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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-22 · 46 (22.11.1918) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
46 (22.11.1918)
Date
1918-11-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Seite 747 Nr. 46 Nr. MüUS gemästet, kein einziger wohnt in Baracken, sondern jeder in herrlich ausgestatteten Wohnungen, die Städter müssen zu den Bauern betteln gehen, die Feudalen haben aus ihren Millionen Milliarden gemacht. Was immer die Juden erworben haben mögen — und ihre Masse hat gelitten, ihr frohes geistiges Proletariat ist halb verhungert, das Heer der Firangestellten ist bitter verarmt — ist nur ein Schatten gegen den Milliardenzug der Agrarier, der christlichsozialen Feudalen und Verwal- Lungsräte. Und da hat die ..Reichspost" den Mut, gegen die Ostjuden zu hetzen. Diese soll Man nach Galizien in die eben stattfindenden Pogrome zuriickjagen. damit das Volt bei dieser Unterhaltung daran vergißt, was ihm die feudalen Raubritter getan haben. Für die HmLerMebeMn. Herr Albert Löw in Wien sendet uns folgenden Vorschlag: . Verehrliche Gemeinden in Israel! Gestützt auf den Appell des Generals Baron Minorelli Fritz Gerald in einer Wiener Tageszeitung, welcher lautet: „Vergesset ihrer nicht!", womit die in deM vierjährigen Kriege Gefallenen gemeint sind, gestattet Schreiber dieser Zeilen sich des Satzes in unserem Jomkippur-Eebete zu bedieneü. welcher lautet: rüötw* mam rib$ „Jene will ich gedenken." Unsere jüdischen Gemeinden in den verschiedenen Ländern ohne Unterschied der Größe und ^eelenzahl Mögen nicht nur liebevoll dieser Heimatstinder gedenken, sondern auch diejenigen gebührend in das Maskirbuch eintragen, welche für uns ihr Herzblut auf denk Kriegsschauplatz vergossen haben, sowie auch jene, welche in den Kriegsunö Militärspitälern^ entschlummert sind. arm& Tiaa Zwanglos möge jedes Eemeindemitglied anläßlich der H askoratage eine beliebige Spende zur Begründung eines Kriegshekdenfonds beitragen, und soll dieser Fonds den NaMen „H elden'fond s" führen. Ein ehrsames Heldenfonds-Komitee soll bestrebt sein, diese einlaufenden Spenden durch ebensoviele- Jahre als der Krieg währte, gewissenhaft zu verwalten, UM den Hinterbliebenen nach Maßgabe und Verhältnis eine ehrende Unterstützung zu gewähren. Vom Zakrmarkl des Lebens.' Isüref Auszeichnungen. Joh. Hofbauer, derzeit Baden bei Wien, wurde Mit der bronzenen Tapferkeits- und der Verwundetenmedaille ausgezeichnet. Er besitzt nun zusammen fünf Auszeichnungen, die er sich alle im' Felde erworben hat. Er ist strenggläubiger Jude. Mas man Masaryk nicht vergessen kann. /Unter deM Titel „Eine Flegelei" schreibt „Ceske Slovo" (voM 11. d. M., Abend-A.): „Unter diesem verhältnismäßig milden Titel macht die Brunner „Rovnoft" darauf aufmerksam, daß die in Brünn erscheinende klerikale „Ochrana" noch am! 24. v. M., also zu einer Zeit, da in unserem^ Volke kein Mensch war,: der die Verdienste des Professors Masaryk nicht gekannt hätte, folgendermaßen über diese schrieb: Herr Masakik, oder wie er sich den Namen ändern ließ, Masaryk, scheinbar, damit dieser recht fremdländisch klinge, dieser bereits ältere Herr sucht ständig Gott und kann ihn bisher nicht finden. Allerdings, wenn es sich um etwas Katholisches Wochenschrift handelt, da ist er gleich dagegen. Besonders im Hilsnerprozeß wurde it berühmt, indem er Hilsners Unschuld bewies da dieser aus topographischen Gründen das Verbrechen nicht habe begehen müssen, und damit man nicht sagen könne, er tue dies aus Unkenntnis der Verhältnisse, fuhr er nach deM Prozeß nach Polna, um sich dort umzusehen. Wievkel er damals von den Juden zum Lohne erhielt, hat nieMand erfahren. Auch im Streite um die Königinhofer und Grünberger Handschriften machte er sich in trauriger Weise berühmt, indem er deren Unechtheit bewies, obwohl er sie nie gesehen hatte. In Wien haben sie ihn gut gekannt, als sie ihn als Professor an der Prager böhmischen Universität anstellten» obwohl er nicht richtig und gut böhmisch sprach. Der vor kurzem verstorbene Unterrichtsminister Gautsch erklärte damals, er habe den Pragern eine Laus in den Pelz gesetzt. Und dieser Herr wird angeblich einer der Künftigen Staatsminister sein und ist Vorsitzender des Rates." — „Rovnost" bemerkt dazu, daß so nicht einmal der Graf Czernin über Masaryk zu sprechen verstand. Korrespondenzen. Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden für Schlesien. Am 10. November l. I. 'fand im. Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde Mährisch-O strau unter den hiezu nengewählten Delegierten eine Vollversammlung des Landesverbandes der israelitischen Kultusgemieinden Schlesiens statt. Mährisch-O strau wurde alsl Versammlungsort mit Rücksicht auf die günstige Lage und die Zugsverbindungen gewählt. Die israelitische Kultusgemeürde Mährisch-Ostrau wurde als Gastgeberin Zu der Verbandst)ersammlung selbst zu Gast geladen. Cs waren bei der Verbandsversammlung die Kultusgemeinden Troppau, Teschen, Bielitz, Oderberg, Jägerndors, Wagstadt, Freiwaldau,. Skotschau, Friedek- Mistek, Freistadt und Mährisch-O strau vertreten und es waren die Rabbiner Dr. Friedmann aus Troppau, Dr. Steiner aus Bielitz und Dr. Obstler aus Freistadt anwesend. Im ganzen nahmen 30 Personen an der Beratung teil. Von der Verbandsversammlung wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, die wörtlich mit der ' vom mährischen Landesverband auf dessen Verbändsversammlung vom 30. Oktober 1918 angenommenen Entschließung Wereinstimmt und nachstehenden Wortlaut hat: „Als Angehörige eines eine untrennbare Einheit bildenden 14 Millionenvolkes verlangen die Juden vom Friedenskongresse, zu dem ihre Vertreter zuzuziehen sind: 1. Die Anerkennung als Ration und demgemäß die Zuerkeunung aller Rechte, die den einzelnen Nationen zustehen, in deren Mitte sie leben; fernjer als Bürger jener Staaten, in welchen sie wohnen, die volle politische und bürgerliche Gleichberechtigung, ohne Rücksicht auf ihre Umgangssprache. Der Verband spricht aber gleichzeitig aus, daß die jüdische Glaubensgemeinschaft nach wie vor alle Juden ohne Unterschied der Umgangssprache umfaßt. 2. Die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina, Gewährung weitgehender Rechte zum Anfbaue eines jüdischen Gemeinwefensl daselbst unter eigener Verantwortlichkeit und internationaler Garantie." Trotz der gegenwärtig ungeklärten Verhältnisse nach denen es nicht feststehit, ob Schlesien imgeteilt bleibt

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