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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-01-10 · 2 (10.1.1919) · p. Seite 24

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
2 (10.1.1919)
Date
1919-01-10
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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w.ffngaBwvrli;ga::y?Mggg'j-:s Seite 24 Dr. BLoch'S Wochenschrift Nr. 2 als deutscher Jude ufwj. Zu Men Zeiten ist es vorge^ kommen, daß Familienangehörige, von denen einzelne Ln verschiedenen Landern ihr Heim begründeten und dort ihr.Heimatsrecht erwarben, sich im Laufe der Zeit akklimaffsierten und' sich zu den betreffenden Nationen, jedoch als gute Juden, bekannten. Als ein Beispiel für viele kann die Familie v. Rothschild angeführt werden. Die Repräsentanten des Wiener Hauses bekennen sich gewiß als deutschösterreichische Juden, die Pariser als französische Juden, die Frankfurter als deutsche Juden und die Londoner als englische Juden. An solchen Beispielen sehen wir, daß es nicht allen Juden passen kann, sich vom jüdischen Nationalrate bevormunden zu lassen und sozusagen auf Kommando sich jüdischnational zu bekennen auf die Gefahr hin, - in ihrer Existenz zu leiden oder gar ihr Leben einzubützen, wie uns der bestialische, tief beklagenswerte Pogrom in Lemberg den traurigen Beweis lieferte. Eine offene Frage ist es noch, wie sich der jüdische Nationalrat düs jüdischnationale Bekenntnis der Pxoselyten vorstellt, und es mutz sich gar nicht üm einzelne Handeln, es ist irN Laufe der jüdischen Geschichte vorgekommen, daß kleine Stämme das Judentum angenommen Haben, in den Bund Abrahams sich aufnehmen ließen, in religiöser B^iehung können Pröselyten gute Juden werden und trotzdem sich weiter zu ihrer durch Geburt und Umgangssprache bestimmten Nationalität weiterbekennen. Sehr bedauern wir, daß seit der intensiveren Betätigung der jüdischnationalen Bewegung die Abfallbewegung leider noch zugenommen hat, weil viele intelligente Juden in .exponierten Lebensstellungen, die bisher treu zum Glauben ihrer Väter ausharrten, besorgt um ihre Existenz, es. nicht darauf ankommen lassen können» so wie kürzlich die Militärärzte, unter der wohlfeilen Ausrede, daß wegen der Angelobung erst der jüdische' Nationalrat befragt werden, müsse. Zurückgesetzt, übergangen oder gar entlassen zu werden. Esist für die gesamte Judenschaft nur von Nächstes wenn immer wieder in Versammlungen Bruderzwist durch fortwährende Beleidigungen derZ Mehrheit der Juden, weil sie sich nicht als! nationaljüdisch bekennen, gestiftet wird. Die Führer der Jüdischnationalen sollten doch, endlich einsehen, datz es so nicht zum guten Ziele kommen kann/ es wäre höchste Zeit, die Streitart wegzulegen, die zionistischen Vorträge und! Diskussionen auf Einigung aller Juden einzurichten und mehr" Wert zu legen -auf den größten, begehrenswertesten Schatz, den das Judentum seit jeher kennt, auf die praktische Betätigung ihres herzlich-jüdischen Grußes „Schalom". Julius Philipp. Konstituierung des KultuWorstandles. In der am 7. Januar 1919 stattgehablen Plenarsitzung des Vorstandes wurde wiedergetvählt: zum> ersten Vizepräsidenten Herr Hofrat Dir. Benjamin Rappa- Port, zum zweiten Vizepräsidenten neugewählt Herr Dr. Wilhelm Pappenheim. In der am 7. Jänner 1919 stattgchäbten Plenardie Herren M. B. Eitzler, Dir. Jakob Engel, Ernst- Hirsch, Siegmund Kauders, Eduard Schwarz. Lpopold Simon, Dr. Markus Spitzer, neugewählt Herr Baurat Wilhelm^ Kemp l er. . Die Neuwahl eines Präsidenten blecht emM Mieren Zeitpunkte Vorbehalten, Die Orthodoxie Wr „Jischub-Erez-Jiskoek". Aeber