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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-01 · 43 (1.11.1918) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
43 (1.11.1918)
Date
1918-11-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 692 L>r. Bloch's Wochenschrift Nr. 43 ihrer bisherigen SelbMMgkeit und unter sonstiger Befriedigung sämtlicher Faktoren. - Dies wären in großen Zügen die Richtlinien in welchen sich bei Neugestaltung der Dinge die Anpassung der öffentlich-jüdischen Korporationen an die neuen Verhältnisse zu vollziehen hätte. Es wird auch noch vieles andere zu regeln und zu verbessern, verschiedene Mängel bei Anlage, Verteilung und Verwendung von Kultus- und Stiftungsvermögen zu beseitigen sein, und es wird hiebei auch so mancher mitgeschleppte Schutt vergangener Zeiten aus dem Wege geräumt werden müssen. Denn nicht alles, was alt Ist, ist auch ehrwürdig! A«s der Woche. Der Bölkerldillirch! und dje Juden. Das Jüdische Preßbureau in Stockholm meldet: Zur Einladung der zionistischen Weltorganisation durch die englische Gesandtschaft in Kopenhagen, zur Frage des Anschlusses des jüdischen Volkes an die geplante Liga , der Nationen sich zu äußern, schreibt der „Raswet", das Organ der russischen Zionisten: „Die -offizielle Zuschrift der englischen Gesandtschaft an die zionistische Organisation bedeutet, daß England und wahrscheinlich auch seine Verbündeten es für möglich halten, das jüdische Volk in den Völkerbund auf-- zunehmen. Diese Anerkennung der Gleichberechtigung unseres Volkes auf dem Gebiete der internationalen Politik ist ein Ergebnis von außerordentlicher Wichtigkeit, ein Ereignis, dessen Bedeutung- Heute .noch nicht vollständig gewürdigt werden kann. Wir haben .es hier mit einem! neuen Schritt auf deM Wege zur Anerkennung der jüdischen-Nation zu tun, dem Zweiten nach der bekannten englischen Erklärung über Palästina. Die innere ideelle Verbindung zwischen beiden politischen Erscheinungen liegt auf der Hand, da erst nach der vollständigen Anerkennung des Rechtes der Juden auf ein eigenes Territorium und auf eine autonome politische Existenz von ihren Rechten auf dem Gebiete des internationalen Zusammenlebens die Rede sein konnte. Wir haben jetzt eine höchst überzeugende Bestätigung dieses von den Zionisten wiederholt ausgesprochenen Gedankens, daß unsere Bemühungen uM eine internationale Anerkennung der jüdischen Nation die Forderung nach einem nationalen Zentrum'' in Palästina zum Msgangsyunkt Haben müssen." _____ Rovsevelt Wer die Kriegsziele dck Alliierten. Dem Jüdischen Preßbureau in Stockholm wird aus London telegraphiert: In einer Rede, die er in Newyork hielt, stellte! Roosevelt folgende Kriegsziele für die Alliierten,, auf: Die Niederwerfung Oesterreichs und der Türkei, dis Schaffung einer vereinigten großen polnischen Republik, die Befreiung Armeniens, die Verwandlung Palast i n a s i n ein en Iud en st a a t und die Befreiung der Christen in Syrien. Die Fotdemmeil vex ZdmiftM. Das Kopenhagener Bureau der zionistischen Organs sationen richtete folgendes Rundtelegramm an fänrtliche zionistischen Landesverbände: „Der Augenblick ist näher gerückt, da die Grundlagen für einen dauernden, und gerechten Frieden gelegt werden sollen. Ein solcher kann aber , nur dann zustande köMMen, wenn die gerechten Forderungen aller Stationen, der kleinen wie der großen, erfüllt werden,! und.wenn für jede Nation die Möglichkeit.geschaffen wird, sich unter. Entfaltung aller ihr innewohnenden Kräfte und Fähigkeiten .in ..dem Dienst der -Menschheit zu ..stellen. Auch das jüdische Volk erhebt in dieses geschichtlichen Schicksalsstunde seine Forderungen. Im Friedensvertrag muß ihm zugesichert werden: 1. Die Festsetzung Palästinas in den durch die geschichtliche Ueberlieferung und durch politische wie wirtschaftliche Notwendigkeiten bestimmten Grenzen als völkische Heimstätte des jüdischen Volkes, sowie die Schaffung der für den ungehinderten Aufbau dieser -Heimstätten notwendigen Vorbedingungen. \2. Die volle und tatsächliche Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern. 3. Völkische Sei b st Verwaltung auf kulturellem, sozialem und' politischem Gebiet für die jüdische Bevölkerung der Länder mit jüdischer Massensiedlung sowie aller anderen Länder, falls deren jüdisch^ Bevölkerung der Länder mit jüdischer Massensiedlung sowie aller anderen Länder Anspruch auf sie erhebt. Wir fordern die zionistischen Verbände-aller Länder auf, diese Forderungen des Judenvolkes vor den Regierungen und der öffentlichen Meinung des Landes zu vertreten, deren Durchführung im Friedens vertrag mit allem Nachdruck zu verlangen. Das Judenvolk muß in den Bund der freien Völker als gleichgestelltes Glied emtreten." Bon David Kohn. II. H o r o w ich hat das! .Höchste und Erhabenste in der Kunst gesucht: die Wahrheit, und da er sie von allem Anfang. bis zu seinemEnde angestxehL, .ist er. nicht alt. geworden in seiner Kunst und hat auch keine besondere Wandlung durchgemacht, bloß in der Technik^ und da nur im .Farbenauftrag und im Ton. Er ist aus der dünnen Mglweise so wie aus dem tiefen Ton allmählich herausgekomMen in eine immer breitere, dicker und locker ausgetragene Malweise und in hellere Töne; er wird aber nfe selbst in den höchsten>.Tönen kreidig oder kalkig und fällt dabei nie ins Weiße oder Schwarze, ist immer koloristisch, tief in der Farbe, auch in den hellsten Tönen. \ Er ist sich — der Wahrheit' — immer treu.geblieben von seiner ersten bis zu seiner letzten Arbeit. Aus all seinen Werken, ob Entwurf oder vollendetes Bild, spricht heiliger Ernst. Nie hat Horowitz „Kitsch" gemalt. Und da Wahrheit der Grundcharakter seiner Kunst ist, werden aU seine Werke Bestand haben für' alle Zeiten, als Wahrzeichen großen Könnens, auserlesensten Geschmacks und koloristischer Kraft. Wenn wir alle Stadien, von der Entstehung bis zur Vollendung eines Kunstwerkes, die ganze.Stufenleiter durchgehen, finden wir Horowitz überall auf der höchsten Stufe. Die Auffassung des' Modells — die Komposition —, das Hineinsetzen in den Raum,^ verstand er meisterhaft. Zü den Meiste^ seiner Porträts 'fertigte er, bevor er an die Leinwand ging, eine Kohlenskizze in frappanter Aehnlichkeit an, die ihm als Voxbild diente, ohne sie zu kopieren. So war >er mitj den Formen und Dimensionen bereits vertraut, malte, aber dennoch nicht ausAendig, sondern streng nach der Natur. Eines seiner geistreichen Worte, die ich mir einprägte, lautete: „Mit der Logik malt Man kein Bild." Ex verstand es. sein Modell von der charakteristischen Seite zu erfassen, die Haltung so wiederzugeben und in den Rahmen zu setzen, daß der.Beschauer es' sich gar nicht anders denken konnte. Seine Porträts haben alle Luft, stoßen nirgends an und zeigen nie' eine Pose — sie leben. Er wird nie zu

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