Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 9 (28.2.1919)
- Date
- 1919-02-28
- Page
- Seite 122 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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■ EM» -158 Dr. Waches WoÄttffchM d haben Liefe Krage rückhaltslos bejaht. ’^n bewegen Zeiten Hat Israel rntmjer wieder in der Thora und im MischenSchrifttum Kraft And Mfe gesucht; auch, heute soll Ln bewegter Zeit eine geistige WiehergÄürt des deutschen Judentums vorberÄtet werden. Es wird 'ein Wrenzeichen der deutschen Judenheit se/n und bleiben, daß-sie in der Zeit der größten materiellen Not' ihre geWge Erneuerung vorbereitet hat. / Ausbau^ und Organisation der Hochschule behandelte "Dr. Lesgynsky. Der Verein für Mische Geschichte und Literatur, der Verband der Syrra- Wgengemeinden in Groß-Berlin und der Kulturausschuß der Zionisten Haben sich zur Errichtung einer Mischen Volkshochschule vereinigt, um in gemeinsamer Arbeit emo neutrale Plattform für den Ausbau und die Förderung der jüdischen Wissenschaft zu schaffen. DaD Statut der -neuen Gründung gipfelt in der Forderung, daß die Anstalt eine Stätte voraussetzungsloser.freier Wissenschaff werden soll, wo jeder lehren und lernen darf, was er will. Mle Organisationen sollen zur Mitarbeit herangezvgen werden. Ein besonderer Tank -des vorbereitenden Ausschusses gebührt Herrn Benas Levy, der sich hingebungsvoll an den Arbeiten beteiligte, sowie den Herren Justizrat Magnus und Pros. Dr. Loewe. Der Ausschuß erwartet, daß/der neuen Hochschule aus allen Kreisen des. Judentums Hörer zuströnW werden. . .Dr. -EliasLeig. erläutert die Organisation deILehrLietriebes.- Das Studienjahr soll in Tri-' mester emgeteilt werdm, von denen das erste die Zeit dis Mm Pessachfeste, das zweite bis zuM Juni, DaA dritte, bis zum Dezeniber dauern wird. Der Lehrplan soll frei beweglich sein,' und Rücksicht darauf nehmen, daß die Höhrer nur einen Teil ihrer Zeit widmen können.! Tie Freiheit soll jedoch, keinesfalls zur Systemlosigkeit werhen; auf einen geregten Studiengang soll der größte ^werden. \ Für die Horlesungeft..Hshsn nn Mr, ZWhrmffrgen. je MerlZtünden - &tir MerfüMng/ Wr alle Mssensgebiete-sind Dozenten vorhanden.' Der Lehrplan M das erste Trimester weist folgende Vorlesungen afffr Dir. Bleichrod-e: Mischnch j^ktüre;/ Dir. LoewMthal: Ausgewählte Dichtungen von JehudaHalevir Dr. Wars.ch auer:Einleitung in die Bibel; Dr. Bejrnfield: Geschichte der neuhebräischen Literatur; Dr. Bergmann: Judentum und Griechentum; Dr. T y k o .c i nski: Jüdische Geschichte des Mittelaltersin Deuffchlaud und^FrankreiA; Dokwr Kelterynann: Gischrchte der /jüdischen MÄigions- Philosophie; Seminarlehrer Lipschitz:. Der ChafsidD- «ms; Dr. Baeck: Judentum und Christentum; Doktor Wilhelm Lewy: Das' jüdische Religionstzefftz; Pro- Mar Dir/ L o ew e: Mgemeine jüdische ' Volkskunde; Dr. Hi.rschf.eld: Trennung von Staat und Kirche: Dr. Eoh n - W si e n e r: Jüdische .Künstler des nmnzehnten Jcchrhündebts '..iuök, der'.,Gegenwart (mit Lichtbildern): Tr. Strauß: Der - Zionismus; David T r i e t sch: Pa- Mstina^ Direttar Dr. Guttmann: Der religiöse Gehmt der BiM; Dir/iL. A. Rosenthal: Der Talmud.; Frau Wronsky: Die Aufgaben^ der Mischen Wohlfährtspffege. — Die Vorlesungen sotten am 15. Februar beginnen. " / 5 Herr David W alp e trägt den H au sh a l tsp ( a n vor. Für eine gvoMugige Propaganda sind in den ersten Etat Z000 Mark eingesetzt worden. 