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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-01-03 · 1 (3.1.1919) · p. Seite 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
1 (3.1.1919)
Date
1919-01-03
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 ’■; Dir. BkoM Wolle, Paß Wan in Deutschösterrre,ich künstlich ohne hie Grundlage einer geschloGenen .S^eLeljung Mr die Inden die -Anerkennung einer besonderen 'Nationalität fordexa und -sie dadurch nichts pur in-Gegensatz Zju der Gesamt Bevölkerung Dringen, sonderir sie auch von der Mitarbeit an!den gemeinsamen Kulturarbeiten ausschaltcht wolle, M «bestehe leider »eine tiefe Differenz! Zwischen der Kultur der iOstjuden nrH; 'sanier der Westjudeir. Die L'ebensverhältnisseper erstjerech jihr Bildungsstchtd feien so niediriK ihre -Armut nrll) «ihr Wenh so Mgehener, haß Rednep srch! lost die Frage vorgehchltsen habe, ob \t% nicht zwech-' Mäßiger rund notwendiger wiäre, M die Muhe, all das GüD, '.das stuf die jMischnationale 'Agitation int' Westen vjerwetchet werde, auf hie Festung des' 'Kulturzustandes und.der ExistenzbMNgnÜgleN der Juden im' OstGt tzu vserwenden>- >(Bjeffallh Folge dieses Zustandes sei nun> »die Spaltung her Judenschaft in b[ettt entscheidenden Augenblicke, in welche sie zur 'Wahrung ihrer bürgerlichen .Rechtsstellung! und! zur BMinchfungl ihrer zählreichen-Gegner mit gesammelter Kraft in den Wahlkampf) eintreten :Müßte. In letzter Stunde erhebe Rechner Pitz Mahnung, nach außen hin geeinigt aufzutreren unD DM GlMer keinen Einblick in die bestehenden inneren Gegensätze zu gew'iährüu. Wir wollen das dolle Bürgerrecht in der demokratischen Republik Dieutschöster-; Leichs, wir wollen jäbtr auch, Lüe Pflichten als getreue .Staatsbürger 'voll pnd ganz erfüllen. Hier ist unsere Heimat, Hier heißt es leben, kämpfen und die dolle Freiheit «erringen! (Hanganhaltender Beifall.) Die Versaimmlung bereitet HM Redner eine stürmische Ovation.) Stud. «phil. Ludwig Weiß erklärt, daß ein großer Teil der Mischen Studentenschaft sich! voll und ganzauf den sStandi'Mtkt der von der „Union" veröffentlichten Kundgebung stelle. - Dr. -Bruno .vow Po l la ck äußert Zweifel darüber, ob der Borstaich der „Union" berechtigt war, ohne vor-l Herige-Mfragung her Mitglieder die veröffentlichte KuIlh^' gebnng zu heschliHsen' Unter 'sem-chn Präsidium'sei eine andere Resolutton ^schlossen worden, die ihn allerdings bewogen habe, vohn^ Präsidium zUrückzutreten. In dieser Resolution-sei die Möglichkeit nationaler Sonderrechte fM Die OMuden aus Muno Der Siedlungsverhältnisse da>/ selben eiNgeräumt worden und nur für Deutschöstürreich wurde diese-Möglichkeit bestritten. Zahlreiche Mitglieder der. „Union?" sin feer Tschechoslowakei haben sich mittlerweile zum "Wischnationalen Standpunkte "bekannt. Zum mindesten.Hätte hie heutige Vereinsversammlnng als Neneralverschnmlung einberufen werden muffen. Vorsitzender ..Dr. Arnstein erklärt, die Rekrtzni- . Nation ch.es Heprn Dr. .von Pollazck gehöre vor die Generalversammlung. Der Vorstand der „Union" führe setNFAmt krast des Mandateswelch.es chm die Mehrheit ' der Generalversammlung jerteilt habe, und der GeneralrMsaMmlung ^werde -es obliegen, darüber zu urteilen. Tieri Vorstand sei nicht nur berechtigt, sondern geradezu perpflichtet,/Zu aktuellen Fragen, welche die staatsbürger-t loche ^Stellung der Judm betreffen, unmittelb ar Stellung zu mehmen. Die Majorität habe gegen Dr. von Pollack entschieden, machdeM wiederholt eingehende 'Besprechungen /auch mit den Whrern'dier jühischnätionalen .Bewegung fftattgefunden Und'.der Vorstand in mehrfaches Resoluttonsentwürstn /die Mand^ zur Ueb'erbrückung deL vorhandenen.Gegensätze habe bieten wollen. Wenn echw zstlne Mitglieder der „TUtÜori" in den letzten Wocheu ihre Anschauungen -geändert hätten, so ändere dies nichts; an chen Nähten und Pflichten des Vorstandes.' Es