Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-12-13 · 49 (13.12.1918) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
49 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022350--27394-3052808
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

-Seite 792 Z>-7 Msch'ö Wochenschrift nistrütion NeW 'Blattes oder M die FsraMtische Mranz, 2. B^ickk, Untere Donaustraß^ 33, direkt gesendet werden. _ * Dokumeuis der polurfchen Freiheit. (Aus der /.Arbeiter-Zeitung".) Zwei polnische Dokumente werden uns in beglaubigter Abschrift zm Verfügung gestellt, die wir in Aebersetzung veröffentlichen: Platzkommando Kommando der Erpedition Sanol. - Sanok-Chyrow. An die israelitische KultusgeM'einde in llstrzyki dolne. Es wurde nun bestätigt, daß die jüdische Bevölkerung an den Kämpfen der Hajdameken gegen das polnische Militär teilnimMt, das int Auftrag der polnischen Re-, gierung Ruhe und Ordnung in das Land bringt. , Infolge dieser feindlichen und verbrecherischen Handlungen haben schon drei unserer Soldaten den Tod erlitten. Die Täter werden dafür -persönlich haften. Die israelitische Gemeinde, die das ni cht v erh in d er te, hat unter dein! Titel der Strafe einen Betrag von 300.000 Kronen iM Verlauf einer Stunde zu zahlen. IM Falle der Nicht ein Zahlung werden die jüdischen Häuser boMbardiert oder mit Dynamit gesprengt und die Strafe zwangsweise, eingehoben. Der Offizier, der dieses Schreiben zustellt, tst gleichzeitig bevollmächtigt, obige Summe in Empfang gu nehmen und zu quittieren. Astrzyki, 24. November 1918. _ Swoboda, Oberstleutnant, KoMMandant der Erpedition. Protokoll der UebernahMe im Sinne der Zuschrift des Kommandos vom 24. November 1918. WbgenoMMen wurden a conto bar Kr. 3.900.— 25 Stück Rote Kreuz-Lose zu 20 Kronen „ 500.— 1 Postsparkassenbu-ch der Frau Sophie Apfel „ 2.000.— Eisenbahnvorschub für die FirMä Faltner L Dattner „ 15.837.82 3 Stück österreichische Kriegsanleihe ' ä 1000 Kronen „ 3.000.— Bargeld bei Dr. Sterner uttft Bürgermeister Frankel „ 34.100.— Zusammen Kr. 59.337.82 Zusammen in Barem und Papieren in Werten.... zur Aebergabe an Oberstleutnant Swoboda übernommen. Szczepanöwski, Ingenieur-Oberleutnant. Hiezu wird uns zur Erklärungnoch mitgeteilt: -Wrzyki ist ein kleines jüdisches Nest in Westgalizien mit 3400 Einwohnern. Der siegestrunkene GeneralRoja (ehemaliger Provisionsagent der Austro-Americana!) hat dorthin seine „Heldentruppen" gesendet, UM neue Lorbeeren und neues — Geld zu holen. Dreihimderttausend Kronen sollten aus der ArMut des Kleinstädtchens erpreßt werden! Sonst kündigten die Herren (armer Koscmszko, wem d'as.deme Nachfolger!) Dynamit und Bomben an! Dreihunderttausend Kronen konnten jedoch unmöglich geholt werden. Da sind auf Befehl des Herrn Swoboda zwei Panzerzüge vor Üstrzykt vvrgefahren. Ein Addokat begab sich nach Krakau, uM den Herrn Grafen La sock i, Chef der Verwaltung Galiziens in der Liguidierungsko'mMission, von deM unerhörten Vor- ' fall 'Mitteilung zu Machen, Und übergab ihm eine vom ehemaligen BezirkshauptMann Noel bestätigte Kopie deS kuriosen „Befehls". Herr „Minister"L asocki verlangte das Original, und als es ihM von dem Advokaten übergeben worden war, verweigerte er die Ausfolgrmg .... ... V desselben. . . Unter russischer Zarenherrschaft hätte bei solchen Gewaltakten ganz Europa vor