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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-15 · 45 (15.11.1918) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
45 (15.11.1918)
Date
1918-11-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Sette 7P4 Nr. ib Tr. Moch's Wochrnichriff effant ist folgender Halt: In Braila ist das Staatslyzeum' von den Militärbchörden beschlagnahmt worden. Die jüdische 'Gemeinde hat sich dann beeilt, der rumänischehr Präfektur ihre Mädchenschule sowie das jüdische Altersheim zur Verfügung zu stellen, um in der einen diy oberen und .in deMsHaim die unteren Klassen des Lyzeums unteLzubringen. Voriges Jahr wurden die jüdischen Schüler im Lyzeum ausgenommen, während dieses Jahr alle abgewiesen würden. "In den jüdischen Schullokaletzr und Heimen wird also kein Jude ausgenommen. - .Infolgedessen und infolge vieler anderer Fälle, hat dier „Verband der rumänischen Juden" eine Eingabe an der: UnterrichtsMtuifiier gerichtet, deren Wortlaut ist: . Bukarest, >14. September 1918. Herr Minister! Wir erlauben uns- Ihnen Mer eine Frage zu beirichten, für die wir Ihre wohlwollende Aufmerksamkeit erbitten. Wir befinden uns gerade Mitten in der Zeit der EiwschreibunMN in Iden Staatsschulen, und -die jüdischen Schüler, auch die fähigstes laufen Gefahrnicht eingeschrieben zu werden, weil sie — chs§ Fremde betrachtet — .nur au?,- genommen werden sollen, falls freie Plätze verbleiben. Jetzt, wo die meisten der einheimischen Juden im Begriffe sind, Bürger zu werden, und loo auch jene, dies infolge bestimmter vom Gesetz! und Reglement geforderten Förmlichkeiten außerhalb der Einbürgerung bleiben, als Einheimische betrachtet werden, müssen, glauben wir, daß es gerecht und im .Interesse des! LlarÄes wäre, daß uns die Tore der rumänischen Schulen, weit geöffnet werben, und daß die jüdischen Schüler unter gleichen Bedingungen eingeschrieben werden, ohne sie weiterhin von den Staatsschulen wegen ihrer religiösen Ueberzeugung auszuschließen. Dies müh um!" so mehr für die Kinder iderjeb ' nigen geschchen, die am Kriege teilgenommen haben. Wir hoffen zuversichtlich, Herr Minister, daß Sie die besondere Bedeutung jener Tatsache für die gegenwärtige Zeit und Umstände berücksichtigen werden, und daß Sie anordnen werden, daß unser Ansuchen bei den Einschreibungen für das neue Schuljahr berücksichtigt werde. Dies wird ehr. erleuchteter Gerechtigkeitsäkt sein, welchen die Juden mit Vertrauen vom Ministerium d?er Kultur und des Unterrichtes! erwarten. Der Zentralaus schuß. Darauf erfolgte die folgende offizielle Antwort an den Präsidenten des Verbandes: Unterrichts- und Kulturministerium. Bukarest, 23. September 1918. H err Präsident! < Als Antwort äüf Ihr Gesuch, daß bei den Einschreibungen die jüdischen Schüler den rumänischen gteichgelsteUt werden sollen, beehren wir uns.Ihnen bekanntzugeben, daß das Ministerium keine Maßnahme treffen kann, die-in Widerspruch mit dem' geltenden Gesetz ist, so lange die jüdische Frage nicht gesetzlich gelöst ist. . Für d en Minister: 88. C. G i n r e s c u. Die so gerechte Forderung wurde also rund ab gelehnt. ÄW der Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener ifr. KnltusgeMeinde am 13. November 1913. Ernennung des Dr. Alfred Stern zum Ehrenpräsidenten der Wiener i.sr. Kultusgemein