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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-02-21 · 8 (21.2.1919) · p. Seite 100

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
8 (21.2.1919)
Date
1919-02-21
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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gifte 116 Nr.-8 die Eewerbetreibenden und das ganze christllchsozmle KUngA auMhren. . Das soll einmal der Herr SchMpslug ebenfalls illustrieren und er wird nicht einen Bilderbogen malen, sondern hundert. Die Bevölkerung hat sich jedoch auch von dem gemeinsten Mrchwerkmicht Werlöhreln lassen und hat die Christlichsozialen gerichtet. her rumamschjqy -ZudM. ■ -Das Jüdische Pressbureau in Stockholm berichtet: Der Verband der rumänischen Juden veröffentlicht in der Butarester Messe ernen energischen Proteit gegen das soeben erWene sogenannte Emanztpationsdetret. Der Verband stellt m dieiem Protest.fest, dä.ss das neue Gäjetz, Welches den besonderen ^Zweck hat, aus der Friedens?- konferenz den Eindruck zu erwecken^ als fei hiermit die rumänische. Judenfmge.gelöst, in mancher Beziehung sogar eme Verschlechterung der ohnehin .rechtlosen Lage der Juden bedeute. Das neue Judendekret reiht sich würdig an das kürzlich angenommene Emänzipations-? gesetz Marghrlvmans an, welches sich in der Folge als eine Jllujion herausstellte. Das FremdendekreL verlang von den Juden, die um ihr Bürgerrecht, angehen, die fr Beibringung von allerlei Dokumenten über Geburt, Registrierung und Nichtzugehürigkeit. zu einem fremden Staat. So liefert es die rumänischen Juden völlig der Willkür der Behörden aus. Nur hie Erklärung aller rumänischen Juden als vollberechtigte.Stäatsbürger kannW die Juden befriedigen. . In ihrer Deklaration erklären die, rumänischen Juden, daß sie in ihren Forderungen, die sie dem Pa.rhament und dem König eingereicht haben, ..ausser , den bürgerlichen Rechten auch die r e li g iö s e und kulturel l e Autonomie sowohl Kr die rumänischen Juden, als auch .Kr die Juden in den Gebieten, die dem rumänischen. Stäateinverleibt" werden, verladen. tötet; verwundet wurden insgesamt 443 Juden, unter ihnen 71 Kinder. An Bargeld wurden geraubt 19,369.527 Kronen, an Effekten 6,109.270 Kronen, Möbel> Wäsche usw, im Werte von 15,146.632 Kronen, Wären Kr 40,700.153 Kronen. Ausserdem wurden 303.170 Kronen Bargeld und 229.410 Kronen an Effekten, ferner Möbel, Wäsche, Kleider, Waren und Werkzeuge sowie Häuser im ungefähren Gesamtwerte von 15 Millionen Kronen verbrannt. Inzwischen melden sich aber noch immer Leute,' deren Hab und Gut geraubt oder mutwillig vernichtet wurde. In 3620 Fällen sind 2815 Täter, die Raub oder Brandstiftung verübt haben, entdeckt worden; tö sind dies in 1916 Fällen Soldaten ohne Offiziere, in 494 Fällen Soldaten unter dem Kommando von Offizieren, in sechs Fällen Offiziere allein. In 98 Fällen sind Frauen, in 14 Fällen Rote Kreuz-Schwestern mitschuldig.- Unter den Zivilisten, die sich am Raub beteiligten, befinden sich fünf Studenten, 15 Gymnasialschüler und17 Eisenbahnbeamte. Namentlich bekannt sind 103 Mörder und Plünderer, und zwar >72 Militarperrten (18 Offiziere und 54 Soldaten) .und 31 Zivilisten. Unter den letzteren gibt es einen Doktor der Philosophie, zwei' Gymnasialprofessoren, einen Hochschulstudenten, eine Rote Kreuz-Schwester, drei Beamte und Zwei Damen ohne Beruf. ' Ein LebensmittMchiff für W Juden in Molen. . Das Jüdische.Pretzbureap in Stockholm berichtet: Der Dampfer „Westwaxd ho" ist