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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-15 · 45 (15.11.1918) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
45 (15.11.1918)
Date
1918-11-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Tr. Bl och's Wochenschrift Nr. 45 'Für Peffach ließerr wir Osterbrote, Wem und Fleisch zur Verteilung bringen. Außerdem wurde in Jerusalem für die durchgehenden, österreichischen Soldaten ein Seder gegeben und die Mannschaften bewirtet. - Seit Kriegsausbruchs gewähren wir auch den hier znrückgMiebenen vierzig Palästinenser Familien fortlaufende Monatliche Unterstützung. Die Ueberweisung von Privatgeldern wurde gleichfalls wie bisher durch uns^ besorgt. In Prag, Brünn und Troppau wurden auf unsere Anregung hin Ljandesiomitees für Palästinahilfe gegründet. DjaÄ der tatkräftigen Unterstützung durch dieselben w'ar es mrs möglich, unser Hilfswerk nach mancher Richtung ausznbauen. - Ende 1916 machte es das Wüten vieler Seuchen im Heiligen Lande no.tig, die „Kriegsspitalshflfe für Palästina" ins'Leben Kr rufen. An die Spitze dieser neücjn Schw'esteraktion traten der Präsident des israelitischM Kultusemeinde Dr. Alfred Stern, Hofrat Dr. 'Julius Schlag, Präsident der Chewra-KMscha XII—XV Her- Mann Weinberger und Direktor Richard Äissau. Aus derr ersten Spendeneingängen wurden im Rothschildspital in Jerusalem Betten belegt und eine Sendung Medikamente durch einen Kurier unseres Auswärtigen Amtes nach Palästina befördert. Leider wurde durch die Kursschwankungen in den letzten Monaten des Jahres unsere Tätigkeit erschwert, und schließlich! unterbunden. Nach Monsrtelangen 'Benruhurrg-en, beit Verlust bei Geldüberweisungen nach Möglichkeit zu lindern, gelang es uns, beim k. t. Finanzmüristeriunr durchzusetzen, dag uns' Äewantiner Taler zur Ueberweisung und Verfügung gestalt wurden. In dieser Zeit mußte unsere Mehlaktion durch einen dort aufgenoMmenen Kredit aufrecht erhalten .werben. Unter so erschwerten Amstäriden traten tv^c in das Jochr 1917. ' Die KranHeiten stiegen von Tag zu Tag, die uns Hautals monatlich zngefandtelr Personenlisten waren Zeugnisse des furchtbaren Sterbens. Auch die Geldentwertung Mächte unaufhaltsame Fortschjrrtte. Die Summen, dije wir rrach vielen Bemühungen äNmnsere Schützlinge Nach Palästina M erweisen konnten, brachten verschwindend' Weine Hilfe, trotzdem es uns noch ein zweitesma! geglückt war,^ einen kleineren "Betrag in Lewantiner Talern zur .Ausfuhr rmch Palästina bewilligt zu erhalten. Dessen ungeachtet ließen wir nichts unversucht, unsere MchlverLei?- lung und die Gewährung des Osterbrotes, Medikmnentenüberweisungen und die rrwnatliche Unterstützung der!nzwischen bedeutend ängestiegenen Zahl der in Wien weilenden Palästinenser aufrecht erhalten zu Ginnen'. Infolge' des furchtbaren Massensterbens blieben in Sasfed .allein ungchähr 300 Witwen und Waisen, die zu versorgen tmr uns zur Ausgabe gemacht haben. Ms die Besetzung einzelner Gebiete in Südpalästina begann und uns die Nachricht erreichte, daß unseren Schützlingen Gefahr drohet, nahmen wir sofort Stellung dagegen und wandten uns direkt an dm in jenen G^Ardm kommandierenden MarmeNrinister Dschemal Pascha. Dieser ließ, uns durch unseren Vertrauensmann in Jerusalem eine- Entschuldigung und das Versprechen, Wandel zu schaffen, zugehen. Wir waren auch die ersten, die durch Aufrufe zur Änderung oer Nor der Evakuierten aufforderten. Die von unseren Revisoren Herrn Direktor Liss a n und dem inzwischen dähingeschziäenen H errn Salomen Bauer geprüften und für richtig Lesundenen Rechn ngsübschlüffe weisen aus : für 1916. Kronen 241.698 54 E'ngänge, Kronen 143.10106 Ausgaben; für 1917: Eingänge Kronen 305.782 70, Ausgaben Kronen 195.257'74. . Wir