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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-03-14 · 11 (14.3.1919) · p. Seite 152

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
11 (14.3.1919)
Date
1919-03-14
Page
Seite 152 (sequence 8)
Language
German
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&*o» m! £<r. Bloch'S Wochenschrift §r. 11 und Tränen sich voktzieht. Und auch die 'Kuben müssen sich diese Organisation geben. Wie sie aussehen soll, das ist Gegenstand des Kampfes der Ideen, nicht de>r Personen. Auf uns liegt die Pflicht, im<§ampfe der Jd^n nicht. zurückznschrecken. Wir känchfen für das ganze jüdische Volk als Nation des Gottesgesetzes'. Wer uns ..nicht verstehen will, der mag einen Stein aus uns werfen. Wer aber weißwie heilig die Wahrheit ist, wie groß, der Idee der Gottesnation Zu lebmr und sich nicht damit Mein zu begnügen im Beth-Hamidrasch, sondern der Schöpfung des um das! Gotteswort organisierten jüdischen Volkes alles zu opfern, der wird unser WoM/r würdigen. (Stürm-. Beifall.) Ware dieser Organisation schon zur Wirklichkeit geworden, dann wäre heute nicht nötig, von jüdischen orthodoren Verbänden hier zu sprechen. Dieser Name besagt, welche Aufgaben noch vor uns liegen. Es ist heute nicht populär,^ von Geduld zu sprechen, unpopulär, zu sagen, welche Schwierigkeiten uns entgegenstehen.. Es wird Jahre dauern, bis' Ihudas JLsroö die Organisation des ganzen Mischen Dolkes geworden ist, um in diesen Tagen eine Einheits- Plattform des Mischen Volkes herzustellen. (Frenetischer Applaus.) ' ' Diesem Zwecke dient die Konferenz. Wir müssen die Forderungen der orthodoxen Judenheit für die Friedenskonferenz formulieren. Wir müssen bekennen, was uns Erez Jisrael ist für die . jüdische Zukunft des jüdischen Volkes. Dann werden wir es den Völkern einheitlich erklären können. Wir haben ferner die Rechen zu schließen, um, wenn die Stunde schlägt, auf Asm? heiligen Boden unsere Ideen in dem Sinne zu verwirklichen. Wir werden die Augen offen zu halten, haben, da mzch im besten Falte das Schicksal des Mischen Volkes in seiner-größten Mehrheit in btn LLr.s)ern der Diaspora seinwird, daß auchim ganzm Chnzloorcz auch ein-heiliges Volk lebt und gedeiht, wMn 'auch nicht auf dem. Helligen Boden. Wir werden dann zu erwägen haben, wie die Organisationsfrage überwunden werden kann. In unseren Kreisen dürfen verschiedene Ansichten . herrschen. , Wir werden kämpfen üm . den Sieg unserer Idee und hoffen, daß es nur .eines gibt .zur Heilung unserer Wunden, die Sichaffung eines hohen rabbinischen Rates, der rcchbinischen Größen, damit allesal Pi Hatorah geschehe. Wir sagen dreimal täglich Hoschiwnh Schauftenu. keworischaunoh. Wollen wir den tiessten Kummer, der in nys nagt, allen die. Zerrissenheit aus der Welt schaffen, dann ist es nur durch Einsetzung eines rabbinischen Rates möglich, damit das Gottesvolk Wirklichkeit aus Erden werde. Wenn die Tage, die vor uns stehen, uns einige Schallte weiter bringen, dann können nicht nur die Veranstalter dieser Konferenz, sondern das! ganze jüdische Volk in 4>fc Birkas haudooh Melnd einstimmen durch ein lautes, omein! Holländer (Kopenhagen) referiert -über die geplante Bankgrnndung. Durch unsere reichen Spenden ermöglichen wir Orchodoxen, daß Juden sich heute noch in Palästina befinden. Aber auch dem neuen Jischuw wendete die Orthodoxie ihr Augenmerk zu. Ein Muster dafür bietet die»Kolonie Pethach Tikwah. Der Redner schlagt die Schaffung einer 'Zentralstelle' für Palästmaarbeit^ an die ein Jnsormationsbureau, wie auch Studien- Limmiffronen angecstiedert werden sollen, vor. Große Gelder muffen aufgebracht werden, und keine SammlunMart ist KU verschmähen beim Ausbringen dieser Gelder. Es muh' auch