Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 8 (21.2.1919)
- Date
- 1919-02-21
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr s Dir. ME-MtchmWrift S-ttm mit der jüdischrrationalen Partei, für dessen Zustandekommen, er sich besonders einzusetzen verspricht. - Herr Kultusi'vorsta nd Sam. SLeiner ivill die Interessen der Tempelvereine stets währen und dankt für die ihn ehrenden Beglückwünschungen anläßlich seines Jubiläums. — Der r k a A, R >a t Dir et to r Dr. S. Kr e nverger als Obmann der Vereinigung der Wiener Tempelvererne berichtet Mer die bisherige Arbeit der Organisation, findet durch sie die Stellung der Tempel- Vereine der Kultusgemeinde gegenüber gehoben und versprichtvermittelnde Tätigkeit bei Schlichtung differierender Ansichten der konservativen und jüdischnationalen Partei, in. Fragen der neuen Wahlordnung. Herr Rabbiner Prof. H. Reich spricht für Einigkeit der sich bekämpfenden Ansichten. Herr Vorsteher I. Glück (9. Bezirk) bedauert den herrschenden Streit'der beiden.Parteien, wirft dev nationalen Partei ihr geringes Interesse an religiösen Fragen, sogargÄegentlich von ihr selbst inaugurierten Veranstaltungen vor und mahnt zur Einigkeit. Die Worte dds nächsten Redners, Hess Hevm Strauß, der namens der füdischnationalen Partei spricht, wecken Wrmischen Widerspruch. Er kehrt sich namentlich gegen die Ausfichrungen des Kultusvorständes Dr. jEnge.k. Hatte sich dieser die Unterstiitzung der/Tempelvereine für die'Partei erbeten, welche innerhalb der Kultusstube Politik vermieden wissen will, so wendet sich Reimer in heftiger Weise dagegen und betont weiters, daß der nationalen Partei auch im Vorstände des Vereines eine Vertretung Leb ühre. Herr Dr. .Sprecher, gleichfalls von der iMifchnatimalen Partei, betont, daß die bloße Hervorhebung des konfessionellen Momentes ein klares Bekenntnis zur jMMen Nation stichtÄerflüssigmachen.dürfe. . ' / . Nach, dem .Berichte der Revisoren Herren Emanuel Pollak<und Max Spitz er wird dem Vorstände das Ahsolutorinm erteilt. - Herr Dr. Reiniger stellt den Antrag auf Vereinigung des konservativen Vereines Machsike Thora mit. unserem Vereine/ Die Vsrsamnrlnng beschließt, di« Entscheidung. dem Vorstände zu überlassen. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung — Wahlen in den Vorstand — ergreift Herr Rudolf Krauß das Wort und meldet seine Kandidatur am Seine Ausfühx ruttgen, in heuen er den Vorstand heftig angveist, begegnen starker Opposition. Nachdem in Würdigung des Wpells des Präsidenten,-Frieden in der Gemeinde zu wahren, alle Gegenkandidaten — Herr Krauß ausgenommen — ihre Kandidatur zurückgezogen hätten, wurde zur Wahl geschritten, die eine mit großer Majorität erfolgte Wiederwahl. der Herren Jg, Fis ch e r, Jakob Herlinger, Arnold'Selka, Dr. Bernhard Singer, Jg. Tau ssik und die Neuwahl der Herren Sam. St ein und Desider Wollner ergab. Bei der m der nächsten Vorstandssitzung erfolgten Konstituierung' wurden neuerlich die Herren Adolf H o ft a nn als Präsident, Jg. T an s Kt als Vizepräsi-< dent, Dr. Ernst Friedsung'als Schriftführer, Herr) Emil Wieseltieb aW Kassier und Herr Jakob Herlinger Äs Kontrollor bestimmt.! Dir- E. A.' Zentralstelle für jüdische soziale FürsorgL. _ Unter starker Beiteilsgung der angeschlossenen Institutionen und Einzelpersonen fand Montag, den 10. Februar d. I., 5 Uhr nachnrittags, im. großen Sitzungs^ saale der israelitischen Kultnsgemeinde, 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, die diesjährige ordentliche Delegiertenversanünluirg statt, von welcher mit' Rücksicht auf dev