Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-27 · 38 (27.9.1918) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
38 (27.9.1918)
Date
1918-09-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022339--27203-3052606
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Sett? .612 ' Lr. Bloch's Wochenschrift " Nr. 38 3a, ie-e einzeIne Stadt dieser oben erwähnteu Städte bleibt ein neues ein neues Land Morijah, und » jeder ^einzelne groß,e Friedhof in diesen Städten bleibt ein neuer N2sv eine neue Opfersfätte, wo die letzten Opfer des jüdischen Volkes gebracht wurden, und jeder Ort dieser Orte bleibtfür die jüdisch e Geschichte, fü-r den jüdischen Hishoriker und Geschichtsschreiber als NM'' "N — „der Ewige wird ersehen" als neueGQuellen, als neue Denkmäler für uns und für das ganze jüdische Volk. _ pmSK 2^NDann^ kehrte Abraham! zurück. Abraham!, der einen Widder statt seines Sohnes opferte, kehrte mit.feinem Sohne Zsak zurück. Auch die armen Flüchtlinge, von welchen viele Eltern ihre Kinder und viele Kinder ihre Eltern als dargebrachte Opfer hier im.Westen zurücklassen, kehren gleichfalls nach« ihrer Hei- 'Mat zurück. . . Und wie sie zusammen gekommen sind, so kehren sie zusammen zurück.: jeder Vater mit seinem Sohne, jede Mutter mit ihrer Tochter: alle blieben fest und treu bei ihrem Glauben, bei ihrer Religion, bei ihrer Tradition und' bei allem, was ihnen nur heilig tjt; kein einziger Sohn fiel vom Glauben seines* Vaters, keine einzige Tochter fiel vom Glauben ihrer Mutter ab. Möge sie der Ewige auf ihrer Heimkehr begleiten,. ' wie er den Abraham' begleitet hat, und möge sie der Ewige dort im Offen, in ihrer verwüsteten und zerstörten Heimat, segnen, wie er den Abraham gesegnet hat. Mögen aber auch! unsere Bruder im Westen immer und stets — wie unsere Brüder vom weiten Osten — Zusammengehen,..der Vater -mit dem Sohne, die. Mutter mit der -Tochter. ' ^wei alte jüdische Prttfungszeugnissc und was sie erzählen. Ein Beitrag zur äußeren Geschichte des jüdischen Unterrichtes. Von Prof. Dr. M. Rosenfeld. (Schluß.) . - - Wenden wir nun1 unser Interesse den auf den beiden Zeugnissen unterschriebenen' Personen zu, so! erscheint zunächst der Umstand bemerkenswert, daßi die "israelitische Hauptschule von einem christlichen Direktor;geleitet wird. Auf Moses1 Wiener, welcher der Schule von ihrer Gründung an angehört hatte und später die Direktionsgeschäfte versah, war nach einem kurzen Provisorium' des' Simon £unz, der frühere Hauptschüldirektor in Kuttenberg, Anton Raaz, ernannt mit Gubermaldekret vom! 28. Oktober 1814, gefolgt. Der Konkurs, mit welchem diese Stelle ausgeschrieben würde, enthielt den Vermerk* daßi fauch' christliche Kompetenten sich bewerben könnten. Man wird kaum .fehlgehen, wenn man ännimmt, daß( die - Schlulaufseher in piuncto Subordination des' Lehrkörpers (unter den jüdischen Direktor nicht die besten Erfahrungen gemacht hatten. In beiden Darstellungen der Geschichte der Anstalt, sO sehr namentlich die zweite als Jubelschrift eigentlich die Tendenz -hat,. Parade zu machen, sickert etwas derartiges1 zwischen den Zeilen durch. Raaz versieht sein'Amt bis zu, seiner 1828 erfolgenden Quieszieruhg. Als nächster Unterzeichner tritt uns Peter Beer entgegen. Er ist, so sehr auch 'sein Charakterbild; in der Geschichte schwankt10), zweifellos1 eine fük die Geschichte des jüdischen Religionsunterrichtes höchst bedeutsame Persönlichkeit. 1758 zu Neu-Byd- *°) VergL Über ibn Graetz, XI, 457, Pbilippson, Neueste Geschichte des jüdischen Volkes. I. 173, Lieben 8. 