ein Finanzinstrument, eine Banst geschaffen werden und die Gründeranteile von den GeMnungsaenoffen gezeichnet werden, damit die" Leitung dieser Bank inihren Sünden Äekbt. ' Die Äutzaiben der DaMk sM: - ' / - a) Handelsgeschäfte in, ' nach und von Palästina sowie den angrenzenden Ländern zu'fördern. Zn diesem Zwecke gewährt sie Kredite und gibt Vorschüsse; - sie beteiligt sich an ähnlichen Unternehmungen und hat das Recht, Tochtergesellschaften ins Leben zu rufen. b) Die jüdische Siedelung in Palästina zu heben. Die sKesellschaft hat das Recht, Ländereien zu kaufen, vorzubereiten und zu parzellieren, Landankäuse zu vermitteln, gesicherte Darlehen an Kolonisten zu gewähren und alle zur wirtschaftlichen Erschließung des Landes dienenden Unternehmungen zu unterstützen^ Die Gewährung von langfristigen Darlehen dieser Abteilung erfolgt auf Grund von ihr--auszugebenden Pfandbriefen. Die Pfandbriefe können bis zur zehnfachen Höhe der auf die Siedlungsabteilung entfallenden .Hälfte des eingezahlten AMenkapitals ausgege'ben werden. Wie die Verhältnisse heute liegen,, muß der Sitz dieser Bank London sein, während in Palästina Filialen, arbeiten. Folgende Leitsätze werden zur Annahme empfohlen: 1.. D-ie Weltkonferenz der jüdisch-orthodoxen Verbände in Zürich beschließt die Gründung einer jüdischen Handels- und Siedlnngsbank mit dem' Hauptsitze in London unter gleichzeitiger Errichtung einer Filiale in Palästina. Die Weltkonferenz hat den festen Willen, durch kraftvolle Propaganda der ihr angeschlossenen Verbände in den kommenden Monaten die notwendigen Mittel auszubringen, damit die Bank ihre Tätigkeit auf finanziell gesicherter Grundlage.beginnen kann. 2. Die Weltkonferenz der jüdischen orthodoxen Verbände in Zürich erkennt die zwingende.Notwendigkeit der Begründung einer „Zentralstelle für die Palästinaarbeit" an. Ein derartiges Palästinaamt chat unter anderen die wichtigen Ausgaben, - ein Jnsormationsbureau zu errichteneine StudienkoMmission zu entsenden und die Emigration vorzubereiten. ."'7 Wien. Wir erhalten folgende Zuschrift: Löbliche Redaktion der „Wochenschrift"! Qui tacet consentire videtur meint der Lateiner. Ans diesem' Grunde möchte ich die in der letzten Bummer Ihres Blattes erschienenen Einwendungen gegen meinen Artikel: „Die jüdische Frau in der Kultusgememde-- stnbe", nicht unerwidert lassen, obwohl möglicherweise unterdessen die Würfel über die Wahlreformvorlage gefallen sein dürften,- allein die ausgestreute Saat möge in den Herzen tiefe.Wurzeln fassen, um zur segensreichen Frucht emporzukeimen. Herr Dr. Heinrich Schreiber, dessen blendende, vielgewandte Dialektik von mir auch dort vollauf gewürdigt wird, wo sie eine durchaus abträgliche Sache und manchen unannehmbaren Ausdruck zu decken scheint, nimmt Stellung selbst gegen die Ermöglichung der Heranziehung von Fachmännern in die Leitung der Gemeinde oder, genauer gesagt, gegen die Erteilung des passiven Wahlrechtes an die Rabbiner, Religionslehrer, Beamten und Angestellten der Gemeinde. Demgegenüber sei auf dü Gefahr hin, daß auch die yachfolgenden Beispiele „als auf unsicheren Füßen stehend" bezeichnet werben, hmgewiesen, daß meines Wissens selbst die nivellierende sozialdemokratische Partei bei der Ausstellung von Kandidaten Gewicht darauf legt, daß nicht bloß Arbeiter und aus dem Arbeiterstande hervorgegangene Männer, sondern auch Fachleute, und zwar Aerzte, Lehrer und Kausleute, gewählt werden?damit bei Entscheidungen von sachlichen Gegenständen der richtige 'Mann an der richtigen Stelle und nicht bloß als Berater im' Hinter« grund anwesend sei. Die Religion ist für die Sozialdemokraten bßkmntlich Mtvqtsache,' und Whvr die RichtVe-

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