Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 45 (15.11.1918)
- Date
- 1918-11-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022346--27322-3052732- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
S-lt» 724 M. Blüch's tuMs, ihrer Beihilfe Hel den Requisitionen. Mit einem geschicktmr Mmöver wollen sie diesen Haß rrach einer arKevsi WteDLen^n. Wese Jrttnge gelingt Wen nicht. Kür den kleinsten Versuch,, einen Bruderkrieg §u, provozieren, werden die Juden die strengste Strafe erleiden. Das Schwürt, das sie gegen unsere Brust richten wolleü, wird mit der garten Kraft auk ihr Haupt fallen. Polen, Achtung! verteidigt Männlich die nationale Einheit, behandelt die Mischen Agitatoren als Feinde des Vaterlands! Nieder Mit Her jüdischen Intrige, nieder mit dem Bolschewismus! Es lebe das freie polnische Volk in einem vereinigten, demokratischen, jüdenfteien Polen!" Die Befteiungsarniee. Jetzt, wo die antisemitischen Parteien Ln der neugebildeten Regierung die Macht an sich gerissen haben, glauben die polnischen Pogronriheldendaß ihre Zeit gekommen sei. Die Lage in Warschau äst 'eine derartige, daß die Juden nicht Mehr wagen, am Ahend sich auf der Straße zu zeigen. *. . * ZudauShietze m Polen. Diür „Hüynt" Dom! 44. Oktober "berichtet, daß in der SMt zwei Pogromproklamationen angÄlebt worden seien. In d!er einen, von dier „'Befreiungs'- arrnee" unterzeichnet, heißt es!: „Aufgehetzt durch jüdisches GM, versuchen die polnische S. Dj. undder jüdischle Bund in Polen den banditischen Bolschewismus! zu organisieren. . . Sie ruhümr die „internationale Diktatur des Proletariats" als gerechte Macht <. Polen versteht, was bip Juden Miuit wollest, WM das' Zentral Arbeiterkomitee der polnischeu sozialdeMokmttschen Parteien und Mnliche OrMnisatioirrn bezwecken, in denen kein einziger polnischer Arbeiter ist. . . Die Judsr sind vorsichtig, sie wissen, daß das ganze polnische Volk durchdrungen ist vom.' Hasse gegen ihre Spekulattonen und - Denunziationen, gMen Hre Hilfe bei den.Requisitionen . . - mb wollen teil Haß in andere Richtung wenden. . . Mutig verteidigt die nationÄe EmigUMi! Die Mischen Agitatoren be- - landelt als Feürde des Vaterlandes! Mieder luiit den jiß bischen Smtiigöt! Nieder Mit dem BolschMismus! Es Idbe das polnische Volk und das.vereinigte demokratische, judenfrme Polen!" ' - Der „MoMeut" vom 14. Öllober berichtet, daßj in einer Proklamation des' Konntet Narodowy zu einer KanipsorHanisation gegen die linken OrgcMisationcn und gegen die Juden aufgerufen werM. Man solle die angesehensten Juden als Geiseln uchmien. Das polnische Volk mürte aufgeruseu, M gegen die reichen Inden, wie gegen die MisckMi Massen Zu iotdmt, die sich vereinigen, um Polen in Besitz zu nehmen- * * .. * ZUtz<Wogrouts in Galizien. Krakau. We Matter veröffentlichen fortgesetzt Nachrichten^über Judenpogroms in Lemberg. Zu den ^zessen in CHdtza no w wirp berichtet: Seit einiger -ZW bestanden schon in Wcharww infotze von verschiedenen aMMischen Exzessen in den benachbarten Städten und Dörfern eine jüdffche SLlbstwchr, der D bis gestern .gelungen war, die muhder St<M strebenden Banden, die aus Bauernund Arbeitern der Nachbardörfer bestanden, zp vertVküben. Nachmittags wurde die Mischje Miliz von den polnischen Legionären, die dien Sicherheitsdienst MernouÄnen hatten, mit Gewalt entwaffnet. Sofort verstärkten sich die am Ringplatz zusammengeströmten Banden urch»s kam zu «nem schrecklichen Pogrom'. Die Menge stürzte sich auf die Mischen Mschäfte und alles