Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 38 (27.9.1918)
- Date
- 1918-09-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022339--27204-3052607- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
/ Nr. 38 Dr. BlochÄ Wochenschrift , 613 di i© reinste Wa h r h e i ts i c h bandelt; lächle" . ., ... Kreise,^ Familie hl. . . der Judengemein.de wohlgefällig der Dummheit und der Bos- " N. . . ., sich samt seiner Braut mit .dem ordentlichen heit deinen Beifall zu; lasse von der Jg- Zeugnisse über die Prüfung aus demfür die jüdische noranz dich wie. Maschinen behandeln' Jugend vermöge k. k. Sfcudienhofkomünssionsdekreti und entsage deiner Vernunft; lohe, was vom 14. Oktober 1810 vorgeschriebenen religiös-morazu tadeln, u|nd tadle, was zu loben is t; ..lischen Lehrbuche „Bne-Zion“ hierorts auSgewieseni nenne das Güte bös und das Bö se gut, wenn hat, so findet man, diesem Brautpaar,die Bewilligung es j e m an den ü be r di r so beliebt; mitieinem >^. . .zu erteilen. Mehrerer solcher Zeugnisse geschieht Wort, wßrde.Verräter an deinem Beruf MBrwähnung durch M. Grnnwäld, Zur jüdischen s'owije an dein e.m be ss eren Gefühle, und 1 Kulturgeschichte im österreichischen Vormärz (Mit- — du bist geborgen.“ Der Prager Gewährs-Stellungen zur jüdischen Volkskunde, XVtL,.3. Heft, mann der Monats ehr ift11), der ihn, als einen „ge- J||S. 25. ' , S Child©; verkrieche dich unter das do 1 ce'M In dem auf unserem Zeugnisse mitunterzeichneten sch wordenen Feind des - bestehenden positiven Ju-U Markus Schlesinger, Oberjurist, erkennen wir den djentums“ bezeichnet, scheint in der Hitze des auch Meier Glogau genannten Vertreter der Prager Ge- Gpfechtes doch' übers Ziel geschossen zu haben.Mmeinde. Lieben. 3. 21. bezeichnet ihn als Rab>- Es ist wohl kaum anzunehüien, daß1 Männer wiej Maimon Fratßnkel in Dessau, Zunz und Heine-', mann in Berlin, Mannheimer in Wien u. a., die! mit Peter'Beer in Verbindung, zum Teil sogar in freundschaftlicher Beziehung zu ihm standen/ mit einem geschworenen Feinde des Judentums in Freundschaft verbunden geblieben oder so leicht zu düpieren, gewesen wären. P. Beer starb 1838. (Siehe S. 22.) Unter Heiner Namenszeichnung weist unser-Zeugnis die Unterschrift 'des Johann Wanniczek auf. Wir haben ihn schön als den Historiographen den israelitisch-deutschen Hauptschule zu Prag kennen gelernt.. Er war früher „Zeichnungslehrer“ in Joachims tal, von wo er 1816 als Substitut an die israelitische'Hauptschule berufen wird, daselbst 1819 zum wirklichen Zeichenlehrer vorrückt Und, bereits wahrend der Pensionierung des Direktors Raaz, mit der ■provisorischen Führung der Direktionsgeschäfte betraut, am 11. März 1830 zum'Direktor, dieser Anist alt ernannt wird. Seine' Lehrfächer wären: Deutsche Sprachlehre, Stil, Naturlehre und Naturgeschichte, Lateinlesen und Zeichnen* Der mitunterzeichnete Abraham L e w i t, der bei Wanniczek die Bezeichnung „Gehilfslehrer“ führt und offenbar in allen Lehrgegenständen die Fachlehrer, zu supplieren hätten scheint in der Klasse unserer Schülerin das Schönschreiben vertreten zu haben. „Die Industrie“ gehört der Arbeitslehrerin Elisabeth Mako wsky an. Diese versah neben Uhren Kolleginnen Johanna Ernesti und Josephä Nowak diesen Unterricht an der Mädchenschule im,d war außerdem an der Sonhtagss'chule für der Schule entwachsene Knaben und Mädchen tätig. Wenden wir nunmehr dem zweiten Zeugnisse unsere Aufmerksamkeit zu, ist es zunächst klar, daß} wir hier ein Zeugnisüber die gesetzlich vorgeschriebene Bne-Zion-Prüfung zum Zwecke der Erlangung