de. Heber Antrag des Vorstandsmitgliedes Gemeinderates Dr. Rudolf Ritter v. Schwarz-HiNer wird der gewesene Präsident Dr. Alfred Stern, welcher 3O Jahre als Vorstandsmitglied und 15 Jahre als Präsident der Geineinde gewirkt hat, in dankbarer Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um die Gemeinde , einhellig zuM Ehrenpräsidenten der Wiener isr. Kultusgemeinde ernannt. Kooptation von Mitgliedern in den Kultusvorstand und Einsetzung der PerManenzkoMmission. Im Sinne der mit dem jüdischen Ratio. lalrat getroffenen Vereinbarung werden die Herren Dr. Josef Auerbach. Dr. Leopold Plaschkes und Dr. Karl Pollar behufs Eintrittes in dir PerManenzkoMmission in den Vorstand kooptiert und in diese Kommission nebst den erstgenannten drei Herren vom Vorstande delegiert die Herren: Dr. Jakob Engel, Dr. Wilhelm Pappenheim und Leopold Simon. Als Vorsitzender der Permanenztommission fungiert bis zur Neuwahl eines Präsidenten der Kultusgemeinde der derzeit geschaftsführende Vizepräsident Dr. B. Raypaport. Ferner wurden durch Kooptation in den Vorstand berufen die Herren: Hofrat Siegfried Ger st Mann, Baurat Wilhelm Kempler und Dx. Julius Monath. SLesserwermiitlang für jüdische KandeksanZestessLs und MeüwLe. Tausende jüdische Angestellte und Beamte fluten vom Kriegsschauplatz znrüch sie zu versorgen ist unsere Pflicht, denn ihr wirtschaftlicher Ruin witrde zum nationalen Unglück für unser ganzes Volk. Hier zu helfen, hat sich der Jüdische Handlungsge^ hilsen-Verband, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 65, ente.- schlossen. Bei dieser Arbeit brauchen wir aber die Unterstützung jedes jüdisch Fühlenden. Jüdische Arbeitgeber, verlangt benötigtes Personal vom Jüdischen Handlungsgehilfen-Verband. Jüdische Angestellte, meldet jede freie Stelle dem Jüdischen HandluugZgehilsen-Verüand-. Tie Stellenvermittlung erfolgt kostenlos. lAmtsstunden täglich von 7 bis! 9 Uhr abends. Sonn-» Hag von 9 bis 12 Uhr vormittags im Verbandsheim, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 65. ' HiLssküMmifsion 1915 für Palästina^) Bericht über die Tätigkeit der „Hilsskvmmissiov 1915". der „Kriegsspitalshilfe- und des „Ocsterreichischen Landeskomitee für Palästinaintden Jahren 1916 und 1917. ' Tie sich jschou Ende 1915 fühlbar mach-ende Knappheit sämtlicher Mählprodukte veranlaßte uns, da besonders im Heiligen Lande infolge der zügellosen Preistreiberei emes Teiles der arabischen Bevölkerung unseren L-chützlingen Hungersnot droUe, unser Unterstützungssyftem zu ändern. Bis zu dijefer -Zeit Bestand unsere Hllfe hauptsächlich in Bargeldverteilung laut Ceelenzaht für ungefähr zweitausend Personen' Es wurden nun in Jerusalems Saffed und Liberias unter Aufficht unserer Konsulate und unter Leitung unserer Vertrauensmänner Mehl- und Getreidevorräte artgekauft, wobei wir in den Maßgebenden türkt- - scheu Kreisen wohlwollendes Entgegenkommen fanden. Hiedurch wurde her Preistreiberei eijn Hemmnis entgegengesetzt. Es erhielten die 'AerMsten unserer Klientel das Mdhl gratis!, ein Teil Mit 25, ein anderer mit 50 Pro-- zent Nachlaß. Aus diese Waise gelang es uns, ein Jahr lang unsere Schützlinge vor Hunger und Niot zu bewahren und erträgliche Verhältnisse zu schaffen. . *) Aus technischen Gründen verspäteter Abdruck.

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