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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-10-04 · 39 (4.10.1918) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
39 (4.10.1918)
Date
1918-10-04
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 63* / T-r. Bloch's Wochenschrift Rr. 30 wurzelt und dasBlut der Erde ihr eigeu.es liche Künstler, für jede Art von Mißgeschick, Blut geworden ist, haben die Juden ganz defür j ed e^ro tze S ach e. Seine Börse war immer-offen sondere Gründe, das Volk zu lieben, das im und, so geringe Fülle sie auch aufwies, fand er doch Abendland dievorgeschrittensten Id een geiimmer Mittel, einen Obolus herauszuziehen; . war sie stiger und sittlicher Freiheit repräsentiert, leer,-so zog er ihn aus der Börse anderer heraus. Er Sie lieben es um so mehr, als sie seit hunzählte niemals seine Mühe noch seine Schritte, wenn es - dort Jahren dazu beigetragen haben, daß es sich darum handelte, einen Dienst zu'erweisen. Tr tat .. Io wurde, und als jene-Freiheit zum Teil es ganz einfach, mit übertriebener Einfachheit. Leider " ihr Werk ist. Wie also sollten sie es nicht gegen die sagte er etwas allzu oft, daß er einfach, und aufrichtig Gefahren jeder fteiheitswidrigen Reaktion verteidigen? sei; aber das Sonderbare war, daß es sW wirklich so Es hieße jener Reaktion freie Bahn schaffen, wenn man verhielt. Christof, der zwischen seiner Gereiztheit und versuchen wollte — wie es eine Handvoll Verbrechers seiner Zuneigung für Mooch hin- und herschwankte, sagte scher Politiker und eine Herde dümmer Medermänner ihm einmal, unwillkürlich ein grausames Wort. Er ermöchte —, die Bande zu zerreißen, die jene Adoptivgriff herzlich Moochs beide Hände und meinte: Welch franzosen an Frankreich fesseln." (Ü, 517 f.) . ein -Unglück! . . .; Welch ein Unglück, daß. Sie . Jude Noch herzlicher schildert Rolland als würdigen Fransind! Olivier gab es einen Ruck, und. er errötete, als zosen den Kunstphotographienhändler Thadäus handle es sich. uM ihn , . . Mooch lächelte mit trauriger, Mooch, die synrpathischeste Judenfigur des ganzen Ro- Ironie und antwortete ruhig: Es ist ein weit größeres mans. Gewiß auch er Jude, mit den Eigentümlichkeiten .Unglück, ein Mensch zu sein. Christof sah darin nur seiner Rasse, aber unverdorben, reim -urwüchsig; nicht eine launige Antwort: aber der Pessimismus war tiefer verbildet und verkrüppelt. Mooch war der einzige, der als er sich vorstellte. Und Olivier mit seinem Feingefühl Olivier und Christof in ihrer großen Not zu Hilfe.kam. ahnte das. Unter dem Mooch,, den man kannte, lebte Mooch „las unendlich viel und hielt sich auf dem Lauein anderer, ganz anders gearteter und sogar in viefenden über alle neuen Gedanken in .Philosophie, Kunst, lem durchaus entgegengesetzter Mensch. Der Charakter^. Wissenschaft, Politik. Mit erstaunlicher Sicherheit witterte den er zur Schau trug, war das Ergebnis, eines langen' er unabhängige und originelle Kräfte.. . . Als Olivier . Kampfes gegen seinen wahren Charakter. Dieser - ihn mit Christof bekannt machte, widersetzte sich Christof Mensch, der bescheiden und Manchmal sogar ein wenig zu .zuerst. Er war seiner Erfahrungen mit. dem.Stamm demütig erschien, hatte einen innerlichen Stolz, den er - Israel überdrüssig. Olivier bestand lachend darauf und . kannte'und bekämpfte. Sein lächelnder Optimismus, seine sagte, daß Christof die Juden nicht besser kenne als unaufhörliche Geschäftigkeit, die stets dahinterher war, Frankreich. So gab Christof denn nach; als er jedoch anderen nützlich zu sein, verhüllten einen tiefen Nihilis- Thadäus Mooch zunt erstenmal sah, schnitt er ein Gemus, eine verzweifelte Entmutigung, die Angst davor sicht. Mooch war seiner "Erscheinung