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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-15 · 45 (15.11.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
45 (15.11.1918)
Date
1918-11-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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9h: 55 Dr. Bloch’s Wochenschrift seite 785 mit dec Zionbewegurig,ansch!ießen, würde von jelfcft ein religiöses Element in die Beweg ung kommen und sie Einfluß auf die Schule gewinne u, deren Einrichtung sie Heute beklagen. Nachdem zwei Ostrabbiner zündend in Hebräischer und jüdischer Sprache für die Palästina- Heimstätte und Nationalitätenprinzip bei den Ostjuden eingetreten waren und der greise Wiener orthodoxe Rabbiner Dr. Krammer eine emdrucksvolle Rede gehalten, überbrachte ReichsratScibgeordneter Doktor S t r a u ch e r die Grüße des jüdischen Nationalraies und brachte die Resolution zur Abstimmung, mit der sich die Orthodoxen ->ur Heimstätte in Palästina U' d zur Vertretung der jüdischen Nation auf der Friedenskonferenz bekannten. Der invalide, mit der goldenen Tapferkertsinedaille geschmückte Oberleutnant Walla brachte Grüße der jüdischen Volkswehr. Wien. Montag den 18. November 1918 im Lokale des Jüdischen Handlungsgehilfen-Berbandes öffentliche Vereinsversammlung. Referent Kollege Samuel Strauß. Thema: Die jüdischen Angestellten und die nationale Gewerkschaft. Beginn 738 lU)v, Lokal: II.,. Obere Donaustraße 65. Bestattung Salomorr Bauers. Mittwoch, 6. November, fand das Begräbnis des hochv rdienten Begründers der Brockensammlung für Jüdische Arme, Herrn Salomon Bauer, der im!62. Lebensjahr verschied, statt. Rabbiner Dr. Bauer und Dr. Goldberg namens des Tempelvereines im 8. Bezirk feierten den Mann, der sich für immer dank seines Wirkens in das Gedenkbuch unserer Gemeinde eingetragen hat. Toynbeehalle (Zosestne Mrndl-Woh lfnhrtshaus), 20. Bezirk, Denisgasse 33. Samstag, den 16. November, halb 7-Uhr abends» findet das erste.Konzert der Win-ersaison statt. Bon 6 Uhr an können sich Hörer der Lehrkurse für Stenographie, deutsche nud hebräische Sprache und Musik einschreiben lassen. Gefangeuenbrief. Noch immer weilen viele unserer Brüder und Söhne im fernen Rußland. So traf jetzt vom Fähnrich Jmre Antscherl aus Budapest eine Karte ein, die er am 1. April dieses Jahres an seine Eltern in Budapest schrieb. „Die zwei Sederabende verbrachte ich in Samara in einer sehn lieben jüdischen Familie und ergriffen auch die alten hebräischen Gesänge und Zeromonien, wie ich sie im Elternhause gehört und gelesen, und taten meinem gedrückten Gemüte so wohl. In Petrograd _ verbrachte, ich den Purim zuvor auch in. besonders liebenswürdiger, jüdischer Familie und bewahre meinen Gastgebern eine dankbare Erinnerung. Der gute Gott führe mich nur bald zu Euch» dann will ich Euch noch vieles erzählen." Austritte aas dem Judentum vom 3. bis 9. November 1918. Bardach, geb. Jerusalem Anna, geb. 22. Februar 1892 Wien, VIII. Bezirk, Langejasse 74. Braun Gustav, geb. 12. Dezember 1595 Wien, III. Bezirk, Arenbergring 20. Ellingor Hartha, geb. 9. Juli 1888 Filsen (Böhmen) XIX. Bezirk, Peter Jordanstraße 2. . Ellingar Richard, Gutsbesitzer, geb. 14. Februar 1875 Wien, XIX. Bezirk, Peter Jordanstraße, 2. Sölinko, geb. Wolf Grete, geb. 10. Februar 1892 Wien, IV. Bezirk,* Lothringerstraße 2. Spiegel Elisabeth, geb. 4. Jänner 1318 Wien, II. Bezirk, Lichtenaüergasse 4. - Steiner Erich, geb. 23. Oktober 1899 - Hamburg, II. Bezirk, Castellezsasse 20. . Schwarz Malonia, geb. 29. Jänner 1S96 Wien, VIII. Bezirk, Lerchenfelderstraße 48. TMksflMNg. Wir sehen uns verpflichtet, im eigenen sowie im Namen sämtlicher Israel. Soldaten, die im