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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-10-04 · 39 (4.10.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
39 (4.10.1918)
Date
1918-10-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 39 Seite 639 Dr. Bloch's Wochenschrift Mnt zu jederTatlähntt. Die Tatkräftigsten schreiben sich Rollen vor. und spielen sie. nt ehr als daß sie aus eigenem Antrieb handelten. Eigenartig ift es, daß viele von ihnen, und nicht die Anbegabtesten und keineswegs immer dieLeichtsinnigshen, gerade aus dieser Teilnähmslosigkeit am wirklichen Leben die Berufung oder den'uneingestandenen Wunsch schöpfen, Schauspieler zu werden, das Lebsn^zu spielen — weil das die einzige Art-für sie ist, es zu erleben. Mooch. war auf seine Weise auch Schauspieler. Er war geschäftig, um sich zu betäuben, aber er. machte es nicht wie so viele, die aus Eigennutz geschäftig sind, sondern er rührte sich um des Glückes der anderen willen ... Er liebte Mehr als die Menschen, für die er sich aufopferte, die Aufopferung selber. Die Menschen waren ihm ein Vorwand, Gutes zu tun, zu leben. Mooch kam auch auf den Gedanken, sich in einer schwierigen Lage, als Olivier krank lag und das Geld mangelte, an Felir Weil zu wenden, den reichen Archäologen, der in dem Hause der beiden Freunde wohnte. Mooch und Weil kannten sich, hielten aber zueinander wenig -Zuneigung. Sie waren 'allzu verschieden: der geschäftige, mystische, revolutionäre Mooch mit feinen 'Volksmanieren reizte die Ironie des friedfertigen und spöttischen Weil mit seinem vornehmen Wesen und seinem konservativen Geist... So stiehl denn Mooch auf einen kalten Empfang bei Weil: als er ihn für die künstlerischen Pläne Oliviers und Christofs erwärmen wollte, prallte er gegen spöttische Zweifelsucht . . . Doch er lieh sich nicht entmutigen: und während er nicht nachlieh und von der -Freundschaft zwischen Olivier und Christof redete, erweckte er die Anteilnahme. Wells. Er hatte dabei eine Herzenssaite berührt. ' Dieser gegen alles , abgestumpfte Greis, der keine Freunde hatte, trieb mit der Freundschaft .einen wahren Kultus. Das grohs.Gefühl seines Lebens war das einer Freundschaft gewesen., die er auf dem Lebenswege verloren hatte. . . Er hatte im Namen seines 'Freundes Stiftungen gemacht, hatte seinem Gedächtnis Bücher gewidmet. Die Züge, die ihm Mooch von der Zärtlichkeit zwischen Olivier und Christof erzählte, rührten ihn. Seine eigene Lebensgeschichte hatte damit einige Aehnlichkeit, Der Freund, den er verloren hatte, war ihm eine Art älterer Bruder gewesen, ein Jugendgefährte, - ein Führer, den er abgöttisch liebte. E r war einer jener jungen Juden gewesen, die von Intelligenz und großherzigem Eifer glühen, die unter ihrer harten Umgebung leiden, die, sich die Aufgabe gestellt haben, ihre Rasse-em!porzuheben und durch ihre Rasse die ganze Welt, die sich selbst verzehren, die sich von allen Seiten zugleich ent-? zünden und in ein paar Stunden wie eine Pechfackel verflammen. Das Feuer des Freundes hatte die Fühllosigkeit des kleinen Weil erwärmt. Es hatte ihn von der Erde emporgehoben. So lange der Freund lebte, war Weil in dem Glorienschein eines leuchtenden und standhaften Glaubens an seiner Seite geschritten — hes Glaubens an die Wissenschaft, an die Macht des Geistes, an das künftige Glück, den jene messianische Seele rings um sich ausstrahlte. Nachdem sie ihn verlassen hatte, hatte sich der schwache und ironische Weil von den Hohen jenes Idealismus .in die