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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-15 · 45 (15.11.1918) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
45 (15.11.1918)
Date
1918-11-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 736 D-r. Bloch'Z Wochenschrift Nr. 45 q^e j'ai c'te tcop souvent degu que de si grands talents, de si riches promessesj toüt d’inteliigence, de generosite, d’id dalisme, ne parvlennent presque jamais aux plus hauts sommets mais s’arretent en route. J’a'i presque tousjours constate dhez les plus grands esprits juifs de notre iemps' (et du siede qui pr£cede), — penscurs, -jecrivains, artistes, musiciens — quelque chose d’in- 'complet, non pas dans la struciure exterieure, mais dans le centre meme de la construction, — un certain manque de noyau interielirr On dirait que le soi n’est pas: SÜr sous. leurs pas, ou que «cs riches torrents de passions et d’idCes, devies de leur cours naturel, cherchent depuis des siecles le lit ancien du fleuve, laroute que la nature ävait frazee pour eux. J’admire ce que vous dites d.u vjai Sionisme, et ' je Fapprouve. pleinemeni. Qui, j’y arols pours vous moi * aussi, le retour ä soi-meme, la fiddit6 ä soi-meme, la loyaut6 avec soi-meme, Ja sincerit^ Interieure, — integrale, absolue. Retrouver votre etre vrai, et le r£aliser: voilä votre veritable Jerusalem! — J’y ai tousjours poussö les Juifs que j’ai connus et estimes, principalement les artistes. II ne s’agit pas de fonder„un nationalisme nouveau. Je suis l’ennemi de tous les nationalismes; et ce serait une dCrision qae >le peuple de Dieu« se claqueinurät avec son Dieu dans une petite patrie, avec toutes les passions mesqiiines de ces fourmillieresl II s’ägit de prendre conscienSe de sa personnalii£ morale, profonde, 6ternelle, et de sa mission dans l’humanite Iraternelle. La soei£te des Peuples, que je reve pour l’avenir, ne veut pas que se fondent et s’effaeent dans l’ensemble les caracters individuels, mais qu’ils soient nets et .purs, comme de beaux instruments qui «concourent ä la meme Symphonie. - . ' Veuillez croire, Monsieur, ä mes sentiments d’dstime et de Sympathie Romain Rolland. Permettez mois de vous iaire observer que je ne suis pas Suisse, mais Frangais, — vieux Frangais, du centre de la France. Si j’häbite actuellement en Suisse, c’est afin de rester en dehors des passions qui dechirent la malheureuse Europe. : Dienstag den 6. August 1918,- Mem Herr! * Ich habe Ihre Broschüre mit dem lebhaftesten Im y steresse gelesen. Ich bin gerührt von der sympathischen. Aufmerksamkeit und großen Hingebung, die Sie mei- - nem Werke gewidmet haben. Es freut prich> auch, daß Sie einige meiner Urteile über die Juden für wahr und fruchtbringend halten. Ihre kritischen Bemerkungen, die Sie an mich richten, sind gerecht ich unterschreibe sie. Beinahe bedaure ich es', daß meinem! Jean Christof jällgemein eine so große Bedeutung Zuerkarmt wird; hätte ich bas, da ich ihn schrieb, vorhergesehen, ich hättc» manches meiner Urteile ergänzt. Es lag gar nicht in meiner Absicht eine oöjektive Studie über die zeitgenössische Gesellschaft zu geben. Alles ist, da vom« Gesichtswinkel des Romans aus betrachtet, alles, mit den Augen und der Seele meines! Helden gesehen. Selbst die Atmosphäre des Buches (die allgemeinen RefleXionen) hängen mit deM Charakter Meines Helden zusammen. * Christof — eine 'Art Beethoven, aus der Welt von heute Herausgewachsen —, ist weder unvoreinge- Kommen, noch sehr gut infonmert. Man darf sagen, tmß eine gewisse UmeMMWM/— /Kenerös-,. aufrichtig, lMrenschMlich, sprünghaft — zu feiner Natur gehört. Man findet sie auch in seinen.Beziehungen