Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 48 (6.12.1918)
- Date
- 1918-12-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 780 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 48 tiono'^rat üicht .als Vertreter der Jndensch^ Dentschüsterrerchs Anerkennen. Wir stehen.auf. den von jeher festgehaltenen Stands pmrkt, aastdas Band, welches Ne Judenheit verbindet/ und znsammenhält, ausschlieUich« das' konfessionelle ist. Wir s-ühken nns durch Heimat, Sprache und" Erziehungals Deutsche und üls vollberechtigte Bürger der dentschüsterreichi^ scheu Republik. Wir fordern hiemit sämtliche Glaubensgenossen (Männer und Frauen), .die .sich! %u unsrer Anschjauung! brennen, auf, ihre Zustimmung 'ungesäumt mittels^ einfacher, chre Unterschrift und Adresse enthaltender Korrespondenzkarte an die Oesterreichischj-JsraelitischL Union in Wien, 9. Bezirk, UniversitätsstraM Nr. 8, bekannit- Mgeden. c. Wien, 2. Dezember 1918. ' ' "■ ■■ Dr. Arnold Ascher, Gerreralsekretchr; Dr. Adolf von Bachrach- Regierungsrat; Dr. Julius B ermann, Notar; Richard Bettel hei m; Drt Joses B r eper, praktischer Zb^t; Tr. S. .E h r m a n n, Primararzt, Universitatsprofessor; Siegfried F l e i s ch m an n, Sekretär der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union; Dr. Philipp Ritter v. Gomperz, Großindustrieller; Dx. Karl S. Grün Hut, HoftaL, Universitätsprosessor;' Dir. Paul Hammerschlag, Direktor-, der Kreditanstalt; Doktor Oskar Hein, Advokat, Stadtrat; Dr. Wilhelm Jerusalem, Regierungsrat, Professor; Dr. Wilhelm Knöpfelmach er, Primararzt, Universitätsprofessor;. Doktor Wilhelm Knöpfmacher, Advokat; Dr. Leopold Königstein, Üniversitätsprofessor; Dr. Edmund K o h n, praktischer Arzt; Dr.!,Albert K u h, Advokat; Camill Kuranda, Ministerialrat a. D, Nationalrat; Dr. Artur Kuranda, Advokat; Wilhelm Kux, Direktor der Niedere sterreichischen Cskomptegesellschaft; Doktor Moritz jL a ub, .praktischer AM; Wottlieb Lederer!, Fabrikant; 'Emil Lederer, Großindustrieller; Doktor Heinrich Löw en stein, Medizinalrat, G.-R.; Dr. Löwner, Hoftat; Dr. Otto Marburg, Univ. Edmund Melcher, Stadtbaumeister, Stad trat; Siegmund Mayer, Ehrenpräsident derjOesterreichsisch«-Jsraelitischen Union; Dr. Ernst Moser, Advokat, Präsident der Kultusgemeinde Mödling; Dr. Julius D fn e r, Advokat, Staatsrat; Dr. Jakob'Drn st ein, Mvokat, Vizepräsident Der Oesterreichisch-Jsraelitisch-en Union; Dr .Wilhelm Pappenheim, Advokat; Wilhelm Pappenheiw, Kaufmann; Doktor Alois' Pick, General-' Oberstabsarzt, ^Universitätsprosessor; Dr. Alfted Francis Przibram, rlniversitätsprofeffor; "S. Ren di, lPräsident der Kultusgemeinde Graz; Dr. Josef. Freihierr v. Schey, Hoftat, Universitätsprosessor; Ernst Simon, Fabrikant; Dr. Julius Schnitzlers PrimaraM, Uni-^.. versitätsprosessor; Beneditt Schwager, Präsident der^ -Aütusgemekrde jLinz; Julius Stern,,-Fabrikant; Ri- , chard Tewel es- Kaufmann; Julius' Wolf, Fabrikant; Dr. Wilhelm Wolf, praktischer AM, Präsident der Knltusgemeinde Wiener-Neustadt; Dr. Julius Zappert, Universitätsprosessor; Dr. Otto Znckerkandl, Üniversitätsprofessor. gehörig suhlen imd das Judentum' der ganzen Welt als nationale Einheit betrachten. Der jüdische Nationalrat hat als Grundsatz der jüdischnaLionalen Politik in Deutschösterreich ausgesprochen, daß es den Juden freistehen .muß, sich zur Mischen Nation zu bekennen. Jene Juden, welche dieses Bekenntnis ablehnen, werden naturgemäß nicht von uns vertreten. Die Wahrung ihrer Interessen obliegt nicht den. Vertretern des jüdischen Volkes, sondern den Vertretern