Empörung aufgeschrien! - >. J PksteftvsrsamMlung in Kopenhagen. * Am 27/ November wurde >in Kopenhagen von den jüdischen Organisationen eine Protestversammlung gegen die .Pogrome in Galizten ünd Polen veranstaltet. Ein Zahlreiches Publikum hat an dieser 'VersamMlung Leilgenommen. Ewffnel»Mnrde sie von dem Zionistenführer Motzkin. Namens der dänischen Judenheit sprach! Professor. Simonsen und! der berühmte dmrische Schriftsteller Henry Natha.nseN. Professor «ElliNiger .appsMerte als Christ au die so viel gvi predigte Nächstenliebe und nicht Zuletzt an die Vernunft der Polchr. Es sprachen noch M. Erteschik und Vladimir Großmann, welch letzterer besonders Hervorhiob, daß gerade diejenigen, die die Pog!rome verbreiten, der polnische Adel und! dessen Ke'lfe'r, es stets gewesen sinhz idie das polnischje VoW ruiniert haben unp nnch> heilte Polen Zugrunde richten. > f In der Resolution, die an alle maßgebenden R'esgielrungen, auch M die Deutsche und djie polnische, Lel^f graphiert wurde, werden diese Greueltaten gebrmrdmarkt, die Bestrafung der Schuldigen und die Entschädigung an die Betroffenen gefordert, au Hie gesittete WM, wenjn sie nicht als mitschuldig angesehen werden sollte, appelliert, dem wahnwitzigen Treiben der Polen Einhalt zu gebieten! und Zu verhindern, daß solche SchreckenPaten sich wiederholen. Schweizerische Sozialifteysührer gegen die galkzischeu Juden Pogrome. Dias Jüdische Preßhureau Zürich, berichtet: Kantonsrat Dr. D. F a r b st e i n in Zürich! -hat folgendeH Protesttelegramm seitens der schweizerischen sozialistischen Parteiführer '"m den polnischen .Ministerpräsidenten Daszyllski in Warschau veranlaßt: „Nach hier eingegangenen Mitteilungen fanden in Galizien Judenpogrome statte Wir. hoffen/ daß Sie alles äufbietm -werden, damit im freien Polen sich, keine GjrMel des! Zarismus wiederholen. Zürichs - den 18. November 1918. G re u l i ch, Nattonalr-tt, Dr. F a r b st e i n; Kanton'srat, Dr. Belsiger, Oberrichter, Dr. S tu der, Natioualrat, Pfarrer Reichen, Kantons rat, Dir. Klöti, Stadtrat, Trabe r, Präsident der sozialdemokratischen Partei der Stadt Zürich- .Gschwend, Präsident der schweizerischen sozialdemokratischen Partei, Otto Lang, Stadtrat, Förster, Präsident der sozialdemokratischen Partei des Kantons Zürnchi Redakteur Nobs, Präsi-i dent der Arbeiterunion Zürich, Panl Pflüger, Stadtrat." " ■ —— _ # Chrzsrrsw und Wilson Das Indische Preßbureau Zürich berichtet: Die in Krakau erscheinende polnische Zeitung „Glos Narodn" bespricht im! Leitartikel vom 13. v. M. unter dem Titel „Chrzanow und Wilson" die Hilferufe der Juden und führt u. a. aus!, daß Präsident W ikson zwar der populärste und einflußreichste Mann der Stunde sei, daß er aber gut tun würde, wenn er seinen Einfluß irgendwo anders ausüben wollte; in Chrzanow hat der Präsident sich nicht hereinzumischen, die Polen würden schon ohne Wilson einen Raffinden können . . . In diesen Zügen geben wir em anschauliches Bild 'der letzten Vorkommnisse in Mittel- und Westgalizien/ Es kann ohne besondere Kommentare der großen Oeffentlichtett übergeben werden . . . So wird unschuldiges Blut in der Morgenröte einer „neuen" Menschheit, dem! Zeitalter der Reooluttonen und Völkerbefreiungen, zum -Grundstein des neuen selbständigen Polens. . .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.