Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 48 (6.12.1918)
- Date
- 1918-12-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Sette 776 '; , Är. fSbXk’i WoHmschrist Die P»l«!fche« Kerliarr«. Von Dr. Z. F. FinuoL. ~ Mm erfuhr -es' die ganze Welt, was wir bereits, lange wußten. Wir, Dmen Ws unabjänderliche Mßigeschick.zuteil wurde, in der polnischen Gesellschaft geboren und in der polnischen' Kultur eHvgen zu werden^ Wir ahnten mit Grauen Das Kommende, denn Nur erjkanntm nur Mzugut, 'daß hinter dem leichten Firniß der polnischen Kultur brutalste -Eigensucht, sklavische Gier urrd hündische Feigheit W jbirgt. Eines nur bewunderten wir an ihnen: das schauspielerische Talent. Heuchelei und Verstellung ward diesem Volke zur zweiten Natur, und wie Pein zweites modernen Europa vermochte es stets Die Komödie freiheitlicher Bestreu Düngen, idealer Gesinnung und heiligen Marchriums vor Der ganzen Menschheit mit einem; <U ebermaß von Gefühlen und laut tönendem Schreien aufzuWlren. Die Außenstehenden, die nur das klagend e, ans Hertz greifende Echo vernahmen, lauschten seit Jahrzehnten mit Andacht urrd Mitgefühl, bis' ÄMeN Polen zum Sinnbild hchren Edelmuts urrd Martyriums wurde. Wir aber, wir Millionen Juden, welche die jammernden Polen zu gleichjer 'Zeit mit eiserner Faust zu Boden drückten und deren jede selbständige iLebensregung! mit geradezu tierischer Wut ste!ts zu ersticken versuchten- — wir sahen jallzWut hinter deir leidvollenMeMMei did FM<des!Wp- Lfirischen Bedrückers. Ein eingEdetesunreifes, jeden pölitisch!eN Sin-? nes bares Volk von hochtrabenden Phrasenhelden und patriotischen Hysterikern vernrochte in dem lchten Jahrhundert nur durch; die Kurzsichtigkeit und Leichtgläubigkeit anderer Völker und' durch ein wohlorganisieirtAs Reklamewesen zum Hort der Freiheit urch zum Opfer politischer Bedrückung sich; au^uspiselen. Woran ging! denn PoleN zugrurrde, wenn nicht >an der schreienden Unfähigkeit staatlicher Existenz?! Waren es NW, seine! ebenen Führer und Königehie das Land an Fremde verschachert und das Volk dem Elend ewiger Raubzüge Preisgaben? Die Geschichte Polens ist eigentlich das merkwürdigste Sammelsurium politischer Kämpfe der oberen -Zehntausend, wahrend Das ganze Voll im' Jammer der -Armut und Unwissenheit versumpfte. Waren es nicht Fremde, die Polen stets vor dem Mtergange ret^ teten?! Ob sie Deutsche, Litauer oder Ruthenen hießen, stets widerfuhr ihinen schnöder Uirdank und Rachsucht sobald sie sich! chrer .Sorckerstellurm M polnischen Koi^ Meer entsinnten. Die ungeheure Verblendung des polnischen Volkes kannte keine Grenzen, wie oft es in seiner Bentegier Fremden gegenüber gestört oder gewaltsam aufgerüttelt wurde. Das ganze politische Leben einiger Jahrhunderte Polens trägt sogar kn Diner Blüte den Keim der Verwesung, denn es war ein ewiger 'Hader' der Mächtigen, aufgebaut guf einem ökonomischen Zerfall der eigenen und- .Sklaventum fremder Völkerschaften. Die Teilungen des polnischen Staateswaren' wohl ein imperialistischest Unrecht, aber ein folgerichtiges! Ergebnis eigener Unfähigkeit und innerer Fäulnis'. Man sehe sich! nur Näher hie romantische Epoche in d eir polnischen Dichtkunst letzter Jahrzchnte M nnh man wird die innere Hohlheit/ Ws Fehlen jeden politischen Sinnes, den geraden noüvendigen Zwang fremder Herrschaft und die Vermessenheit trefflicher Komödianten allzuleicht herausfliLen. Nicht eine Gestalt Der unzwchWasteU Dichtergrößen, wie Mickiewicz, Stowacki und Kpasinski, schwingt sfchzur Höhe echten Männesmutes und unbändiger Würde hervor; lauter vchkappte Sklaven, lautet von Haß und Wut WerströMeiwe Parchiten, lauter Pfaffen mit cheatralischen Gebärden 111& eiiteim angeheuchelten .Aposteltum sind diese JridLonss und TadeuU, diese! Zeters und Wallenröds. NW eine urertzene, vom Herzblut eines wirklich leidenden D8olVM durchtWnkte gestalt schuf diese glanzvollste -Epoche, und wB an ,M wahrhust heroisch! 