am 26, Januax von Hoboken nach Europa abgegangen. Er trägt eine Ladung von Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken im Werte von zwei Millionen Dollar, die, gemeinsam vom Fonds Kr jüdische.Kriegsnotleidende und dem polnischen Nationalkomitee für die polnische Bevölkerung beschafft. wurden. Der Dampfer soll über Falmouth nach Danzig gehen. . _____ _ . ,; , Ungam M den Zionismus. , Budapest, 17. Februar. Die ungarische Volksregierung hat folgendes Dekret ast die ungarische Z io n i st e np a r t ei gerichtet: Die ungaxische Regierung steht der zionistischen Bewegung, die für die Juden ein nationales Heim in .Palästina errichten will, mit Sympathie gegenüber und findet den Wunsch berechtigt, dass die Mische Frage nach den Forderungen der G e rechtig keil und der Kultur gelöst werde. Die ungarische Volksregierung steht auf dem Standpunkte der Selbstbestimmung der Völker.Md will die ungarischen Juden, die in ungarischer Verwaltung leben, als Volksgenosse^ betrachten. Lemberger Pogromstatistik. Aus dem H aag wird berichtet: Der Berliner Korrespondent des „Algemeen Handelsblad", der eine Reise nach Polen und Galizien unternommen hat, gibt auf Grund eigener genauer Erhebungen eine Statistik des durch? den Pogrom in Lemberg angecichteten Schadens. Am 22. und 23. November wurden 73 Juden ge- Anqrhörte GrWl dich poljniMm LKionäre. Bern. Die „Times" veröffentlichen >einen Bericht des englischen Spezialkommissärs über die polnischen Pogrome- Danach begann die judenfeindliche Bewegung. in Galizien umulllelbar nach Äuflösung der österreichisch-ungarischen Monarchie. und' griff nach? Polen Über. Die in Krakau mit. Zustimmung des Liquidationskomitees gegründete Judenmiliz von j.000 Mann wurde - -vom rDegionskommandanten>>- Av-j a<4 entw a ff* net und aufgelöst. Nirgends wurde den Juden gestattet, sich zu bewaffnen oder in die allgemeine MW einzutreten. .; . Im November fanden u n gef ähr 110 Po g r o me statt, an denen sich die Legionäre entweder beteiligten oder denen sie zusahen. Nach dem Lemberger Pogrom waren die bedeutendsten die Pogrome in Przemysh Kielce, Brzesko. und Chrzanow. ' Der Pogrom, in Przemysl hegann am 11. November, unmittelbar nach der Einnahme durch die .Polen. Die Le?- gionäre beteiligten sich.an d en Plünderung e n un d M iss h an dl ung en. Oberst To k a r z e w s k i verlangte von den Juden ein Lösegeld po.n drei Millionen Kronen. - In K i e l.c e wurde der Pogrom vom.stellvertretenden Milizkommandanten organisiert, wob ei es vier Tote und 25 Verwundete gab. Auch in Brzesko gab es Verwundete und Tote sowie Brandstiftungen. In Chyrow wurden hundert jüdische Mädchen und Frauen bis zu einem Alter von 70 Jahren ihrer Schuhe.und Strümpfe beraubt und gezwungen,-barfutz mit den Soldaten abzuziehen. Während >des Marsches warf der Kommandant wiederholt Gewehre in den Fluss und liess sie von den Jüdinnen, die bis zum Halse in das eiskalte Wasser hineinwaten mussten, herausholen. In Rzeszow wurden alle Juden, die eine Reiseerla,ubnis erbäten, beraubt und ausgepeitscht. In. llstrozyski Dolne wurden die Juden von den Legionären gezwungen, 15.000 K. zu zahlen. , In Wisnicz wurden alle männlichen Juden, von 12 bis 72 Jahren <yif Befehl des Legionskommandanten öffentlich ausgepeitfcht. Im-polnisch?-litauischen Grenzört Lapy wurde unter dem Vorwand der Grenzkontrolle zur Verhaftung, Misshandlung und Beräübüng der Jstden geschritten. Besondere Brutalitäten wurden in

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