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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-02-28 · 9 (28.2.1919) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
9 (28.2.1919)
Date
1919-02-28
Page
Seite 127 (sequence 15)
Language
German
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«* G»ÜL ift> BolkeS, friiK Leiden uttö Kreuberr, Hoffnungen und-Wünsche treu abspiegeln, einsehend. hat der jüdisch-akademische Kutturverband a b Ne" eine jüdische Bühne in Wien' unter Leitung des bekannten jüdischen Dichters Jakob Mestel ins Leben gerufen, m der jüdische Kunst gepflegt und die interessanten, wertvollen Schöpfungen der moderne» jüdischen Dramatik dem Volke vermittelt werden sollen. Die literarischen Theaterabende des Külturverbandes „Jabne* begannen Mittwoch den 26. Feber 1919 im Theatersaal desHorels „Post", Fleischmarkt 94, mit der Aufführung des vieraktigen Dramas „Jekel, der Schmied" von Dawid PinSki. _'_ Austritte aas dem Jade nt am. Vom 16, bis 22. Februar 1919. BeykOYSky ged. Reitler Adele, geb. 16. Juli 1879 in Prag, XIII. Bezirk, La Rochegatse 15. BeykOYSky, Dr. Siegfried, Oberstabsarzt, geb. 1. Mal 1867 in Kuri ^Böhmen), XIII. Bezirk, La Rocbegasse 15. Blanateia Xiebaei, Fabriksgesellsehafter, geb. 5. Dezember 1874 in Odessa »Rußland), XIV. Bezirk, Flachgasse 11. Braun Ernst, geb. SO. August 1898 in Wien. Gert geb. Paneth Anna, geb. 4. August 1878 in Friedek (Schlesien), VII. Bezirk, Hugo Wolfgaßse 1. Grfinvald EnfiO, Beamter, geb. 15. Juni 1880 in Klosterneuburg. Xlil. Bezirk, Hädikgasse 36. Bern Susanna, geb. 7. Juli 1897 in Hinterbrückl bei Wien, VI. Bezirk, Linke Wienzeile 12. Jellinek Pani, geb. 4.. Februar 1899' in Klobouk bei Brünn, 21. Bezirk, Untere Augartenstraße 34. lohn Recha, geb. 20. August 1891 in Verbo (Komitat Neutra), 11. Bezirk, Franzensbrückenstraße 19. Soor Fritz, Student, geb. 30. August 1697 in Mödling, XIX. Bezirk, Reithlergasse 10. Seilfeld Friedrich, Ingenieur, geb. 9. April 1879 in Wien. Pnlgram Margarete, geb. 6. Jänner 1905 in Wien. Römer Wolfgang Herbert, geb. SO. April 1913 in Wien, IV. Bezirk, Seisgasse 18. Römer Ilse Harfe, geb. 26. September 1918 in Wien, IV. Bezirk, Leisgas-e 18. Schick Artur, g^b. 3. August 1888 in Leitmeritz, II. Bezirk, Praterstraße (Hotel Coniinental). Spitzer Bernhard, Maler, geb. 14. Mai 1892 in Wien, XVII. Bezirk, Brheimgasee 29. Ritzer Friedrick Alexander, geb. 16. September . 1637 ia Wien, ViL Bezirk, Lindengasse 7. Berichtigung. In den Ausweisen der Austrittserklärung der „Dr. Bloch's Wochenschrift" mex vor einigen Wochen auch der Name des Gerichtsoftz'ianteii Zjak voideugräaer aus Kriupviung rwr.erl. Zn der letzten Nummer haben wir feine Rücktrittserklärung gemeldet. Zn Wahrheit ist Herr Jsak Holdengräber aus dem Judentum ^überhaupt nicht ausgetreten, sondern in unerhörtem Mißbrauch hat irgendeine fremde Person beim Magistrat sich unter seinem Namen gemeldet und dort die Austrittsertlärung abgegeben, und zwar ohne Wissen und Willen des Herrn Z. Holdengräber. Es blieb Ihm darum nichts anderes übrig,, als amtlich den Austritt zu widerrufen^ _____ Kecskemrt. Kürzlich wurde hier der gewesene Gyöngyöer (zuletzt Tarnopoler) Oberfantor Jzidor Udelsuiöittt nach glanzend bestandenem Probevortrage mit grober Begeisterung einstimmig zum hiesigen Oberkantor gewählt. Derselbe hat bereits den Posten angetreten. __ BoüyhÄd. Hier fand am 16. Januäx l., I. die Vorstandswahlder hiesigen orHodo^en Gemeinde statt; bei welcher Gelegenheit fast einstimmig zum 'Präses Mr. Galandflur -gewählt würde, Vi^epräfes wurde Mr. Kritzle-r und Kassier Mr. Kühn. In die Repräsentanz wurden gewählt Mr. Markus, Mr. Frö hlich, Mr^ Hermann, Mr. Kraus, Mr. Aiusch, Mr. Steiner und 'E n ge l! nM hr n\ — Bei