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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-02-07 · 6 (7.2.1919) · p. Seite 66

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
6 (7.2.1919)
Date
1919-02-07
Page
Seite 66 (sequence 2)
Language
German
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mimt' Tiw l «raff mi^ Ä'v® Or. ME MMMiDW m-.^ Einhetz, .e!Hen einzigen Wahlkreis zu bilden — eine Wahtgeom^cie, d.e öielleicyt vem Preugen vor dem Kriege Li-re gemaüjt Harre, maß aüec btt Magen deaLrchbir.ecxciu;ija/in Repuvür —, und anderseits Die tteiucaurigc; Zer,.ii>enyett, Zerjährenhett unb Üueiaigieit mner^aiö der Wtener JUi-enjchatt, von Welcher alle anderen Loayl- WerbLrgruppen ser.vstverjtandliaprofttceren. Juda war immer uneinig in perlen der Gejäyr. 2m Jahre 70, als es gegenTitus errag, in den fahren 133—135, als Hadimn das große Blutbad anxioßeu, und Bar itodjba pcL Und von jenen Werten vis aus den heutigen Lag. Sie waren Uiid sind immer uneinig in Tagest der Gefayr. und m sollen Zetten gab ui./d gibt es lleberümfer und. Deserteure in Slyarea. Seit dem Beginn der-neuen Freiyett in Oesterreich steht die. Abfall und TaufvewegunL wleder in hoher Blüte. Für die Feigen und Bedenkenlosen. ist eine -herrliche Zeit gekommen. Und wenn man auch die Flucht vieler nicht um ihrer fetöfl bedauern mochte — die Zahl spielt im Leben der Völker eme groge Rolle, nicht, nur die Rene- - gaten von Heutes ihre ÄrachtommenschLsi.geht der alten Gemeinscha.t v^rlo^en, de durch diese durch Jayryunderte fortdauernden Deierttonen immer wieder veroammr bleibt, eine verjc^vmüende ÄtiNürttäL. zu biiden — ohne .Einslutz und vor. allem ohne dre Macht, die Kraft und den Mulen, sich selbst zu schützen und zu verteidigen, und dre immer geneigt ist, ih^e Sache nicht selbst zu führen, sondern.sich anderen Parteien an den Hals zu werfen^ um in Kreisen Schutz zu finden, die das Judentum nur notgedrungen, mcht gern hei sich sehen, die nicht als Judenschutzwchr von der Welt angesehen werden wollen, der jüdischen Hilfe anderseits nicht entraten mochten. um selbst zur Macht zu gelangen. Nur als Helfer, die man öffentlich nicht gern kennen will, nicht als gleich berechtigte und ebenbürtige Teilnehmer sind die Juden hü den P-a^eien gelijtenr And -dennoch" wollen ^re Juden chen eiMg richtigen Weg, den Weg der Kraft und Ehre, den Weg zur Ginhett nicht gehen. HL Ich habe hier in diesem Blatte'vor einigen Monaten in meinem längeren Aufsatze, betitelt „Die Pflichten 'der Stunde", auszuführen versucht, was ich in den gegenwärtigen Zeitläuften für die einzig mögliche Rettung in-der Gegenwart und für die einzig mögliche Sicherung freier Entwicklung in der Zukunft ansehe: das SHlagwort, das Zauberwort heißt: Zusammenschl u g. Ich habe mich zu entwickeln bemüht, daß alle, die sich öffentlich zum Judentum bekennen, nach, außen wie eine einheitliche Mager dastehen müßten, Zwistigkeiten aber und Verschiedenartigkeiten in der Welt- und Lebensauffassung im Innern ausgesuchten und entschieden werden sollten. Die Juden habest immer schwer gebüßt, wenn sie häuslichen Streit auf die Straße trugen. Die Straße schaut höhnisch zu und schlägt schließlich beide Streitteile. D i e d r e i g e g e n w Lr t i g u n - ter den Juden vorhandenen Richtungen: die konfessionelle, die nationale und die traditionelle, sie müssen fich jetzt endlich unter dem Drucke des gemeinsamen Hass es der anderen zusammenfinden; es braucht hieb« keiner von seinem eigen Glauben und Wollen auch nur ein Quentchen abzulässen. Sie mögen alle nur einmal das wirkliche Gefühl faktisch bestehender Solidarität empfinden — welche die Gegner bei uns vermuten, vor welcher sie Achtung haben, die aber in Wahrheit nicht besteht —, sie mögen' alle endlich wieder einmal miteinander gemeinsamarbeiten — dann wird auch die Nebelwand zerieißen, welche die Zukunft vor den Augen der meisten verhüllt —, der richtige Weg wird klar vor jedermann liegen, und M wird, keinen Zank mehr Leben und keme .Frage; die einzig mögliche Antwort auf dM vadib Y jettens der Juden wird Gemeingut Met, .Parole der ganzen Gemeinschaft gewöroen jem. Statt vieler Einheit aoec haben die Voroereimngen für die Wahlen in die KonlttMante die enisetzltchjle Zeriplitterung gebracht. Die Juden sind fast bei allen xPchcteren und Parteigrüppchen „M finden. Sie machen.die subtilsten Differenzierungen der jogenannten bürgerlichen Demorratle Mit, ite kompromittieren jede Partei, indem sre diesttoe durch iyre ZugeoorigLett zu einer Judenparrei stempelii, sie verymoern oaourcy me Gründung einer wirtlich freiheitlichen und grotzen paterlanoischen Pariei, da sie, die Juden selbst, durch ihre Haltung den Judenpuntt zu einem unsterblichen und immer wirksamen Programm Her Gegner machen und dasnut die Kraft und' vre Einigkeit der Reattionspacreien perpetuieren. Wenn die Juden in einer solchen „forlichrittlrch^n" .Partei starr in der Minderheit sind, dann ist thr^ Stellung eme autzerordentttch triste; die anderen Parteigenossen Md irritiert, wenn die Juden in der Partei auch einmal etwas für sich Verlangen. Der Polenklub und seine Juden im atten österreichischen Parlament war das Schulbeispiel, Dar eine Type für die Situation der Juden in solchen Parteien. Beitrage zum Wahlfonds, sonstige materielle Beihilfe und Agitation unter den jüdischen Wählern, das ist dann das Ghetto, auf welches die jüdischen Parteigenossen beschrankt werden. Was aber-die .liberalen und demokratischen Gruppen in Wien, betraf, in welchen die jüdischen Mitglieder „gleichberechtigt" auftrcten durf» len. so waren hier Nichtjuden in größerer Zahl nur jm Vorstande dieser Parteien und unter dm Mandataren zu flndm. Unter dm Wühlern machten die Nichtjuden nur einen verschwindenden Teil aus. Die d«^ mok'ratische Maskerade hatte und bat hier keinen ErfolgeAuA^der ^jetzige^ Mthlkam^ in Wien' wird unter dem Schlägworte f,ChristPi gegen Juden!" geführt. Dieses Schlagwort ist nie zugkräftiger gewesen als jetzL Änd wer sich diesbezüglich Illusionen hrngibt, dem ist nicht Mraten und nicht tzu Helsen. Die Juden halten sich daher in diesem WahL kämpfe zu einer emzigen Gruppe zu>ammenfinden. sollen; sie hätten nur besser, aber sicherlich nicht schlechter abschneiden können, als sie es. jetzt tun können. Und ehrlicher und anständiger wäre, es schließlich auch, gewesech Aber gerade diese Zersplitterung in .der. bürgerlichen Demokratie, die Unsicherheit über die Haltung der verschiedenen Gruppen in Judenfragen, das massenhafte AM treten von Täuflingen als Kandidaten .oder Partei führer hat weite Kreise der Judenschaft verstimmte und indifferent gemacht. Und so höre ich schon seit einigen Tagen von vielen sagen das, was einem jeden .aktiven Organisator und Politiken das furchtbarste ist : wir tun nicht mit, wir werden uns der Wahl enthalten. Die Hoffnungslosigkett und Aus.ichtslosigkeit und die. Verdrossenheit darüber. - daß man die nicht wählen - darf, die; man wählen möchte, die man wählen darf, aber nicht wählen will, nimmt leider, wie mir aus Wählerkreisen: mitgeteilt wird, gar manchem die Fr ende,-sich aktiv — fei es auch nur durch Stimmenabgabe — am politischen Leben zu beteiligen. Ein gewiß sehr tbeklagenswerter Zustand! , . . . - . iy. , In einem Wahlkreise ist .auch -eine-^WählwMLM;-^ liste der jüdischnationalen Partei aufgelegt. Ich.'gehöre keiner jüdischen Gruppe parteimäßig an und kann mich daher auch unbefangen Mer diese Wahlbewerbung äußern. Soweit mir Stimmen aus der Wählerschaft zu^ kommen; ist man fowvhk mit einem großen TÄs HÄ

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