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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-01-31 · 5 (31.1.1919) · p. Seite 52

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
5 (31.1.1919)
Date
1919-01-31
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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Setzt, Dv. BEsWochensthrift wiß verhältnismäßig noch weniger Leute als von den Juden.. Nur heraus E. der.Stattstik; nur heraus Mit den Heldenlisten aus dem Rathaus! Die Sozialdemokraten haben nur wenige ihrer Leute befreien können; aber die christlichsoziale Regierungspartei demolierte mit Erfolg die Treppen im Kriegsministerium und befreite dort eine riesige Armee von Bauern; Beamten und Parteigängern. GenerAe waren, unablässig ' bemüht; ihre eigenen Söhne urch-Reffen,"fei derschweren Arttllerüi unterzubringen undschmied-eten dann Erlässe im Sinne der „Reichspost", die die Juden rücksichtsllrs aus den Kanzleien heraus mrd in die Front bringen müssen. Man .sah wohl in Wien als dem Geschäftszentrum des Krieges viele befreite Zudem aber noch viel mehr befreite Christlichsoziale, und in den Provinzen draußen verschwanden einfach die pchrr enthobenen jüd-ischen Leute iw der Armee der enthWenen deutschnationalen Fabinkanten und enthobenen christlichsozialen Bauern. Das zur Steuer der Wahrheit über die Teilnahme am Krieg. Wenn man aber weiter noch über den Hunger des Volkes raten soll; muß einen gerechten Menschen jedes antisemitische Wort in flammende Empörung versehen. Die' Masse der Wiener Geschäftsleute/ sämtliche Landwirtesämtliche Wirte, fast alle GewerbMreib enden, die Verwalter der Stadt Wien; sie sind und waren alle christlichsozial und haben nicht nur die vom Staats sondern auch die von der gedrosselten Bevölkerung ausgegebenen Milliarden heute zum allergrößten Teil im - Besitz. Die riesige GeWüssigVeit bei den- Christliche sozialen anläßlich der Wahlen und fstr Neugründungen ihrer Presse sagt darüber wohl genug und die Listen des Kriegsministeriums und des Staatsamts für Ernährung müßten noch -mehr darüber sagen. Nur -Heraus mich mit diesen Listen ansTageMcht! Wir Juden haben' von ihnen gar nichts' zu befürchten; aber die christlich^ soziale Partei Müßte unter der Last der offiziellen Tatsachen ganz gewiß zusammenbrechen. - » Leider haben die den Christlichsozialen feindlichen Parteien eine falsche Stellung in der Debatte. Sie haben W vE den. geschickten christlichsozialen MauHeWm m die. Verteidigung drängen lassen', statt den morschen Bau dieser politischen Schwindler durch Angriffe zum Emstnrz M bringen. Der Hieb ist die beste Parade und mit vielen starken Hieben müßte den Christlichsvziakeu. beigebracht werdet daß sie in der Gesellschaft eines von der Korruption befreiten Staates nichts! mehr zu suchen Hubert als - Kriegshetzer; Militärschw indler, Wucherer, und Ausbeuter. . In Budapest tritt jetzt am politischen Theater eine neue antisemitische Bande auf; die „erwachenden Ungarn", welche terroristische Reden gegen, die Juden führt und den Pöbel aufhetzt. Natürlich haben ffich diese Fallotten nichts durch puren Zufall AusaMmengefuüdenx sondern es ist jemand an diesen Machenschaften interessiert. Wie überall; sind es die wirklichen KricgÄnrbvecher, an denen' m Unganr wahrlich lein'Mangel herrscht; welche riidr Sündenüock brauchen undsich die Sache auch etwas kosten lassen^ Nur wird die Sache so plump und ungeschickt gemacht; daß die Bevölkerung den ganzen Schwindel merkt und trotz allen' Geschreis nicht mitgeht../ Immerhin sicht . man deutlich; wie selbst in einem Land, wo 'man die Kriegshetzer und. KriegÄvucherer nicht nur nach t»er politische Partei; sondern sogar mit Namen kennt, die armen Sufcen die Schuld der ganzen Gentry aun der Feudalen übernehmen sollen. Die erwachendcn Ungarn