Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 49 (13.12.1918)
- Date
- 1918-12-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022350--27392-3052806- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
,-4s/aö§!asöKsXimn läo Mr. VloH^S KWenjchrist Es ist fluch gar kein PrL kMsivttxmin für die S pru chfjä llnng vorhanden. Aber was das Wichtigste ist, -diese „Untersuchungskommrssion^ besitzt gar keine richterlichen »Attribute, kann nie- Mand verh-aften lassen, kann keinen -jur L st i s ch g i l t i g e n u n d zwinge n»d d u r ch f ü \y r- Lare n Urte.ilsspruch. im' einzelnen:'Kalle fällen. ©3 ist aber auch Mr fünf Leute physisch unmöglich — ohne ein? beigegÄenes großes -Bureau vonhesonders gewissenhaften geschulten juristiWn Fachkräfte!: — ' in absehbarer Zeit-Wer Begebenheiten von. etwa hundert Drtschäften zu einem einverstäWlichen Urteil W gelangen. Soll selbst dieses Surrogat eines öf-' sendlichen Urteils -niedergehakten Werden, durch die endlose Verschleppung praktisch nutzlos, ein einfacher Schwindel? - x Die au^eplünderte jüdische Bevölkerung lebt in größter Not. Zehntausende wurden Wer Nacht allen Besitzers Liubloßt, mittel- und obdachlos. Die Räuber sind im großen gekannt. Allein bisnun hat sich keine : Hand geregt, um den rechtmäßigen Eigenfthnevn, wenn auch nur üilweise, zu 'HrerN Eigentume zu ver-, Helsen. 'Keine Hausdurchsuchung wurde vorgenommen, um Pas geraubte Gut zustande zu bringen. Ein schändliches Verhalte, 1! _ . Die ausgeplüuderten jüdischen Lande s bewohner besitz«: einen berechtigten Anspruch an die Landesregierung auf jSchadloshaltung und Gutmachung des ihnen angerichteten «Schadens. Denjenigen, welche ihre Ernährer verloren haben, greisen. Eltern, minderjährigen Waisen, kranken Witwen, sowie den Opfern selber, welche . beschädigt nud erwerbsunfähig wurden, gebührt nach göttlichem und menschlichem Recht eine entsprechende ständige, ausreichende Unterstützung flus L and es Mitten. Die polnische Degierung in Galizien schlagt sich selber ins Mesicht, blamiert sich vor .aller Welt und macht sich sn der Welt einfach unmöglich, weM sie nicht ein-, mal ehrliche Anstrbten trifft, um die unerhörten Schand-- - taten mach Möglichkeit zu sühnen und den Opfern zu Helsen. ’ < .; Das GÄvisseu Europas ivird solange nicht ruhen, bis hier nicht Wandel geschieht. Den Opfern der pol? nischen Greueltaten muß geholfen, die unmenschlichen Verbrechen müssen gesühnt 'werden. . i. -Dier shLvolllMlächtigte Vertreter RfllionaLrMeH -es ukrflimfchey Staates m Lemiherg bei d>en! Regijerungen in Wien, p.Wja,fMko,- Wr -die LcWbckger Ppgrontopstr. \ Von dem bevollmächtigten Vertreter des' Nationalrates des ukrainischen Staates in WMberg bei den Re-j gierungen :n Wien, 'Berlin und Bern Kechm Nikokaj WassilW erhalten wir folgerche Zuschrift: „ / . -Bureau 4., Waaggässe 17. Telephon 3068. Wien, 9. Dezember 1918. 