'sich; gebärdet, ist deutschen, franMMn oder biblischen Ursprungs. * * * Uns polnischen!Juden Waid! Derartiges -PoleNtum zur Oinal und peinvollsten'Kämpfen. Da wir mit dem! Spürsinn frühreifer Kinder den inUeren 'Kern polnischer Kultur erfaßten, durchwWlte uns' geradezu ein Schmerz ob dieser ekelhaften Verlogenheit eines! ganzen' Volkes und seiner gährenden Fäulnis'. - Man Mang uns eine Sprache aus,, die.schillernd! und prächtig uns Die reine Seele eNtfremdete, man durchseuchte uns mit dem^ Gift einer oberflächlichjen Kultur von winselnden! Märtyrern, undj mmr schnürte, uns die Kehle ein mit Gefühlen! von Haß und Rachsucht gegen Andersdenkende. Brutale! Pfaffen Warden zu unseren Erziehern und verlogene Bedrücker luden uns gewaltsam ihre Sktavenmoral aus, Wie ein Alpdruck von -Jahrhunderten lastete auf uns Diese polnische Kultur, und Mit dem Schmerze unserAü ganzen Jugejnd mußten wir sie in! qualvoller Mn Werwinden. So klammerten wir Ws mit der Wut von Verzweiflung M unser ureigenes Volkstum- bis wijr mit dem Heitzblut einer ganzen Generation uns die innere Erlösung erzwangen. Die innere Erlösung ward uns zum Heil, wenn wir auch! unter äußerem 'Druck und unbeschreiblicher Sklaverei weiter lebten. Was weiß die Welt von dem wütenden Kampfe ganzer jüdischer 'Generationen, in! Der polnischen 'Knechtschaft?! Was weiß sie-von den ' Oualen Millionen' junger Inden, die der Rachsucht und Brutalität polnischer Erzieher zu entrinnen versuchen?! Die polnischen .Judensrage ist ihr ein bloßes PolMkuMwie es derer HW derte gibtaber Daßchier eine seichte, anmaßende Kultur von unproduktiven Parasiten eine uralte Kultur, dip der Menschheit das Höchste offenbarte, gewaltsam zu erdrosseln versucht — das wissen die wenigsten. Der wütende Haß der Polen gegen die Juden, Wr, mit elementarer Äewalt soeben zum Durchbruch! kam, ist vielleicht nur ein WiederhallDieses! grausigen Kmnpfes. Mit Feuer und Schwert versuchen heuchelnde Mörder Mszurotten, wäs/ihre bei Fremden ergatterte Kultus kaum zu vollbringen vermochte. ,, . , * . * . Am Wiegenfeste der polnischen Freiheit bleibt ein Brandmal blutiger Massenmörder haften. Wie sie auch deuten und! in seiger Verlogenheit aus andere dhe Schuld abzuwÄzen versuchen —, die Leichen der,Ermordeten werden gls ewige'Menetekel bis! in dire fernen Jährh Hunderte in der Geschichte Polens sortleben. Lemberg wird zum ewigen Verdammnis und der polnische Legionär, der in den vier Jahren' des Weltkrieges fichj stjets irgendwo verkrpchlen, allmählich! in ein Nichts.zusammenschrumpfte und Plötzlich; zu einer großen Schar anschwoll als es galt, an w'chrlosen Männern!, Greisen und Kiüdern guf bestialische Art wieder Urmenschen' em Heldentum zu beweisen, wird als Sinnbild eines seigejn Mörders uW -MWchererH in der Geschichte bestchen bleiben. .; , * » . * Es gibt Momente höchster Erregung,! wo Man den Manschen. m seiner wahren Njacktheit etkmnt, und so gibt es jauch! ßm Leiben ganzer Böller tzinen Augenblick höchster Ekstase, Wut Wer Triumphes, wo man düs Weseir dH Volkes m Durchleuchtung von Kmzen Generationen durchblickt. Wir eirleben solch! 'Schicmsptel an jöen Polen. IM Kriege ein lebloses Spiel fremder Gewalten, em Zerrbild polltffcher Meise und nationaler Straffheit, baute es, wie in seiner WNM MschWe, Nur