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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-13 · 36 (13.9.1918) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
36 (13.9.1918)
Date
1918-09-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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•Seite 590 ' \ ä)jr. BLoW licher Genuß (und eine ganze- Anzahl omi Christen in Paris sind in diesem Punkte Juden), da ß s i e g a nz desnnder snachsschtig gegen able Stöxzrund setbst gegen F eindesi nd) d i e i hn en'Gel e^g>e tt* heit geben,/diese Ironie au^ ihre Kosten Zn betätigen" (II 33). lieber jede lange Nase, die man der Autorität drehte, war Sylvain KohN -entzückt." Sn war er denn ganz begeistert Won Christof, als dieses ihm die näheren Umstände Milderte, die ihn -gezwungen hatten, die Heimat Kt verlassen. Nun nahm sich Kohn^ Hamilton WirklMe Mühe-, seinem jungen L,and'smann und einstigen Schulkameraden unter die. Arme zü greifen. VoreW stellt er ihm einen' bekannten Musikcllienverleger vor, einem Juden) namens Hecht, D.anieb H echt. „D,aniÄ Hecht Wgr ein' Mann Vvn etwa vierzig-Jahren,. groß, kalt,' sorgfältig angezogen; ein Typus von lausgje-- prägt phiönizischem Charakter. Er sah intelligent und unangenehm aus: ein verbissenes! Gesicht, schwarzes- Hgar, ein lqnge-r, viereckiger, assyrischer Königsbart. Gr schaute einem fast niemals gerade ins! Gesicht und hatte eine eisig brutalle Art zu sprechen, die, selbstWenn er nur „guten Tag"' sagte, wie eine Beleidigung traf. Diese Unverschämtheit War mehr scheinbar als tatsächlich. Sicherlich entsprach sie einem geringschätzigen Zug würes.Wesens; aber sie wurde nvch> mehr durch das'Automatischje und Geschraubte seines Gebarens verschuldet,'Jud en dieser ArL sin d nicht selten;- und die öfsentliche Meinung will ihnen nicht 'wöhk: sie- 'hält diese une^rbitt-< Arche Steifheit für Anmaßung, während sie döcho stnui der Ausdruck einer unhei lb a r en Ungeschicklichkeit von Leib und Seele ist." Ob das so/richtig ist, daß 'Juden dieser Art nicht selten find? Mir scheint es! nicht der Fall M sein-- Derartige' Käuze sind bei anderen Rassen, viel mehr -anzntr essen als bei Juden- .Dpr Jude sst im Durchschnitt wich zu redselig und mitteilsamgesellig und gutmütig) weichj und! hilfs^ Lereit, als daß ihm einraüh'es! Aeußoreeigen Ware. Gewiß sahen wir auch> unter den Judckn solche Gestalten,, aber typisch sind, sie sicherlich nicht. Darum 'ist auch Hecht die schwächste Nebenfigur in dem au schärf ge-> schnittenen Charakteren so reichen Roman Rollanos; eigenÜMi weiß der Dichter selbst nW, was mit ihm an-> Maugen. . "......... / Sylvain Kahn bemüht sich! auch) Christof in „kosmopolitischen Familien" Musikunterrichtsstunden zu verschaffen- und -führt ihNin die musikalischen und literarischen Kreise des jungen Paris! ein. Er zeigt ihm Frankreich Natürlich jenes! ^rankreM) d as K o hn-H a m i ltpn kennt, in dem er ^n Hfinse amt 'tonangebend! ist.' Christof lernt durch ihn die Pariser Snobs kennen, deren Unterhaltung' nur gemeiner Tratsch ist, die Kunst um der Mnst willen predigten, aber die Kunst um des Geldes wlllen übten. In diesen "Kreisen sah-er .das großmäulige) prahlerische, .feministische, -chebrecherische und verlotterte Frankreich) den. abstoßenden Kladeradatsch von Affektiertheit, Sinnlichkeit, Ueberfeinerung und Brutalität. Christofs gesunder Sinn fühlt auch), daß ein Führer wie Kohw?' Kamiltön ihn nur vollends in die Irre führen könnte,! wenn er sich ihm widerstandslos anvertraNe. -Auch die Theater, die er mit, Mohn besuchteatmeten .denselben Geist, der pchj ihm in der musikalischen Ws:lt von ParD offenbart und wie er ihn bN jetzt, Kennqn gelernt hirtttz.' Es war der Geist des