7 Euer HochwohlgÄoreN! > Mchverehrter Herr jRLakteux! Ich erlaube mir. Ihnen in der Beilage eittle An-^ Weisung auf 1000 Kr. zu MberMijtteln mit denk höflichen Ersuchen, Liesen Betrug als'Meine persönliche Spende der Hilfsaktion für die unglücklichen Wischen Opfer der galizischen Pogrome tzuwend«: zu wollen. -Bei dreser Gelegenheit sei Ml Mir auch gestattet. Euer 'KochwohlgÄoren meinen verbindlichsten DaNk für die freundlichen Zeiten, welche Eid Meiner Bestellung - znrM bevollmächtigten Vertreter der westnkrainischen Volksrepublik zu. wihjmen die Müte hatten, zum AstAdrucke zu bringen. Es rst selbstverständlichdaß ich.auch! in dieser meiner Stellung meiner feit Beginn me>nrer politischen Tätigkeit, die am' 20. d. M. sich "gerade zunu zwanzigste«- Male, (meiner' ersten' Wahl) jährt, prinzipiell aus Grund meiner. Ueberzeugung festgehaltene!: Michtlinu gegenüberdem Wischen Teil ddr Bevölkerung des Landes/ welches zu vertreten, ich die Ehre habe, treu.AMeN Mrde.. ^- f- - Dies wird mir übrigens ' iäußerordentlich dadurch erleichtert, daß Her gesamte ukrainische Nationävrat der westukraiuischen Volksrepublik einhellig, wie aus der: abschriftlich beiliegenden Beschlüsse!: der ukrainisches Konstituante vcm 19. Oktober l. I. hervovgeht, auf dem Standpunkte der Anerkennung der'Anden, als selbständig^ Nation steht.- Ich kann Jhpen,' hochverehrter Herr Doktor, auch:wch versichern, daß meine jetzt'-so mühsame, vermllwortungsvolle, und' nicht leichte Aufgabe von wenigen Lichtseiten begleitet ist, einsderselbjen ist aber, uW auf hiese bin ich stolz, das Musterhafte Verhalten der ukrainischen .'Bevölkerung in? dem! früheren Ostgalizien" und der ukrainischen Bukowina hen Juden, gegenüber! Wollen Euer Hochwohlgebore!: von den? übrigen Beilagen freundlich st Kenntnis nehmen. Mit dem' Ausdrucke besonderer und ganz ausgezeichneter Hochachtung, Euer Hochwohlgeboren iMmer ergebener - N i k 0 l-a j v. - W ah f i'l k 0^ Der Präsident Ides iNationalrates der westtlkrainischen Volksrepublik hat an Herrn Staatskanzler Dir. Renner nachstehenden Brief gerichtet: Wien, am 26. November. 1918. - Hochverehrter Herr.Staatskanzler! Auf dem 'Gebiete der^deutschösterreichischen Republik Ijefinfcen- .sich -stoch , eine -große-, Anzahl von Flüchtlingen, die in dem von mir vertretenen Staate zuständig sind.' Ich erlaube mir, bei Euer Kochwohlgeboren na» mens meiner Regierung folgende ' Vorstellung, zu erheben: ’ Das frühere Astgalizien und die Bukowina sind derzeit KriegDebiet, zveder die iReise ldorthin GesondchA einer so großen.Anzahl zvon Familien),, noch der Auf-i enthalt, dort, respektive die NeuMblierungdaselbst, ist irgendwie möiglichr" ,Das poluische Westgalizien gefällt f i ch st b r i g e n s in wüsten Ausschreitungen gegen die jJudenschast, zu HenestHer «größte Test dieser Flüchtlinge gehört.?Eine Durchreise duichj Westgalizien ist. also schon Ms hieseim Grunde untusttich. Der BahM verkehr in Mgaru genlstgt kastm«, um die allernotwendigs sten Truppenpnd! Frachttransporte zu bewältigen.; Auf Grmrd dieser AusfWrungen bitte ich, Pas Verbleib eu der Wüchllinge in ^hreN bisherigen 'WohnvrtM so lange zu gestatten, Pis' sich die Verhältnisse derart dem' Normalen nähern, daß an! eine Abreise, respektive an den Tran'sport der Flüchtlinge gedacht werden sann. Meine Regierung ersucht .aber auch) jenen! Flüchte lintzen, hie. bisher in der früheren! Monarchie eine Flüchtlingsunterstützung bezogen haben, dieselbe auch 'weiter im vo-llen Bisherigen Aus-' uta ße auszubezahlen. Selbstverständlich wird meine Regierung diesen' Betrag .Ihrem! Staate in seiner Manze^refunpieren, und MernchMe ich n'Mens meiner Regierung hiefür die binderrde Beir-j pflichtung.; . : Genehmigen Herr .Staatskanzler den Ausdruck größk^ ter Hochachtung. / ' . H y.. W asfti.lko, m. p.