22. zow in Böhmen geboren/ War er einer der ersten jüdischen Normals chüllehrer. Nach'. der Vervollkommnung seiner Ausbildung an der Universität muh Hauptmusterschule in Wien, wirkte er vom Jahre 1783 ab an (der (neu errichtetejn .deutschen iSchule in Mattersdorf, von 1785 ab in seiner Vaterstadt, von wo er an die israelitisch-deutsche Haupts'chule in Prag! berufen wurde und als Nachfolger Philipp Kolms' am1 25. Mai 1811 sein Amt antrat, l Diese Berufung vei*- . dankte er, wie er in seiner iLebensgeschichte (Prag, 1839, 8. 20) berichtet, dem Prager fürsterzbischöflichen Konsistorium, das auch in der iFolgezeit seinen literarischen Arbeiten seine Aufmerksamkeit zuwendeit (und eine seiner Schriften mittels eines besonderen Dekretes der diezösen Geistlichkeit anempfiehlt. Ihm wird der Unterricht im! Bne-Zion an aßen vier Klassen der Hauptschule und der Mädchenklasse übertragen. Vom Jahre 1813 ab. oblag >ihm! auch der Unterricht der israelitischen Gymnasialjugend in ."der religiösen Molal, in welcher Tätigkeit er >1819 von Herz Homberg abgelöst wurde. Dä dieser Unterricht durch eine kaiserliche Verordnung vom Jahre 1813 'zum •erstenmal angeordnet würde, können wir in Peter Beer den er steil jüdischen ReligiönslehvpT än e in e m . s' ta a fliehen ö s t e rr eichischpn Gymnasium anspirechen. Eines seiner Bücher, das Handbuch der mosaischen Religion für Studierende, und sollst höhere Bildung ge.-: nießende Jünglinge, 3 Bände/ Wien und Präg .1818, für welches dem Verfasser, das1 allerhöchste Wohige- .fallen Sr. k. k. Majestät zu erkennen .gegeben wurde, zeigt ihn uns' in einem Titelkupfer in Uniform mit Degen. Die seiner „Lebeüsgeschichte“ bei gegebene Bibliographie r seiner Schriften, umfaßt 21 selbstähdige Werke, meist pädagogischen Inhaltes und vermerkt, daß! er in Enzyklopädien! und Zeitschrifte!a.v so in Ersch und Gruber, Annalen der österreichischen Literatur, Hosperus’, Hormayers Archiv, Jüdisch-deutsche Zeitung, Schulfreund Böhmens1, Sulamith, Jedidjah, Bikure hä-ittim u. a. Artikel und Abhäind!-1 hingen veröffentlichte. Er stand mit den jüdischen Aufklärern seiner Zeit in engem Kontakt. 'So lieferte ihm Josef Perl für seine Geschichte, Lehren und Meinungen aller bestandenen und noch bestehenden religiösen Sekten der Juden und der Geheimlehre öder Kabhalah, 2 Bände, Brünn 1822, den Abschnitt über den Chassidismus. Als' charakteristisch für den Leidensweg eines jü-' dischen Religionslehrers Sei eine vielleicht noch aktuelle Stelle aus seinen „Worten eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngeren Amtsbrüder“ aus Sulamith V., 2, S. 20 f. hi eher gesetzt: „Auch euch, liebe; junge. Freunde, auch euch werden, auf euerer betretenen Bahn nicht immer Rosen blühen, auch euch! werden gar oft mächtige, Steine des’ Anstoßes auf jedem - euerer Schritte zum1 besseren Vorwärts. von Menschen, die, das Gute nicht kennen Mer wollenj, gewälzt werden; auch' euch, die ihr mit gesunder Vernunft und gutem Willen! ausgerüstet seid, und mfit Kraft und Mut zur Beförderung! des' Besseren begäbt ~ euch fühlt, auch' euch wird der Mt Wermuth überfüllte Kelch gereicht werden,, und der Beste unteft euch wird sicher ihn bis auf die Hefe ausitrinkehi . müssen. — Doch leicht könnt ihr dieses Ungemaches überhoben werden. Ich will auch dazu, euch d'alsi probate Mittel, angeben, Soj wie ich ,e’s einigen Unwürdigen und Verworfenen1 unserer Amtsgenossen, mit' blutigem Herzen, abgesehen habe; Hier ist das Rezept: „Nimm1 kras'se Indolenz dir zum far.niente; hülle dich in! die s'oh'mählichstie Nachgiebigkeit auch da, wo es um

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.