bedachend eHoeiterten -Wirkungskeis der ZentralWle die Umänderung des bisherigen Namens: Zentralstelle für das jüdische Armenwesen in „Zentralstelle für Jüdische soziale Fürsorge" beschlossen wurde. Der Vorsitzende, Hofrat D,r. B. Rap p.a PF r t, eröffnet« die Delegiertenversammlung mit Begrüßung de)r erschienenen Mitglieder und Gäste und widmete hierauf dem seit 'der letzten Delegiertenversammlung Heimgegangenen Präsidenten, Herrn Heinrich Men dl. einen tiesempfundenerr Nachruf. Weiters gedachte er der verstorbenen Kurawren näd Mitglieder Sophie Deutsch Moritz BreiLner, Wilhelm Anninger, Bernhard Bachrach, Ignaz Bley er, Soma Biringer von Tara n y, Viktor von Eisen st ä d L e r, Jacques Feitler, Philipp Kohn, Siegmund Sj eben sch ein, Karl Wald mann und Max Zirner. Die Trauerkundgebung wurde 'von ber Versammlung stehend angehört und dem Protokoll einverleibt. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Delegiertenversammlung erstattete Sekretär Dr. Löwy den Bericht des Kuratoriums, der nach eingehender Schilderung der Tätigkeit der Bureaus, der Leistungen des Kinderbekkeidungs- und Kurverbandes, sowie der Teilnahme der Zentralstelle an verschiedenen Kriegsaktionen zu folgendem Schlüsse gelangt: „Die reichen Erfahrungen, die wir während des Krieges gesammelt und der tiefe Einblick, den wir titbte große SumMe von Not und Elend gewonnen haben, hat in uns die Ueberzeugung vefestigt, daß es nunmehr des engsten Zusammenschlusses aller Kräfte bedürfen wird, um die tiefen Wunden, die der Krieg und noch Mehr der ungückliche Abschluß desselben geschlagen hat, wieder zu heilen. Von dieser Wrivägung igeleitet, hat das Kuratorium vor wenigen Wochen aus seiner Mitte ein Arüeitskomitee gebildetdas nach eingehenden Beratungen dem Kuratorium Mn umfassendes Arbeitsprogramm vorgelegt hat. Den Anforderungen der.Gegenwart entsprechend und in ^Berücksichtigung des Umstandes, daß die Aufgaben der Zentralstelle bereits weit Wer das Gebiet des engeren A-rmenwesens hinausgewachsen sind, wurde die Umänderung des Namens der „Zentralstelle für das jüdische Armenwesen" in „Zentrahstelle für jüdische soziale Fürsorge", beantragt. Weiters proponierte das Arbeitskomitee die Organisation eines Verba n des für Mhrsch« Ingen dsür sorg e/.ernes' V e r b a n d e s f ü r Alters fürs o x g e, die Ausgestaltung des Kur Verbandes, die Organisation eines Verbandes israelitischer Volksküchen und Speiseanstälten und eines VerbandeKlznr Forderung des Gewerbes unter den Juden. Der Verband für Jugendfürsorge ist bereits in Gründung begriffen und die in den letzten Tagen gepflogenen Beratungen berechtigen zu der Hoffnung, daß derselbe baldigst seine Tätigkeit aufnehmen wird. Ebenso ist der Zusammenschluß der auf Allersfürsorge bedachten Vereine im Verbände „Weibliche Fürsorge" im Zuge und wir hoffen auf eine gemeinsame, ersprieUiche Wirksamkeit. Auch an die Bildung der anderen Verbände wird in allernächster Zeit geschritten werden. Eine große Summe von Arbeit und dringenden Aufgaben harrt unser und . wir. bitten Sie, uns bei Bewältigung derselben voll urchi ganz M unterstützen und der Zentralstelle die Möglich« keft zu bieten, daß sie in zielbewußter urchi energische^. Arbeitsleistung ihre Bestimmung erfüllen kann: den Interessen der ihr angeschlosfenen Institutionen und dem Wohle der Wohlfahrtspflege und sozialen Fürsorge zu dienen." Zum Berichte sprachen: Herr Josef Kohn, kais. Rat Dr. Krüger, Frau Sophie Grünfeld und.Herr Ignaz Glück, worauf der Tätigkeitsbericht und der demsMen augeschlossene finanzielle Bericht Mr Kenntnis