Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 7 (14.2.1919)
- Date
- 1919-02-14
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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IuMaumsp enstsnsfsnds von 160.000 Mark mutzte sein Posener Drittel sofort andas hiesige Personal tzur Ausschüttung bringen, da das Geld sonst in.die Hände der Polen gefallen wäre. Herr Petersdorff Zählt pi den ^angesehensten Mitgliedern der hiesigen Wischen Gemeinde. ' Ein Aufruf A« GAdchpest« Seestorger Wer LdMWdmsk. Die Not der schweren Zeit hat in unserem Lande das. Wunder vollbracht, daß aller Wettstreit und alle Gehässigkeiten, die sonst die verschiedenen Glaubensbekenntnisse voneinander getrennt hatten, geschwunden sind, und die 'Priester aller Kirchen und Rtten sich zu einer einheitlichrn Organisation, dem Landes-Seelsorgerver- Lande, Znsammengefchlosten haben, um mit vereinten Kräften die idealen Guter zu verteidigen, die allen 3l&fy gionen gemeinsam sind. ' Die erste Frucht dieses interkonfessionellen Zusammenschlusses ist der nachstehende^Aufruf, den der Landes-Seelsorgerverband an alle Bürger und Bürgerinnen des Landes erläßt: .^Schlachten, die das Dasein der Völker in seinen Grundlagen erschüttern, und Ereignisse, die in ihrem Gefolge aufträten, haben auch das sittliche Leben in unserem Daterlande zum Wanken gebracht. Die hohen Ideale der Seelen —. Gott, Nächstenliebe, Vaterland ~~ sind nachgerade zw inhaltsleeren Begriffen für die Kleinmütigen geworden. Statt des heitzersehnten Friedens wollen Zwiettacht Gehässigkeit, die Verachtung weltlicher und moralischer Gesetze die Herrschaft über die Seelen .gewinnen. Ungeheure Wunden, die mit Verblutung drohen, zerreißen die Nation. Diese Wunden harren des Arztes. -r- Der Landes-Seelsorgerverband hat sich aus den Priestern der verschiedenen Religionen zum Zwecke der Pflege der heiligsten Ideale der Menschheit, der friedfertigen Nächstenliebe und der guten Ordnung, der Pflege einer edleren, sittlichen Lebensauffassung gebildet. Je kritischer sich die Lage unserer ganzen Gesellschaft gestaltet. desto mehr ist der Landes-Seelsorgerverband von der Notwendigkeit durchdrungen, die der Wohlfahrt der Menschheit und des Vaterlandes förderlichen, heiligen Ideen ohne Rücksicht auf Rasse, Religion und Nationalität zu verkünden und für sie zu.wirken an der Schwelle einer neuen Epoche unseres öffentlichen Lebens, in deren demokratischen' und sozialen Bestrebungen er die Offenbarung des Grundgesetzes aller Religion, der Gerechtigkeit und -der Liebe, begrüßt. . - In dem Bewußtfein, daß religiöse Gehässigkeit nicht die Frucht des wirklichen Glaubens, vielmehr mit diesem geradezu unvereinbar ist, richten wir mit un er schütter - lichem Vertrauen indiemensHlkcheGüte und in brüderlicher Liebe an alle Kinder unseres Vaterlandes die Bitte, den Landes-Seelsorgerverband in der Verwirklichung seiner Ideen wirksam zu unterstützen. Möge das aus den alten Ruinen erstehende neue Ungarn eine Pflanzstätte des edleren moralischen Lebens, des Zusammenwirkens einander verstehender und achtender, für die wechselseitige Wohlfahrt schaffender Menschenbrüd'er. sein. . ' . Unsere Bitte richtet sich an die Oberbehörden und Führer der Kirchen, an die Gläubigen aller Religionen, V an jeden wahren Freund einer sittlich-religiösen Lebensauffafftrng. Mögen sie den Frieden^ die eintrachttge Brü-- h^kWett beschirmen. Unsere SeäfforgerkolleMt^m'^-sÄw--- §eii Lande beschwören wir, in diesem Sinne zu wirken. Zwist und Zwietracht sollen der heitzersehnten friedlichen Entwirrung nicht hinderlich fein> Der Fluch der Gehässigkeit, “bie Leide n schaft, di e tine Nation gegen die andere, eine Religion gegen die andere, einen Menschen gegen den anderen verhetzt, sollen unser Mißgeschick nicht noch steigern. Denn jeder Zwiespalt tut dem güten Ruse der'Nation Eintracht und mindert ihre Lebenskraft. Wir wollen geloben, die Schlagwörter des Hasses, die die Glut des Fiebers in den Seelen entfachen,, zu peymeidsn, nicht einer schädlichen Untätigkeit zu verfallen, uns extremer Uebertreibungen zu enthalten, vielmehr m i t ernster Seele und emsiger Beflissenheit an der Schaffung der Ordnung des .inneren Friedens mitguwirken. Arbeiten wollen wir! Wer da arbeitet, dient der Menschheit, nützt dem Vaterlande. Unser religiöses Empfinden und unser Gewissen nrögen uns auf dem richtigen Wege der Ehre und her Pflichterfüllung geleiten. Kraft,. Trost und Zuversicht aber wollen wir aus dem.Glauben schöpfen,,der auch in der schwierigsten Lage unsere.sichere Stütze ist. Der Herr des Friedens laste seinen Segen Mer unsere Bestrebungen, fttörnen. Budapest, Januar 1919. Für den Vaterländischen Evangelischen Seelsorgerverein ' A. K.: Johann K a cz t an, Dechant; Stefan Po sko, Seelsorger- Dr. Alexander Raffay, Bischof. Für die grischisch'katholstchen Mitglieder des Katholischen Landes-Seelsörgerrates: . Dr. Gabn'ek Krajnyak, Kaplan,- Emil Me lies, - — . v:- Pfarrer. y.j-, ./'■ Für den Israelttlschen Landes-Rabbinerrat: . Dr. Illes Adler, Dr. Simon Hevesi, Dr. Mar Weiß. Für die Orthodoxe Israelitische Landeskanzlei: Michael Dufchins!i, Rabbiner; Ludwig Hartstein. Für den Reformierten Landes-Seelsorgerverem: Alexander Csiketz, Benjamin Haypal, Desider Hörömpö. Für die römisch-katholischsn Mitglieder des Katholischen Landes-Seeksorgerrates: Dr. Nikolaus Pfeiffer, Domherr: Dr. Matthias Szalay, Vorsitzender d. Seelsorgerrates. Für den Rat der Lehrorden: Dr. Anton Titz, Professor an der Piaristenhochschule. - Für den Verein Unitarischer Seelsorger: Dr. Georg Bo ros, Theoldgieprofestor: Nikolaus Iozam Dechant." Die ProWamWon drr MMm Forderungen in Rsm. Dem „Daily Telegraph" teilt sein römischer Korrespondent mit: „In RoM ist in einer Versammlung, der verschiedene Senatoren und ^Abgeordnete beiwohnten, die Forderung aufgestellt worden, in Palästina einen jüdischen Staat zu errichten und.den Juden in allen Ländern gleiche Rechte zu gewähren.", Eine KotoiD chWMcher ZMn in PÄstma. Mif Peranbrssung des Herrn E. S. Kad vor i e haben chinesische Juden Deschlosten, eine besondere chnre- . fische Kolonie in PalWma zu errichten. Herr Kadoorie hattzu diesem Zweck dem 'ZewiM GeLmial. ,.TrrM- Bereits 50.000 Pftrnd überwiesen. -- , . --