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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-01 · 43 (1.11.1918) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
43 (1.11.1918)
Date
1918-11-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 968 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 43 Aus dem <FeSeu eines Mstnders. In der letzten Zeit ist das Interesse dmch verschiedene Veröffentlichungen auf die zahlreichen indischen Erfinder und Entdecker hingewiesen worden, welche den Fortschritt der Menschheit durch ihre Arbeiten gefördert haben. Zu den wenig bekannten jüdischen Erfindern gehört der amerikanische Ingenieur Jakob S amu da, Erbauer eines der ersten Dampfschiffe. Vier Jahre nach Fultons erster Reise auf dem „Clermont" geboren, zeigte S. schon als Kind hervorragende Anlagen für den Jngenisurberuf. Der junge Mann wandte sein Augenmerk zunächst den Reisen zu Lande zu und erbaute 1839, als die-Vereinigten Staaten, Deutschland, Rußland. Oesterreich sich bemühten, England auf dem Gebiete des Dainpfeisenbahnwesens uachzutomMen, mit seinem Bruder Josef eine „atmosphärische Eisenbahn". Diese Erfindung wurde mit großer Bewunderung und Zustimmung ausgenommen. Der -Prinzgemahl von England fuhr auf der „atmosphärischen Bahn", die britische Handelskammer empfahl zhre Vorteile und' deren ökonomischen Betriebs Regierungsingenieur Mr. Walker setzte sich für deren Benutzung beim Premierminister Sir Robert Peel ein, der berühmte Ingenieur Brummet war Anhänger des neuen Systems, so daß, es bald auf mehreren Transitlinien in Anwendung kam. Inzwischen wendete sich Sam uda der Verbesserung von Hilfsmaschinen zu und erfand eine neue Konstruktions type, die gegenüber den damals gebräuchlichen manche Vorteile auswies. 1843 gelang es ihm, seine Erfindung vorzuführen, er erbaute einen Stahldampser „Gypy Queen", mit seiner verbesserten Maschine versehen. Am 12. November unteruahm er auf seinem Schiffe eine Probefahrt, die allen Erwartungen entsprach, so frafe als das Schiff in den Hafen zurückkehrte, beschlossen wurde, die Maschinerie als Ganzes mit jenem' mürimalen Dampfdruck auszuprobrn, dem einzelne Teile bisher ausgesetzt waren. ©. stand eine glänzende Karriere' bevor, als ihn das . tragische Schicksal erreichte, das ihn gleichfalls mit Robert Fulton vergleichen laßt. Infolge Anvorsichtigkeit .eines Schiffsarbeiters, erlitt S. durch Verbrühung schwere Brandwunden, denen er bald darauf im Alter von 33 Jahren erlag. Wien, im Oktober 1918. Geehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie auch uns Frauen ein Wort zu der uns tief berührenden Frage der sogenannten „Jüdischen Nationalbewegung". Wenn wir Frauen leider noch immer politisch, gleich den Bettlern und Vagabunden, rechtlos sind, so lasien wir ,es uns..denn .doch nicht wehren, sozial zu denken und zu fühlen. Vorerst/wollen wir den Herren Dr. H erbatschek. Dr. Schreiber und Dr. Kapralik für ihre ganz in unserem Sinne gehaltenen Ausführungen bezüglich der jetzigen nationalistischen Bewegung und dessen Gefahren für uns Westjuden herzlichen Dank sagen. Aus der Zuschrift des von uns hochgeschätzten Herrn Dr. von Schwär z-H i ll e r zu den Pflichten der Stunde möchten wir hervorheben, daß seine ernste Mahnung. zur..Einigkeit im eigenen Lager dringend zu beherzigen ist; Wollen wir nicht unseren Feinden ein trauriges Schauspiel'bieten, ihnen, denen wir mit dem/ jetzt beliebten Schlagwort „Nationalismus" das zu beweisen suchen, was die.Antisemiten uns stets . zuM Vorwurf machen: „Die Juden haben kein Vaterland, sie find nur Juden." Gegen diese Voraussetzung wehren wir in Wien,. in Deutschösterreich lebenden Frauen uns mit unserem/ehrlichen, jüdischen Herzen. Ja, wir haben ein Vaterland, eine Heimat! FM diese gaben wir klaglos unsere (Gatten, Söhne -und Enkel hin, für dieses Vaterland kämpften sie tapfer, opferten Blut und' Lebten, und für dieses unser geliebtes, armes, nun zertretenes Vaterland, für DeutsHösterreich, . leben und.sterben wir. Das Land, dessen Sprache wir -sprechen und verstehen, das Land, wo wir unsere Familie, uysere Existenz, unsere teuren Gräber haben, das ist und bleibt unsere Heimat. Wir freuen uns, daß unsere Brüder aus dem Osten in Palästina düs Land der . Väter als Heimat erhallen, wir aber wollen hier als treue Bürger, treu unserer Religion und gleichgestellt allen Bewohnern, allen Konfessionen dieses Staates, leben und auch in Zukunft die uns auferlegten Pflichten getreulich erfüllen. Unseren Nationalisten, die in dieser schwersten aller Zeiten den Kampf heraufbeschwören, möchten wir zurufen: „Herr, vergib ihnen/sie wissen nichts was? sie tun!" Hochachtend Eine einfache, treue Jüdin im Namen einer großen Anzahl gleichgesinnter deutschösterreichischer Frauen. /& W. Jüdische Kinder auf dem Lande. Bei der Käiserfeier im Kaiser Franz Josefs-Ferienheim in Tifchnowitz, der mährischen Schweiz', jenem grünen, mit Nadelwäldern bedeckten Bergkranz, der ° schützend bas Schloß umgibt, das nun feit Wehr als 25 Jahren Wiener und Brunner Kindern Gesundheit und Erholung gibt, ging es diesmal dank der vjelseiti.- gen Talente der Schwestern und Kinder, die ein selbstverfaßtes Stück, „Wiener Kinder auf dem Lande",- vorführten, besonders hoch her. In launigen ^Strophen wurde der „Hausmutter" gedacht, jener vornehmen und aufopferungsvollen Frau aus Böhmifch-Leipä, Frau Emma Zinn er, die schon vier So'mMer. sich ganz dem Lebenswerk von Sofie Grünfeld geweiht hat und mütterlich und mit größtem Verständnis für die 150 Kinder mit Hilfe der sieben reizenden jungen Danken sorgt, die in selbstloser Meise sich - in den. Dienst der guten Sache freiwillig stellen. ' , Ein einzigex 'bitterer Tropfm trübte diesmal die schöne Feier. Sofie Grünfeld, die Schöpferin von Tifchnowitz, war diesmal nicht anwesend und konnte nicht selbst wahrnehmen, wie gut sich ihre altbewährte Aktion in .den Rahmen des Kaiser Karl-Werkeseingefügt hat. Mit jener rastlosen Energie, die sie auszeichnet/ und.in dem Bewußtsein, ihr^Werk in besten Händen zu wissen, hat sie sich nach ihrer Art/in diesem „ahre .wieder einer anderen Aktion zugewendet. Wieder ..im. Rahmen des Kaiser Karl-Werkes hat sie 85 jüdische Mittelstandskinder, auch solche, die von den in dem Verbände „Weibliche Fürsorge" vereinigten Jugendschutzveteinen ihr empfohlen waren, und Mädchen aus' dem Königsberg'schen Institute, die der dortigen Erziehung alle Ehre machen, nach Kratien geführt. Nach Kroatien, jenem mit Lebensmitteln gesegneten "Land unserer Monarchie, jener Kornkammer Syvmiens, dort, wo Save und Donau sich vereinigen und so viele jüdische Familien in behaglichem Wohlstand „kroatische Gastfreundschaft" pflegen und in Frieden und Eintracht, wie vielleicht in keinem anderen Kronlande, mit der übrigen Bevölkerung leben/.war es besonders angezeigt,, jüdische Kinder zu führen. - Wie sich die jüdischen Frauenvereine Oesterreich- Ungarns, beispielgebend für alle anderen. Wohlfahrts-. zweige, immer wehr nähern und einander Mgliederm

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