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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-15 · 45 (15.11.1918) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
45 (15.11.1918)
Date
1918-11-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 45 D? Blsch's Wochenschrift ' Seite 739 der Veröffentlichung der Kundmachung eingestellt worden. Weiter hat der Heimkehrerrat verfügt, daß in den hiesigen Betrieben die weiblichen Hilfskräfte durch männliche ersetzt werden. Der Heimkehrerrat hat zum Zwecke des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes etwa 200 hEimgekehrte Soldaten angestellt. Diese erhalten eine tägliche Entlohnung von 10 i\. Die hiesigen Industriellen haben sich bereit erklärt, alle jene Heimkehrer, welche vor dem Kriege in den betreffenden Betrieben tätig waren, sofort wieder zu beschäftigen: bisher haben sich 1500 Heimgetehrte bei der Meldestelle des Heimkehrerrates einzeichnen lassen. FMchMige im tWeMMa Staate. -Im Lschecho-Wowäkischen Staate weilen derzeit 18.000 jüdische Flüchtlinge Ms Galizien,'die nicht hehnkehren können, da ihre Heimat zerstört ist. Im Böhmen sind 10.000, in Mähten 7000, in Schlesien 1000.- Der jchdische Nationalrat in Prag wendete sich im Interesse dieser Flüchtlinge an den Mgeordneten Reizes) der mit dem Redakteur Wechsler beim tschechischen Gesandten in Wien,' T u fa r, vvrsprach und ihm das Ersuchen vorlegte, man möge diese Flüchtlinge einstweilen noch im Lfchech-offlow Mschen Staate lassen und ihnen die Unterstützungen wie bisher auszahlen. Tusar erklärte, daß er schon ans Menschlichkeitsrücksichten dieses Ersuchen sofort telephonisch dem tschechoslowakischen Nationalausschuß in Präg vörlegen werde. Unter einem werde er die Weisung erteilen, Dir/ Alfred Enge l, Mitglied des jüdischen Nationalausschusses in Prag, deshalb in den tschecho-slowakischen Kationalrat zu berufen. Er habe dem Bezirkshauptmann in Ungarischj-Hradisch die.- Weisung erteilt, daß er die zweihundert Flüchtlingskinder, die in dem dortigen Waggr wohNen, -anderswo entsprechend unterbringe, weil dieses Barackenlager zur Unterbringung der durch! .bmr- Blawpaß marschierenden Armee nötig' sein wird, und fügte hinzu, daß arme Kinder auch durch kriegerische Maßnahmen nicht leiden dürfen. Dei5 Wieh§rarrfLsm des Ses^oidstridter' FTswprjs. waaciagsEBiKsr— Am 5. November d. I. fand eine Plenarsitzung des Aktionskomitees statt. Auf die Tagesordnung wurde der Bericht Mer die Verhandlungen des 'Arbeitsausschusses mit dem Mlltusrlate, betreffend den provisorischen oder definitiv en Ausbau des Tempels im zweiten Bezirke gesetzt. Der Präsident Dir. Theodor Gut Mann eröffnet die Sitzung, begrüßt die zahlreich erschienenen Komitee- Mitglieder, darunter befoichers den Architekten Hierrn Ignatz Reiser und Hierrn I. Wolf und berichtet wie folgt: . ' '; i! •! ' j : f |;! :;i Das Sekretariat der Wiener MrlLustzemeiich'e hat nach emgcholter ZustiMnrung des Herrn 'Präsidenten Dr. Alfred Stern deM Herrn Dr. Gutm ann eröffnet, öaß die Kultusverwaltung Mehrere Baumeister zur Offertüberreichung aufgefordert habe. Es liefen hierauf siäben Offerte ein. .Sechs der Offerenten haben auf Basis der Regieberechnung Offerte geMacht, ohne jedoch auch rmr -annähernd die erforderliche Endsumme zu bezeichnen; der siebente Offerent, die Baufirma Frauenfeld & Berghvf, hat auf so ziemlichgleicher Regiebasis offeriert und als Endsumme für den provisorischen Aufbau den Betrag von 1,183.000 Kronen beansprucht. Unter den einzelnen Offertposten sticht eine besonders hervor,, und zwar: Das Erfordernis für Tischlerarbeiten wird Mft 680.000 IKstonen beziffert. , - Der einberufene Arbeitsausschuß des Aktionskomitee hat in seiner Beratung vom! 30. Oktober d. A. eirvfirMmig. erklärt, es' sei bei solchenormer Bedarfsziffev das Projekt