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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-01 · 43 (1.11.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
43 (1.11.1918)
Date
1918-11-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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SÄte 705 Nr. 43 T!r. BtqchÄ MoHmßchrift gratlose Liebediener, im literarischen „stinkende.. Amoralisten", zersetzende „Holzwürmer"^ die, ihrer eigenen Vergangenheit entsagend, keinen Respekt kannten vor der Vergangenheit ihres Adoptivvaterlandes. Was den .Juden aller Lander not tut, ist sonach .nichts anderes, als dem7 wahren Wesen ihres Volkstums treu zu bleiben. Laßt uns mit' allen Kräften daran arbeiten die erworbenen bösen Enter zu vernichten, die sittlichen und geistigen Werte unserer Großen neu zu beleben und zu .entfalten: .Es lohnt der AUhe bei dieser „edelsten aller Rassen"! Olivier, Jean Christofs Freund, meint allerdings: „Diese.hypernervösen, aufgeregten und ungewissen Wesen bedürfen eines Gesetzes und eines festen, aber gerechten Herrn, der sie bändigt. Die Juden Md wie die Weiber: ausgezeichnet,, wenn man sie im .Zügel hält; aber beider Herrschaft ist abscheulich, und die.sich ihr unterwerfen, geben ein lächerliches Schauspiel." Wehe uns, wenn das wahr sein sollte! Ein-Volk, das keine Selbstzucht autzubringen vermag, hat keine Zukunft. Aufgabe aller erzieherischen Faktoren in Staat und Gesellschaft ist der langsame und zielbewußte Abbau jener bindenden Gesetze, die den Mangel an Selbstzucht ersetzen Und jie uns ergänzen sollen. Der Glaube, daß ein Volk der gesetzgeberischen Erziehung nie entraten könne, hat bis heute wesentlich dazu beigetragen, die sittliche Entwicklung lahmzulegen. Wenn die Regierungen nur etwas mehr Geduld mit ihren Völkern aufbrächten! Auch an den Juden rächt sich dies- Fehlen der Geduld, das gerade uns gegenüber für Staat und Gesellschaft so bezeichnend ist. Wenn man nicht jeden Mißbrauch der Freiheit gleich mit der Entziehung der Freiheit bestrafen wollte, wenn uns die Gleichstellung ein selbstverständliches Gut wäre, das uns keiner entreißen könnte, keiner wollte — und wenn ihre volle Durchführung in allen Ländern eine zu starke Einwanderung fremder, gequälter Juden von selber zum Stillstand brächte —> gar bald waren auch wir die genügsamen, satten und disziplinierten Bürger eines jeden Staates und wir. könnten verzichten auf den zweifelhaften Ruhm, überall ein Gärungsstoff der Tat, der Sauerteig der Nationen genannt zu werden.. Und uns erwächst die Aufgabe alles daran zu setzen, um unter uns literarische Luftmenschen, Sumpfbläsen nicht mehr aufkommen zu lassen. Mit unserer Tatkraft und Lebensenergie, mit unserer Intelligenz und Wissenssucht, mit unserer Güte und Menschlichkeit wollen wir nicht die zersetzenden, sondern die aufbauenden Elemente der Kultur werden. Dazu brauchen wir, wie schon gesagt, nur eines: Treue gegen uns selbst,. Treue.zu jenen religiösen und sittlichen Werten, die unsere weltgeschichtliche Bedeutung aus machen, um derentwillen allein. wir bislang die Leiden der ganzen Welt auf uns genommen haben. Das sei in erster Reihe der jüdische Nationalismus, unser Zionismus. Daß das Nationalgefühl, das heute die ganze Welt erfüllt und beherrscht, bei uns kein Echo fände, wer hätte das für möglich gehalten? Wir, die. wir, wie Rolland es so richtig bemerkt, weit offener für alle Einflüsse von außen sind, als wir es sein sollten, die wir nicht nur anden eigenen Schwächen leiden, sondern auch an denen, die wir von den anderen Böllern gleichsam aufkesen, wir sollen uns stentMen können gegen den reißenden Strom des Nationalismus, vpr dem nichts und niemand st.andhält? Wer Has von unserer Jugend, fordert. hat vMessen auf die leidenschaftliche Parteinahme für die.Ideale,seiner^ eigenen 'Jugendzeit.. Wollte, jedoch der Kdische Nationalismus nur darin dem der anderen Völler gleichen, daß auch wir uns von. der Umweht separieren wollten,, um so auf . Umwegen in ein