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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-02-21 · 8 (21.2.1919) · p. Seite 101

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
8 (21.2.1919)
Date
1919-02-21
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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Ri. Dr. Bkoch'S Wochenschrift Seite 117 Komarowka, urfo -Przegalmy, Nähe Biala> verübt. Die Juden und Jüdinnen wurden durch neun Tage täglich a u s g e p e tischt und mutzten außerdem für jeden Peitschenhieb zwei Rubel zahlen. In Przegalino erhielten die Juden am ersten Ta,ge Hund e r t 'S ch l ai g e, an den folgenden Tagen zehn Schläge, an den folgenden Tagen zehn Schläge. Vier Soldaten schlugen. Je einer satz cyif dem Kopf und den Füßen des Opfers. Nach jedem Schlag mutzten die Opfer „Danke, Euer Gnaden!" sagen. .Schließlich kauften sich , die Juden, nachdem'die Mädchen von den Soldaten vergewaltigt worden waren, mit 18.000 St. los. Sammlung Wilhelm Popper in Salzburg Israelitische Kultusgemeinde Brünn. . . K 2150— 560.— v Zusammen K. 38.650 — Bereits ausgewiesen „ 054.043.66 Summe K. 992.693.06 Weitere Beiträge werden vom Bureau der Jsr. Allianz, II., Untere Donaustraße 33, Postsparkassenkonto Nr. 8152, sowie durch Einzahlung auf Konto der Jsr. Allianz bei der Credit-Anstalt, Wiener Bankverein, Anglo-Österreichische Bank, Zivnostenska banka in Prag dankend in Empfang genommen. Die sozialistis che K o mm'issi on in B ern hat folgende Tagesordnung, betreffend die Pogrome in Polen, angenommen: „Die Konferenz protestiert energisch gegen die Pogryme, die in letzter Zeit in Polen, Galizjsen, in der Ukraine, in Rumänien und tzi anderen Ländern stattfaniden, und lenkt die Aufmerksamkeit «der sozialistischen Parteien aller Länder auf die Notwendigkeit, als eine ihrer Hauptaufgaben dieStärkung derPropaganda gegen den Antisemitismus und gegen die daraus entstehenden Gewalttätigkeiten zu betrachten." Ueber vre gäsizischm Juden. . ’ Wer wagt es zu sagen, daß Judenhände Arbeit fliehen? Sie haben zweifellos die seltsamsten Anlagen zum Handel und verstehen ihn wie die Christen das' Evangelium. Aber man findet in den Dörfern von Galizien jüdische Handwerker aller Professionen, weit von Lembergwidmet.''sich. eine Kolonie jüdischer Karotten ausschließlich dem Ackerbau. Durch ein sonderbares Verhängnis mutz diese'energische Rasse, über den ganzen Erdball zerstreut, stets bekämpft und doch unbesiegbar, in der christlichen Welt die beiden Gegensätze des Schicksals darstellen: das schrecklichste Elend und die rücksichtsloseste Goldmacht. Die Söhne Christi, die es selbst nicht verschmähen, zu gewissen Zeiten ihre Taschen mit Gold zu füllen, verurteilen hie Geldinstitute Israels', deren Beispiel sie jedoch nachzuahmen sich bemühen. Wer wird für die Unglücklichen, diegegen das harte Gesetz des Lebens und gegen den nicht minder harten Druck der unversöhnlichen Oligarchien ankämpfen, ein mitleidiges Wort einlegen? Wann wird man endlich in den Opfern des Schicksals und der Menschen, ohne Unterschied der Rasse oder der Geschichte, nichts anderes sehen wollen, als das Unglück, dem man helfen soll? George Clemenceau, ' in seinem Buche: „Au pied du Sinai“. Hilfsaktion für die Opfer der Pogrome in Galizien. Bei der Jsr. Allianz zu Wien sind folgende Spenden eingegangen: X. Liste (bis 17. Februar 1919). Sammlung d. „NeuenFreien Presse" (K. 14.660 — und K. 340.