hübe Manch 'Herr Dr. von Pollack als Präsident der „Union" ohne Wissendes Porstand-es! sich in das' Präsidium des! Misch'en Matioualrates wählen lassen und es hat sich gxAigt, 'haß diese Heiden FunMonen miteinander unveM DWar lMrM Me svWg Hier der Hinweis auf die MoWen Wrist ' ' Nr. i Mitglieder in der Tschechoslowakei eine Berechtigung) habe,!zeige dije jTsttsach'e, daß! im ganzen W er individuelle Anstrittserklärungen.aus Böhmen!eingelangt seien, wäh-, rend.seit Veröffentlichung des Aufrufes 220 neueM!jlt-tz glieder beigetreLen sinh. (Beifall.) Dr. Plasch kes polemisiert gegen Dr. Dsner und - wirft chm vor, daß er seit zehn Jahren nichts gelernt und nichts vergessen habe. Die Ausführungen des'. Redners errlegen in der Versammlung starke UnrUhe- und Proteste, als der -Redner erklärt, daß die Resolution ^vei iLjügen enthalte. - - Herr Oskar Schnabel führt ausdaß 'in diesem) ernsten Zeitpunkte, 'in welchem' wir an dm Aufbau eines' neuen Staatswesens und gn die Sicherung der blürger-i Wien Rechte hier Juden gehen, ist es unstatthaft, die innerhalb der Judenschaft bestehenden Meinungsverschiepenheiten ,zu Midchtschaftlicher lErbittürung zu ^steigern., Ob MaubensgMeinschast öder Nationalität, daß fei eins sDpktorfrage. KZir hätten aber unMiillePiar praktische Arbeit,zu leisten, Debhafter Beifall.) Herr -Bernhard H o fb'a neu bekennt sich als ortho-r doxer Jude zum Standpunkte der „Oesterreichisch-Jsraelitffchjen Pnio^", daß die Jndpn nur eine Glaubens-, gjeinteinschLst Hilden', und warnt' vor einem jüdische Wählkataster, welcher leicht zur Boykottierung dejr Juden sin kleineren Orten führien könnte. > Es /sprechen noch von zionistischer Seite die Herren N eb eng;a hl Und Klabin ge r, worauf Hofrat Dyktor Jöwn er soie Diskussion mit einchn Hinweis darauf Mchlie'ßt, paß hie AnerkeMung! enter jüdifchern NatiojN nnzweifelhäftUur MnwMurP des' Prinzip s Ä e r P >e r-r z e n t u a l i it |ä t >anf lallen Gebieten des öffentlichen LÄ>'en)s! Mhven (müßte. Die ZUlässung per Indien zu ddn Mittels und Hochschulen, ihre Mtstellnng in der Magistratur, hie Verleihung 'konzessionierter Gewerbe usw. würde lediglich mach dichn! Verhaltniffft ch'rdr Zahl Wr Gesamt-s. Lsevölkerung szugestandpn werden. Dias' wollen, ja ar-h? die (Antisemiten christltchsozialer '-und deutschnationale^ Couheur, :und deshaW.findet die Mischnationale Bewä gung ldie größte lAnlerkermung und Förderung gerade Ln den.^antisemitischen Blätterp. (Zustimmung.) In .'vorger-üjckter Stunde schließt der Vorsitz ende die Versammlung mtSit der. Erklärung, daßs die „Union" Ln den bevorstehenden heißeilt WlahlkäMpfen unbeirrt ihrje? Pflicht -erfWen werde. . .JühiMDls WeDwMmWml in iSrez JProek. Hund erteihilflpserWaiseniM Lande'der Väter!wigren jdes' Krieges Gegenstand unserer Fürsorge. Von fortlaufenden Spenden zur StillnNg siuigeMicklicher -Not MgefehÄt^ haben wir Jahr Mir» Jahr ein beschÄdchtles! chapitial Kur . Gründung von W'lais euh eL,w'en Mch dem Kriege beim Bankhause S. M. von iRothfchW MrMlrgt. Run gilt -es, imit geschnmelter Kraft diesen Man aüsKuMrqn und zu»- . nächst die jüdischen Waffen, die im heiligen Llandie ge-l bvren Und akklimatisiert sind^ zu brauchbaren Menschen? und jüdischen Mliurträgepn izn erzichen, die für dcht Wiederaufbau pes Landes einen wertvollen GruNdstMk bieten Können, s In KandWirtschaft und Handwerk solleic ausere ^Zöglinge a.usgMldet und auf der Grundlage: des chöerlieferten iJudeNtuMsM i'eczogen werden. NnWsi Anlagen denken -wir uNs rn einer lanöwirtschäftlichem Ansiedelung. Riäch dem' b'ewMrten Vorgänge etwa des' syrischen ^Waisenhauses fn Js)rusalM hoffen wir, schon; nach Einigen Jahren die MhaltunMosten aus dem!Erq trjäMis per Arbeit nnserleh' Zöglinge decken zu timne«; Die hei p.ns ausgebWetm' Meister werden die Ldhffer der machfolgenden JugM fein. ,

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