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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-01-31 · 5 (31.1.1919) · p. Seite 54

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
5 (31.1.1919)
Date
1919-01-31
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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Sett* 70 : T /' Dr. Msch'S WüchenschtM Är. 5 AuAvärtiges Amt, fönendes in Erwägung - zu ziehen: A^efehe» davon, daß bie FLiedrnskünfercnz jegliches Prinzip und jeglichen Glauben, womit die Jungmannfchast in den Tod getrieben wurde, abschwört, wechen sie französischen Ansprüche in Palästina sich sofort in Nichts auslösenJ sobald M der Verstand einen Augertzölick mit ihnen beschäftigt. Das jÄnsche Volk wird leinen Ausgleich mit Palästina, wie sich ihn die französische Diplomatie in ihren eigenen Interessen dachte, dulden- - Frankreich hat keinen besserer Freund, als das.Mische Volk, aber das französische Auswärtige Amt wird Mt daran Lun, einzusehen, daß dße jüdische Freundschaft nicht die Verkrüppelung eines jüdischen.PalMnas unter französischem Einfluß dulden kan». Lße Mifchchk KrlitzMfanKmW iO GWries. Wir erhalten folgenden Brief mit der Bitte um Veröffentlichung' „Hunderte von intekligenten jungen Leuten aus Galizien schmachten seit mehreren JaMeN als kriegsgefangene Offiziere in Sibirien, mit denen seit einer Neihe von Monaten jeder Brief-- sowie Geldüherweisungsverehr stockt. Ueberdies wird ihnen die seitens dehc russischen Regierung festgesetzte Monatsgage von 50 Rubeln ab Januar dieses Jahres nicht mehr ausbiMhlt. ' Eine Armreife aus Sibirien ist infolge der tschechoslowakischen Front in Rußland unmöglich. Da jede andere Bahnverbindung schilt, ist auch ein Umgehe« dieser' Front ausgeschlossen. Die schreckliche Lage unserer jüdifdjen JiMnd AK sich also denken. Wir ersuchen Sie daher, eventrM durch das amerikanische Konsulat einen Aufruf in zwei in Amerika diel gelesenen Zeitungen ergehen zu lassen, dieser, aller Mittel entblößten jüdischen Jugend, mit Geld und womöglich mit Wasche und Kleidungsstüo^nzu helfen. Wir wollen noch hirtzufMen, daß die meisten kriegGefangenen £>fjv ziere in den Gefangenenlagern Beresowka urch Chabarowsk fbch aufhallen." Um WeiterveMeituiG wird höfkichst ersucht. Die RM der „I. P.Z.^. Gr«tz Oppttcheimrr Ordinprius für SpzioAgie in FrM- - i Dias -n der Universität Frankfurt am Main neuerrichtete Ordinariat füx Soziologie ist dem bekannter GeseÄschaftssorscher Dr. med. und phil.- Franz Oppenheimer, Privatdozent an der Berliner Universität, übertragen. („Hochschuh-Korrespondenz.") . Oppenheimer ist 1865 als Sohn des verstorbenen Predigers Dr. JE Oppenheimer in Berlin - geboren, studierte in Freiburg und Berlin Medizin und übte seit 1886 in seiner Vaterstadt etwa 10 Jahre lang die ärztliche Praxis als Larhngologe aus, bis' ihn die groß«! zeichewegenden wirtschafttichen und sozialen Probleme ganz in ihren Bannkreis zogen. Im Februar 1908 promovierte er in KiÄ mit einer vorzüglichen Arbeit über Rodbertus und David Riccardo zum Dr. pM und habMierte sich 1909 in Berlin für Nationalökonomie, wo er auf dem philosophischen Katheder als Privatdozent in schöpferischer Weise wirkte. 