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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-27 · 38 (27.9.1918) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
38 (27.9.1918)
Date
1918-09-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 614 . Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 38 liehene Stelle trotz der Bemühung hochmögeiüler christlicher Gönner ohne Erfolg. So viele auch der dunklen Flecken sind, (die, sein Charakterbild entstellen, in der "Geschichte des' jüdischen Unterrichtes in Oesterreich' wird Mn -eine nicht geringe Bedeutung zuerkannt werden müssen. Schon 1788 hatte er behüte Errichtung jüdischer Elementarschulen im Sinne des Befehles Josefs II. an die Rabbiner und die jüdischen Gemeindevorsteher in Galizien ein Sendschreiben in hebräischer Sprache erlassen, das im MeaSsef13) abgedruckt ist. Zu seinen Arbeiten ‘auf dem Gebiete des jüdischen Religionsunterrichtes zählen nebst dem B n e-Z i o n, das alsbald in das Italienische und Polnische übersetzt wurde', Imre schefer 1806, hebräisch und deutsch.^. Deutscher Titel: Ein religiöses - und moralisches Lesebuch. Der israelitischen Jugend gewidmet; ferner Ben < jakir. lieber Glaubenswahrheiten und 'Sittenlehren für die israelitische Jugend', In Fragen und Antworten eingerichtet. Nebst einem Anhänge: Ein Wort über Religionsunterricht und Schülanstält. Wien 1814. Und aus demselben Jahre: Thörath emunath beth Jisrael. Katechismus der jüdischen Religion in Dialogformi. Hebräisch, deutsch und französisch. Aeußerüngen von Zeitgenossen und späteren Kulturhistorikern über Homberg ließen sich in großer Zahl anführen. Sie lauten in der überwiegenden Mehrheit keineswegs günstig für ihn. Darum bleibe es1 nicht unerwähnt, daß Peter Beer, sein engerer Kollege, neben welchem zu wirken er berufen war, der den gleichen Gegenständen seine literarischen Arbeiten widmete, ihm in seinen „Biographischen Skizzen einiger gelehrten Israeliten in den österreichischen Staaten“ in der Zeitschrift. Sulamith III. (1810), 8. 258 f. eine wohlwollende Würdigung zuteil werden läßt. Das spricht - ein wenig zu seinen Gunsten. - : -- Aus der Wschs. Des Gesetz iißer die rumänische StaatsburgerschLft. Die Kammer nahm, das Gesetz an, durch das die rumänische Staatsbürgerschaft allen denen verliehen wird, die, unter den Fahnen dienend, Bürgerrechte durch königliches Dekret vorbehaltlich der Genehmigung' * durch. das .Parlament erhielten. Anschließend veröffentlichen moldauische Zeitungen eine Bekanntmachung, derzufolge diejenigen Fremden, die, unter den Fahnen hienend, die rumänischen Bürgerrechte erwerben wollen, gehalten sind, den in dem kürzlich kundgemachten Naturalisationsgesetz (Judengesetz) vorgeschriebenen Weg einzuschlagen. Cm deutschnationales Urteil über die Motive alldeutscher Antisemiiten. Der bekannte. Herausgeber des „Volkserziehers", Wilhelm Schwan er, hat das Wirken und die Persönlichkeit Walter Rathen aus in seiner Zeitschrift eingehend gewürdigt und diesem! dabei volle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Dieser Artikel Schwaners hat die unentwegten und blindwütigen alldeutschen Anhänger des Rassegedankens nicht schlafen lassen und hak eine-Unzahl von Angriffen und Schmähungen im bekannten Tone gegen Schwan er hervorgerufen. Im' letzten Heft des Volks erzieh ers" veröffentlicht dieser nun einen ^Offenen Brief in Sachen Juda", in dem! Ernst H a u ck die Mo- ' live der Rassehelden folgendermaßen enthüllt: „Rather.au sieht die kommenden Dinge im Zeichen des Sozialismus stehen. Er verlangt die Frage des Ausgleiches zwischen ») 5548, 227. ff. Arm und Reich (das „iProblem der Kluft") in den Vordergrund