Einladung des Vorstandes der „Adaß-Jisroel" (Schiffschul) fand Dienstag den 24. Dezember 1918 um 5 Uhr abends im Mensa-Saale der „Einheit", Malzgasse, eine große orthodoxe Versammlung statt 3toeofe: Einleitung einer großzügigen Aktion für die Besiedlung Palästinas durch Llaubenstreue Juden. Der Versammlung wohnte ein zahlreiches.Publikum bei, darunter die orthodoxen Vereinsrabbiner Wiens, Herr Landesschulrat Kultusvorsteher Dr. M. Spitzer, Schriftsteller Dr. Naian Birnbaum, Obmann des! Vereines zur Währung der Interessen, des orthodoxen Judentums, Herr Bernhard Hofbauer, Vertreter des „Sinai"-Vereines in Prag, Herr Markus! Ungar, Herr Dr. M. W. Rappoport-Zürich, Herr Samuel R o hn-Lodz, die Redakteure Dr. B lo ch!, Mar H i ckl, Jakob Kraus z und JoMs Krepp elusw, v ■ Die Versammlung wurde mit einer schwungvollen Ansprache Seiner Ehrwürden Herrn Schiffschulrabbiner S. Fürst eröffnet. In begeisterten und. begeisternden Worten schilderte Seine Ehrwürden die große Bedeutung des Heiligen Landes Wr Juden und Judentum. Jischub- Erez-Jisroel steht heute auf der Tagesordnung der ganzen jüdischen Volksgemeinschaft. Es hat aber nie eine Zeit gegeben, wo der Jischub des« Heiligen Landes von der Tagesordnung des jüdischen Volkes .verschwunden war. Vom Tempelberge zu Jerusalem aus pflegten zu Beginn eines jeden Monats Feuer auszuflammen, die den Juden in der Diaspora vom Kidusch-Hachaudesch Kunde gaben, von Berg tzü Berg, bis in die weitesten. Fernen waren diese Feuerzeichen Wegweiser Wr Israel , im Goluth. Die Liebe und Anhänglichkeit zum Lande ihrer Hoffnung verstärkten das Band, das sie vereinigte, verlieh ihnen Kraft tzmb Ausdauer in den finsteren Zeiten lund' Perioden, die sie durchleben mußten. An Erez-Jisroel dächte der Jade bei jeder Gelegenheit, Wr die Juden, die dorthin wunderten, uw ihr Leben in Thora und Amanda zu verbringen, flössen reichlich die Spenden, die .Redarim und Nedawaus". So m denn auch der alte Gedanke an Jischub- Mr^-Jisroel, den schon der Schiffschulrabbiner S. 'Spitz er (secher Zadik liroroche!) nach den ersten Judenpogromen in Rußland propagierte, heute wieder ausgenommen werden. Dem alten Jischub' soll ein neuer angeschlossen werden, aber ebenso wie der alte soll auch der neue Jischub „al taharaS hakaudesch" im^ Sinne und im Geists unserer heiligen Thorä eingeleitet und geMrt. werden. Es soll Wr die Juden im Heiligen Lände eine Heimstätte im Geiste der Thora errichtet werden^ die dortselbst nicht als Flüchtlinge geduldet, sondern die ihr gebührende Stellung emnehmen sollen. Um diese Aktion in die Wege zu leiten, haben wir uns heute versammelt, beschem Haschem wollen wir die Arbeit aüfnehmen. (Stürmischer Beifall.) - Hierauf ergriff der Vorsitzende, Herr Dr. Reining er, das Wort, dankte Wr das zahlreiche Erscheinen, welches das- Interesse dokumentiert, das die Versammelten der erhabenen Idee entgegenbringen, und das! als Bürgschaft des! Erfolges zu bewerten ist. Die innige Begeisterung Wr Erch-hakedauscho war. stets! wach in den Hetzen der glaubenstreuen Juden, ebenso wie die Liebe zur Thora-häkedauscho. Mir wollen im Leiligen Lande eine Heimstätte Wr die Vertriebenen und Verfolgten errichten und schaffen. Wir wollen dort aber nicht bloß einen Jischub! von Juden, sondern einenjüdischen Jischub im' Mahren Sinne des Wortes ,aufrichten. Wir wollen das! Heilige Land nicht als Geschenk eines Siegers nach einem' blutigen . Kriege erhalten, sondern im Sinne des' Prophetenwortes: ft.„Läu bpehail,we lau b«kauacli, ki im boruchi“, nicht mit milWrsscher Macht,

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