Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 46 (22.11.1918)
- Date
- 1918-11-22
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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©tfti 750 Nr. BLoM WoMnWrist Nr. 46 Gpeiche. Bei,.Dr. Blochs Wochenschrift" emgelausen: Doktor Joses Erotzseld, Wien, 10.— SL für die Hilfsaktion bejr Frau Anitta Müller. __ Wien. (Silberne Hochzeit.) Herr Julius Mühlrad, Obmann des Witwen- und Waisenfondsvereines „Montefiore", beging mit seiner Gattin Zdenka am 7. November das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlaß kamen dem Jubelpaar zahlreiche, Gratulationen zu. Besonders stellte sich der ganze Vorstand des Vereines „Montefiore" mit Gratulationen und ein Ehrengeschenk ein. Bezirksrat Edmund H ofmann hielt an das Jubelpaar im Namen des Vorstandes eine herzliche Ansprache. x_ Wien. (VarMizwafeier.) Samstag den30.November, 9 Ahr vormittags, feiert Kurt Münz, Sohn des Bibliothekars der isr. Kultusgemeinde Dr. Bernhard Münz, im Gemeindetempel, 18. Bezirk, Schopenhauerstraße 39, seine Barmizwa. Wien. (Vezirksrat S. M. Rübner.) Mit einer stillen Feier beging Herr Bezirksrat S.. M. Rübner am 15. dieses Monats mit seiner Gemahlin Marie '»das zwanzigjährige Hochzeitssest. Trotz seiner geschwächten Gesundheit steltre sich Herr llkübner bei Errichtung der Flüchtlingszentrale, dieser grotzzügigen Hilfsaktion, selbstlos zur Verfügung und wurde mit der Äassaführuirg betraut, die er noch heute innehat. Er war Zeuge allen.Flüchtlingselends und im Vereine mit Herrn Dr. Schwarz- Hiller aufrichtig und ehrlich bestrebt, dieses zu lindern und abzuwenden, soweit es nur anging und möglich war. Als Leiter-Stellvertreter der genannt«: Zentrale arbeitet Rübner nun viereinhalb Jahre emsig und unverdrossen an dem Merke mit, das Tausenden und Abertausenden unglücklicher Kriegsopfer Hilfe und Rettung, bot. Es ist nun selbstverständlich, datz sich dieser ausgezeichnete Mensche beis allen, die ihn kennen, sehr lebhafter Sympathien erfteut. , Seine Gemahlin, Frau Al a r i e R ü b n e r, hat - bis vor kurzem mehrere Mädchenheime für - Flüchtlinge geleitet, und würde von ihren Schützlingen geradezu als „Mutter" geliebt und verehrt. Heute führt Frau Rübner mir Erfolg eine Gemeinschaftsküche, die vortrefflich funktioniert. Bei den Flüchtlingen erfreut sich das Ehepaar Rübner grotzer Beliebtheit und sie gedachten desselben an seinem Hochzeitstage nur mfl Wünschen voll innigen HetzlWkeit. __ I. O, ZionWscher ZentmlvMM (Sektion II), Glockengasse 39. ' jSflntstag den 23. d. M. um! 4 Uhr nachmittags wird m Vereinslokale Herr Dr^ Taglfcht über „Der Weg zur Kraft" vortragen. Wie«. Am 10. November 1918 verschied in Preßburg nach längerem Leiden Frau ClementineRosenbaum, die Gattin des Herrn Dani Rosen bäum. Die Verblichene, die würdige Tochter des unvergeßlichen med. ®r. isalomon Adler s. A. rn Porliz, vereinigte Herzensgute und Bildung mit echt jüdischer Frönrmigkeit in seltener Harmonie. Alle, die sie kannten, brachten ihr aufrichtige Wertschätzung und Verehrung entgegen, die ihr über das Grav hinaus erhalten bleibt. __ Josestn-e Mendl-Wohlfahrtshaus. Unsere Mädchenhorte sind voll besetzt, in den Knabenhorten finden Knaben, welche in der schulfreien Zeit eines Schutzes bedürfen, das siebente Jahr überschritten haben, noch Aufnahme und haben sich bei der Verwaltung int 20. Bezirk, Denisgasse 33, zu melden. Spreche stzlnden für Eltern immer Sonntags vorniittags von 10 Uhr ab. Der Vorstand. Austritte aus dem Judentum vom 10. bis 16. November 1918. Aigner Alfons, geb. L. März 1897 Wien, 2. Bezirk, Lilienbrunng. 