'An alle Mitgliedes der Berlrrwr Jüdischen Gemeinde sollen Aufrufe versaM werd^; .Mshänge in den Berliner Synagogen und änderen-offfntlichen Gebäuden der ReichshauptstM sowie eine wrrkungsvMe Makatreklame 'an 'ben Litfaßsäulen . Ullen. die Freie jüdische. Volkshochschule hekanntmachtzn.. Wr Dozenienhouorare' find 15.200 Mark vorgesehen; Mrßer.einem Vo.rlesungshonorar von 20 MaÄ für jede Munde exMten Äe Dozenten die Hälfte der HörgebMren. -Ms - Mreäurmkostchr und AeiM Ausgaben errtfallen &5GQ Mark. - Die -Gesamtausgaben belaufen sich aus 29.7M Mark, deren Msbringung der gefchäftsführcnde. Ausschuß für gesichert hält. Bon einer Anzahl^ von Körperschaften liegen bereits Zusagen m einer Gesamt- Höhe von 6500 Mark'vor. Andere, unter ihnen der Vorstand 'der Jüdischen Gemeinde zu. Bersin, haben die Höhe ihres .Beitrages noch/nicht festgesetzt. Der 9lusschuß ist der Auffassung, daß die Mittel für diese wichtigste Kulturarbeit der Berliner Judenheit reichlich fließen werden.. - (- Den einleitenden Berichten folgt die % ü s s p r ä ch e, die Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Geiger eröffnet. Der Redner bezweifelt. . die Möglichkeit, am 15. Februar mit deM Lehrbetrieb zu. beginnen, da bis heute weder Programm noch Ausrufe gedruckt sind und eine ungenügende Vorbereitung den Erfolg gefährden könnte. Er empfiehlt deshalb) Mit den -Vorlesungen erst im Oktober d. I. zu beginnen und'dann nach Klärung der. politischen Lage mit größter Energie/ Kr arbeiten/ Auch gegen den Borlesungsplan macht-Meheinckät Doktor Geiger Bedenken geltend. Er rügt, daß zum -Beispiel nur eine Vorlesung über den Zionismus ängekündigt ist, während Vorträge Der MerWsmus und M Orthodoxie fehlen; eine Ungleichheit, welche gegen die Freiheit der Wissenschaft verstoße. Trotz seiner.Ausstellungen glaubt- Geheimrat Dir. G e i ger an die Notwendigkeit der Freien jüdischen Hochschule und an diL--fl Möglrchkeit ihrer Schaffung zu gegebener Zeit, (Es war seine letzte öffentliche Rede. Die Red.) Sanitätsrat Dr. Feilchenfeld (Vorstand der Jüdischen Gemeinde) kann sich mit der sofortigen Aufnahme des Lehrbetriebes nur einverstanden erklären, weml bereit» jetzt genügend -Hörer vorhanden sind, um das Vorlesungswesen im vollen Umfange aufzunehmen. Die Bevorzugung einer einzelnen Richtung im Lehrplan sei nicht erkenn.lich,.,.ha Mn.IoNsC^NMr/'..-SeitzeLeM., Vortrag über das jüdische Mttgionsgesetz' angEigt ist; auch ist es -unmöglich, in jedem Trimester alle Mbiete zu behandeln.^ Dr. Leszynffkh erklärt, daß bei der Aufstellung des Lehrplanes keinerlei Parteinahme für irgendeine politische oder religiöse Richtung im Judentum mit- 'öestimmend war. Auch der Zentrakverein deutscher Staatsbürger Mischen Glaubens wurde gebeten, se/ne Wünsche für den Vorlesungsplan bekanntzugeben, und har um Aufnahme einer Vorlesung -über die Trennung von Staat und Kirche ersucht. Die Parität ist'demnach vollkommen gewahrt. Wenn unverzüglich mit der Arbeit begonnen wird, so wird es an Hörern nicht fehlen. Nach einer Mitteilung des Vorsitzenden haben bisher folgende Organisationen ihre Mitacheit an der Freien Mischen Hochschule zugesagt: Jüdische Gemeinde zu Berlin, Verein W Mffche Geschichte uno Literatur, Ausschuß für Mische Kulturarbeit und der Verband der Synagogenvereine. Für den ' Zentralverein deutscher Staatsbürger jMschen Glaubens geben Prof. Dir. Blumen thal und Lehrer Borchardt'die Erklärung ab, daß der 'Zentralverein die neue Anstalt mit einenj!Jahresbeitrag von 2000 Mark unterstützen. will. Er ist jedoch bereit, diesen Betrag um 1000 Mark zu erhöhen, wenn ihm dafür ein weiterer Sitz im 'geschäftssührenden Zttrsschuß zu gestanden wird. Professor Dr. Kali scher, Bovsitzender des D e u t s ch - I s r a.e litischenGemein d e- Sundes erklärt, daß seine Organisation zu dieser Frage .noch nicht Stellung nehmen konnte, .er glaubt jedoch .ihren 'Anschluß in < Aussicht stellen zu können. Eine, ähnliche Erklärung gibt Rabbiner Dr. Blume nthal.für dewRaMnerver'band ab. Für den Rational- Mischen Kulturausschuß und das Kartell jüdischer Studenten erklärt Dr. K i r s chn r die Bereitwilligkeit M Mitarbeit; Lehrer Hirschfel'd betont bas lebhafte Interesse, das die Wissenschaftliche Bereinigung Mischer Lehrer und Lehrerinnen der Hochschule entgegenbrmgt;