1917 erhickt er das Prädikat .Professor. _ Battkett spjr Emir Wifaß. Zu Ehren des in England ^ingetroffenen Emirs Fei saß, des Sohnes des Kfönigs_von Hehjas, arrangierte Lord Rothschild ein Bankett ,füx ihn und sein diplomatisches Gefolge. Hierbei waren u. a. anwesend: Lord Miln er, Rpbert - C ecil, Graf Crewe, Herbert S amue f und mehrere zio nistische FA h r e r. Es wurden. warme Reden zuMnsten des' Zionismus gehalten. Dir. W e^i zMan n. steht in enger BeGmdÜM mit dem Emir. . Emir Aeifat ist inzwischen als Dekegi etter von der Pariser Konferenz mr erkannt worden: Die DB«- gation des KömM des Hedjas hat zwei Vertreter, erhallen. ^. : - . Einen interessanten Beitrag zur Frage der Geisteskrankheiten bei den.Juden liefert Professor Th. Moritz Benedikt in einer Studie, die in der Berliner Mo-' natsschrift „Nord und SD" erschienen ist. Ums Jahr. 1901 brach in den Elendsquartieren an der Themse eine Epidemie von GeistMstörung, besonders- Paralyse, unter den dott ansässigen Tausenden von Schneidern, die sich, aus Rußland geflüchtet hatten, aM. Dchhei. war der Prozentsatz der Frauen auffallend größer, als er sonst bei der. Paralyse ist. Was die englischen Aerzte ftappi^rtewar, daß Lues und Alkoholismus als Ursache fottfielen.. Professor Dr. Benedikt hat nun Durch die "Deohachtung seiner ostjDischen, meist strenggläubigen Patienten dje Sicherheit gewonnen, daß die allgemeine .Annahme von Lues als die gewöhnliche Ursache der Paralyse zum Teile irrig ist. In dieser: Kreisen ist Lttes, sowie .M<. koholismus' äußerst selten. Eine sehr wesentliche Ursache ist dagegen in der psychischen Depression zu suchen, unter der die Mischen Einwanderer aus Osteuropa standen.. Aus diesen Elementen rekrutterten sich die Tausende von -Emigranten! in London — Meist arme.Schneider —, bei denen die Qualen der Verfolgung, die Fremdheit der neuen Heimat und die elende materielle ^isteuI die Endemie der Geistesstörung hervorrief. In der Ursachenerkenntnis (Aetiologie) spielt also der politische Vorgang die erste Rolle,. Die-vielen Katastrophen in der Geschichte 'der Juden haben den Keim zu schweren Neurosen gelegt .und. deren Ausbruche gezeitigt. Daß- Elend und Mißhandlung eine katastrophal gesteigerte. Ausbreitung der Geistesstörung Hervorrufen.können, -zeigt., drastisch-die Londoner Episode. Auch die Erschwerung des sozialen Existenzkampfes gerade bei geistig volleNtwickellen Teilen her Juden in toleranten Ländern hat viel zur Erhöhung der Anzahl Geisteskranker beigetragen. Divmsm-NS, Aefsrw. ’ . . Bon David K o h n. 7 - - (Schluß.) { So wurde u; a. auch' eine große Sammlung veranstaltet, mit deren Ergebnis eine Synagoge auf geweihter Stätte in Jerusalem errichtet wurde. Die. häufigen Mißernten gaben den Anlaß zu Hilfsaktionen großen. Stils, und vielfach wurden statt baren -Geldes Mehl, Reis und andere LÄensmittel von Triest nach Jerusalem, Safed und Tiberias geschickt. Ich-verwahre ein kleines Archiv mit den Belegen für die durch Jahrzehnte geleistete Hilfe. Es kam: jeder Einsicht nehmen in die Kassabücher und den Briefwechsel Mit .den Behörden und Kolelvorstehern. Es gab! eine ausgedehnte Korrespondenz mit den verschiMnen Verwaltungen von Spitälern, Schulen, Waisenhäusern und -anderen Heinere» Wohlfahrtseinrichtungen. Noch in den ersten Kriegsjahren sandte ich größere SumNien. für das' Mädchenwaisenhaus, dessen Kassa ich noch führe, sowie für die Kolel nnd die Hochschule Cz Chaim. Ich will nicht auf diese Tätigkeit Hinweisen, nur. die Frage, was HM ihr für Erez Israel getan, beantwMen. Wie i» Wien, bestmrden und bestehen nochj immergroßsere und kleinere Komttees in allen Ländern für Kolel,..Spitäler, Wersversorgnngsheim und andere giwMinnWge Anstalten. Der Vorwurf, daß diese Komitees, abgesehen von den Spitälern und Wohlfährtsinstitutione», mit der „Ehaluka" den. Müßigigang gefördert hätten,- ist M albern uE gehäfsig-, aW ÄK-Wr-l-drs.. weiteren darauf reaMcht

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