Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-12-13 · 49 (13.12.1918) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
49 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022350--27400-3052814
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Satte . 798 Dr. Bloch-'S Wochenschrift Nr. 49 Deutschösterreich, .Mädchen-Unterstützungsoerein, Rekonvaleszenten- und Kmder-ErholungSheim „Philantropia", Allgemeines Oesierreichisches Israelitisches Tanbstummeninstitut, Verein zur Errichtung von Volksküchen nach israelitischem Ritus, Verband der galizischen Humanitären Vereine in Wien, Tempelverein .Schomer Israel", Ternpelverein für die Bezirke Wieden und Magrreten, Tempelverein für Mariahilf und Neubau, Tempelverein für den l0. Bezirk, Tempelverein für den 13. Bezirk, Tempelverein für den 19. Bezirk, Tempelverein für den 20. Bezirk, Verein zur Bekleidung und Unterstützun§ armer alter Männer. Verein zur Unterstützung armer kranker- Israeliten, Wiener Warmestnden- und Wohltätizkeits-Verein, Zentral-Krippenverein, Israelitischer FraueumohÜatigkeitSverein für Wieden und Mazareten, Weibliche Fürsorge, Zionistisches Landeskomitee für Dmtschösterreich, Präsidium der Oesterrcichischen Mädchen- und Frauen-Lrga, Israelitischer Bethausverein „EmunaS Aves", Verein der Kinderfreunde zur Bekleidung armer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk, Prater BethauSverein „Tefilath Jeschuron", „Zukunft", Verein zur Förderung schulentwachsenar verlassener Kinder in Wien, Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von kunst- und historischen Denkmälern des Judentums, Israelitischer Frauen-Wohltttigkeitsverein im 1. Bezirk, Vorstand und Schwestern des „Vereines zur Gründung und Erhaltung der Kaiserin. Elisabeth-Institutes für israelitische Krankenpflegerinnen. Trauersttzung des Kuttusvorstandes für den Verewigten Khrenprästdenten Ar. Alfred Stern. Am Sonntag den 8. d: M., 10 Uhr vormittags) fand in öffentlicher Plenarversammlung eine Trauyrkmrdgebung für den verewigten Ehrenpräsidenten Doktor Mfrä) Stern statt. In dersMen erschienen die AngchHrigen des Verblichenen, der gesamte Kültusvor'stand, die Beamtenschaft und Vertreter Zahlreicher Korporationen und Anstalten. Der erste Vizepräsident Hoftat Doktpr Rappaport hielt 'den folgenden Änchruf: 9!ede des ersten Vizepräsidenten Wfrjat Dir. RMmport anlLWch! der TrjanmKmdgebung am 7. Tiezembrr 1918. Trübe und düster wie der Dag ist unsere ^StiNN- Mustg. Wir betrauern den Heimgang des letzten Präsideuten Dr. AlfrÄ) Stern. "In den ersten Tagün des Monats Novchrbrr hat sich Dr.MftÄ» Stern als 'PW sident vom 'Kultusvorstande verabschiedet und wenige Wochen darauf -entbieten wir ihm als 'Ehrenpräsident an seiner Bahre die letzten Wschiedsgruste. Durch 30 Jghre hat er feine Kräfte Gr den Dienst Äer Kultus^ gemeinde gestellt, andererseits war diese Tätigkeit der Nährboden, -aus -KchN er die Stärkung senwr Kraft zog, war diese Tätigkeit die AljaMNe, die seiihe Ljebensgeister bis in Ms hohe Mter wMn und w'ach erhielt. Mit dem Erlöschen dieser Flanmie erlosch Md darauf sein Wb'en'slicht. UÄier die großen Verdienste, welche der verblichene Ehrenpväsidient unserer Gemeinde Dsr. Alfred Stern sich um' die Entwicklung der Wiener rsuaelitischen Kultus-! geurNmde und — miau ffoitfrt füglich sagen — inrti 'düs! Judentum im jallgeuvernen erworben? hiat, habe ich an der Bahre dieses bedeutenden Mannes! namens des 'Kultus'-i Vorstandes bereits dasjenige gesagt, was Ort und 'Zeit Ar sagen 'gestatteten. Mer Wer,, an der Stätte seiner segensreichen Wirkflunkeit, zn diesem' IRjauMse, wo fein als auf Grund des sogenannten Judengesetzes vom' Jahre 1890 unsere -Gemeinde an die Verfassung, unseres Sta-t tutes schritt, war Dir. Alfred Stern -Äs Obmann des damaligen 'Rechtssektion die Seele jener aus Jahre sich erstreckenden VerhaMüngen, die sich um' so schwieriger gestalteten, als >es schon damals galt,, die bedrohte