der am 22. Januar l- I. borgenommenen Neuwahl Her Neologengem e'nde in Bonyhad wurden nachstehende Herren in den Ausschuß gewählt: Kulfusvorsteher Mr. Raubitschek, dessen Stellvertreter Dr. Berda, Kassier Air. Da.iwido-- wits, Tempelvorstcher Mr. Eibenschütz und Mr. Föragp, ReHtungsfWrer Mr. Rosen tha l; M Kultusraten die Herren Hollender, Fleifchmann .Häntg und MÄll^r. : Dir Geschichte« meiner Bon Ph. Lw. .VI. '! > Der erste Pessachtag ist auch der Tag der ersten öffentlichen Kritik. Lange vor dem Minchagebetefm« den sich die Balbatim vor dem Tempel ein undtauscheu ihre Bemerkungen darüber aus, ob der Lhafan berm Abend- und Mvrgengebete durchwegs den „Wsjachnig'n", die traditionelle Melodie, die am Mstachfeste sich besonders durch die einzelnen Stücke des Maarif zieht, richtig eingehalten habe. In erster Linie, ob er den ersten „Bvrchu" gut getroffen. Der Mffach- und Sutkothnigen ist nämlich einander sehr ähnlich. Es ist darum nicht gelten bei älteren Bal-Tftles,. B-vrbetern. schon vorgekommen, daß sie plötzlich aus einem Nigen in Hen anderen fallen. Ein solches Vorkommnis erregte paMrlich in der Kile grobes Aufsehen jmb bildete tage» lang den Gegenstand lebhafter Erörterungen. Hat gar der Vorbeter irgendeine neue Wendung gefunden, dann fühlt sich jeder Bäkbos als privilegierter ttritifee und gibt seiner Ansicht über , die Neuerung unverhohlen und lauten Ausdruck. Das galt in höherem Matze vom Mus« safgebete. Jede einzelne Partie des Vortrages i wird einer eingehenden Analyse unterzogen. Dabei kam es an den Nachmittagen, .wo gewöhnlich am Hauptplatz« die. Zusammenkünfte stattfanden, zu den. erregtesten Debatten, daran auch die Frauen teilnahmen. Selten ging ein Fest vorüber, ohne dab es zwischen.einzelnen Familien wegen eines solchen Disputes zu einer „Rkgsd". einer Feindschaft, kam. Sie dauerte 'gewöhnlich bis Erew Jomkipur, da fand in der Kilo eine allgemeine Versöhnung statt. An den Halbfeiertagen ging das grobe Kartenspielen an. Vor- und nachmittags sagen die Männer beisammen und unterhielten sich mit dem Spiel. Was sollten sie auch tun? Theater und Konzerte gab es damals nicht, Geschäfte wurdest da überhaupt nur im seltensten Falke gemacht, so blieb ihnen nichts übrig, als zum Zqitver» treib bei den Karten Zuflucht zu nehmen. Ueberhaupt war das Kartenspielen bei den damaligen Juden sehr beliebt. Besonders bei den Sudes wurde ihm stark gehuldigt. Nicht nur im Orte selbst, man scheute auch einen Ausflug von mehreren Stunden nicht, um in der Umgebung auf einem „Jischew", einem Dorfsitze, zu einer Sude zu kommen und dort Karten zu spielen. Die Kinderaber hatten 'für Pessach und Sukkoth ihre eigenen Spiele — mit Nüssen. Beliebt war das „Dorgeles". Da wurden Häufchen — je nach der Zähl der Mitglieder — so ausgestellt, dah auf drei Nüsse eine vierte zu liegen kam. Nun wurden Schritte abgezahlt und ein „Trew", eine Grenze, gemacht, die durch einen Strich am Boden markiert wurde. Dann wurde gelost, wer den Anfang zu machen hatte. Der erftt Spieler warf ober rollte eine gröbere Nutz gegen die Häuftein. Soviel er davon gmwarf, soviel waren sein Eigen. Oftmals traf er auch gar nichts. Dann kamen der Reihe nach die anderen dcnan, solange noch eme „Dorge", ein Häuflein, übrigblieb. Oder es wurde „Bqchoreles" getrieben. Jeder Mitspieler-gab eine Anzahl Nüsse, die parallel mit dem Grenzstrhh m eine Reihe aufgestellt wurden. Die erste Nutz in der Reihe, rechts vom Spieler, gewöhnlich eine gröbere, wurde „Bqchor", die Erstgeborene, genannt. Auch da wurde gelost. Der Spieker jagte seine eigene Nutz m die Reihe. Trieb er eine aus derselben heraus,, so waren alte übrigen, nach links gerechnet, sein Eigentum. Brachte er

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