würde ausgeraubt und aüsgeplündert. Die PMMerungen dauerten Dag und Nacht. Nach vollständiger Ausränmung per tGeschjaste Im^B Der Die Mischen Wohnunge>n ' Wochenschrift Nr. 45 her, von denen, die Meisten ebenfalls ausgeraubt wurden. Die Plünderer. waren zumeist bewaffnet. ' Bei den SchießereienI, dse sie v evaustalteteni, wurden auch vier Wrsonen getötet,, zahlreiche Juden wurden schwer, oder minder schwer verwundet. Die geraubten Sachen wurden von Frauen und Mädchen!, Angehörigen der Plünderer, auf Wagen fortgeschafst: Die ch ristli>che In teil i ge n z verhielt sich diesen Exzessen gegenüber neutral, auch die Legionäre legten sich nicht sns Mittel. Dieses! Verhalten ist ganz nrtselhaft,da diese Soldaten doch! den Ordnungsdienst übernoul--' men hatten.' Der 'S chab en, den die jüdischen 'Geschäftsleute erleiden, wird auf Mehrere Millionen geschätzt. -Eine Deputation der jüdischen Bevölkerung ist nach Krakau abgereist und wandte sich dort an 'die polnische Militärbehörde UM Schutz und W!e. . D>er jüdische Nattonalrat in Krakau erhält unausgesetzt Nachrichten Mer Pogroms in fGalizien, fo aus!T r zebinta, Dobra bei Limanowa, Kolbuszowa, Roswardow, Majdan. Kolb, P0dg orzy c e, Alw ernia, Skawina uüb Untgebung sowie-in der Umgebung von Zaborow, De mb i ca und Wiel iczka. Ke. Alfred Ktrr«. - Mne Silhouette des Präsidenten.). Von Dir. Heinrich Schreiber. . . Warüm mußte Dir. Alfred Stern, der langjährige Präsident der Kultusgemeiiwe, von seiner Stelle zurücktreten? Weil er dm Frieden der 'Gemeinde gestört hat. Das würdem sie-sagenalle in dinem Ajtttzn'/ nicht ' bloß' seine Widersacher, die wie Salome nach' seinem Kopfe! verlangt sondern auch jene, die sichi in Hen Strahlen seiner Gunst gesonnt haben. HoM Dtcindpunkte der Jüdischnationaren war er ein Störenfriedw-esi er sich ihren Bestrej-- büngen hemmend entgegen'stelltej, und er war-es vonu Standpunkte mancher (nichxt aller) seiner Getreuen, weil diese sich diesen Bestrebungen gefügig und nachgjiebig zeigen wollen. Seine Stellung wurde daher zum 'Sandlkorn, das der MWstein eines Kompromisses zermalmte. Es jmuß ein frischer Zujg durch den Staub der Kultusstüb-e streichen, so will es! das! vom Sturme der 'RevoluttW and der Mnwälzungen bvcyrsendd Gebot der Stunde!. Sind doch so viele gefallen, unKählige auf deM Felde der Ehre, überzählige laust dem Felde der Unehre. Kronen kollern,- Throne stürzen ein, Stühle wackeln, warum sollte just der Präsident der Wiener Kultusgemeinde von diesür Mrlppe des UmMMÄ verschont bleiben. Sein Alter hat ihn nicht immunisiert^, er äst der verheerender Seuch>el zum Opfer gefallen. Der Kneg öder eigserrtlich: das unglückselige Kriegs!- ende räumt mit allem auf, was mit KrieWschuld beladen ist. Hier hat das KriegsleMre Mtt einem aufgeräumt, der sich, wohl ft ei vion jeder Briegsschuld fühlen. darf. '.Allerdings ganz restlos stimmt dies nicht, denn-Dir. Mfted Stern war eine KaMpsiratur. Er .tyar, wie man ihn oft in besseren Tageu genanüt'hat, Mn Mcym der starken Hand, w enig konnivent, ftei von jeder Rührseligkeit und ein recht widerhaariger' und darum! bestgehaßter Geguer. Er führte Mer nicht bloß ein festes Regimientz er hatte, auch einen harten Kopf, der gelassen und bMchtig seine. Pläne schmiedete und sie unbeirrbar und rücksichtslos durch IdM Ziel steuerte!, nicht' iM Galopp, sondern langsanr und sicher. Er war kein ZaudMq, den eine Aufgabe schreckte;, allein er war iMn'erhin zuletzt nicht mehr so leichtfüßig und bchend^ daß er hätte die großen und Mit