Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 49 (13.12.1918)
- Date
- 1918-12-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 786 Dr. Bloch'ä Wvchcaschrift Nr. 49 füß[ ff« dw Wucht in W DMeMichM: PMMU,(sind H ZvÄ^HÄM' NWbtzß,daß nicht isie allvÄehrien, um dM-^Mchentuzn.'sD >WMr-- dEuten MänM: ein VerffchuMutriM weßn nun vor-", aussichtlsih einst Fehheffich entwickeln wird, die dem ösler- MchisrHerr ^JudeutuNv nur Schaden bringen Hann. Der Zustand, tmß hie Zionistische .Partei oder vielmehr der Äon derselbezr eingesttzte Natiormkrat sich als' dz« alleinige und MsWieWche Vertretung des Judentunrs allWersill ^AseGierte, war Den unerÄaglich geworden' für die weiten Kreise, welche'nicht auf das zionistische Programm eingeschworen siW und die meiner allerdings unmaßgeblichen, Meinung! niach heute noch; die Majorität der .jüdischen Bevölkerung bilden. ' - UW doch will mir scheinen, daß die Begrünsiungj. .welche die Unterzeichner der Erklärung LeiMgeden haben, unmöglich auf iRichsigkeft Anspruch machen kand, indeni sie' erMren, daß das gemeinschaftliche Maubensbekenntnis^ausschlieWch das Bcurd M welches die Judenschaft .verbuchet und Zusammenhalt. Ich kann doch unmöglich. «ürehMen, daß die Konfession (Bekenntnis) meines^ sehr derehrtM. Schul- und Jugeichsieundes B a ch r a ch. oder der Glaube, der Herren UniviwsWltsp'LofLssoren, die die Erklärung untersertigt haben,-irgendetwas gemeinschaftliches mft Mn Glauben des Mlzer ÄWbi oder.auch nur iw© Herrn Hoshauex hak. Mas uns verbindet ist nicht, der Glauben, sondern die mehriauserchjährige gemeinsame . Geschichte, dieäMMeinsam Erduldete Mrfolgung'mch Unterdrückung. ^elbstv erständlich' reicht dies noch,- lange nicht . aus', um daraus den Begriff einer Nation- AMkonstruieAn, allein wir müssen doch erkennen,- daß die Judendie seitdem sie. Ln der Diaspora Wen, unter allen Nationen als ein. Fremdkö^rper «Mpfurrden -und behandelt worden .sind) wenn sie nLW-iM.Nation -nach!- unsechn, Mutigen Begriffen igelten skönnen, so müssen sie als eine, Völlers rechtliche Gruppe 5ui ^eueri8 augesehmr'iverdeN. - ' 'In national einheitlichen Staaten werden die Judm daher, da sie keine Nation sind, Eine SondersWung 'an riationaler jB^iehung nicht «innchMen können. So-« wie Es lerircm englischen, fraNzösischm oder italienisch^ Juden einfallen wird, einen anderem StaMpukt als. den Hes Engländers) Franzosen, und 'Italieners einzunehMen, jo kann der in geschlossenem deutschen Gebiete wohnende Jude nichtsSanderW alsein Deutscher.sein. Ganz anders' wird sich dasVerhältnis in gemischtsprachigen Hinderrr gestalten. Br diesen Imstssen^die JSfubett. sich, auf «sich'. sechst MpWziehM) sie WWseit sich als eine von änderen Nationen verschiedene Nation dMarieren, wenn sie nicht als gleiches 'Schicksal erleiden wollen, wie, die Juden in Lsimberg 'oder in der Slowakei. Nach meiner Überzeugung sind die Pogrom« in .Äcmberg und in Mr Slowakei ht e r ste r' Linie dar-; aus zurW^ufuhren, djaß die Juden in MMbdrg an "der -Seite der- Ruthenen gegen die Polen gekämpft haben*) und daß sie inder Slowakei die chauvinistischen .Aerx treter des Wagyarentums waren; daß hiebei auchdW . mit der MrttermÄch eingesogene Urderrhaß eine großd NoUegeMellhasisoltnichL bezweifeltwerMr. t Es Mchiehtiricht ohne Mund, daß das Ln politicis heute tonangebende Blatt, die,,Arbeitei>tZeitr>ng", in ihrem .Berichte vom -3. .j&j..' M. über die Prager Um< - ruhen Mitteilt, Me Hetze sei gegen Deutsche und Indien, «lso zwei verschriene Nationen,- gerichtet gewesen. \ Boy dem Bestrien geleitet, dije Juden in Mahren vor MM^a^ÄiermtH.Hu 1bew'.tchcen, Hchen sich>die HÄhrrschen '-KsiGrsgyneyMm^ -drcher dafür