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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-02-14 · 7 (14.2.1919) · p. Seite 85

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
7 (14.2.1919)
Date
1919-02-14
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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Hs* 7 meft* r ErmMeNnren LaLtmÄnn ifnt? Pfarrer Karl Veidt M-- tersch.ieLen Hai, identisch mit dem Rennstallbesitzer und k -Teilhaber" dec großen chemischen: Fabrik L. Cassella Co. Her: v. We nb'erg, der aus Escheberg bei ftafr.L - stammt? ist relnjudischer Abstammung, aber eoaigrli- / fchcn-Glaubens: seine Frau gehört'der evangelischen /Kirche an. Seme Tochter, ist -während des Krieges : anläßlich ihre? Verheiratung mit-dem österreichischen - / Markgrafen Pallavicini zum Katholizismus übcrgetretcn: er hat also reichlich Gelegenheit, in seinem enzsten Kreise religiöse Duldsamkeit zu üben, und wir gloubrnnicktt daß er als Vorstandsmitglied der deutM n ticnalen Volksparici sich als besonderer Judenfeind aufspielcn wird." i Derselben Quelle entnehmen wir die Mitteilung, daß die Froifrau Wilhelm Kar! v. Rothschild derdeütsch- »rtionalen Volkspartei einen — ihren Vermögensverhältnissen entsprechend wohl nichts zu geringen — Beitrag gespendet hat. Wahrscheinlich werden Herr von Me nberg und Fr au von Rothschild aufrichtig bedauen, daß der Rassenant'semit Lattmann trotz ihres Geldes Mt Pauken und Trompeten durchgefallen ist. Der Jr -Mmrl PaNstdra. Die DefchMe der FUtldtnskonfrrenr. London, 6. Februar. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Chr.n cle" meldet, daß die Frieden.-konscrenz ve mutlich beschließen wer'.e, die Herrschaft über Palästina Großbritannien zu übertragen. Die Juden hätten sehr mäßige Ansprüche wegen der Grenzen des neuer Staate; gestellt. /Sie sind durchaus nicht von dem Ve.langen erfüllt, dis woh!erworbcnrn Rechte der Nachbarn anZugreifen. Das Hebiet. des^nruen Palästina dehne sich unter britischer n^d enMdi d en/Uf er n desI oi r d a ns aus, Wießt aber kein Wüstengebiet in sich. Es hält stich an den Lauf der Hodj a sbahn. Bei Ane kennung det arabischen ' Rechte schließt es auch nicht Damaskus ein/ das als Hauptstadt Arabiens anerkannt wird. Es ist also das alte histöri fche PafästiNK mit bestimmten Aenderungen wirtschaftlicher Art. sowie der votlstön ige Besitz der wichtigsten Wasserwege, was'die Juden fordern. Man kann daher annehmen, daß n ö r b Ti ch von D a m a s k u s das französische Protektorat von Syrien in Uebereinstimmünz mit den geschichtlichen Forderungen der Franzosen beginnen soll, die diese Schützher.schafi auf die Kreuzzüge zurückführen, was, in moderner Anwendung, den Schutz der Christen bedeutet. - PÄLLsms ht Crerr««itz. MEmfkucht jüd fcher Famttien. Bukarest, 6. Februar. Die Rumänen verüben m Czernowitz sowie in anderen Städten der Buko- ,wlm dieselben Grausamkeiten, die sie sich hr den von ihnen besetzt.n Gebieten Siebenbürgens und de; Banats e.- läubtcn. Ein Pogrom löst den anderen ab. Die rumänischen Soldaten haben Weisungen erhalten, den Pöbel nicht von Plünderungen abzuhalten.. Der Bukowina« Bevölkerung ist jede Möglichkeit genommen, vom Auslünde Hilfe zu erbitten. Zahlreiche jüdische Familien sind vor den Verfolgungen durch die rumänische Soldateska und den Pöbel von Czernowitz n a ch B u k a r est g ef lohen. Die rurnLn schre Polizei in" Bukarest hat von ihnen die Ablegung des rumänischen Staatsbürgercides verlangt. Man wollte den Leuten zwar Pflichten, aber kein Recht, einrämmn. Daraufhin erklärten die Anden, daß sie hen Eid nicht abzulegen gesonnen