit und Züsammenstchen in Not und Gefahr 1 Der Abfall. . Obwohl die von aufrichtiger Echik und der Kraft innerster Ueberzeugung diktierten Proteste und Börstel-, längen gegen die Flucht aus dem Judentum seit jeher einen breiten Raum in der Literatur Israels emuehmen.. -- siehe auch die -zu besonderer Hö'He sich erh«eöendeßv Artikel in Nummer 7 und 8 der ..Wochenschrift" von Gem.Mat T-r. Rud. R. v. Schwarz-Hilter, beziehungsweise Dr. .I. Schwarz mann — läßt sich bedauerlicherweise eine .durchgreifende Wirkung d'eser, von berufenster Seite anfgewendeten Mühe nicht feststellen. Es sei nun einem der — gewiß wenigen — deutscharischen Leser, und gelegentlichen Mitarbeiter dieser geschätzten Wochenschrift gestattet, zu diesem leidigen Thema ebenfalls das Wort zu ergreifen. Anknüpfend an den Schlußsatz (S. 118) des letzteren Verfassers, worin die schonungslose Boykottierung der Abgefallenen verlangt wind, wäre zu bemerken, daß, so richtig alle dort zum AuÄruck gebrachten Forderungen auch sind, doch ein praktisches Resultat von den vorgeschlagcnen Maßnahmen /kaum zu erivarten ist. Dem Verfahren fehlt die breitere Publizität, ohne welche eine abschreckende Wirkung nicht gedacht, werden/kann. Weder die „Abtrünnigen, noch die neuen Kreise, in welche dieselben nun rintreien, werten -sonderlich Gewicht auf ba§ über sie ausgesprochene Ana- -thema legech das ja nur in sehr beschränktem Ausmaße bekannt wird. Die Austritte werden sonach , weiter grassieren, die Apostaten werden, um sich durchzusetzen und ihre-Herkunft zu verwischen, weiters krampfhaft auf Erfolge hinarbeiten, wobei sie in den Mitteln ja gar, nicht wählerisch sein k ö n n e n, gleichgültig, ob sie , sich auf finanzi.llem, industriellem, künstlerischem, selbst " wissenschaftlichem Gebiete betätigen;-haben sie sich der Politik zugewendet, so gefallen sie sich Weiter in Mr Rolle der ärgsten Chauvinisten. Minder Widerstandsfähige Naturen gehen, unverstanden von ihrer neuen . Umgebung, und mit . Argwohn sowie Geringschätzung behandelt, zugrunde. Zerfallen nrit sich, und der Welt. Die moralisch Tiefstehenden aber metamorphosieren sich zu der. erbittertsten und, wie die Geschichte lehrt, zu Den aklergefahrlichsten Feinden des Judentums. Für die Kultur bedeutet all dies aber die grdßte / Schädigung: Talente, die sich nicht auf-höhere Ziele konzentrieren, sondern auf nicht immer einwandfreie Machenschaften ausgeben, oder auch gar nicht zur Entfaltung gelangen, oder, was am schlimmsten, welche die .Niemals ganz" .schlummernden bösen VolkÄeidenschaften .zur Lohe aufschüren? Diese schwerrviegenden Verluste sind daher nicht bloß vom spezifisch jüdischen Standpunkte.aufs tiefste zu Heklagen. . Ein Mittel zur Eittdärmmryg dieser, einer schrmlichen Epidemie ^lcichkomMeuden AbsÄlsbLwegung könnte n-rn " in der „ Erweiterung der Bekanntgabe dieser Austritte . gefunden werden. Wie oft ereigugt es sich, daß -man vermeintlich nrit Juden verkehrt, während diese aber die ihnen lästige „Bürde"- längst abgeworfen haben. Die bloße. Veröffentlichung in den Wochenblättern.erweist sich da als unzureichend. Daher bleibt Nur der Ausweg -übrig, die betreffenden Austrittsausweise nebst dem noch au jenen Stätten betanntzugeben, w» sich stets eine dem Juderrrum rreuergebene Schar zusammen findet wo auch die Fäden für dessen Schutz und Pflege zusammenlaufen, d. h. die Tempel der betreffenden Orte. Dort, und zwar in sämtlichen Gotteshäusern, müßten diese Aushänge allwöchentlich am Freitag zum Abendgebet „prangen" — selbst auf die Gefahr hin einer >,Entweihung". Hiedurch würde düs Stigma zugleich eine viel ernstere Form gewinnen. Gewiß, bei den „Halb"- und x,Baldge1austLn", bei fcen Ässimilanlen, vielleicht auch bei einigen Nationalen, wird dieser Pranger einen Sturm der Entrüstung auslösen. Men dahingehörenden Kundgebungen gegenüber muß dann standgehalten werden! Das' Interesse der Zivilisation erheischt eben diese Gegenwehr. Das Judentum hat nicht nur das Recht, — als einziges wirkliches Friedensvolk hat es die Pflicht, sich zu erhalten und nicht unterzugehen im Sumpfe der übrigen Völker, keltisch-, römisch-, gallisch- und anders» arischen Ursprungs, welchen, wie die Ereignisse der Gegenwart blutig beweisen, der physische Kampf Lebenselement bildet, deren geistiges Durchschnittsniveau aber durch den verschwindend kleinen semitischen Zuwachs nicht gehoben, ebensowenig wie ihre rohe gewalttätige Natur hiedurch gemildert werden kann. Nur durch festgefügten Zusammenschluß ist das Judentum imstande, seine hehre Mission unter den Mrigen Völkern zu erfüllen. F. R. Engel, Oberinspektor der österr. Nordwestbahn i. R., Schriftführer des Vereines zur Abwehr des _Antisemitismus. Frankreich und die Indenfrage. Das Jüdische Korrespondenzbureau rm Haag mewel: Die Londoner „Jewifh Times" veröffmtlichen fob gen-drs Dokument, das Professor Viktor Basch, der bekannte französische Zionist und Privatdozent an der Sorbonne, der vom Präsidenten Poincarö 1916, vor Eintritt Amerikas in den Krieg, nach Amerika geschickt wurde, um die Sympathie der Juden für Frankreich zu gewinnen, vom damaligen Ministerpra identen Briand erhalten hat. Das Dokument ist ein Telegramm an Professor Basch und lautet: „Es wäre ratsam, daß Sie in der Sitzung des American Jewifh Committee, an der auch amerikanische Regierungsvertret.r teilnehmen werden, erklären, daß die öffentliche Meinung in.Frankreich und England dafür ist, daß seine Regierungen bei der Friedenskonferenz für die Lösung der Judenfrage eintreten. Sie können weiter mitteilen, ab er dieses nur sehr vertraulich, daß bei den Unterhandlungen, welche zwischen Frankreich. England und Rußland über die Möglichkeiten, die Sache beim Friedensschluß Vorbringen zu können, geführt worden sind» die Entwicklungsfreiheit der jüdischen Kolonisation in Palästina durch Frankreich und England nicht vergeffen wurden. Sie können auch weiter öffentlich erklären, daß Frankreich sich der Judenfrage gegenüber sehr sympathisch verhält, daß Frankreich Sympathie hat für das jüdische Volk, überall, wo es verfolgt wird, und daß Frankreich durchdrungen ist von Liberalismus gegenüber einem der intellektuellsten Elemente der Weit." NLrsr s-rLiziDKiftWst? Vsrftsß. Das Jüdische Korrespondenzbursau inr Haag meldet: Das Mitglied des amerikanischen Kongresses Julius Kahn von Kalifornien hat an Präsident Wilson ein Telegramm geschickt, m dem er namens 150 jüdi-

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