de provisorischen Aufbaues als gefallen am znschen. Bald nach Abhaltung dieser Ansschnßsitzung erhielt das Aktionskomitee eine Einladung des Kultusvorstandes zu einer Sitzung des Bertreterkolle'gmms, zu der die delogierten Herren D?r. Theodor Gut Mann, Gustav Planer, Hugo Popper und Herr Djr. Thal er erschienen sind. In dieser Puter Pprfitz des Herrn Dir. Mfred Stern ahgehaltenen Sitzung des Bertreterkollegiums erstattete der Baureferent Herr Architekt Vindner das Referat unter Vorlage der sieben Offerte und bemerkt, daß es iniöglich wäre, die Ziffer von 1,183.000 Kronen auf 800.000 Kronen herabzudrücken. Herr Dir. G u t m a n n gab iM Sinne des Beschlusses des' Arbeitsausschusses die Erklärung ab, daß Mit Rücksicht auf die enorme Kostenhöhe und 'fernerer Berücksichtigung, daß 'die Friedensherstellung ehestens zu erwarten ist, wodurch, die Mäterialienprerse sowohl als die Arbeitslöhne "eine bedeutende Minderung erfahren werden und unter endlicher Berücksichtigung, daß durch die Frontauflösnng der Arbeiter- Mangel behoben werden wird, von der beabsichtigten provisorischen Herstellung. Umgang zu nehmen sei und ersucht den Kuktusvorstand, es Möge mit Rücksicht auf diese den.Materialien und Arbeiterruangel behebenden, ehestens zu erwartenden Umstände 'schleunigst an 'den definitiven Ausbau geschritten werden, es mögen demnach unverzüglich die nötigen Vorarbeiten seitens der Bausektion gemacht werden, damit beim Eintritte der Bau Möglichkeit nichjt wieder unnütze Zeit verstrekchje, wfe dies bisnun geschehen ist. Der Vorsitzende Dr. Gutmann berichtet weiter, daß über die Frage der H.inausrnckung der Misrachseite jin dassangrenzende Kollerhäus, das nunmehr Eigentum der Kultusgemeinde sei, ebenfalls vor dem Vertreterkollegium debattiert wurde, und daß das Aktionskomitee an diesem Baupunkte fefihalte, während der Präsident Herr Dr. S t e r n seiner.Anschauung, dahin Ausdruck gab, daß es eine technische Unmöglichkeit wäre, die Misrachwand hinauszuschieben und daß eine Vergrößerung des Tempels vom Standpunkte des Akustik eine nicht empfehlenswerte wäre. Herr Dr. 'Gutmann bemerkte, daß von einer technischen Unmöglichkeit nicht gesprochen werden könne, es sei dies nur eine finanztechnische Frage und dieser darf die Kultusgemeinde nicht aus dem Wege Men, zumal durch die Sammlung ettt bedeutender Zuschuß zu den.Kosten zur Verfügung stehe. Die übrigen Delegierten des Aktionskomitees schlossen sich den AüsMhrungen.ihreßs Obmannes an und erklärten, von den seinerzeit gestellten Bedingungen, darunter die Hinausrückung der Misrachwand, Verlegung des Chores auf eine neu zu schaffende Gmlpore, gegen welche Herr Tr. S t ern sich ebenfalls unter Berufung auf das Gutachten des Htzrrn. Professor Dkr. Guido Adler >äussprach, nicht, abgeihen zu wollen. Herr Tst. Gut Mann regte auch an, es' Möjge der neue Zeremoniensaal in einer souyen ^mnension hergestellt werden, daß derselbe als ReserveLempel benützt werden könne. Der Schriftführer Herr Gustav Planer gibt seiner Anschauung dahin Ausdruck, das Aktionskomitee habe darauf zu -verharren, daß die dem Kultusvorstande bekanntgegebenen Wünsche erfüllt werden, daß eine neue Fassade im Raume des Kollerhauses) von einer Gartenanlage umrahmt, geschaffen werden solle. Herr Hauptmann The um an n gibt seiner Meinung dahm Ausdruck, der Knltnsvorstand schleppe die Sache hinaus, weil er in der inneren Stadt einen Prachttempel bauen wolle. (Zwischenruf: Sie wollen überhaupt keinen Tempel.)! Herr Isidor Schwärz setzt auseinander, wieso es kam, daß das Aktionskomitee sich mit dem Provisorium so lange besaßt habe' dasselbe sei durch die Angaben des Herrn ArchitEken jLindner dahm, daß das Provisorium höchstens 400.000 Kronen kosten würde, irregeführt wor-

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