seien, um so mehr, als &0afes8t*Hf ‘ Dskr 101 sie: sich als Natienaljuderr fühlen und bei BesWmig der Verkehrsverhättn sie sofort nach Palästina Luszuwandern gedenken. Als die Rrmäiren darauf die jüdischen Familien aus Bukarest ausweisen wollten. wandten sich diese an den englischen Generalkoniul in Bukarest um Schutz. Tatsächlich verständigte der diplomatische Vertreter Englands die Bu'arest.r P l zci, daß die jüdisch, n Familien, die die Mihi geäußert haben, nach Palästina auszuwandern, weiterhin unter dem Schutz der englischen Diplomatie in Bukarest stehen werden. . Eine W«irmMg vor autisrmitischrn Hetzern. Stuttgart. E'nr Wanung vor der antisemitischen Hetze enthält ein im „Stratsanzeiger" erschiei e er Aufruf, der von " zahlreichen führenden Persönlichkeiten des Landes unterschieben ist. Der Aufruf lautet: „In der letzt-n Zeit hät i n der h'esigen Presse und in Flugblättern eine heftige Auseinandersetzung über die Juterfrage stattgefunden. Die Unterzeichneten sind vett Meinung, daß die schwere Gegenwart nicht dazu angetan ist. zwischen. Bürgern desselben Staates Streitigkeiten über Rasse und Bekenntnisfragen auszutrageri. Wir möcht.n deshalb unsere Stnmne t heben und alle wohlme'n nde-l Mitbürger und Mitbürgerinnen aufrufen» solche Auseinander, etzungen zu unterlassen, den Ger t der Versöhnlichkeit zu pflegen und all; Kräfte dem Wiederaufbau. des Vaterlandes zu widmen." Der Aufruf ist uni zeichnet vom Obe bürzerinei'ttr Lautenschlager. M niterial ai Dr. v. Balz, Dr. Karl Beck. Geheimer Kommcrzi n at Blezinger, Obrri rge i ur Büggeln. Rechnungsr t B ür k^rt. Nez'erungsdirrkttr Do.tor von Fa ich, Stadtrat Professor Dr. Gastvar, Dekan Gauger (L dwigsbu g). Polizei-iret>r Dr. Ludwig. Oberkirchenrrt Prälat Mangold. Professor Mützel. Regierungsdi et r von Nickel, Geheimer Hofrat Doktor Veiel (Cannstatt) u v. a. Lin Mischer Kaufmann. Posen Der Inhaber der Firma Petersdorff, die in' Königsberg, Posen und Breslau große Kon»- fellsin Häuser unte hält, hat das Breslauer Unterneh- .mcn seinem Personal geschenkt. Das gesamte Pe sonak wurde versammelt und e; wurde ihm rnitzeteilt, daß das große Kaufhaus in Breslau dem Personal übergeben wird, und zwar derart, daß ihm vom 1. Februar ab das E nlagekapital mit 6 Prozent ve zinst wird. Alle etwaigut Verluste, dir sich ergeben, werben von de.n Geschäft; nhaöer getragen. 10 Prozent des Rcingswinn:s fließen einem Fonds zu. der dazu bestimmt ist. e'n: kleine Gartenstadt m't Einfamilienhäusern für die Angestellten, zu errichten. Dir Angestellten, die d'ee Häuser bewohnrn. erwerben nach 10 Jahren die Hälfte tes Eigentumsrechtes und nach 20 Jahren das ganze Haus. Der Geschäftsgew'nn der Firma wird in drei .Teile geteilt. Ein Drittel erhalten die Herren der Eeschäfislettunz, etwa 12 bis 15 Herren, und über die Llrt der Verterlunz dieses ersten Drittels hat sich Herr Rudolf Petersdorff die Entscheidung selbst voröehal- ~ tcn Das zweite Drittel kommt dem gesamten kaufmännischrn Personal zugute und über feine Verteilung entsche d t ein besonderer Angestelltenausschuß, Das letzte Drittel ist für das techn'sche Personal reserviert, ferner für die Schn.ider, Schneiderinnen, Heimarbetter der Firma usw. Hierüber entscheidet ein.Arbeit:rausschutz. E n Jahresd itte! betrug nach dem bisherigen Geschäft-' gcng etwa 120.000 Mark. Außerdem hat' sich '.der Inhaber entschlossen, sofort einen Betrag von ^75.000 Mark on sein etwa 200köpfize; Pe. sonak zur Verte'lung zu br'nzen,' und zwar in Einzelsummen von 150 bis 500 Mark. Der für die drei Kaufhäuser Errichtete

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