neues Ghetto, hineinzugeraten, dann wäre er für unser Volkstum wertlos, er chürde bald an einen toten Punkt kommen.. Der nationale Geist,.der uns beseele, sei. nichts, anderes als die Rückkehr zur Wege der Ideale unserer Großen. Dann ist unser Nationalismus ein positive Werte schaffender. Auch des Zionismus Sinn Md Wert kann kein anderer sein. In stummer Ehrfurcht wollen wir uns vor dem Wunder der Geschichte beugen, gelänge es. dem Judenvolk die alte Heimat aufzurichten. Wenn , jedoch Palästina nur den Zweck haben soll, daß wir Europas Flitter und Tand den Böllern Asiens vermitteln und so die einfachen, naiven Völkerschaften zu den europäischen Untugenden erziehen» dann lohnt es wahrlich des Schweißes unserer Edelsten nicht. Nur wenn unser Ziel fest und unverrückt der Ausbau unserer inneren Kräfte bleibt» der mächtige neue Flügelschlag unseres alten Genius, nur dann ist Palästina ein Besitz, wert schwerer, zäher» begeisterter Arbeit. Vor allem sei der Zionismus die Rückkehr zu uns selbst, dann wird auch in Europa unsere Kulturarbeit eine andere sein, als geliebte Traditionen zu unrergraben, die heiß verehrten Toten der Völler zu morden. Gewiß, auch das muß sein. Und wenn in titanenhaftem Zorn ein Jean Christof niederreißen will die alten Götzen, werden wir in banger Erschütterung ihm folgen. Auch jüdische Titanen gab es. EM Lassale, ein Marx haben mit Riesenarmen an den alten Pfeilern der Volker gerüttelt, zugleich neue errichtet, gewaltige Zyklonen. Aber jene kleinen Maulwürfe, die, ich wiederhole, zumeist getauften Kohn-Hamiltons und Levy-Coeurs, die alles benagen, alles Alte und Ehrwürdige, nur weil sie überhaupt keine Ahnung mehr haben von der Liebe reinerer, Menschen zu emer Vergangenheit, die soli der echte jüdische Nationalismus und Zionismus aus unserer Mitte hinaussegen. Ich glaube hierin auch Romain Rollands Zustimmung sicher zu sein. Wie der größte Teil des Romans die alte, abgestorbene Generation schildert, ihre tragischen Kämpfe und Leiden, von der neuen Zeit nur die ersten Morgenstrahlen zeichnet, so widmet er auch der Bedeutung der jüdischen Literaten der Vergangenheit volle Aufmerksamkeit, des jüdischen Nationalgedankens dagegen tut er direkt keine Erwägung. Fremd kann ihm aber die Bewegung gewiß nicht geblieben sein. Änd tatsächlich dringt uns aus emer Stelle des Buches» eine der ergreifendsten, Helles Licht entgegen, das des Dichters Sympathie für die jupgjüdische Bewegung in besonderem Glanz erstrahlen läßt. Da'Rolland des Jugendfreundes Felir Wells.gedenkt, den dieser abgöttisch geliebt hatte, schildert er ihn mit folgenden Worten : „Er war einer jener jungen Juden, die von Intelligenz und großherzigem Eifer glühen, die unter ihrer harten Umgebung leiden, hie sich die Aufgabe gestellt haben, ihre Rasse emporzuheben und durch chre Rasse die ganzeWelt: die sich selbst verzehren, die sich von allen Seiten zugleich entzünden und m ein paar Stunden wie eine Pechfackel verflammen." Fast könnte man meinen, Rolland hätte Theodor Herzls .Flammenseele vor Augen gehabt, als er diese Worte niederschrieb. (Fortsetzung folgt.) Wrr«t«r. MSssLrM for Jdisk Historie og Literatur. Redigiert af Josef Fischer og Julius Salomon uuder Medvirkning af D. Simonsen. Udgivet af Danmarklogen U. 0.B.B. 712. I Kommission hos Levin&Munksgaard, Kbenhavn. 1917. Feste Bind. Heftel: Indhold: Julius Salomon: Bidrag tildansk-jdisk Historie 1820—1845.1. — Dr. pbil. Louis Bobe: Familien Sumbel fra Marokko og dens Forhindelser med Danmark. —Bibliothekar Josef Fischer: Joel Levin }Iathansons Optegnelser om Familien Hausen m. m. — Prof. D. S i m on se n: Til*Erindring om Heinrich Graetz. _ — H. T.: Konfirmationsattester. — Prof. D. Simonsen: Goldschmidtiana. — Hefte II. Indhold: Raadhusbibliotekar Julius Salomon: Bidrag til dansk-jdisk Historie 1820—1845 II. — Laege K. Car e: Da Claus Rasch vide lave Ghetto paa Kriatianshavn. .— Bibliotekar Josef Fischer: Joel Levin Nathansons

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