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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-12-20 · 50 (20.12.1918) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
50 (20.12.1918)
Date
1918-12-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite ss6 Dr. Moch's WoHensHrist »k, 50 Man sieht, aus dieser Nachricht, welcher Niedrigkeit die Alldeutschen fähig sind. Diese scheußlichen Hetzer, denen wir es zu verdanken haben, daß wir nicht längst schon in Frieden und Ordnung leben, fürchten sich natürlich vor der Rache.' Um diese zu verzögern, treiben sie die Politik jeder verkrachten Reaktion, die Judenhetze. Einer von diesem königstreuen, kriecherischen Gesindel. das zu Hause bis züm letzten Frontsoldaten kämpfen wollte, hat sich, als roter Revolutionär verkleidet und wollte den Juden das Schicksal bereiten, das seine Partei der Kriegsverdiener und Kriegshetzer verdient hat. Er hat jedoch rechtzeitig seinen Fußtritt gekommen. Herr Kunschak hat auch versucht, seinen niedergehenden Stern festzuhaltrn und hat am Parteitag der Christlichsozialen seinen gewohnten rüden Antisemitentons hervvrgeholt und mit Drohungen vermengt. Er sagte, man wolle Dr. M a t a j a,. Dr. Ierzabek und ihn nrund- * tot machen (bestellter Zwischenruf: Weil sie immer anüsemitisch reden!). Das werde aber nicht gelingen, wenn es auch jene Leute wünschen, denen man alles Unglück im Kriege und nach dem Kriege zu yerdanken habe. Es. sei in den letzten Jahren von nichts, anderem gesprochen worden, als von der Abrechnung. Die Juden wissen, wenn das Voll die Abrechnung langsam vorb-ereiten werde, müsse sie grauenhaft werden. Der Kampf gegen die Altäre solle nur von den wahrhaft Schuldigen ablenken. , Armer -Götze .der Ehristlichsozialen! Er strengt sich sehr an, um das Volk tzp seinen Altären zu bringen, aber es wird, ihm nichts nützen. So dumm ist niemand mehr, daß er die Kriegsschuld und den Wucher .der christlichsozialen Agrarier und Feudalen übersieht, und wenn die Abrechnung kommt, werden diese zu zittern haben. Kunschak möge also auf'die Anrufung der niederen Instinkte im Interesse seiner eigenen Partei verzichten, sonst kann er eine überraschende Liste von Kriegssündern zu lesen bekommen. Aus Marienbad sendet man uns die beglaubigte Abschrift nächst ehenden Aufrufes: „Die BezirtshauptmannschafL in Marienbad, im Einvernehmen mit dem BülMrmeisteramte in Majrienbad, beauftragt mich, den Kmegsflüchtlingeu aus Galizien und der Bukowina behufs Abreise in die Heimat nachstehendes bekanrdzugeben: Sämtliche Kriegsftüchtlinge aus dem Osten, ohne Unterschied, ob dieselben in staatlicher Unterstützung stehen oder nicht, werden ausgefortErt, in die Heimat abzur eisen. Zu diesen: Behuft sind .alle Familienoberhäupter 'verpflichtet, präzise Montag den; Dezember 1918, vormittags 10' Uhr, in der Amtskanzlei der Bezirkshauptmannschast zu erscheinen und alle vor kurzem erhaltenen Freisahrtsenkpfehlungen und Legitimationen mitzubringen, wobei aufmerksam gemacht wird, daß die ^Behörde entschlossen ist, alle jene Familienoberhäupter, die dieser Aufforderungen nicht Nachkommen, noch am selben Tage - durch die Sicherheitswache vorführen zu lassen. Die Abreise, der Kriegsjlüchtlinge erfolgt in einigen. Tagen, und zwar Mittels Transportsammelzng, wobei es jedäm Kriegsftüchtling fueisteht, sich auchin eine Stadt seines Heimatslandes zu begeben." Obwohl ich diese Maßregel der Behörde als ungemein druckend anerkenne, liegt es doch im eigenen In eresse der Kriegs