Zu Hätte ich in meinem Buche über Ihr Volk im eigenen Namen geschrieben oder in einer besonderen Schrift,, so hätte ich es vollständiger und vorsichtiger getan. Sie haben recht anzunehmen, daß,. ich Ihre Rasse schätze. Ich hatte in meineM' Leben viele Beziehungen zu Juden; ich hatte Jstnd habe noch) unter ihneir mehrere meiner besten ,Freunde (in allen Ländern), ^von wertvollster Zuneigung: sch schulde ihnen manche Freude und manches Leid, und dieses bindet nicht -weniger als jenes. Ich habe immer gestaunt über den hervorragenden Matz, den die Juden im geistigen Lebejn Europas einnehmen. Brauche ich hinzuzufügen, daß ich sehr häufig enttäuscht darüber war, daß so große Talente, so rMe Verheißungen, eine solche Fülle wM Intelligent von Großmut, von Idealismus sich fast niemals bis zu den Höchsten Gipfeln emporschwmgen -konnte, »sondern unterwegs liegen blieb! Ich habe fast imMer konstatiert, daß die bedeutendsten jüdischen Geister unserer! Zeit (wie auch des vergangenen Jahrhunderts) — Denker, Schriftsteller, Künstler, Musiker — etwas Unvolh. ständiges an sich haben, .nicht in der Form sondern im» Wesen — ein gewisser Mängel an innerem' Kem ist an ihnen bemerkbar. Man könnte sagen, der Boden unter .ihren Füßen sei ihnen nicht sicher v genug, oder daß diese reichen Ströme von Leidenschaften und Ideen, von ihrem natürlichen- Fluh ab gelenkt, seit Iahrhun^ Derten ihr altes Flußbett suchen, den Weg, Iren die Natur für sie gebahnt hat. Ich bewundere Ihre Worte über den wahren Zionismus und stimme.mit Ihnen vollkommen überein. 3,ar wohl, auch ich sehe ihn für euch, litt der Rückkehr, in der Treue Lu sich selbst, in der UeberemstimMüng mit sich selW, in der inneren Aulsrichtigkeit, der vollen und abfokutell. .Euer wahres. .Leben wjederfinden..und ^es verwirklichen: hier liegt euer WirktichesIerusaleml — Ich habe die Juden, die ich kannte und schätzte, imm'er darauf hingewiesen, namentlich die Künstler. Es gllt nicht einen neuen Nationalismus zu gründen. Ich bin ein Feind aller Nationalismen: es wäre nur ein Sohn, wenn „das Volk Gottes" sich mit seinem Gott in einem kleinen Väterlande, emsperren wollte, mit all den kleinlichen Leidenschaften seiner Ameisenhaufen. Es gilt sich seiner ethischen. Liefen, ewiger: Persönlichkeit bewußt zu werden, seiner Mission in der menschlichen Brüdergemeinschaft. Die Gemeinschaft der ^Völker, die ich für die Zukunft erträume, geht nicht dar- *auf aus die individuellen Charäktere in der Gemein-, schuft zu bilden und zu verwischen, sondern will sie nur nett und sauber heraus-arbeiten, daß sie schöne Instrumente werden, die zu einer gemeinsamen Symphonie zusamMenspielen. - Empfangen Sie den Ausdruck meiner Sympathie pnd Hochachtung Romain Rolland. Gestatten Sie mir zu bemerken, daß ich nicht Schweizer bin, sondern Franzose — Altfranzose, aus'dem Zentrum Frankreichs. Wenn ich. Momentan in der Schweiz wohne, geschieht es, um von den Leidenschaften Mich fernzuhalten, die das unglückliche Europa zerfleischen. Eine Zionistiu. Anonyme Zuschriften jverderr nicht berücksichtigt. Ein Wrstjudr. B.ei aller Sympathie-für Jhrm Standpunkt können wir Zuschriften /ohne Namenangabe nicht beachten . M- S., Wieny Die Ereignisse machen es unmöglich, staats - politische Vorschläge in unserem Blait zu machen. Vielleicht in ruhigeren ^.Zeiten. Besten 'Dank.. - . - - ' W—tsch. Die 'Nachricht zu spat erhaltest. Besten' Dank. -E. S. i. P. Ohne die näheren Umstände des Falles zu kennen, . läßt sich unmöglich aus der Ferne einr Meinung abgeben. . -HermrsgLbm und srrantlvorLlicher RedsktLUL S. BtoH.— Druck von 3» Beck L Söhij Wien

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