scheinen aber doch zu spät gekommen zu"seiitz denn die wahre Erkenntnis ist noch früher erwacht. » * . - Aus der Bewegung für die MeMorm ist also richtig eine Judenhetze der chriWichfozialrn Prasse.geworden. Allerdings trägt dieMitschülddaran; daß in dieser Mn katholischm Frage ein. getaufter und ein ünMaufter Jude die Führimg übernommen haben; wogegen wir stets scharf protestiertem Immerhin muß man den Stand- Punkt einhaltenx daß für seine Taten fchtzer Jude ganz' allein die Verankwortüng zu tragen hat und nicht alle anderen Juden mit ihm: gemeinsam. Soviel Wer dir Form- In der Sache.selbst stellt sich Heraus; daß die Tochter des christlichsozialen Häuptlings Weiskirchners selbst eine ungarische Ehe Nach der Scheidung. schloß Damgls sagte die;,Reichspost" nicht, haß .heilige GMr in Gefahr .seien. Sie rdgt sich erst auß? wenn es gegen die Juden geht. ' ' Offener Brief an Mr. Henry Morgcnthau, ehemglMr amierttaMchen Botschafter in Ke«st§rttwofel» Wenn ich mich in dieser Form, werter..Herr, an 'Sie wende, entschuldigen mich die Verkehvsschwierigkeitcn, die gegenwärtig leid-er noch nicht behoben sind, die An« - swegenheit aber, die ichworzübringen ged-enkr ünd wovon ich die Hoffnung hege, daß Sie tatkräftig, eingreisen werkten, um aj^uh elfen, ist so dringend, die Gefahren-uW die Leiden sind so gewaltig, daß meinerseits nichts vefe -säumt werden darf. Zunächst berufe , ich mich auf Ihre Zuführung in einem- Schreiben dato Konstantinopel vom 20.. Mai 1915. das eine Antwort feldeteauf Meine Zuschrift PomUl.-Mai jenes Jahres, und das Versprechen enthielt, „alles Mögliche für die leidenden Juden aitwenden zu wollen". Ich habe daMals eine aufrichtige Beruhigung empfunden wegen solcher Zusicherung ohne sogenannte diplomatische Kniffe und Verkhauserurrg, so daß ich. We^rugt war, daß die Leiden der Jilden in dem vom zaristischen IWaM VesetzW, nigstens gemildert weichen. Als 'später ' die ' Bukowina und -ein großer Teil Ostgaliziens im Sommer. 1916 vom zaristischen Rußland nochmals besetzt würde, wendete Ich mich an Ihren Nachfolger Mr. Abram Ellus, der mir in sejnem SchMben vom 22pSeptenÄer HÄseMn ^Jahres versprach, im J»lteresse unserer Glaubensgenossen nichts ungeschehen , zn lassen. Jetzt aber ist die Lage dieser armen Brüher Piek schwieriger als in den vergangenen Jahren., Biiele von ihnen sind MeiMal aus'Furcht von den Rüssen aus iWr Heimat verjagt worden, Manche findseit/der ersten Flucht infolge der'Zerftöruüg. ihrer Heimstätten und/Bech nichtung ihrer Grißettzen in ihren Zufluchtsorten ans Gebieten der -chenmlig en AKeMichisch-mLgarrsjfen archie bis ans den heutigen Tagegeblicfen, die neuchr Staaten aber, die auf den GMeten dÄc ehevchliMt - Monarchie sich, g eüildet haben, betrachten diese ehcmalijM 'Mitbürger/, ihres Staates als „Ausländer", .trotzdem sie ihre Heimstätten aus Liebe zu ihrem Baterlaftde — arK welchem Grunde die Verbliebenen grausame Marter vom FeiWe zu.ertragen hatten — mit , ihrem bloßen gefeit verlassen haben. So sftrd viele Tausende dieser unglücklichen Familien im Dezember vorigen Jahres trotz wiefep- Hotter Bitten und/Proteste zwMlgsweise ausgewiesen Wovden,.das Schicksal dieser Armen ist sehr hart, ihre Leiden grausam, ln ungeheizten BiePpaggonS -mußten sie läB ger als drei Wochen Merend und hungernd bis nach dem ostgalizischen KriegsgÄiet heruchiziefen, trotz der Pogxom^ angst, nach dem üngliüAeligen und in fer Gchchichte einzig dastehend-en Lembergxr Pogrom, , und litten schwer./an Unterkunft-Mangel, Krankheiten und Hunger. Jnsbeson- Her e> haben die Bukowinaflüchtlin-ge ein, schweres Schicksal zu tragen, dg - sie chort Mr WMlMrkiArn rurnMi^ scheu Machthabern in der. Bukowina/als/„Fremde" betrachtet werden und in ihre ehemalige Heimat nicht

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