7. Böhm Charlotte, geb. 15. Dezember 1895 Tubla (Bosnien), 15. Bezirk, Holochergasse 32. Böhm Josefiue, geb. 17. April 1866 Keö (Ungarn, Kom. Basanja), 15. Bezirk, Holochergasse 32. Böhm Skraphiue, geb. 17.'Jänner 1894 Tusla (Bosnien), 15. Bezirk, Holochergasse 32. Brüll Josef, technischer Beamter, geb. 27. November 1892' Wien. Grünner Vittor, Ingenieur,' geb. 26, Jänner 1878 Warschau, 21. Bezirk,/Krottenbachstraße >.9. Frankfurt Alb e, geb. 17. September 1898 Wien, 8. Bezirk, Alserstraße 47. Lackenbacher Mathilde, Beamtin, geb. 3. April 1892 Wien, 3. Bezirk, Jacqumgasse 1. Nascher Cornel, Ingenieur, geb. 29. Oktober 1887 Wien, 4. Bezirk, Preßgasse 13. - Oser Moseo, Techniker, 'geb. 29. Oktober 1894 Tiefenbach (Waidhofen an der Taya), 7. Bezrrk, Lindengasse 21. Pick Anna Sopyie Johanna» geb. 4. Februar 1885 Hamburg, 18. Bezirk, Salurtgasse 22. Platschet iLdrnund, Direktor, geb. 4. März 1875 Wien, 3. Bezirk, Ecdbergerlände 20. Schulhof Alfred, Privatbeamter, geb. 14. April 1888 Wien, 3. Bezirk, Ob. Viaduktgasse 26. Schulz Sigmund, Haubelsangestellter, geb.. 14. Mai 1889 Cechtic (Böhmen, Bez. Ledea', 6. Bezirk, Linke Wienzerle 62. Walluer Marte, geb. 17. September Wien, 18. Bezirk, Karl Ludwigstraße 1. __ Eine Kolonie von Vegetaeiem m Palästina. Herr Albert Mandelbaum in Wien erhielt folgende Zuschrift aus Brünn: „Das Alte stürzt! Wenn aber Ihr vegetarisches Ideal noch ebenso, unerschüttert ist wie bei mir, dann wird Ihnen diese Karte gewiß willkommen sein: Herr N. Ch a v k i n, Chemigraph und .Schriftsteller, München, Bergmannstraße 7, will mit seinem 17 jährigen Sohne, sobald der Weg frei wird, seiner übrigen Familie voraus, nach Palästina gehen und dort eine vegetarische Siedlung zu gründen suchen. Ich halte Herrn Chaplin, nach seinen Briefen und Aufsätzen zu schließen, für einen wahrhaft begeisterten und zugleich, durchaus fürs praktische Leben wohlgeprüftem Mann, dessen .Familienglück ihn überdies ganz besonders zum vegetarischen Pionier in Palästina geeignet macht. Falls Sie daher, sehr geehrter Herr, jüdische Vegetarier kennen,, die auch nach Palästina , gehen wollen,^ oder doch das Vorhaben des Herrn Ch. begrüßenswert erachten, bitte ich, dieselben an diesen Realidealen zu weisen. Mit besten Grüßen Leopold Schwarz." Wie ri« preußischer General einen Huden zum Offizier uorschtug. Bon Rudolf G. Bindiug») ' Der General v. R—, Kommandeur einer Änfanteriebrigade, hatte jn seinem Stab einen Ordonnanzoffizier. Diese Stellen wurden int Anfang des großen Krieges, mit dem der.Sommer des. Jahres 1914 die Welt überzog, vielfach nicht Mit Offizieren besetzt, sondern mit solchen, die es werden sollten. In der Regel machte man, da die Infanterie an Dffiziersaspiranten nicht geschwächt werden sollte, bei der Kavallerie eine Anleihe, und auf dieser Grundlage hatte der Rittmeister einer der Division unterstellten Schwadron den Befehl erhalten, zu nt Stabe des Generals v. R— einen Ordonnanzoffizier zu kommandieren. Der Rittmeister kommandierte den Vizewachtmeister der Reserve K— in die Stelle. Der General war glücklich Mit seinem Ordonnanzoffizier. Denn dieser war ein gebildeter, anstelliger junger Mann von gutem Aussehen, reiterlichen und anderen Fertigkeiten und trug sein Herz ziemlich' am rechten Fleck. Der General konnte nicht umhin, zu bemerken, wie nützlich sich K— bei ihm. machte, wie gut seine .Pferde gediehen, seit K— bei seinem Stabe war, wie dieser auch Mr sein, des Generals, leibliches Wohl in bester Weife sorgte, wie er selbst aM liebsten nur mit K— auf *)'Aus einer bei Kiepenhenger, Weimar, erschienenen Sammlung, moderner Autoren: „Der Spiegel". . *•