äusgesprocheN, daß die Md'en. als Nation anerkachrt werden sollen. >We Mährischen Städte Vonnten sich bisher W deutsche - - »Merk«'«g der Redakt ron: ^Die Juden in Semdetg ~ haben an den Kampf zwischen Polen und Ruth/nen nicht teilgenommen, sindern sich streng neutral verhalten. . den Deutsch en stimmten. MeM je^t M-s schrfftlich«WMrecht «ingeführt wird) so werden'diese SUw^ fast insgesamt tschechisch.'werden, auch wenn Ne Juden, mir dtzür Deutschen stimmen" würdxü. Gin heftiger KchNpss wird in den mährischen Städten zwischen Deutschen und TschÄHcN entbrennen) und 'die Juden wären geradezu "der Vernichtung Misgegien, wenn sie sich zu der . einen oö'or der anderen Nation bekenNen ivürden. . ' Noch viel drastischer haben sich! die Verhältnisse in Schlesien gestaltet. - 4 In Bielitz ist die Stadtverwaltung deutsch, die Bezirkshanptmannschaft polnisch and das Gericht tschechisch, tn Teschen ist die Stadtverwaltung deutsch, die/OszirM'- hauptMannschaft und das Gericht, polnisch, die Bahnbsr-- .Wallung tschechisch, iM Freistädter Bezirk mit den.Knltusgemeinderi.-Freistadt und Oderberg 'wechselt das Bild -täglich. zwischen sich echisch und' polnisch, die Städte haben jedoch 'noch deutsche Verwaltung. ' Dias! deutsche MW- -stadt ist /vjon den Tschechen besetzt und selbst in Twppau,. das eine heutsche Sprachinsel mitten jw einer tschechischM -Umgebung.ist und! eine sehr.rDrige-tschechische Minorität hat, bestchLn heute schon'zwei Bchirkshauplm'av.nfchaften, eine deutsche-und eine tschechische. ' » - " Es war daher ein. Gebot der Selbfterch.attMlg, daß auch die schlesischen KultuHenieinden sich Mr^die Anerkennung der jüdischen Natron Mssprachen. .Die Dinge, wie sie in d'eir AudetenläNdern liegen, dujrftn eben nicht durch die Wiener Brille angesehen werden, und haben die Verfasser des (Aufrufes ebenso..wise die- „'Union" offenbar Werseherrdaß auch - das! 'Snd'etenland und D eutschböhMen zur hMschöskerreichischen Nepublik gehören. .Sowohl die-Mährischen wie die schlesischen 5«rltnsgcmeinden haben deshalb den Anschluß nicht pn Wien'er Nationalrat, sondern' arr den Präger Nationalrat gesucht, der, den Vca-hälLuissen Rechnung tragend, sich progvämmatisch dahin arrsgesprMen hat, dsttz hie INden in Magen. der IMreren PolM sich deM ^lle anzuschließen haben, iw dessen Mitte sie leben. - ZVenn die Inden in den gemischLfprachigen Liandern, in welchen sie zerstreut zwischen verschicheMn Nationen leben, sich >e!rhal1Är wollen, und! jede Politik hat MH nnv den Zweck, die besten Daseirrsbedinjgungen^ zu schafftn, dann muffen sie die Anerkennung M Nation Mlstreben, uni des Schutzes teilhaftig zu werLenden der Friehens- . kongreß zweifellosfür die Natiorralen MinoriFiten sta- Mieren wich. Ich Wunsche lebhaft und hoffe, tmtz' sich ' die Verhältnisse der Indert in deN-einspvachiKn! GM-tKr so gestalten Mölgen) daß sie dieses Schutzes'Nicht bchDMi sollen. . ' - - Trop'pauam 6. D^zembep 1918. - W. 'SonnensMein. , -V : Natio» und K«jt,»r. i Ein-Mahnwork, vop David Koh». " Das alte, böse Schlägwort Nationalität - es D akut geworden. Es beherrscht - den-"Dag,/ertegt. die muter, erhitzt die Köpfe. Es ist d er Fluch der b öfm Tat. datz -sie fortzeugend Böses mutzgestern Der grauenvolle' Krieg, der die Welt in Trauer hüllende Massenmord, hat in seinen letzten Zügen den Fluch der . ItationüsiMt über die MenschWtgebracht. - Wie alles in dieseM Weltkrieg jede BerechNMg und Voraussetzung, jede Erwartung und Hoffnung zu schänden gmtacht hat und . die Menschen das- Staunen verlernt häben. so hat auch sein Ende nicht Ariede, dey je^ wnligen Abschluß eines Krieges, sondern neuen- Krieg sebracht. Cr hat in ^seinen letzten Zuckungen die Mensch-