Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 11 (14.3.1919)
- Date
- 1919-03-14
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Dr. Bkoch's Wochenschrift Äff, Israel Schreier (Satomon Schreier. Drohobyrz, Stryjska M)); - * Afp. Heinrich.Schwärz (RachnMSch w8rz. Mohatyn, Galizien); “ Asp. Heinrich Weinstpck (Aron Weinstock. Wien, 6. Bezirk. LinienMse 2 b, Tür,14); Sten. Ignaz Zimmers pitz (Adolf Zimmerspitz. Wadpwice). Bei der Ist. Allianz zu Wien find folgende Spenden eingegangen : XIII. Liste (bis 10. Mä^ ISIS). Jüdische Gemeinde Berlin . . . . . . K.. 6.874.76 SammlungFrauOberiüg. Karl Bauer, Dr»hobytz „ 850.— Kiese & Hüller, Berlin ...... . „ 37.— Zusammen . . . K. 7.261.75 Bereits ansgewiesen . . . „ 1,058 883.06 Summe . . . K. 1,068.644:81 Weitere Beiträge werden vom Bureau der Jsr. Allianz. Ü., Untere Donaustraße 33, Postsparkassenkonto Nr. 8152,. sowie durch Einzahlung auf Konto der Jsr. Allianz bei der Credit-Anstalt, Wiener Bankverein, Anglo-Osterreichische Bank, Zivnöstenska banka in Prag dankend in Empfang genommen. Berichtigung r Im letzten Ausweise ist die Spende des Herrn Jsak/Paschkes, Hohenau, durch einen Druckfehler mit 25 K. statt .richtig -mit 20 K. angegeben. Di« »rLhvdsxe WeMonfsr-nz in ZLrich. . Z-ürich. Diehier tagende Weltkonferenz der Mi-, scheu orthodoxen Organisationen hat-unter anderem fol - -gends BeWüsse gefaßt: . "1. Die Konferenz fordert die Anerkennung Palästinas als des Landes, in dem Israel berufen ist, seine nationalen Aufgaben gemäß der Mischen Tradition zu verwirklichen; sie beschließt die Errichtung eines Studienausschusses zur Prüfung der AnfiedlSnAverhältnisfe und eines Palästinaamtes zur Beratung der ostjüdischen Massen, ferner die Gründung einer Siedlungs- und Handelsbank mit dem Sitze in London, und Filialen m jPalästina, mit einem Aktienkapital von 25 Millionen Franken. 2. Bezüglich der anderen Länder fordert die Konfecenz die Sicherung der Gleichberechtigung der Mischen Bevölkerung und GewährleiMnrg des Rechtes auf Bildung staatlich anerkannter jüdischer Gemeinschaften in einer den err^elnen politischer Verhältnissen entsprechenden skratsrechttichen Form. 3. Die Regulierung der jüdischen Massenemigration. , -Ferner beschloß die Konferenz die Erhaltung, Belebung und Wiederherstellung der Talmud-Hochschulen urO die Gründung einer jüdischen orthodoxen Weltorganisation mit dem Sitz irr Zürich. -Die Beschlüsse der Konferenz werden der FrieöenslonfererH durch besondere Delegierte möglichst zusammen mit Vertretern anderer jüdischer Organisationen gemeinsam unterbreitet werden. Aus den Verhandlungen heben wir hervor eine Rede Nathan Birnbaums: Dr. Nathan Birnbaum,. Wien, begrüßte die östlichen Delegierten auf jüdisch. Man wirst der Orthodoxie vor, daß sie versteinert ist, aber das stst nicht richtig. Nicht die Thora treuen, sondern jene draußen sind versteinert,,di.e es Euch vorwerfen. Die Wege, auf denen das Blut der Seele HirkillLert, ist bei ihnen versteint, verkaW. Nicht versteinert seid Ihr, sondern M'-We-enteü-.^ weich. Wr. H<cht alles Hiriysnvmm«!