Einigkeit der Gemeinde nicht etwa durch Zwangsmaßnahmen gegen die feine oder die and'srie Richtung, sondern durch verständnisvolles, entgegenkommendes Ausgleichen der einander widerstrebenden' Wünsche retten und Mr alle Zeiten zu sichern. An dieser .Einigkeit und EinheitliM Feit unserer Gemeinde mitgearbeitet, sie während seinW jahrzehntelangen Tätigkeit im Vorstande und als Prä--, sident erhalten zu haben, war .sein größter Stolz^und bleibt sein größtes Perdieilst. Das waren auch! die leiten» den Gedanken seines Regimes, diesem Bestreben entsprang ,auch die Schaffung einer Reihe von! 'Institutionen und ritueller Einrichtungen, welche denWünscheu der Vertreter, -selbst der konservativsten Richtung, entsprachen. . In der 'inneren! Verwaltung Der Gemeinde kamen unter seiner Leitung jene konservativen Grundsätze zur Geltung, welche ihn, denscharfsinnigen Juristen, auch persönlich auszeichneten.- Maniz besonders kamen diese Vorzüge bei der Erwerbung Des -GMndes für den neuen Friedhof/ bei der Erwerbung dsr für die Arrondierung des Gemeindehauses unerläßlich gewesenen Grundstücke, bei der' Sicherstellung "des' Grunde für das Kinderspital und als eine der letzten .Transaktionen, bei der Erwerbung des Kollerhauses «für den Wiederaufb au oes Beopoldüst Jahrzehnte hindurch gewaltet hat, hier soll in 'Ergänzung des 'bereits 'Gesagten all dessen gedacht werden, was Dir. Nfüed Stern her Wientzv KultusgeÄeinde, dem Judentume Oberhaupt gewesen ist, und 'uns nochmals vergegenwiartigen, was' wir durch seinen Abgang verloren haben. ~ In die Anfänge des Merdegangies unserer Kultusgemeinde müssen wir ans! izurückversetzenj, wlenn wir von der Tätigkeit Tr. Mfr-ch Sterns 'im jüdischen Lieben sprechen wollen. Dienn Hrnge bevor pc in den Kultus-» Vorstand gewählt wurde) hat er bereits als GeMeiindsrat Der Stadt Wien und jals emfacherlJude in Wort und Schrift für die Rechte der Juden und für den Rechtsbestand unserer MeMeuäre seW Stimmje ptfyohen. Und Wohlfahrtseinrichtungen in unserer Gemeinde in Dir die Allgemeinheit vorteilhafter Weise geltend machten. Diesem gesunden, das Vorhandene erhaltenden und mit Vorbedacht uusbaueuden Grundgedanken in der Verwaltung der Gemeinde, von dem er trotz vielfacher Versuchnngen niemals abwichist ieis! auch zu' danken, dast die Wiener Kultusgemeinde im!Rcch>men> eines stetig ansteigenden Bugdets ihren vielfachen Aufgaben gerecht werden konnte, ohne das Gleichgewicht ins Schwanken zu bringen. Dr. Alfred Stern kam,ans der politischen Gemeindestube in die Beratungsstube der 'Kultusgemeinde. Die Kämpfe, die er dort gegen eine Damals Mächtig aufstrebende judenfeindliche Partei für die 'Rechte der Juden aussocht, bleiben ein iRuhMesblatt in der Geschichte seines. Leb ens. Dlie traurigen Erfahrungen die er dort mefte, führten ihn M der Äeberzeugung-, dgß es,Pflicht der Kultusgemeürde oder zumindest des Präsidenten derselben sei, die Autorität, die ihM die Präsidentschaft -ditzr zweitgrößten Gemeinde -Guropas auch außerhalb' des RahMens Des 'Gemeindestatutes verleiht, in die Wagschale zu werfen, so oft Ls galt, die Bürgerrechte bför AudM in unserem Lande und Mlch im Auslande zu verteidigen. So Wen wir Dir. Alfred Stern rastlos tätM an dem' Aufbau der Rechtsverhältnisse der Juden rn 'Oesterpeichin seinem unausgesetzten Bemühen, eine autoritative Or-i ganisation der Gesam'tjudenschaft Oesterreichjs zu fchaft fen, sahen, wie er kefnen! Anlast vorMergehen liest, geigen die Verletzung des' Staatsgrundgesetzes gegenWer den Juden an den maßgebenden Stellen in aufrechter, energischer Weise Stellung zu .nehmen, wie Lr^äks Vize-> Präsident und später Präsident der Israelitischen Mtianzj zu Wien Pei Den m den letzten Jahren^ leider allzu häufig gewordenen traurigen Anlässen für .unsere Waubensbrüder in den Ländern der Anteird'rückung in polident tje'Z Komitees put Schutze der Juden W Ostetzr ä»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.