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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-12-13 · 49 (13.12.1918) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
49 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 796; , "Dr. Bloch'S- Wochenschrift- •*./•, - . Nr. 49 Mit Dn ist ein Mann Ms unserer Mitte ME gen, her mit Leib und Seele, mit gWhickrder "B^eiste- UHig, mit Giergie und Selbstaufopferung für die hohen Ziele unseres Vereines gewirkt hat, des Vereines, dem M durch I5 Fahre pls Mitglied des Vorstml-des, in den letzten Jahren M seiner Spitze stehend, angehört hat. ist eine eigentümliche Schicksalsfügung, daß. er gerade %u girier 'Zeit 'sein jLeben beendete, in welcher jene fluchwürdigen Kreignungen in bisher ungeahnter Form und Ausdehnung sich vollziehen,.Ereignissen, gegen welche anzukäm'pfen den hauptsächlichen Inhalt seines öffentlichen Wirkens bildete, das! aus den Aampf, auf den erbitterten Kamps gegen die Vergewaltigung und die BedMknng unserer GlaubeNsgenosseu eingestellt war. Der Kamps Wr das.«Judentum, für die Freiheit seinG' Glaubens, für fofen Schutz seiner 'Rechte war die Ljebensdevise des Dahingeschiedenen' - Zu seinen schönsten Reminiszenzen, die er oft und. oft erzählte, gehörte die Erinnerung! an die Zeit, in welcher er vor fast vier Dezennign an der österreichischrussischen Grenze Wochen hindurch. hingebungsvoll die Arbeiten der HAfsäktion 'leitete, diie es.ermöglichte, daß Tausende und'Tausende armer Juden aus Rußland, von Hans und Scholle vertrieben, jenseits des Ozeans eine neue, bessere Keimstätte fanden. Das war sozusagen feine erste Waffentat. " Mit derselben unermüdlichen Tatkraft ist er später-' hin in Wort und Schrift unbeugsam' und unerschrocken für die Rechte unserer Glaubensgenossen in Rumänien emgetreten. Und nodji in den' letzten Wochen, als die erstjen Schreckensnachrichten aus Galizien hieher/drangen, hat er sichwiewohl Frank Und ffiechmit nngeschwächtem Feuereifer an die Spitze dser^ Hilfsaktion gestellt. Bis zu seinem hohen Grelsenalter, As in seine letzten LjÄ'en'stage blieb er .kraft seiner jugerrdlich-M Impulsivität, seines fortreißeutLN Temperamentes und seiner hohen BegeisterungsfähiMit der prädestinierte Führer im Kampfe unserer Feinde. Run ist die ^Streitaxt feinen Händen entsniEelu, der Feuergeist ist erloscherr, das warMfühlende Hech stillgestauden, nnd -seine irdischen .Restsh, befveit von den Sovgen und Mühen des Kcmrpsesziehen hinaus in die Gefilde des iewiMr Frizens!. . , Urtter derr -verdienstvollen Männern aber, die zu allen Zeiten Mr das Schicksalslos unserer Glaubens^ gerwssen, die um ihr Bekenntnis leiden und dulden, gei kämpft und «gestritten haben!, wird sein Name immerdar in vorderster Reihe nnd ist ehrenvollstcir Weise genannt werden. Sein lArstrestken bleibt -gesegnet. RM Ws Herrn Wrof. Dr/A. SchivaM. Rftktor der iftajel.^ ’ Mal. MMnstzstt. . „Es verblaßt der Morch, beschämt ruht die Sonne, denn es tritt der Ewige per Keeresschaxen'' die Regierung M auf dem Berge Zion pnd in ^ruMlem, und se'.njen' Aeltesten gegenWer Hält mstn die Ehre hoch-." Mit diesem ^Worte des Propheten -Jesaias (24, 23), Alfred? Stern, trete ich! (au deine Bahre heran, nm 6jx iut Namen der israelitischen theologischen Lehranstalt den Scheidegruß zu enWieten, um pl-r die letzte Hüldiigun'g mrt dAml euren hebräischen Worte 1*ijD darznbringen, um' dir zu sagen, daß, tt>Mst Hst auch zu einer Zeit von dannen gegangen, da der Halbmond ganz verblaßt nnd ^Könige, -die stch! Götter dünkten, KuschanZen werden; Zu einer Zeit/ W. jatte Mstr^n N jdest StaM sinkest, und alle königlichen Auszeichnung^ wie Spbeu VVM Winde verweht werden, du dennoch einer Krone dich erfreutest, übler welche kein Erdensturm, keine'Volksbewegung, keine Äte- ' volution Macht erlangt. DuHattest die Prachtkrone des Greisenalters, die tiNdtSN (ßpr. Sal. 16, 81) von dem Gotte erhalten, der.aus^Z'ioN thront und Ser seinen Lieblingen nicht bloß langes' Neben 'schenkt, sondern auch euren mit den zunehmenden Fahren an Klarheit und Tiefe zunehmenden Geist verleiht. Deine- Krone war eine w m.