Reservespitäk Nr. 2 Zn Pardubitz untergebracht sindunserem ehemalintch Aufopferuntz aller seiner Khäffte für jüdische Interessen Zn'gezogeNen Erkrankung in das nichtaktive Tieüstvechältnis rückversetzt wurde, für seine uttsl in reichem Matze erwiesenen Wohltaten unseren herzlichsten Djank auf djesem Wege zum Ansdruck m bringen. Die vortrefflichen Eigenschaften seines Geistes, und Charakters^ seiner liebenswürdigen Persönlichkeit in unsere Herzen unvergänglich eingeschrieben. Möge der Ewige ihm für sein von schönem Erfolg begleitetes Wirken mit reichen Gaben lohnenmit steter körperlicher und geistiger Frische, damit auch das Wort unseres Psalmisten (Psalm. Cap. 41): „Heil demjenigen, der für den Schwergeprüften sorgt! 'Gott bewahre ihn, erhalte sein Leben, so daß. er glücklich auf Erden lebe", ivL Erfüllung gehe. Wir vereinigen uns im Rufe: „Gott lohne es!" und verbleiben unserem Wohltäter mit verbindlichstchn Dan? ergebenst .Josef Äiebersohn unÄ Simon B eirlias im Namen sämtlicher israelitischen Soldaten im Reservespital Nr. 2 zu Pardubitz '(Böhmen). Feuilleton. Komin« Koliaud im Irau Christof Wrv Jude« «ui» Iudrutum. Bon Dr. I. Zkrgler, Rabbiner^in Karlsbad. (Schluß.) Tief ergriffen von den Worten des Dichters über Juden und Judentum, entschloßich mich, ihm den kritischen Teil meiner Abhandlung einzusenden. Ein guter. Bekannter, der in der Schweiz lebt, nahm Mit Erlaubnis der zuständigen Behörden das Manuskript mit und übersandte es Romain Rolland. Sturze Zeit darauf erhielt ich nachfolgenden, sowohl vom literarischen als auch vom jüdischen Standpunkte interessanten Brief, den ich hiemit der Oeffentkichkeit übergebe. Ich glaube dazu berechtigt zu sein, ohne, vereist darum ersucht zu haben. Solche Worte eines Weltgeistss Zehörsn der Welt. Eine Besprechung des Briefes wäre wohl meinerseits unpassend, mögen es andere tun. Ilm NarhdWÄ des Briefes bitte ich: Mar di, 6 aout 1918. Monsieur! J’ai lu votre brochure, avec Ie plus vif int^rfet. Je suis touch6 de l’attention sympathique et de la profonde sinc&rite avec lesquelles vous avez lu mon oeuvre. Qu’une partie de mes jugements sur les juifs vous semblent vrais et utiles, me fait plaisir. Quant aux critiques que vous m’adressez, j’y souscris, eiles sont justes. II me faut presque regretter que mon Jean-Christophe est pris dans l’opinion du monde une place aussi importante. Si je l’avais prevu, en l’6crivant, j’eusse complete certains jugements. II n’entrait point dans mon dessein d’y faire une £tude objective de la societe contemporaine. Tout y est vu sous l’angle du roman, ä travers les yeux et l’äme de mon h£ros. Meme l’atmosphere du livre (les reflexions generales) participent au caractere du h£ros. Christophe, — qui est une Sorte de Beethoven reincarne. dans le monde d’aujourdhui, — n’est ni impartial, ni tres bien informe. On peut meme dire qu’une certaine forme d’injustice — g£n6reuse, sincbre passionn^e, primesautihre — fait partie de sa nature. On la retrouve dans ses rapports avec Israel. Si j’avais eu ä parier de votre peuple, en mon nom propre, ou dans une oeuvre objective, je l’eusse fait certainement d’une iagon plus complfete et plus mesuree. — Vous avez raison de croire que je respecte votre race. J’ai eu, toute ma vie, beaucoup de rapports avec les Juifs; j’ai compt£ (et je compte encore) parmi eux, plusieurs de mes meilleurs amis (dans tous les pays), de mes plus cheres affections; je leur dois plus d’une joie et plus d’une souffrance; et celles-ci ne lient pas moins que celles-lä. J’ai tousjours 6te frappd de lä place 6minante que les Juifs tiennent dans l’esprit europeen. Faut-il ajouter *

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