Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 9 (28.2.1919)
- Date
- 1919-02-28
- Page
- Seite 123 (sequence 11)
- Language
- German
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fc, 9 Dr. Bloch's WoKenschrift Seit1? 139 Frau $eimeitc Ma h Werbringt die Zustimmung dB Jüdischen Frauenbundes. Prediger Dr. Lehmann Len Anschluß derToynbee-Halle. Nach diesen. Erklärungen .schreitet die Versammlung zur Wahl d.es Kuratoriums, baß aus 24 Mitgliedern' der angeschlossenen Verbände, zwei'Wgeordneten 'der Mitgliederversammlung und zwei Delegierten des Dozentenkol.egiums^ besteht. Hierauf erfolgt die Wahl des g e fchä fts f ühr enden Ausschusses, der sich ans sieben Mitgliedern des Kuratoriums zusaMmeusetzt. Mn Vorsitzenden stellt die jüdische Gemende zu Berlip in Herrn Rabbiner Dir. Bergmann, den stellv er tretenden Vorsitzenden der Nationaljüdische Killchrausschüß in Professor Dr.Keinrich Loew e. Dem Kuratorium gehören ferner an: Geyermrac Prof. Doktor B l u m e n 1 h al, Dr. E liasb e r g, Direktor Dekor ^'ut t -m a nn, Dr. Strauß und David olpe. In /den w!isssenschaftlichen Beirat werden die Herren Dir. Gotthold Wehl, Dr. S. Bernfel d und d'ie Rabbiner Dir. Baeck nnd .Dr. H'ochseld . Nach kurzer Aussprache wird beschlossen. Mit den Vorlesungen baldmöglichst, jedenfalls Wer noch im Laufe des Monats Februar) zu beginnen. Ein Dank des Vorsitzenden, der in einer Bitte um eins fleißige Mitarbeit ausllingt, beschließt den Abend. E. M. Tier jüdische StudentMag in Wien. Sonntag vormittags fand im Großen Konzerthaussaal die feierliche Eröffnungssitzung des vom jüdischen ' Hoch schularrsschüß veranstalieten Studententages statt. Dev große Saat., tvar Merfüllt. Ungefähr 2000 StudententmhMnan der Tagung, teil; der Verband umu Mt?W^MdWWe "Migrationen." ' // - Unt hakb 10 Uhr vormittägD eröffnete der Vorsitzende des Hochschulausschusses, Jakob Werner, ckit einer 'herzlichen. Begrüßungsansprache, in oer er Zweck'und Bedeutung, des Tages charakterisiert, die Sitzung. Er begrüßt insbesondere dir erschienenen Professoren, die Herren Rektor der Exportakademie, Hofrat Professor Sch mid,'Prof. .Dr, Jak. E r d h e itn!,; Prof. Tarissig, Doz. Geiger, Doz: Eisler,' Prof. Neümann, Dozent Dr. Blau: ferner Herrn Wgeordneten Ing. Robert StrickLr, Herrn' 'Gemeinderat Schwarz- Hitler, weiters die Vertreter des Zion. 'Landesko'mitees,- des Jüdischen Nationalrates für Deutschösterreich' und - für.Ostgalizien, den Vertretern der Kültus- 'gemeinde Dr. Spitzer, ferner Herrn Eidinger. Hierauf ergreift das Wort Oberrabbiner Doktor C/hajes.. . Er Zeichnet Als wichtigste Aufgabe der jüdischen Studenten eine Versenkung in die geistigen 'Grüttdlagen. des Judentums, besonders in die BMl. Der, Redner schildert das innige Verhältnis, das zwischen dem jüdischen Volk und diesem Buch immer Äeft ..stand. Allerdings kann diese Vertrautheit nur erzielt 'werden, wenn man. die Bibel in der Sprache W jüdischen Volkes aufnimMt, jede Uebersetzung schafft eine papierene Wand. Dr. CHajes fordert -die Studenten auf, dieses wichtigste Gut des ^Wischen Volkes zur Grundlage ihres geistigen Lebens zu nehmen. Hierauf begrüßen den Studententag Herr Bato Namens der. Zionistischen Partei, Dr?. Karl' P o l l ak, namens "des .Jüdischen Nationalrätes 'für Deutschösterretch,. Herr Wechsler in Vertretung des durch Unwohlsein verhinderten Herrn Adolf Stand namens des Jüdischen Nationalrates für Dstgalizien, Ginzberg Mr das Kartell jüdischer Verbindungen. in Deutschland. . / Als