ft üchtlinge, dieser Auffo rd erung zu entsprechen, da mir auch vo Jüdischen Nationalrat in Pr ag di e. Aufford erung zukam, die Abreise der Kriegsflüchtlinge unverzüglich vorzubereiten. Ich mache daher auf alle Folgen einer 'etwaigen .Außerachtlassung dieser meiner Aufforderung aufmerksam und betone, daß, jeder Kriegsftüchtling, der dieser Anordnung nicht entspricht, unter den schwersten Folgen von hier abreisen wird müssen. Auch'diese Maß- . regel, von behördlicher Seite erlassest, ist ustgem'ein s schwer, doch dagegen ist nunmehr kein Rechtsmittel mehr möglich. Ich stelle daher die Bitte, meiner Aufforderung vollends zu entsprechen, dasrit ich noch, die Möglichkeit habe, bei geordneten Verhältnissen für! eine geregelte Abreise Vorsorgen zu können. ■ - 1 t Marienbad, am 7. Dezember 1918. Hilfskomitee für Kriegsftüchtlinge aus 'Galizien und der Bukowina. < Der Obüranni Fritz Buxbanm 'm. p. ' Der Prager '„Jüdische Nationalrat" entwickelt sich immer seltsamer, und 'seine Leistungen wetteifern mit den schlimmsten Auswüchsen des einstigen Moschkotnms. Wo lange Marienbad deutsch,war, blieben diesjüdischmr Flüchtlinge unbehelligt, wie denn ,anch die deutschösterreichische Regierung Rücksichten der Humanität und 'Zivilisation gellen läßt. Kaum ist Marienbad von den '.Tschechen besetzt, erhaltendie unglücklichen Flüchtlinge sofort den Befehl, nach Galizien znrückzureisen, und .ein jüdischer Nationalrat bietet seine Kand zu solch heimtückischer Grausamkeit! ' ’ /;;. iDer Rücktransport muß sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen zu einer 'Katastrophe ohnegleichen gestal-. ten. Schon jetz liegen Nachrichteir vor, wonach einwaggonierte Flüchtlinge bereits 14 Tage nnterwegs'sind, ohne daß man ihnen die Möglichkeit gibt, irgendwo Aufenthalt zu nehmen. _ Man sperrt die Flüchtlinge, wie die „Wiener Diorgen-Zeitung" berichtete, in emeü "Viehwagen und man laßt ihn ab ,auf die Wanderung. Ein solcher Fluchtlingstransport kam" nach Krakau, wurde von dort nach Lemberg weiter expediert, von da wiederum zurück .nach dem Westen dirigiert; so ein Zug stürd herumgeschleppt xm schweren Winter; Greise, Weiber und 'Kindex ohne Brot und Wasser, weil die Gewaltherrschaft der angeblich so -freiheitlichen Tschechen galizischen Juden, auch nur bis züm Frühling nicht dulden will. Der Prager „Irdische Nationalrat", de;r telegrafisch vor ganz Europa als Kronzeuge sich gemeldet hat, daß die Prager Exzedentekr gegen die Inden .„tatsächlich durch. offenbare Provokationen zu den Ausschreitungen aufgiestachelt, wurden", hat sich auch! dazuhergegeben, bei der Austreibung der Flüchllinge-ausl Marienbad mitzllwirken. . > Das slawische Komitee bittet die russischen . Kriegsgefangenen, nicht heimzu reis e n, da die 'Verkehrsverhältnisse sehr ungünstig sind, Plünderer und Räuber die. Fahrt gefährden. Der Jüdische Nationalrat. von Prag „fordert" die galizischen Flüchtlinge auf, unverzüglich, nach Galizien Zurückznkehren. , Die Ailfgaben, zu welchen der Prager „Jüdische Nationalrat" sich hergibt, sind wenig würdig, machen dem Judentum keine Ehreu ' VerMimnMrbeit. Von Abraham Kohane, derzeit Prag. Pieine Sünden muß ich eingestehen. Es gab Zeiten und ich walr der -Ansicht, daß wir unseren Kampf dem polnischen Volke gegenüber gründlich und radikal auskämpfen müssen. Daß -vir keine Konzessionen machen, sondern im Sinne des Talmud N."," flK pTT mp- ,-dm Berg mit unserem Mecht durchbohren".. AngesWch

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