Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 9 (28.2.1919)
- Date
- 1919-02-28
- Page
- Seite 128 (sequence 16)
- Language
- German
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<ärtte -j44 G<. Wischt WpchMMft Mer den „Pyhor" Ms der Linie, so gehörte die ganze Reihe ihm und das Spiel ging düWj neue Einsätze von voxne an. Auch „Pascheles", wo man" die Msse in eine ^lchengrube trieb, wurde gespielt. Damit beschäftigten sW aber fast ausschliMich^ die kleUen Atädchen. So gingen die Halbfeiertatze "vorüber und die „letzten Tag" rückten heran, die-zwei letzten Tage des Osterfeftesu Da . Waren die BaVatiM zumeist nM mehr fröhlicher Laune., Da hieb cs.: „Jetzt, wird das „Tuach" (Tuch) . billig werden.".. Die. mittellosen, um ihr weüt«es. Forüommen besorgten Hausierer, deren karger Verdienst in den Feiertagen, daraufging, trugen einander: „AZas llr' chch?" (Was tu ich? Womit soll', ich mich nun beschMrgen?) Wer etwas Bargeld in der Kike hatte, half den Leuten aus und. alle flogen najch IoM. tvw-wieder in die Ferne..... GewohnlW an dem> Osterfeste pflegte uns Grobmutter. zu erzählen die Geschichte: . . . Wie Ruwen FaW Men Mffach gemUcht hat. ,,D« Ruwen und seine Frau Milke," begann GrotzmUtt«:, ,,das waren so axine Leut', dutz sie sich nicht mäner haben sattessenkönnen. Er war „Aushelfer", der den LÄclen geholfen hat bei Arbeiten, auch wch: er „Scheläch"er hat Botendienste gemacht. Sie war „Kimpelwaterin" (Kindbettwärterin), und so haben sie. sich fortgebracht. Zu Kessach hat es immer viel Müh' gejost-etS' htz - Mwen/ Me 'Mazzos und feinen '„KMj^ Wein" Zusammengeklaubt hcht. Bei einmr Uessaich ist es ihm gar' schlecht ergangen. Er hat nicht „aus und nicht M gewußt". Die Leut' haben „nit e Ereizer der de Nefchome" gehabt. . Damals war „über", — ein.SchMahr.' Bor Kessach-' Wfß. es Won schön mild draußen. Und so sind gesessen Mwen 'und 'Mille abends bei offenem Fenster im finsteren ZimMer. Lange haben sie geschwiegen beide. Da sagt Mröe: " „Nu, Ruwen, wir werden mir (wir) doch unseren Pessäch Machen?" " ' ' „Was weiß hch? Zu versetzen hab'n wir nir mehr urch Geld kann ich nit verschaffen, Ha kann nur der Oiberster helfen, sonst keiner in der Welt." GesmM haben er und sie, dann haben sie wieder geWwiegen. - - , Auf einmal hören sie draußen Männerstimmen. Dann gab's ein Kichern und Lachen. „Da wohnt der Iud' Ruwen," rief eine 'Stimme, „dein werden wir ihn versetzen. Eins, zwei, drei." ' And — ein schrei des Entsetzens von seiten der zwei AWir durfchs Fenster über ihre Köpfe hinweg flog M Mwarzes Ungeheuer ins Zimmer. . - BeM/ zitterten am ganzen Leib und imurmeltech Hip .M' Schema Jisroel über das andere. Kerner hat MDzw'rühren getraut. Jeden Augenblick haben sie gefÄrchtet,- die „chaje roö", das wilde Tier, werde auf sie losgehen und wird.sie „memessen" umbringen. Doch das Ungeheuer lag ruhig auf - dem Fußboden. Roch längerer Zeit faßte Ruwen Mut und berührte das dunkle Wesen mit dem Fuße. Es blieb unbeweglich. „Du> Milke," sägte er flüsternd, „da liegt etwas Totes." — * ' „Was geschrien/^ meinte sie, „das is e Schekerbilbel" (ein verleumderischer .Prozeß). . - Ruwen hatte seine männliche Courage gewonnen, zündete ein LM an und besah das Ding, das da fns Zimmer geflogen war. „So soll ich leben," erhöh er, „das ist dem Grafen fein AM. Der ist krepiert und die Leut' haben sich eine Unterhältung gemacht und haben ihn uns hereingMmLssen." E Rungetraule sW auch Milke nähergutreten. Sie be- Mtigte die. Ansicht ihres Mannes. Beide aber wußten nicht, ums sie mit dem toten Affen anfchigen sollten. Sie 1^:3#;':^^, den Myt'Wien ''cm Bosheit zügewEem aprM./weMlMlten und in später Nacht in den Waben vor dem...Orte , zu werfen.