Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 8 (21.2.1919)
- Date
- 1919-02-21
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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L~mfatnre*ii WMlll 130 Dr. WsUs Wochenschrift Nr. 8 genommen und. dem Kuratorium einstimmig das Msolutorium erteilt wurde. Bei dem Punkt 2 der Tagckordnung: „Aenderungj des Regulativst, begründete kais. Rat Dr. Krüger unter allgemeiner Zustimmung der Versammlung die vor? geschlagene Aenderung des Mrmens der Zentralste für das MischeErmenwesen in „Zentralstelle.für Mische so- Ueber die weiteren Aenderungen des 'Regulativs, welche die Bestimmungen Mer das Kuratorium betreffen und der D«legiertenversamM!lung durch Wahl von 16 Kuratoren (bisher acht) einen größeren Einfluß auf die Zusammensetzung des Kuratoriums' einräumen, referierte Dr. Rudolf Schorstitzin. Nach kurzer Debatte, an welcher sich Frau Regine Kopstein, Vizepräsidentin Frau Regine Ullmann, Herr Arnold iLgmberger, Herr Ernst SiMon und der Vorsitzende, Hofrat Dr. Rappap o r t beteiligen, wuchen die vvrgefchlagenen Aenderungen im Sinne hex AusWrungerr der Leiden Referenten von der Delegierten?. Versammlung angeiwmM>en. Ucker. .Antrag des Herrn Josef Kohn wurden in das'Kuratorium gewählt: Anton Beck, Lea Bondi, Professor Dr. Ludwig Braun, Karl Freund, Ignaz G{Ü ck,- . Sophie Grün selb, Leopold H e rz, Sidonie Kahn, Regine Kopstein, kais. Rat Dr. S. Krüger, 'Professor Dr. Wilhelm Roth, -Ernst SiMpn, Regine Ullmann, 'Isidor Wachtel, Emilie Wes ß und Julie Zeruer. - Nach .Erschöpfung der. Tagckordnung! schloß, der Vorsitzende unter Ausdruck des Dankes an die Erschienenen die DelegiertenversamMlung. ~ Im Anschlüsse an die Delegiertenversammlung fand die Konstituierung des Kuratoriums, statt, bei welchier Zum Mästdenten Herr Isidor Wachteh Zu Vizepräsidenten Frau Regine Ullmann und Herr kais. Rat Dr. Kr-üger, zum Schriftführer Herr Dr. Rudolf Schur stein und zum Kassaverwalter Herr Leopold Herz -gewühlt wuri^n. Dem Kuratorium gehörär weites Noch an die Delegierten der Kultusgememde Eduard' 'Schwarz Ernst Hirsch, und Dr. Jakob Engel, her Dielegierte der Armenanstalt Hofrat Doktor B. Ra Pf) «Port, der Delegierte der Chewra-Kadischa Herr LeopM Otto, der Delegierte der Baronin Hirsch- Kaiser Jubiläums-iWohltätigkeitsstiftung Prof. Doktor LeopoR» König stein und die kooptierten Kuratoren Dr. Rudolf Schorstein und Felix Lederer. An MW,e Eltem und Vormünder! Bereits vor dem Weltkriege hat sich der jüdische Handwerkerverein jüt Mähr.-Ostrau und Umgebung Zur Aufgabe gestellt, sein Interesse auch der Lehrlingssache zuzuwenden. Wir gingen dabei hauptsächlich'von dem idealen Bestreben aus, den Vorwurf, als sei der 'Jude jedem manuellen Gewerbe abhold und lediglich zum Handel, bezw. zu den sogenannten freien Berufen befähigt, nach Möglichkeit zu entkräften. Die neuen Verhältnisse haben jedoch unserem Bestreben eine starkpraktische Richtung verliehen. Jedem Urteilsfähigen dürfte es klar geworden sein, daß schon die nächste Zukunft für--festen Erwerbsstand unter den Juden einen so relativ günstigen Boden zu bieten imstande sein wird, wie eben das Handwerk. Die mit soviel Emphase allenthalben betonte und aktuell gewordene Nationalitätenfrage hat nicht bloß Greifen zwischen den Nationalstaaten geschaffen, sie chat auch innerhalb der Landesgrenzen markante Linien gegenüber den