Gesch,raubten. Unechten, Gesuchten, Widernatürlichen. Hochinteressant sind an 'dieser. Stelle! die Auslassungen Rollands über die Pariser Theater) „Die Händler mit Vergnügungen bllden zwei Schallen'.' Die eine war von der gntchr alten Art, der nationalen Art: mit breiter. Lust an schmutzigem Vergnügen, Freude am Häßlichen, am reichjlichen Verdauen, am Mißgestalteten, an hälbgekleideten Leuten, Wach,stubenfpässen, gegerbten und gepfefferten Geschichten, an Haut-gout-Ge- WoHenschrift Är. 36 ruch und an verschwiegenen Hinterstübchen — die liederliche Ehrbarkeit, welche die Ehe verteidigt, indem sie ihr das Benehmen des Hasters gibt'— gallischer Geschmack. Die andere Schule war .moäerne style. Siewar viel rassig nierter, dabei uvchj widerlicher. Dir e v e r p a r i s e r t e n Juden und die verjüd eteu Christendie aus dem Theater überhand nahmen, hatten dort den bekannten Gesühlsmischm asch eingeführt, der das Kennzeichenist eines entarteten Weltbürgertums. Miese Söhnedie si.ch ihrer Väter schämsen, waren bestrebt, das Gewissen ihrer Rasse zu verleugnen,.- Hatten sie ihre Jahrhunderte alte Seele abgestreift, so blieb ihnen" nur noch e'.in e aus den geistigen Und sittlichen Worten der anderen Völker zusammengemengtem Persönlichkeit . .,. Sieverstanden es glänzend, Schmutz und .Empfindung zufammenzuwer- ' fen, der Tugend einen Hauch von Laster, dem Laster einen Hauch won Tugend zu Verleiher?. . . Ihre Kunst erhielt so ein en Duft 8in generis der gleichzeitig gut und schlecht, dasheißt alfö: sehr schlecht roch; sie nannten das „Amo ralismns^. Ihr Stil.war nicht w.e- .. nitzer gemischt, alsihreGesühle. Si e halt en sich-ein Kauderwelsch vön^Ausdrücken aller Klassen und aller Länder zusammengt* braut; pedantische, chberbrettelhafte, klassische, lyrische, gespreizte, schmierige und - pöbelhafteein Gemisch von Ungert\mt-> hei ten. Zier er eien, Roheit en und Geistrei-. che leien, deren. Tonfall fremdländisch klang. Bei ihrer Ironie uni-ihrem possenhaften Hnmdr besaßen, sie doch nicht viel natürilichün Gei st,--, a her vermöge ihr ei G-äwandtheit wußten sie sich ziemlichgeschickt Geist nach Pariser Muster zu fabrizieren. Mar auch der Edelstein nicht immer von. reinstem Wasser, die Fassung beinahe stets von barockem Geschmack und überladen, so fnnkelteer döchznm mirrdestenbei Licht,und mehr br anchte exja nicht. Im ßbrigen w aren sie intelligent und gute) freilich kurzsichi-i tige Beobachter; ihre. Angen waren, seit JahrHIUnderten durch das beständige Kontorkeben verbild et; sie Untersucht en'dieGefühle mit der ÄNpe, vergrößerten die Kl einigkeiten und sahen das Große nicht; mit ihrem an's geP räg ten Ges ch mack für Fk'it t erkram waren sie unfähig, irgend etwüs zu " schildern als das)^ was sHr 'ihren' Emporkömmling s--S u o bi s! m Us d. a 's I d e a l ' d e r el eganten Welt ansma.chte: eine Hand.voll erschöpfter Lebemänner Und. Ab ent eur er, die einander'den GenUß irgend welchen gestio-hten eit G elde s- Und i r g end w e l ch e r s i t t e n-j loser.Weibchen streitig machen. Bisweilen - aber erwachte plötzlich die wahre Natür dieser jüdischen Schriftsteller Und stieg ans den Tiefen-ihres Wesens-empor, wenn irgendein Wort oder ein anffsehem erregender . Vorfall ein rätselhaftes-Ech-o in ihnen erweckt hatte. Diann'entsta.nd. eine sonderbar e VerqUicknng von 'I a h rh un de rt e n Und von Rassensein Wüstenhausch 'trug übers,M-eer - herüber in die Pariser Alkoven den mnfffigen Ge rnch türkischem Baza.re, dgs Blitzen. > Von Säbeln, o rien tälische Hallnzin a.tio n en, trunkene Sinnlichkeit, gewaltige Schmähir.eden, rasende. Nerv enznstände, fast Krämpfe, tolle Zerstörnngswut . . . Simson,

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