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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-29 · 47 (29.11.1918) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
47 (29.11.1918)
Date
1918-11-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 756! L«r. BKK's Ste. 47 nä'ren un t e r di er V o r g.a b e e n twaff n e t worden, datz die polnische Legion bereit sei, gegen Pogrome Schutz zu gewähren. Als Hann die Pogrome ansbrachen, waren die listig entwaffneten Mischen Soldaten wehr- und machtlos, ihre Angehörigen zu schützen. Die polnischen Legionäre aber sahen müßig zu, wie in jüdischen Hausern geraubt und geMordet wurd^e. Das Mißtrauen der Juden gegen die ihnen von polnischen Behörden versprochenen .Schutzmaßnahmen ist deshalb gerechtfertigt. ' > V l3ii RuManien ish dem Mischen Volke dieGilei# b er echtig un g, die ihm der B. erl i n e r V e r t r a9 von 1676 zu verbürgen schien, b i s h e u t e n o. ch nichl verliehen worden. Volle vierzig Jahre verstand es Rumänien, sich dieser feierlich übernommenen Dertragspflicht zu entziehen. Volle vierzig Jahre hat Rumänien nicht aufgehört, das jüdische Volk als Heloten zu behandeln. Und nachdem es in diesem Kriege den Juden die einzige Gleichbere chtigung gewahrter näMlich die, auf den rumänischen Schlachtfeldern zu sterben, setzt es zweiflung anhören! Es entspricht der Wahrheit,- wenn wir sagen, daß wir es schon als eine menschliche Behandlung ansehen würden,' bloß wie Steine auf einem Schachbrett herumgeschoben zu werden. Man behandelt aber die Juden wie Schlachtvieh! - Die Judenpogrome in Galizien während der letzten Wochen und in dem Augenblick, da die gegenwärtige Denkschrift abgefaßt wird, übersteigen an Wildheit und Grausamkeit selbst die brutalstenG.ew a l t t ä t i g k e i t e n, die frrt Verlaufe dieses unglückseligen Krieges zu dessen Beginn von den russischen Horden in Polen und Galizien verübt worden sind! In aufrichtiger Ergebenheit Abg. Dr. Strauch e r, parlamentarischer. Vertreter, des- „Mischen Nati.o.nalra1es". Wien, im^ November 1918. KchreckUche Iudrnmetzrteie« i« Kemberg. Der grötzte Pogwm der WeltgesMchte. i jetzt aus eigenem Gebiet, wie in den von ihm okkupierte Teilen B.essarabiens sein verwerfliches Verfahren blutiger.Po.groMe fort. Vertrauensvoll wendet sich das Mische Volk, das in Polen, Galizien, Rumänien und in den rumänisch besetzten Teilen Bessarabiens wohnt, an Sie, Herr Präsident, und erbittet Ihr energisches Einschreiten für die endliche, volle, politische, bürgerliche und nationale Emanzipation der Juden Rumäniens. Versprochene Schutzmaßregeln, die dem jüdischen Volke zugute kommen sollen, sehen hier auf dem Papier anders aus, als in Wirklichkeit. Soll dieser. Schutz nicht, wie bisher, eine bloße, dem Auslande zuliebe volMhrte, rein schauspielerische Gebärde bleiben, dann müssen wirksame Garantien für die Sicherheit geschaffen werden. : Hier ist nicht von einer allgemeinen und! gegen alle gerichteten Anarchie die Rede. Bricht eine solche Katastrophe herein, dann verlangen wir keinen Sonderschutz. Jetzt, aber Müssen wir um Schutz, um Garantien für diesen Schutz bitten, denn die gewalttätigen Angriffe'wenden sich systematisch gegen die Angehörigen des jüdischen Volkes. Offen und jM Angesichte der ganzen Welt bringen wir diese schmachvollen Vorgänge zu Ihrer Kenntnis, weil wir es für richtig haltendaß Sie, Herr Präsident, und mit Ihnen die ganze Weltdarüber entscheide, ob Regierungen und Behörden,, welche die blutige Vergewaltigung wehrloser Minoritäten dulden und ermuntern, noch irgendwelchen Glauben verdienen, wenn sie im allgemeinen politischen Verkehr die Worte „Freiheit", »Gerechtigkeit"- „Gesetzlichkeit" und „SelbstbestimMungsrecht" gebrauchen. Vertrauensvoll wendet sich, das jüdische Volk bezeichneter Gebiete an Sie, Herr Präsident, in dem Gefühl, daß es . während langer, dunkler Jahrhunderte genug und übergenug atz blutiger Verfolgung erlitten hat, in der Zuversicht, daß jetzt die Zeit vorüber ist, in der ein wehrloses Volk sich von brutaler Gewalt erdrosseln und niederstaMpfen lassen darf. - Herr PväWent! Sie hrchen den Grundsatz Mfgestellt, . daß kleine Nationen nicht mie Steine auf dem Schachbrett *herumgeschoben ,werden dürfen, und haben damit die Herzen von Millionen Unterdrückten mit neuem Hoffen belebt. Sie werden uns in unsere* Ver- Ein Freund des „Abend", der Dienstag mittags aus Lemberg hier eingetroffen ist, gibt dem Blatt folgenden Bericht über einen Pogrom, der in Lemberg vom vorigen Freitag bis Sonntag wütete und seinesgleichen in der Geschichte Unserer Zeit nicht haben dürfte. Er schreibt: Die n a t i o n a l j ü d i s ch e B e v ö l k er u n g von Lemberg hatte während der po.lnisch-ruthenischen Kämpfe um die Sta>dt vom ersten Tage an ihre Neutralität erklärt und im Judenviertel eine jüdische Miliz organisiert, die nur zum geringsten Teil, bewaffnet war und lediglich den Zweck haben sollte, gegen Banditen upd Plünderer zum .Schutze von Leben und Eigentum vorzugehen. Die Neutralitätserklärung der Juden erregte von Anfang an die größte Erbitterung unter den Polen und schon als ich'auf polnischer Seite weilte, hörte ich auf allen Seiten, bösartige Drohungen gegen die Juden aussprechen, die, falls die Polen wieder in den Besitz von Lemberg kämen, unbedingt gezüchtigt werden müssen. Am vergangenen Donnerstag gelang es hen Polen tatsächlich, sich wieder um den Besitz von Lemberg zu setzen. Im der Nacht von Donnerstag auf Freitag erfolgte der Einmarsch der polnischen Legionen und wenige Minuten später strömten Ho.rden von Soldaten in das Judenviertel, um dort mit Plünderungen zu beginnen. . . . EP Mchzttzares! GöMetzek in Lemberg. Als die ersten zwei Juden von Soldaten erschlagen worden waren. Machten beherzte jüdische Milizsoldaten den Versuch, durch GewehrfeUer die Soldaten zu vertreiben. Dieser Versuch mißlang und er wurde zum Z eich en für ein beispie ll o se s E e m e tz e l. In einer geradezu glänzend organisierten und vorbereiteten Weise begännen die polnischen Soldaten die Straßen des Judenviertels abzusperren und Patrouillen gingen nun von Haus zu Haus, warfen Brandbomben und Granaten in die Haustore und trieben Mit Bajonettstichen und G ewehrfeuer die Männer, Frauen und Kinder, die die brennenden H äuser v erlassen wollten, zurück. Das Gemetzel dauerte von Freitag nachts' bis Samstag vormittags. Sonntag vormittags gelang es mir, das Judenviertel zu betreten. Nach flüchtiger Zählung standen am Sonntag 5 00 bis 600 Häuser in FlaMmen. Auf den Straßen lagen 21 von Mir gezählte SS

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