Generalreferent spricht über die Aufgaben der jen Studenten Herr Dir. Hugo B orgmann Der Referent geht twvon^ «ins, daß in den letzten Jahren der jüdischen Entwicklung. sich eine Umwälzung vollzogen, hat, weil ein. rMschnationakrs Bürgertum entstanden ist, welches die Aufgaben^ bk früher notwendigerweise die Studentenschaft ans sich nehmen mußte, übernommen hat." Dadurch wird.die Studentenschaft für ihr eigentliches Arbeitsgebiet Herr Bis jetzt war es den. Studenten nicht möglich/ das» selbst zu verwirklichen,, was auf ihrem Programm stand: jüdisch zu werden. Redner skizziert dann die Wichten desjMschen Studenten, dessen Arbeit das Volk wieder kulturschöpferisch machen muß. In der gegenwärtige» Zeit gibt es noch besondere Ausgaben; vökkerbMdeW zu wirken, -einen neuen Nationalismus an Stelle des in Europa bekannten Chauvinismus zu setzen. Mir müssen uns auch dafür einsetzen, daß das zionistische Ideal auf den Grundlagen der sozialen GerechtigLit verwirklicht wird. ' Montag früh wurde die Diskussion Wer uatrynake Aufgaben des jüdischen Studenten eröffnet. M sprachen dir Delegierten der einzelnen Gruppen, die ihr gramnr kürz begründen. Unter anderem ÄMmen zu Mort die Vertreter der Kulturvereine,' der jiddischistischen Vereine, der Poale-Zion, der soziMstWen MuWrtem der Verbindungen,'der akademischen Vereine, der Turn- und Sportvereine, der Fachvereine, Die Diskussion geftaltete sich stellenweise recht heftig.. Während der Rede eines Dclegierten kam es zu lebhaften LärmiiMen die den Gang der Verhandlungen erhMich störten. - Nachmittag folgten die Spczialreserate. Doktor Emil Stein sprach Wer die Aufgaben des Studenten M Palästina, .Dozent Dr. Tovezyner ub^r die turellen Aufgaben, Dr. Welt sch Mer die Stelßmg zur Politik. Die Referate wurden heute fortgesetzt? Dienstag vormittags fand der MisW Studententag im Konzerchaus seinen Abschluß AM erster' Bichcher sprach Herr Dr. So k a l Wer politische Aufgaben ) der jüdrscheli Studenten, sodann ergriff, lebhaft atklaytiert, M'geordneter Ing. Stricker das Wort, der derk Stn» dententag begrüßte unid als wichtigste Aufgabe desMnM' nationalen Studenten die Erlernung der LHraiWn Sprache bezeichnete. Die Debatte wurde daraus fvMgesetzt; es sprachen noch Dr. W elt sch und Huch» Bergmanir. Als nächster Punkt der Tagesordnung folgte jbaß Referat der Frau Dr. O r n st e in Wer die WDD Studentin, ferner das Referat Ing. Buchbinder, -Wr akademische Aufgaben und schließlich wurden die orgaMM torischen Angelegenheiten der Verbandsgründurrg erliLW. Bei den Wahlen in den neuen Hochschulausschuß wurden folgende Herren gewählt: Lilienfeld, DriM Bondy, Rot stein, SLeinick, Glich Vogeh Strieir, Dr. Hammer und Frau Dr. Ornstein. Die Obmänner der acht Fakultätssektronen haben Virilstimmen. - .! Ein Bericht nebst steNoch-aphischem Protokoll wird in einigen Tagen vorliegen. . ' . - ' - MiftUf! ' Groß und fremd ist die Mot unserer Kkasfe der breiten jMschen Deffentlichkeit. Zu Hunderten laufen jMfche Heimkehrer hunar^k und obdachlos bei eisiger Winterkälte durch, die Straßen: Ist die Erwerbsmöglichkeit durch die wirtschaftlich-. Depression ohnehin schon eine eingeengte, so fchwindtt sie für diese. jüdischen AnaestMen, denn sie bilden d:d überwiegende Masse der .stellenlosen Juden Ast gäWrch. ' Staat, Land und Stadt sind judenrein' oder arbeiten daran, es zu werden)'--'Idasl arische Unternehmertum jWi» keine''-Juden' an und diesenk traurigen Beispiek rolgM auch diele? nur zu viele jMsche Geschäftslerrlr.