-< Wie sie den toten Affenaufhoben/ bemerkten sie etwas Glänzendes in seinem. Nachen. „Das 'ist der Sotn (Satan)", meinte .Frau Milke. '^ Ruwen.war anderer Ansicht. Er zog das..Glänzende heraus und siehe — es war ein achter .Golddukäten! Bei näherer Untersuchung fanden sich noch iNehreMsolcher Stücke. Während Milke . sprachlos vor Staunen 'dastand, nahm- Ruwen seinen „Täschenfeitel", der immer gut geschärft war, schnitt dem Affenleichnam den Magen auf und — .es fanden sich noch ein paar: Goldstücke darin. Ruwen versteckte das Geld, dann trugen er und sein Weib den Kadaver bei finsterer Rächt aus dem Orte, wo sie ihn in den Graben warfen. Zwei Tage.wartete Ruwen, ob sich nicht jemchnd aus bm gräflichen ^Schlosse melden werde. Aber niemand kam. Dann getraute er sich unter -irgendeinem Bon wand, ein Stück des bei ihm noch nie dägewesenen Goldes zu wechseln. Und — sein Pessach war fertig! Wie aber kämendie Goldstücke in den Mägen des Affen? . / , Das hat sich einige Zeit später aufgeklärt. Der gräfliche Schloßherr hatte nämlich, einen zweiten Affen .erworben. Dieser sah häufig zu, wie sein .Herr auf. dem Schreibtische Häufchen mit Dukatenzusammenlegte, indem er bei jedem' einzelnen Stücke die Winger >im Wunde naß Machte. Eines Tages trat der Graf ins Zimmer, das er. während des Zusammenlegens der Dukatenrollen auf einen Augenblick Verlässen hatte, und da gewahrtr er, wie der Affe einen Dukaten-.nach -deMMderEver-' schlang. Der Affe hatte, offenbar „geglaubt" sein-Herr esse die Dukaten, und wollte es ihm nächmachen. .... Eber auch er iftz wie sein Borgänger,-'der später., zu Ruwen Fascht kaM, an der goldenen Speise zugrunde?. gegangen." Mehrere Leser in FiinfhauS. Sie ksnnen überzeugt sein, daß die „Reichspost" es nicht ünterlassenchätte, die Vorfälle, in der Schleichhändlerbörse beim Wimberger für ihre Zwecke auszuschrötten, wenn diese ehrenwerte Gesellschaft nur Nichtchristen bestanden hätte. -■ - Lsopoldine Bauer. Ob Fritz Schönpflug, der antisemitische Bilderzeichner, nicht auch ein Tausjude ist, wessen wir nicht! D. Last, »Abonnent". Sie klagen darüber, daß Sie, um die Predigt des Herrn Rabbiner Dr. Grunwald zu hören,- einen so weiten Weg nicht gescheut und schließlich von Wachleuten am Betreten -des türkischen Tempels verhindert worden seien. Dieselbe Klage hat kürzlich ein Wiener Gemeinderat, der gleichfalls der Predigt in demselben Gottesdienste beiwohnen wollte,, und haben schönunzählige andere uns vorgetragen. Dem Andrang muß mit Rücksicht auf -diesen bescheidenen Fassungsräüm des Tempels durch solche energische- Maßregel gesteuert werden. Es bleibt nichts übrig, als mindestens eine Viertelstunde-vor Beginn des Gottesdienstes'sich einen Platz zu sichern. Dieser Uebelstand, daß für das größte Publikum der kleinste. Tempel zur Verfügung steht, wird mit der Zeit doch wohl von. der Notwendigkeit Überzeugen, den Leopoldstädter Tempel wiederherzüstrllen. : Da—d. Wenden Sie sich. mit Ihrem . Schreiben an den gewählten Netionalrat Striker. —'Wann Frau Anitta Müller zu ' sprechen - istdarüber Auskünfte - zu erteilen, überschreitet - unsere Kompetenz. .. 1 >. -; D< L. Redaktionsschlutz ist .Dienstag mittags, um - 12 Uhr. Alter Leser der „Wochenschrift"« Sie haben recht. 'Daß .auf dem Gebäude der Urania (Uraniastraße, neben der' Tageskassa) hinter Glas -und Rahmen eine Wahlreklameschrist des deutsch?- nationalen Vereines prangt,, mit wüsten Schimpferei-N auf' die Inden, ist ein Aergernis. Die Urania als wissenschaftliches Jnstiintsollte, dem Partelgetriebe entrückt, mit Wahlpoli'ik nichts zu tun Haben.. Mrzzi Laag,'.'7« 'Bmtzg«>!ske iN^LMir-'.awtieren-'.''ZHr^. Anfrage:- „Welche Leserin ist in der Läge^,.'«einen toorndlhßwen. »Ldilchen Geselligkeitsverein bekanntPrgeben? v. / ÄÄsWklA-ÄützMZW, niännisch staatlicher Yerträueässteiluiig tätig mit -solider,-köinpletter Wohnungseinrichtung, und Änsstallung, einen Lebensgefährten, bis 50 Jahr« alt, Witwer odeF geschiedener Mann nicht ausgeschlossen* da selbst geschieden. —; Geil. Anträge unter »Wirtschaftlich un<k tüchtig« an'die Administration dieses Blattes. ft&mlpm 8*fe WtmW6ttm« mmat: Dr. G. BÄS - DE vvs L Beck k mp m**f m