-) . . . . ..... . . K. 15.000.— Sammlung des Komitees zur Unterstützung der Pogromopfer in Prag (I. Rate) . . . . . „ 10.000.— Sammlung der Israel. Kultusgemeinde Friedek- Mistek (I. Rate).. 3.600 — Sammlung des Vereines „AdaS Jisroel" und Chaim", Wien . . ..... . -9 3.000.— Filiale der Israel. Allianz in Krakau (aus einer - Sammlung); » 2.400.— I. Adler, FranzenSbad . . . . . ... . „ 2.000.— Ikrorrespondenzen. Der „Abfall". Von Dr. I. Schwarzmann-. Uneinigkeit gehört zu den fluchwürdigen Traditionen des Judentums,- datz es ihr noch nicht völlig zum! Opfer geworden'ist, mag dem einen als Zeichen der Fürsorge Gottes für seine Ausermählten, dem andern als Beweis der Lebenskraft eines Volkes gelten, das seine Mission noch nicht erfüllt hat. - Wer es heute mit ansieht, wie Angehörige einer Gemeinschaft, die überall von Feinden umgeben ist, wegen oft lächerlich geringer Unterschiede in ihren Anschauungen einander aufs heftigste bekämpfen, kann indes nicht einmal Trost in der Tatsache finden, datz jede der zahllosen Parteien, die da entstanden sind, es mit dem Judentum ehrlich meint urrd> bei ihren Bestrebungen von aufrichtiger Besorgnis für'seine Zukunft erfüllt ist ,- denn wer darauf hinweist, mutz daran erinnert werden, datz sich die Dinge seit den Tagen des Josefus, da Inden in größter Fehde untereinander dem stärksten Kriegsvolk der Erde Jahre hindurch-bewaffneten Widerstand leisten konnten, denn doch in einer Hinsicht bedeutend verändert haben. Wir Haben heute — und ich spreche hier insbesondere von den Erscheinungen in d'ep Wiener Gemeinde — eine sehr bedeutende Zahl? von Glaubens- oder Volksgenossen, denen ihr Judentum überhaupt nichts gilt, die selbst ungeachtet ihrer Abstammung von gut jüdischen Eltern oder ungeachtet religiöser Erziehung ihr Judentum in jeder Weise verleugnen und Gegner aller Juden sind, die sich aus religiösem Empfinden, aus Gründen der Pietät oder der Anhänglichkeit an seine ethischen Grundsätze .vorbehaltlos zu ihm bekennen. . - In solchen Feinden sehe ich und sehen viele mit mir die größte Gefahr; sie zu bekämpfen, wäre die dringendste Aufgabe aller jener, die heute als religiöse, orthodoxe, nationale, zionistische, assimilatorische oder sozialistische Juden — immer aber als aufrechte Inden — ' einander befehden. Die.Verteidigung unserer Gemein-, schaft gegen die Tauf- oder Abfallsjuden, deren.Zahl sich in erschreckender Weise vermehrt, mutz das Werk aller sein, die nur in dem Juden — mag er gesellschaftlich noch so hoch stehen — ihren Gegner sehen» der durch den Abfall von unserer Gemeinschaft öffentlich dartut, daß er sittlich niedriger steht als der geringste ünter unseren Brüdern. Denn'sittlich verwoben mutz ein Mensch erscheinen, der «.eines Ordens, -eines Tttels, eines Amtes oder ähnlicher Vorteile wegen ein Pott verläßt, das in den Jahrtausenden feiner Geschichte ein Meer von Blut und Tränen durchwatet hat, sittlich tiefstehend mutz ein Mensch erscheinen, der in kühler Berechnung mit Grundsätzen bricht, die seinen Ettern und Ureltern den Jnhatt ihres Lebens gegeben und — leider in viel zu geringem Ausmaße — Leim Aufbau v’ ■? i* I

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