-, als nrüßte es schon so sein, als niOtzter ihr die lonim" und jene die „wojle Jingen" sein. Errer Wille, sollte Stein sein, nicht Wachs. In feiner deutschen Ansprache führte er folgendes Gleichnis aus: Gin Ziegel aus einer der ägyptischen Pyramiden würde sich eines Tages vom gewaltigen Bau koslösen wollen und seinen Kollegen zurufen: Schon genug Pyramide gewesen, lösen wir uns auf und verwandeln wir uns Ln einen modernen Bau, wie Man solche in Berlin unter den Linden oder auf!den Pariser Boulevards aufrichtet. Wir haben lange genug der alten Kultur gehuldigt, wir wollen einmal Boulevard-Kultur spielen. Die anderen Ziegel würben sicherlich diese Zumutung Mit der größten Entschiedenheit zurückweisen. Sie werden es vorziehen, fernerhin bei der alten Pyramide zu Werben, von der fünf Jahrtausende herunterblicken, als sich ein modernd Kleid anziehen zu wollen. Auch das alte Judentum gleicht -einer solchen Pyramide, mit dem Unterschiede, daß sie lebendig ist und Gott sie hergestellt hat, ein Wahrzeichen der Ewigkeit zu sein, aber es ist ungewiß, ob die Ziegel dieser Pyramide den Anregungen ihrer Go- Genossen, sich zu modernisieren, einen ebensokchrm entschiedenen Protest entgegenhalten werden, toit die toten Ziegel der toten Pyramide. Diesen Protest zu erheben, sind wir hergekommrn. Herr Jakob Rosen heim, Frankfurt a. M., sagt: Ich bringe nur einen Gruß der deutschen * Juden, in deren Mitte der Gedanke der Agudas Jisroek zufällig Aterst Wurzel geschlagen hat und die ihn nach idem Willen der Thoragrößen des Ostens zu realisieren strebten. Wenn auch die Männer, die zuerst den Gedanken ausgerufen haben, nicht mehr an der- Spitze stehen, wenn auch die Opganifatior die Leitung in der Schwer hat, so sind wir doch weit davon , entfernt, darauf %u verzichten, alles was wir an Kraft, Meist und Seele haben, auch weiter m den Bau der. jüdischen Volkseinheit hineinzutragen. Die Sage erzählt, daß einem Napoleon, einem! Alexander dem Großen der ihren Feldzügen Phantasiebilder vorschweöten, die sie die schweren Stunden überlebe»^ ließen, welche auch ihnen nicht erspart blieben. Wenn diesen Welterobern, den Trägern der äußeren Machte eine Idee vorschwebte, wie erst uns. dwn Mischen Volke, das auch als Welteroberer des Geistes auf die Bühne der Welt gesagt wurde, um als Goj echod — einzige und einzigartiges Volk — dem Ewigen als Diener aufzutreten. Wenn dieses Bild die Masse des jüdischen Volkes zeigt, es sei in einem Deinen Lande am Mittelmeer, sei es zersprengt, und sie schaffen sich Ideale, die ihnen gefallen und bilden eine Einheit lediglich als Summe von Menschen um diesen Götzen, dann wird dieses Idealbild nicht dauernder fein, als die Bilder Alexanders und Napoleons. Als einst der Himmel sich öffnete und Gott erschien, da stieg dre Sehnsucht in Jisrcoel auf, sich so zu organisieren, wie die Engel droben. Das ganze Volk wtzar in vier Lager geteLt, die Tegolim, die Stammesgruppen, die in der Wüste Jisroel zusaMmenbanden. In jedem Lager waren Gruppen um ihrem eigenen Fähnlein und dann mögen. auch manche Kämpfe unter diesen geführt worden sein, aber in der.Mitte, da wohnte Gotteswort, der Stein gewordene Gotteswille als organisiertes Prinzip. Das ganze jüdische Volk soll es fein, aller ln der Mitte die Gotteslade. (Langandauernder Beifall und Händeklatschen.) Organisation nicht im Sinne künstlicher Schöpfungen ist der Schlüssel des geschichtlichen Geschehens. Auch der große Jammer, den wir erlebt haben, ist nur Kamps um die Organisation in der Welt rm tiefsten Sinne. Das Wort vom Selbflbestim-- müngsrecht der Völker, das ist nur der gefchichüiche Abdruck dafffr, daß der Organisationskanrpf unter Mm