Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 5 (31.1.1919)
- Date
- 1919-01-31
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
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Sette-72 Tr. Blsch's WochenschrM / ' - Ar. v Geiste besonderer politischer Leidenschaft geleitet werden And nicht in tulmularische Trsesse äusärten. Der Wähler Gewinnt sonst den Eindruck, als handl-e es sich um unüberbrückbare polnische und wirtschaftliche Gegensätze, und .hegreift am Ende gar nicht den Sinn der Stoppelung. '•••., Hatte schon die Zersplitterung der Parteien im gegenwärtigen Zeitpunkte eine derartige Verwirrung in den Mähen der freisinnigen Wählerschaft heroorgerufen, so daß es viele Wähler in Wien gibt, die sich in dem Gewimmel von Namen und der Parteien nicht mehr aus- ' kennen, und dadurch begreiflicherweise sehr verstimmt sind, so würde die etwa nicht zustande kommende Doppelung der wesensverwandten..Parteien und ihrer Kandidaten einem pol'tischen Selbstmorde gleichtoinmen, von dem dann das Wiener Judentum am härtesten betroffen wäre. _ 2. Grobtuch Mariahrlfer Tempelvereirr. D'e am 1Z. d. M. «unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Jakob Engel stattgehabte -Geireral'verscmnlun-gdes Tevr^elvereines für den 6. und 7. Gene n ebezirk lefiLtigt neuerdings die Tatsache, daß der Mariahilfer?ewpelverein durch foe Mustergültigkeit feiner gottesdi.n h külen und fldmnistratrverr' EinrichLrn grn einen ersen Platz unter den Wiener Te.npelvere ucn en rimmt und daß die Schöpfung des rnoergeßlicyen Meis ers Fleischer nach des en >ovr Jahren erfolgtem Heimgang den besten Händen anvertraut wurde. Die vorr.el-me Ruhe, die z elbewüßte und selbst die formalsten Dnge ledeniig gestaltende Art, mit welcher Dr. Jakob Engel d'e Generakverfcmnlung leitet, erhöht lei jedem Tellne Mer das Jntere'fe an den Verhandlungen und führt auch im schärfsten Widerstreit der Anscham n^cn zu eir.em Jjatmo* ^srenzten Vertrauen und der großen Verehrung beruht, «ren sich her Präsident .bei Men Vorstansiskollegen und MitAiedern erfreut/ In nachstehendem der Bericht: Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung mit 'der Begrüßung der erschienen Delegierten, Gäste und Mit- Eeder und läßt jdäs Protoko lder letzten Gmeral'ver- Mnmlüng durch den ^Schriftführer Herrn August Fisch e l ' zur Verlesung bringen und erftatet hierauf den Tätigkeitsbericht über das' chbg-elaufme Triennium^ der nach Hinweis aufdie' durch die Kriegsverhältnisse bedingte Mveijährige Pause in lder Abhaltung der Genemlversemmümg zunächst e'nen erfreulichen Mitglieierzuwachs rnd em höheres Erträgnis der Mitaliederbeiträge kcnstatiert und dann den He m'gegangenen Mitgliedern und Funktionären folgend^ st.m.nungsvollen Worte widmet: „Leider müssen wir «Ihnen berichten, daß der Tod im abge-- lavfenen Triennium reiche Ernte bei uns gehalten hat. Wir betrauern den Verlust von nachgenannten Mitgliedern: Salo Cohn, Kommerzialrat Mar Eisenberger, -Ignaz Fröhlich, Siegiramb Frösche!, Bernhard Krünseld, Heinrich Krakauer, David'Metz ne r, Leopold Pich -Josef Ranschburg, Leo Schloß. An der Spitze unserer langen Verlustliste steht der Naine Salo Cohn, em jahrzehntelanges, treues Mitglied unseres Vereines, der traditionelle Vertreter des Kultusvorstandes in dieser Versammlung. Salo Cohn. War einer der besten Söhne unserer Gemeinde, voll warmherziger. Fürsorge und ungewöhnlicher OpserwMgkeit für alle Armen und Bedrängten; sein Wirken als 'Präsident der ehrwürdigen Chewra Kadischa hat tiefe Spuren in dem Leben dieser ältesten jüdischen Vereinigung. hinterlassen! und auch in unserem Vereine wird sein Andenken durch di: seinen Kamen tragende Wohltätigkeitssüstung unvergessen bleiben. ■ Unter bat Heimgegangenen beklagen wir auch den Verlust des Kernt Kommerzialrates Ei s en d e r g e r, der durch viele Jahre . als Nachfolger seines uns unvergeßlichen Vaters , dem Vorstand angchörte tmb jederzeit unsere Sache werktätig durch Spenden Mchertze. Durch sein«! Heimgang schwindet ■ e in Namt aus unserem Vorstände, der durch ein« jahrzehntelange Tradition gleichsam ue- Wligt war. - Mir werden d«n Verewigtes «kn ehrendes Andenken bewahren. Unter dar Büchlichmen hetlagLN