jener Nationen, denen sie sich zurechnen. - Die Zugehörigkeit zur jüdischen Nation widerstreitet weder der Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten noch dein' Genuß der staatsbürgerlichen Rechte. Der Mische Nationalrat hat bereits in - seinem' ersten Ausruf erklärt, daß die nationalen Juden als treue Bürger des deutsche österreichischen Staates ML allen Kräften an dessen Aufblühen Mitarbeiten wollen. Der Nationalrat sieht in der Lösung der Judenftage.im' nationalen Sinne das einzige wirksame Mittel, um die Gleichberechtigung der Juden zu.einer tatsächlichen zu machen. Ein Schreiben -an den Staatsrat. Der -Vorstand der Oe ste r r e i ch i s ch - I s ra e l i-i tischen Union hat an dev Staatsrät folgende Zu^ schrift gerichtet: : - Die Oesterreichisch-Jftaelitisch-e Uniorr tritt den auf Erlangung von Sonderun!d' nationalen Minderheits-- rechten für die Judenschaft Deutschösterreichs gerichteten' Bestrebungen entgegen. Sie bestreitet die BerechLigun'g des Jüdischen Nationalrate! die Gesamt- Eine Erkläkimg des Mffchm Nationalstes. » Zu dem in mehreren Blättern veröffentlichten, von! einigen israelitischen Notabeln unterzeichnten Aufruf an/ die Juden Destschösterreichs stellt der Mische National-/^ rat folgendes fest: -! « Der Mische Nationalrat setzt sich aus Vertrauensmännern aller nationales Mischen Parteien und Erup-! pen zusammen. Der Nationalrat spricht daher nur im NaMen jener Juden, welche sich zum Mischen Volk zu-I heit dieser Judenschaft das Wort M führen, denn Ne üb er wiegende Mehrheit der deutschösterreichischen Jchden erblickt mit uns in der neuerlichen -gesetzlichen Anerkennung nnid in der kraftvoller, vückl)altlosen Wahrunlg der vollsten Gleichberechtigung -auf -allen Gebieten des staatlichen Lebens das einzige erstrebenswerte politische Ziel. Die Oesterreichisch^Jftaelitische Union fordert die Juden Deutschösterreichs Ms, sich! freudig M Bürger des deutschösterreichischeir Staates zu bekennen, hingebungsvoll -an dem Ausbau Her politischen ujnd sozialen EiM' richtungen des neum Staates milzuwirken uäd! mit allen Kräften seine gedeihliche Entwicklung Kn 'fördern. «Eine OrMmng des südslawischen 'Nationalrates. DäK 'Kopenhagener Zionistische Bureau hatte sich an die zionisti?sch:e Lgndesvrganisativn Ssüdftawiens mit dem Ersuchten gewandt, die vom ihm aM 25. Oktober aufgestellten Forderungen des Mischen.Volkes dem südslawischen Nationalrat vorMlegen. Dliesem Ersuchen ist die, Wertreterschaft der zionistischen Landesorganisation Sjüdslawiens am 16. November NachgekoMmen: Außer einer mündlichen Rücksprache mit dem' Präsidium des südslawischen Nationalrates legte sie diesem ein aus-, sührliches Memormrdum vor. Das Präsidium gab daraufhin die folgetcken Erklärungen ab: 1. Die südslawischen Delegierten ans der Friedenskonferenz werden bezüglich Palästinas fn gleicher Weise wie die Entente stimmen. 2. Südslawien sympathisiert mit den Bestrebungen des Mischen Volkes zur Sicherstellung seiner Zukunft. 3. Das demokratischi-fteiheitliche Südslawien garantiert 'jedermann volle bürgerliche Gleichberechtigung. 4. Südslawien garantiert die ungehinderte nationalkulturelle lEittwicklung der 'südslawischen Juden. l 5. Dias Präsidium des /südslawischen Nationalrates -verurtellt errtschieden den Antisemitismus. Die zionistische Landesorgamsation für Südslawien übermittelt diese Erklärung und fügt ihr einen Gruft an das ganze jüdische Volk und einen Dank m feittie; Führer, das Aktionskomitee, die ' Herren Weizmann, Brandeis nnd die Staatsmänner Välfonr nnp Wilson bei.