stach noch mehr hatte, sich selber zu sehen. Mooch bekundete einen gro- Jude als gut ist: ein Jude, so wie ihn die darstellen, ßen Glauben an eine Unmenge von Dingen : , an den die ihn nßht mögen; klein, kahl, schlecht gebaut,- mit Fortschritt der Menschheit, an. die Zukunft des geläuterunförmiger Rase, kurzsichtigen Augen, die hinter großen ten Judentums und an die Beshimmüng Frankreichs als Brillen Hervorschielten, das Gesicht in einen schlecht gedes Vorkämpfers des neuen Geistes (er identifizierte diese . wachsenen, rauhen und schwarzen Bart vergraben,^ mit drei Sachen gern) . . . Trotz seinem gesunden Menschenhaarigen Händen, langen Armen, kurzen und krümmen verstand und seiner ironischen Ruhe war Mooch ein Neur- Beinen: ein kleiner syrischer Baal. Aber sein Ausdruck astheniker, der die Leere in sich selbst nicht sehenwollte, war von solcher Güte, daß Christof davon gerührt war. Ueberall suchte er Beweggründe zuM-Kandeln, an die "er Vor allem war er schlicht und sagte keine unnützen sich wie an Bojen im ^Wasser anklammern könnte. Man Worte, keine übertriebenen Schmeicheleien;' höchstens ein bezahlt teuer den Vorzug, einer alten Raffe zartfühlendes Wort. Jedoch war er voller Eifer, sich' anzugehören. Man trägt eine erdrückende -nützlich zu machen, und bevor man ihnmoch um etwas Bürde an Vergangenheit, an Prüfun.g, an gebeten hatte, war ein. Dienst schon geleistet.. Er kam ermatteten Erfahrungen, an enttäuschtem oft, allzu oft wieder. Und fast immer.brachte er irgend- Denken und enttäuschter Neigung mit sich eine gute Nachricht: eine Arbeit für einen der beiden herum — eine volle Kufe Jahrhunderte Freunde, einen Auftrag zu einem Kunstaufsatz oder zu alten Weines, auf deren Grund ein bitterer einem Untercichtskursus für Olivier, Musikstunden für Nied erschlag.v onJronie und Ueb erd ruß sich Christof. Niemals.blieb er lange. Er setzte eine gewisse ablagert... Der . ungeheure semitische Eit^keit darein, sich nicht aufzudrängen. Vielleicht durch- Ueberdruß, der in keiner Beziehung steht schaute er Ehristzofs Gereiztheit, dessen erste Bewegung, zu unserem arischen Ueberdruß, der meisobald er in der Tür das'bärtige Gesicht des karthastens aus dem Bebauern entsteht, daß wip gischen Götzenbildes (er nannte ihn Moloch) erscheinen nicht besitzen, was wir begehren. Aber bei sah, stets voller Ungeduld war.- Hafte Christof diese manchen Juden ist es die Quelle der Freude Regung üö«wunden, sofuhlteer schon im nächsten Augen- und des Lebens selber, die durch ein tötblick sein Herz von Dankbarkeit für Moochs vollkoml ich es Gift verseucht isft Keinerlei Beg!ehmene Güte erfüllt. Güte ist bei Juden nicht selxen, k e in er l ei An teilnahmemehr, wederEhrten: von allen Tugenden lassen sie diese geiz, noch Liebe, noch Lust. Ein einziges am ehesten gelten, selbst wenn sie sie nicht ' bleibt bei diesen Entwurzelten des Orients - aus üben. Aufrichtig, gesagt, bleibt sie bei bestehen, die durch den seit Jährhunderten 'der Mehrzahl negativ oder neutral: als notwendigen Aufwand von Energie er- Nachsicht, Eleichgültigfeit, als Widerst reschöpft sind und sich nach dem Eleichmut der ben, Böses zu tun, alsironische Duldsam- Seele sehnen, ohne ihn jemals erlangen zu keit; b« Mooch WM sie keWenschaMch tätig. .Er war können; und auch dies einzige ist nichts un- Emmer stch, für irgend jemand oder irgend etwas verfehlt, sondern ins krankhaft AesthetiaMuvpf«m: für feine armen Glaubens genoss sche hinäufge steigert; das Denken, die endsen, für die russischen. Flüchtlinge, für die lose Anales e, die von voruherein die Mag- UnterdpüLteu nss or e.v. -ffi t nn-glück- . lichkeit jeden G enuss es vereitelt und den

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