£5J (Ps. 21, 4); nicht weil rs «87, sondern weil 'TD Feingold bedeutet, weil deine Ged'cmken nrrd Ween bis Mnz Zuletzt reines, .geläutertes Gold blieben.. Du warst nicht bloß einer unserer'Alten/son^ dern einer pon den Aeltesten Mattes-, von jenen, welchp Gott $u Führern seinfes Volkes ^insetzt, einer der Aeltesten, die, weil sie Schwungkraft besitzen, dem Wischen Volke Flügel verleihen. Alfred Stern, ich Zähle dich zu. jenM jüdischen Männern/welche Fesaig Genie Gottes Aeltsste genannt hat; deust du warst nicht allein als Präsident unserer ^großen Gemeinde, sondernauch als VizejpMident unseres Kuratoriums lein (alter DS~s?y. fein d:is im Mjudischen Sinne des Wortesein Führer, dessen Losung das Wort Moses" gewesen irpp.ül YS^Vj'D. Mit utw serer Fugend und urit unseren Alten wollen wir gehen (Exod. 10, 9). Du warst ein UÄtester von. Gottes! Gnaden; daruM vergaßest du es';niemÄs, paß nur eine einheitliche Gemeinde, stur das'ungeteilte.Wische Volk ver Fahnenträger des emig-mnzigea Gottes sein könne; darum sprachst du auch. Zuletzt! Gewiß gebührt der Vortritt delr ^Ju^erch, doch nur'insolange, als sie nicht vorwärts stürmt,- stur insoweit, als svtch: die Alten, ihr -—-. ich sage nicht folgest Wunen, fb«? dern folgen dürfen. Zu einem Führer depfJstgend und des -Alters hatte Gott, pich bestslkt, denn du liebtest deine Religion, du liebtest dein Volk und sein heiliges Schrifttum. Du hattest aber auch die erhebendest Geistes^ gabendie zu solcher Führerschjaft VerechttgeN und befähigen, vor ,'allem, .einen eisernen. nnbeügfamler^Millen und einen krifliallhellen weise und tief blickenden Versiaird. Und wenn dein eiserner'Wille auf einen gleichen stieß, dort Kirrten, dort schöpften sich, dort glätteten sich aber auch die-Waffen. Wo dein scharfer Verstand dem wechten Verständnis begegnete, dort ließest du dir den Widerspruch ruhig gefallen, denn Verstand und Verstände nis führten Mr Verständigung. Djas darf, ich dir viel-i leicht eher ja'ls Manche imrdere inA Grab nächrühmen. Tief ergriffen, trauerpnd wehmnterfüllt stehen wir an deiner. Bahre, nnd weim wir nns auch sagenb^--^ Vh^NO HT-iTi (Jer. '51, 5),. daß Gott sein Volk nie-^. mals verwaist bleiben Aßt; wenn >es> auch unserer großen Gemeinde an. Männern des Geistes!, ,der Tat- und Willenskraft nicht fehlt, wenn Mch der^ MM Führer geeignete Mann vorhanden ist, beschleicht uns doch die bange Sorge &i££'n West. .41) 38), ob wir ihn finden werden, den Mann, der vom göttlichen, acht jüdischM Geiste belebt p.nd 'beseelt ist. Du wirst uns recht, oft fehlen; deinen weisen Rat werden wir bei jeder. Gelegene heit vermissen, jabEnm D Mniger werden wG in' Liebje nrrd Dankbarkeit deiner gedenken. Hab' herKinnijgen Dank für deine'Liebe nnd- Treue/für dein Wohlwollen urrd deine Freundschaft! Zieht hin' zu deM Wotte, dev auf Zion thront. Dort wsrd dir, dm du allwöchentlich! die Sidra onrchgegangen, ientgegentö.nen 'das Wort unseres Wochenabschnittes yzsb iN^pn. Man rufe ihm Hstldigungsgrüße W Wen. 41, 43). Min'e Kollegen haben dir gehuldigt; sie haben dich znM MrenpräM dertten ernannt. Äfted Stern, dn warst mehr, du warst ein P r >ä s i d e n t d e r^ E h r e; denst dir ging die Eh^rh . deiner Gemeinde, die EH'A heinjes Volkes'Mer allest ',)51 Angesichts aller bei Gott wei-> lenden Aeltesten wird bas Wort Ehre dir entgegeMnÄr. Ehre dem Präsidenten der Ehre! Alfred Stern, ich grüße dich, auch in unserem Äethause wird dein Name stets in hohen Ehrengenannt werden. Dein Andenken wird .steM Äin ätzseMetes' sein nnd'blMen. Amen. -

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