Minderheiten gesogen. Die Juden, welche nicht nach .Palästina oder. sonst wohin auswandern, werden mchr beim je einen' haben. Verhältnismäßig anr günstigsten wird es noch dem jüdischen Handwerker ergehen, dessen Arbeit und Produktion, sofern er sein Fach tadellos ausübt, nicht wird umgangen werden können. So ist denn unser ideales Interesse »durch die ZeitverhAtnisse zu einer hervorragenden jüdischen Pflicht erwachsen. Wirjüdischen Meister erheben daher unsere Stimme, getreu der attjüdischen Devise: „Israel arewim zeh ba zeh" — und rufen Euch,- Ihr. jüdischen Eltern und Vormünder, zu: „Laßt Eure jungen Söhne und Schützlinge, sobald sie Lust dazu haben und' über einen gewissen Jntelligenzgrad verfügen, ein Handwerk lernen!" Der goldene , Boden des Handwerkes hat sich gerade in den.kritischesten Tagen bewährt. Ueberdies ist der Handwerker nicht vom der Scholle abhängig. Sein Beruf gestattet ihm weitestgehende Freizügigkeit; er kann, sich überall niederlassen und wird überall seinen reichlichen Unterhalt finden, was bei den meisten anderen Berufen nicht der Fall ist! Der Handwerker ist zu Ehren gekommen und wird seinen Ehrenstand künftig auch behaupten! Darum sollen sich auch wohlhabende Familien' nicht scheuen, das Kind dem ^Handwerke zuzuführen. Der Juden ererbter .Bildungsdrang.hat sie vorwiegend gelehrte Berufe ergreifen lassen. Darum ist schon vor Ausbruch des Krieges und zum Erschrecken gar während der gegenwärtigen Staatenumwätzung bei den Juden ein Bildungsproletariat in die Erscheinung \g& treten, wie es nicht schlimmer, nicht kläglicher gedacht werden kann. Dieser Jammer, gebildete junge Männer, die vermöge ihrer Studien begründete Hoffnungen auf Glück und Erfolg hegten, plötzlich darben pnd her Verzweiflung ausgeliefert zu.sehen,' greift ans Herz. Wieviele der Intelligenten werden gezwungen fein, sichern vorgeschrittenem Alter' nach' 'MM^ neWwWMfe'-ultzzuschauen! Es! fällt leider schwer, ihnen zu raten, noch schwerer, zu helfen. Wieviele junge Männer, deren Studium ihren Eltern große Kosten auferlegte, fallen jetzt ihren Eltern zur Last und sind deÄ Lebens überdrüssig! Dürfen wir dülden, daß die Kinder ein gleiches Schicksal erleben? Nein, Ne jüdische Jugend soll sich im Handwerk ertüchtigen, dann wird sie vor solchem 'Lose bewährt bleiben. . Der gefertigte Vorstand ist bereit, alle an ihn ergehenden Anfragen zu beantworten, sowie mit .Rat und Tat Pen sich meldenden Lehrlingen hinsichtlich der Fachwahl, des »Lehrmeisters, und der Unterkunft beizustehen. Unsere Stadt als Emporium der Werkstätten aller Art kann ständig eine stattliche Anzahl von Lehrlingen verwenden und hier ist auch der Matz für gründlichste Ausbildung. Der Vorstand des jüdischen H and werk er verein es in Mähr.-Ostrau, Schloß gaffe £3. iv,lr; - wCiyCU lllUljl i/sTIUl ,Jv T* schweren Kampf um ihre materielle EMenz zu kämpfenMtwnakmt: IüdlfchnäLioüales Tagblatt in polnischer Sprächsv in Lemberg. Seit Anfang Januar 1919 erscheint in Lemberg ein jüdischnationales Tagblatt in polnischer Sprache, unter dem Namen „Chwila" unter der Redaktion des Dr. Zipp er, Dr. Schreiber und Dr. Rosmarin. «äESSfe. __ - ’TT' Vom BichMUcher Mtisnaftat. Der Jüdische Nationalrat für die Bukowina überreichte dem Regierungspräsidenten Dr. Flendor eine Denkschrift über seine Forderungen hinsichtlich des^MitielschülWeseW. Unter anderem verlangt dek Jüdische Na-