wir auch unseren langjährige« Revisor, Herrn Leopold Pick, em treuer, anhängliches' Mitglied, der das ihm tarnt der Generalversammlung anvertraute Amt stets gewissenhaft erfüllte. ' ' ■ « Mit tiefer Wehmut Müssen wir an dieser Stelle auch des wahrhaft unersetzlichen Verlustes gedenken, den wir im letzte« Jahre durch das Unerwartete, vorzeitige Hmscheiden des von unserer Gemeinde hochverehrten Oberkantors Simon D ü it.m an n s. A. erlitten haben. Er war ein Sänger von Gottes Gnaden, unerreicht m seiner Künstlerschäst und vorbildlich in fernem heiligen . Wirken, das jedermann unvergeßlich bleiben wird, der nur einmal den hellen Klang . seiner Stimme gehört, sich an der Jtmigkeii seines Vortrages erbaut hat. Er war der Gründer Und der Mittel» punkt unseres auf hoher künstlerischer Stufe stehenden Gottesdienstes und hat fein heiliges Amt stets mll «vorbildlichem Pflichteifer und im Bewußtsein seiner hohen Etlichen Ausgabe erfüllt. -Ex war ein tadelloser Mensch von reinstem Charakter, geliebt und geschätzt von Vorstand-und Gemeinde, die ihm ein gebührendes, chrendes Andenken für all« Zeiten bewahren werden. Rimmcr wüd sein Name vergeben sein bei Allen, dir Meister Dünmann nur einmal gehört Haben. Der Vorstand hat diesem erprobten und. braven Diener Gottes und unserer Andachtsstätte alle Ehren erwiesen, die ihm gebührt haben, und wir werden' auch, so wie wir ihm für alle Zeiten ein hochehrendes Andenken bewahren wollen, veranlassen, daß sein Nante unvergessen bleiben wird an unserer Andachtsstätte bis. in die fernsten Zeiten. ' An dieser Stelle haben wir auch, noch des . Todes eines treuen Dieners unseres Tempels, Salomon Lippa f. A. zu erwähnen, der fast ein halbes Jahrhundert hindurch als Tempeldiener mit seiner -reichen Begabung und seinen vielfachen Fähigkeiten in verdienstvoller WeisegeLt-kt hat. Sie habensich, verehrte Anwesende, zum Zeichen Ihrer Trauer von Ihren Sitzen erhoben und werden wir diese Ihre Kundgebung zu Ehren unserer Toten im heutigen Protokolle verzeichnat."; i' ” - { , Ueb ergehend zur Vereurschwnik, erlpähikt der Beruht, daß der Vorstand xdank der OpferwÄligr'eii der Mit-' glieder sowohl die erhöhten ^rhaltungskosten des Tempels bestreiten, als auch die Pflichten.' gegenüber den Angestellten erfü len konnte. Für.unserer AngeftellM,^'heißt ’• es> ''WWen'Drt''''sM'7WttäWiW''TMecMWW^M'N--' willigen und aler PoraMsicht nach diese Zulage ^8wahrleisten können, bis sder Abbau her Preiseeingetrettzn sein wirdi Im abgelaufenen Jahre sind an Spenden an Sabb-M und Fe^ertagM 38.594 Kl gegen 23.600 K.im Jahre 1917 und 16.900 K. im Jahre 1916 e'ngeganM, auch, die Ve m'etung der Betsitze Krachte ein um 5000 K. höheres Resultat als im Vorjahre. .Von größeren 'Widmungsspenden sird HeuerHu v-erzetchnea: Herr. Leopold Walter 1000 K., H-err Dr.^Jakob Engel 500 K., Herr kais. Äürt. Tosfler 1000 K., Unser verehrlLr Kollege, Herr Aug. Fischet, dem wir lerfreulicherweife zu seinem 70. Geburtstage beMckwünschm konnten, aus "diesem Antasfe 2000 K. Kriegscmlechr, Herr Leopold Wailer aus Anlaß eines gMcklichm Ereignisses'3M0 K. mit der Bestrmmurrig, daß h'eovn 2000 K. für . eine daue.n>e Ehrung und Erinnerung an die im Wetbkriege gefallenen Glaubensgenossen unserer Bezirike 'verwendet und dÄr Rest vvn 1000 K. an unsere Angestellten verteilt werde, Herr Fritz Bauer 500 K., Herr Erich Eisenlberger für Maskrrstif-- tung 30j)0 K., Herren Brüder Atittler für Maskirstistung 2000 K. Mit bestem Danke für die edelmütigen Stifter registrieren wir die 'Errichtung der Arm n und Mrm Bondischen HeiratsausstaLLungs-SLiftung im Betrage von 1600 K. Kriegsanleihe; durch das CntgeM.NLM.nen der Stifter ist .für die Angehörigen s unserejr Au^esMLen im. DtiftungÄbriefe eine iÄövHrzugimI.vorgesehen. Wir sas.en all en. gütig m Spendern an die,er Ste.le nochmals unseren besten Dank. . Wir,, wollen noch Wießlich.- als Ehrung unseres Vereines die Tatsache soerzeichn^n, daß un'er Herr Präsident, der unseresJn ieres'en.in so warmm.Weise Lm Schoße' des, Kultusvör.standes vertritt, durch die Wahl aE> Bwtre' er des, KultusvorstandeS' arMezeichnel wurde Lnd her--, zeit im MekutMomitee eme sehr. wichtigs Funktion - zu versehen hat. i; s