aller Geistesarbeit gerückt. Gr zielt und plant, wie -unserem Volke. zu lohnen und zu danken sei kürseine ungeheuren Opfer, die zu begreifen uns jedes Maß und Gleichnis fehlt. Cr fordert zum Beispiel': „Oberhalb - einer Mäßigen Vermögenseinheit gehört jeder -Nachlaß dem-Staat"; „von der Höchstgrenze eines bürgerlichen Einkommens ab ist der Erwerbende nur bedingter Mitbesitzer des Erworbenen, und dem Staate steht es frei, ihm von diesem Ueberschuß so viel oder so wenig zu belassen, wie er will"; „der Ertrag der Vermögenssteuern muß jeden Untertan vor Not schützen und ihm die Möglichkeit einer höheren Bildung gewähren." Und da haben wir den Bock an beiden Hörnern: Sozialismus — das wirkt auf die Pfaffen der Blutheiligkeit wie das bekannte rote Tuch auf den Stier, obwohl sie sich sonst als Hüter von Thron und Altar ausgeben. Denn sie verehren neben demeigenen Blut auch den eigenen Geldbeutel. . . Natürlich können sie nicht auf-, stehen und zetern: 'der Geist RathenauÄ muß jmit Schwefel und .Pech ausgetrieben werden, weil er die Erfüllung des Christentums will! Da rissen sie ja ihre Fahnen selber in Fetzen. Aber sie dringen in uns: helft Rathenau aus den Reichsämtern jagen, denn — er ist Jude. . .!" . . Die Juden in der polnischen Industrie. Eines der eigenartigsten Probleme im Wirtschaftsleben Polens, schreibt die Zeitschrift. „Polen"? ist das der Beteiligung der jüdischen Bevölkerung an der Industrie. Rein zahlenmäßig ist fie nicht unbedeutend und in den Grenzgebieten von Jndustrietätigkeit und Handel fogar überwiegend; sie verringert sich aber in demselben^ Maße, in dem sie "sich vom Kleinbetrieb entfernt, und -ist. zuM, Beispiel ln der Stein-, und. Erdenindustrie mit einer'Prozentziffer von 6 4, in der. Metallindustrie mit einer solchen voy 14 vom Einfluß der polnischen Bevölkerung völlig durchdrängt. Der Jude fühlt sich n i ch t zur G r o ß i n d u st r i e hingezogen, weder als Unternehmer, noch viel weniger als Fabriksarbsiter. Insbesondere ist es die Genüße und Nahrungsmittelindustrie,, in der sich die jüdische Bevölkerung vorwiegend betätigt. So sind" (nach der Berufszählung von 1897) in der Tabakindustrie 73'7 Prozent Juden beschäftigt gegen 251 Polen, in der. Getränkeindustrie (ohneBrenn- und Brauindustrie) 58 Prozent; in der Herstellung pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel überwiegen allerdings die Polen, doch übertrifft auch hier nur mit 36'4 Prozent der Anteil der Juden ihren Anteil an der Bevölkerungsziffer (15 Prozent der Gesamtbevölkerung) um Mehr als das Doppelte. In der Bekleidungsindustrie arbeiten -55*6 Prozent Juden, in der polygraphischen-Industrie 512Prozent und in der Industrie animalischer Produkte 45 6 Prozent. Ueber ihrem Prozentanteil an der Bevölkerungsziffer steht noch ihre Beteiligung an der chemischen Industrie (211 Prozent)'. Brauindustrie (17 5), Holzindustrie . (171), Tertilindustrie (17 Prozent). Die Behauptung, daß die jüdischen Fa-; briksbetriebe im Gegensatz zu den nichtjüdjschen vorwiegend Kleinbetriebe sind, wird durch eine 1901 veranstaltete Untersuchung gestützt. Während 451 nichtjüdische Fabriken 45.925 Arbeiter beschäftigten, waren in 1416 jüdischen Fabriken nur 43.011 Arbeiter tätig. .Somit entfiel "auf eine jüdische Fabrik eine Durchschnittszahl v.on 30 4, äUf eine nichtjüdische eine solche von 101 8 Arbeitern. Nur 27 3 Prozent der jüdischen Fabriken arbeiteten mit Dämpf- oder elektrischenUBetri eb gegen 69 Prozent der nichtjüdischen Betriebe. In einer jüdischen Fabrik Mit DaMpffraft waren im Durchschnitt 71'5 Arbeiter beschäftigt, in einer Mit gleichartiger Kraft

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