der Heiratsbewilligung vor. uns haben. Diese Prüfungen mußten, wie zahlreiche amtliche Dekrete .und Re- -solutionen es bestimmen,, vor deim1 Kreisamte abgelegt werden. Daher der Vermerk: corami me Josef Schütz, Studienrat. Offenbar ist der Träger dieses Amtstitels als administratives Organ für Unterrichtsangelegenheiten bei der politischen Bjehörde tätig gewesen. Mit diesem. Zeugnisse konnte man um die Heiratsbewilligung einschreiten. M. II. F riedi ander. (Tiferet Jisrael, Schilderungen aus dem inneren Leben der Juden in Mähren in vormärzlichen Zeiten. Brünn 1878, S. 39) erzählt, daß bei beigebrachtem Ausweis über den Empfang des Schulunterrichtes und über diH Prüfung aus' dem Buche Bne-Zion, die Hei;- ratsbewilligung herablangte. Diese hätte folgenden Wortlaut: Da der ledige Jude N. N., gebürtig von ") a. a: 0. S. 226. |binatsass>essor und Direktor der hohen Talmudschule |von Prag. Sein Todesjahr ist 1829.12) ' , Doch die bedeutsamste Unterschrift auf diesem Zeugnisse ist die des Ausstellers Herz HombergL Obgleich dieses Zeugnis mit keinem! Worte einer Beziehung zur israelitisch-deutschen Hauptschule Ausdruck gibt, scheint es doch sicher, daß die Vornahjme. dieser Prüfung in den Wirkungskreisdieser Schule gefallen ist und daß Homberg diese Prüfung in seiner Eigenschaft als1 „Lehrer der Erwachsenen“ vornimmt. Unter dieser Bezeichnung verstand man die dem Elementarunterricht Entwachsenen. So zählte man zu diesen auch die Gymnasialjugend, deren Unterricht, wie wir gesehen haben, von Peter Beer an Herz Homberg zufolge seiner Ernennung zum Lehrer der Erwachsenen überging. Homberg bezeichnet sich als „außerordentlichen Lehrer der religiösen Moral der Juden“, unter welchem Titel er am,26. März 1817 an die Hauptschule berufen wurde. Am 2. November 1818 erfolgte seine Installation in dieser Eigenschaft und am 15. desselben Monats eröffnete ,er seine Vorträge für Erwachsene mit einer Rede, ,die im Jedidja II., 3., S. 81—93, abgedruckt ist. Homberg, der Verfasser des mehr durch seine Schicksale als durch seinen Inhalt bedeutsamen Bne- Zion, wufche 1749 in Lieben-bei Prag geboren. Er war eine zeitlang Erzieher der Kinder MoseS Mendelssohns und wurde einer seiner Mitarbeiter an der 'Pentateuchübersetzung. Nach Erlaß des Toleranzpatentes wendete er sich nach seiner österreichischen Heimat,, wo er zunächst in der jüdischen Gemeinde zu Triest ein günstiges Arbeitsfeld findet. Diese Gemeinde war eine der ersten, die sich'auf dem Gebiete der jüdischen Schule hervorgetan hat. Kaiser Josef II. anerkennt dieses ihr Verdienst und reskribiert am ,28. Juli 1786: Der jüdischen Konsulta ist der Dank für die Verbesserung der öffentlichen Lehranstalt auszusprechen. Von Triest aus erlangt Homberg, nachdem er als erster Jude in Oesterreich1 das1 philosophische Lehrerexamen, an der Universität Wien bestanden hatte, die neugeschaffene Stelle eines’ k. k. Oberaufsehers der deutschjüdischen Schulen in Galizien und Lodomeriem Seine dortige, kaum als segensreich zu bezeichnende Wirksamkeit hat M. Bai ab ah im Jahrbuch' für Jüdische Geschichte und Literatur 1916 (189—221) beschrieben. Als in Galizien seines Bleibens nicht länger war, ging, er nach Wien, wo er bei manchen die Juden betreffenden Regierungsverfügungen seine Hand im Spiele hatte. Die Anerkennung hiefür fand er in der zusammen mit seiner Ernennung erfolgten Verleihung des Titels .eines k. k. Schulrates'. Dagegen blieb seine Bewerbung um die später Isäk Noa Mannheim!er ver- ") Vgl. über ihn auch M. Grünwald, Jxtngbunzlauer Rabbiner S. 20.