glauben Mit Recht sagen zu können, daß wir treue Wacht gehalten haben und stets Mch Mästen Leimüht, waren, dm uns gestellten AuHäben gerecht zu. werden.. So konnten wir das Jahr 1918 mit einem Säldovortrag von Mehr als 100.000 Kronen beginnen. d Nicht unerwähnt dürfen wir lassey, daßisichj' t»euerdings in letzter Zeit auch in vielen GeMeinden Galiziens Gruppen zur, Unterstützung unserer Aktion gegründet hüben, die unsere Tätigkeit durch-, bedeutende Sammlungen unterstützen. . Wir hoffen auch!, für' die Zukunft der werktätige»!. Mitarbeit aller unserer Wnner und Freunde gewiß zu sein. Da unsere 7 Bemühungen haupts>ächlich darauf gerichtet sein mußten, momentane Hilfe zu schaffen, weist oas Konto „Oeperretchrfches Lmdeskomitee" nur Kronen 55.667-16 jauß. Es wurde schon zu Beginn des'heurigen Jahres der Beschluß gefaßt, dieses Kapital nebst 'beim Saldo der HilfskonÄnission als Grundkapital zur Errichtung eines, jüdischen Kriegswaisenhaus es in Palästina zu verwerrden. Leider war es Herrn kaiserl. Rat Wilhelm Anning er, dem eifrigsten Verfechter dieses Mtschlusses,;licht Mehr vergönnt, die Verwirklichung zu erleben. Der Fond hiezu beträgt gegenwärtig eine Viertel Million e« Kronen. Wir hoffen, dank Stiftungen unserer Gönner bald nach Friedensschluß ans Werk schreiten zu. Einen schmerzlichen Verlust hat unsere Hilfskommissiou durch das Hinschjeidenihres Mitgliedes Herrn Saloni!on B.a u e r. erlitten. Der gewissenhafte Eifer, mit dem er sich unseren Arbeiterr widmete- sowie sein wertvoller Rat haben uns zu unauslöschlichem Tanke verpflichtet. Sein edles> gewinnendes Wesen wirb uns stets in freundlicher .Ernnrecung bleiben. Ehre seinem Astdenken! Die HilfskoMmission 1915 für Palästina. Ein Bannfftruch d^r Rrbibiner von Grpdno Kgrn dcn - Wuch er. ' l Der CWve'M, der Pannsprüchi, mit dem' die Rabbiner. Grodnos vor kurzem gegen den Wucher eingeschritten siiid und der in Djeutschkcmd Koßes-AuffWn erregt hat, hat folgenden Wortlaut:, Wir, das Rabbinerkollegium von Grodnorufen Mit Zustimmung der Bevölkerung der Stadt Grodno und! der Rabbiner, der Umgegiend einen feierlichen Bannspruch, ans. Mit Trompetenklang und mit. . Trauerlicht. Mit einem strengen Befehl, mit den Worten der Heiligen fluchen und beschwören wir'laut de'M Gebot des Allmächtigen, .laut dem Wunsch der Versammlung, durchdie Heilige Schrift, durch die 613 Gebote, ebenso wie der Bannspruch gegen Jericho ausgesprochen worden ist, wie Elisar seine schlechten Kdnder verdammt hat, wie. Barak gegen Mores den Bannspruch ausgesagt hat, wie der Sinedrion zu Esr,as Zeiten gegen die Samariten aufgetreten ist, mit allen Ergänzungen, welche seit Moses bis jetzt hinzugekoMmen sindmit allen heiligen Zitaten, . welche in solchen BannsprüchM erwähnt werden: Verflucht sei im heiligen mnd Ehrftrrcht gebietenden Namen- Gottes, welcher vom OLerpriester nur gm Versöhnungstag genannt werden Purste, jedermann, der einen' von den folgenden Punkten Übertritt. - - 1. Es .wftd durch enien strengen Synagogenbann verboten, von der Stadt Grodno sowie vom' 'Kreise Grodno, wie es auch sei. Mit der Eisenbahn, mit Wagenmid Autos, weder selb>st noch durch einen! Genossen oder Boten odeir einem Bremser, durch-einen Inden oder Christen folgende Lebensmittel zu exportieren: 'Roggen, Weitzen^ Gerste, Hafer, .Buchweizen, Mchl, Graupen, Kleie, auch Brot und Kuchen, Erbsen, Bohinen, Linsen, Mährens, Rüben, KoU, ZwiÄeln-- Kartoffeln, Obst' und den 'hiesigen Kaffee-Ersatz.' Dieses sosi auf keinen Fäll exportiert werden. Ebenso Eier, Butter und "Honig. Auch gilt d'ajs Verbot für Zucker und Zuckermehl. 1 - 2. Der Spruchgilt auch für die Herstellung von Branntwein >aus Mchl oder von Seife aus' Fett und' Butter.

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