Sandwüsten des Predigers Salomo.fallen lassen, die jede jüdische Intelligenz in sich birgt, und die st e t 2 b er ei t ist, sie aufzusaugen. Niemals aber hatte er die gemeinsam mit dem Freunde genossenen Stunden des Lichtes vergessen: , eifersüchtig bewahrte er sich ihre fast erloschene Helligkeit. Niemals hatte er mit irgend jemand von ihm gesprochen, selbst nicht mit seiner Frau, die er liebte r denn das war etwas- Heiliges für ihn... Von nun an interessierte er sich für Christof und Olivier. Cr lieh sich heimlich, da er ihren Stolz kannte, von Mooch den eben erschienenen Eedichtband Oliviers bringen: und ohne daß die beiden Freunde den geringsten Schritt taten, ja ohne daß fie selbst seine Pläne ahnten, brachte er es fertig, für die Arbeit einen Akademiepreis zu erlangen, der ihnen in ihrer Geldnot sehr zustatten kam." (II, 452—459.) (Fortsetzung folgt.) Meratxr. E»n Mentor-Dkudentenka^udre uni ein Pr-ofesßorenralru'oeL 1919. Verlag Moritz Perles, k. >u. k. Hofbuchhandlung, Wien. Ankettung juiit feldmätzigen Kochen füc Patrouillen, kleine Abteilungen, Pfadfinder. Touristen, Wandervögel u. «.-nt. Husammengestellt von Minna Frerichs, Robert jUlrich und Adolf Fr. Hetz. Verlag der L. V. Endsrsschen K.--A., Neutitschein. Preis 1 Krone. „Jllng-Judq." Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 19. Jahrgang. Nr. 18, Prag, 20. September 1918 (14. Tischri 5679). Redaktion und Administration: Prag, 2. Bezirk. Stefansgasse 629. Inhalt: Ben Je hu da: >Zum Sukkothfeste. — I. Fried: Das Schulklopferl. — Frieda Löwenthal: Pieperl. Leo Glück: Wohltun. — Sagen aus dem Talmud. — Timorvo (Jllustr.). — I. L. Perez: >Ein Fasttag. — Aus einem Briefe des Obadja von Bartsnuro an -seinen Vater vom Jahre 1483. — Uebersetzungsaufgabe. — Rätselauflösungen. — Rätsel. Neue jüdische Monatshefte. 2. Jahrgang. > Heft 23. 10. September 1918. Verlag Berlin-München. Inhalt: Prof. Dr. Franz Oppenheimer: Der Antisemitismus. — Dr. E. Brandenburg: Flaoius Jofephus. — S. lL. Zitron: Zur Geschichte der Wilnaer jüdischen Gemeinde. — A i s m a n n: Der jüdische Gott. — C. Z. Klötzel: Die -Geschichte eines Menschen. — Amslchau. — Literaturblatt. Briefkästen Nationalist. Die Juden werden in idem von den Engländern besetzten Teile von Palästina, nach seiner Meldung des Jüdischen Korrespondenzbureaus im Haag, nicht nach ihrem Herkunftsland, sondern nur als Mitglieder der jüdischen Nation registriert. Zur gefälligen Beachtung! KPuT ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Abon nemrnts gebühr, damit die Zusendung de« Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung htv Beträge wolle man fick des der vorigen Nummer beigelegten Ptistep^g« sahaines bedienen, me Adminittratloii, Statt jeder besonderen Einladung! Jakob Roth, Kantor des Brigittenauer israelitischen Tempelvereines, beehrt sich zu seiner am 6. Oktober 1918 um halb 5 Uhr nachmittags im Brigittenauer Tempel, Wien, XX., Kluckygasse 11, stattfindenden Kriegstrauung alle Vereinsmitglieder uni Berufskollegen höfüchst einzuladen. Gratulation : b bis 7 Uhr im Hotel „Continental“. - Das gefertigte Rabbinat sieht sich veranlaßt, nachdxdcklichst darauf aufmerksam zu machen, daß Koscherfleisch nun in Anwesenheit des vom Rabbinät bestellten Aufsichtsorganes (Mäschgiach) genommen werden kann. Für Fleisch, welche» in Abwesenheit des Maschgiach geholt wird, kann keine Garantie fttr das Kaschrut übernommen werden. vas Rabbinat der israel. Kuttusgemeinde Wien.

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