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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-13 · 36 (13.9.1918) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
36 (13.9.1918)
Date
1918-09-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 86 Dr. Bloch's Wochenschrift Ssite 589 - Samstag den -14. d. M. um 11 Uhr vormittags wird Herr Lektor Dr. S. Rubin im Bet-Hamidrasch- Lokale, II., Ferdinandstraße 23, einen halachischen Vortrag .halten. Thema: „Das Schofarblafen und feine Entwicklung." __ „Tefilgs Hancorim." Für Jo m-Kippur werden für die reifere Jugend zu dem feierlichen Gottesdienste, II., Ferdinandstraße 23, noch mehrere Eintrithstarten unentgeltlich beim Portier Herrn Schramm im selben Hause ausgegeben. Jfeuilleton Wien. (Leichenbegängnis.) Dienstag den 3. d. ist nach zweitägiger Krankheit die 12 jährige Tochter des Regierungsrates Ernst Klebinder der spanischen Grippe erlegen.. Ein tragisches" Geschick fügte es, daß Regierungsrat Kleb in der, der mit Hingebung Und Menschenliebe sich der Kaiser Karl-Kinderaktion widmete und mit rastlosem Eifer daran arbeitete, daß vielen Tausenden von österreichischen und ungarischen Kindern die Wohltaten eines Sommeraufenthaltes auf dem Lande zuteil wurden, nun sein eigenes Kind in blühendstem Alter dahingerafft sehen muß. Donnerstag den 5. d., 12 Uhr mittags, fand das Leichenbegängnis vom Zentralfriedhof unter großer Teilnahme statt. Man bemerkte u. a. den Vorsitzenden im gemeinsamen Ernährungsausschusse GM. v. Landwehr und Gemahlin, Generaldirektor Pilz er, Bezirksvorsteher Dr. B las el, der Direktor der städtischen Zentralsparkasse Meller, k. t. Landesschulrat' Kultusvorsteher Doktor Markus Spitz e r, Sekretär Emil E n g e l, die kaiserlichen Räte Adolf W eng er und Siegmund Planer, Professor Kanitz sowie zahlreiche Journalisten und Schriftsteller. Rabbiner Dr. Feuchtwang hielt einen tiefempfundenen Nachruf. Oberkantor Fuchs sang mit dem Chorpersonal die Trauergesänge. Außerordentlich zahlreiche Trauerkundgebungen kamen dem Regierungsrat Ernst Kleb in der aus Anlaß des jähen Todes seiner Tochter zu. Austritte aus dem Judentum. Vom 1. bis 6. September <1918. Dr. BeiM Friedrich, Arzt., geb. 1^ Dezember 1890, .Wien, 8. Bezirk, Hetzgasse-83. ' i H«Mbach Mathilde, geb. 24. September 1895,' Wien, 20. fBezirk, Staudingergasse 10. Jfersohn WDhrkn; Spielleiter und Schauspieler in Schluckenau, geb. 10. Mai 1890, Wien,, eventuell Zuschrift Rabbmat Rumburg. - Kau^wan Rosa, geb. 4. August 1897,. Borszcoro (Galizien), 8. Bezirk, Josefstädterstraße-81/83.. Äejhn Rosa, Kontoristin,' geb. 14. Januar 1893, Prerau, 2? Bezirk, Nordbahnstraße 28. Pachner Flora, geb. 18. Oktober 1890^ Wien, 4.. ^Bezirk, Belvederegasse 37. Wien, 6. September 1918. An die Redaktion von Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift^ Wien.. Der B.. C. Jüd.. Wad. Verbindung Maccabäa hat am 16. August folgenden Beschluß gefaßt: .Manfred G eiring er, der aus dem' Judentum ausgetreten ist. wird mit Verkehrsverbot für' sämtliche Mitglieder der Verbindung suspendiert und gilt als außenstehend. Der definitive Beschluß wird in einem späteren Konvente gefaßt werden. . Wir bitten, diesen Beschluß zu veröffentlichen und danken im voraus bestens. I. A. d. A. H. B. C. Komarn Rolland im Jea« Christof über Judsn ««d J«dr«t»m. Vou Dr. I. Ziegler, Rabbiner in Karlsbad. (Fortsetzung;) III. l Sylvain Kphn-Hamilton. .In Paris, wohin Jean Ehristof Krafst infolge der WirLshausexzefse und des zum Teil von Hm verschuldeten Todes eines Soldaten sdinv Zuflucht nahm, kam er zwar - bettelarm an, aber voll von musikalischen Ideen und nrit dem unerschütterlichen Borsatz, sich durchzusetzen. Bon zwei jungen Kenten, mit denen rer in der Heimat auf einer Schulbank faßwußte er, daß sie in i Paris lebtew. Der eine war ein Christ, mit dem er sfogar recht intim als Schuljunge war, der andere war ein kleiner Mainz'sr. Judenjunge, namens Shtbain'Kohn. Zu diesem waren Christofs KindheitsbeFiehungen ganz anderer Art ge-> wesen. „Sie hatten sich' äks ganz, kleine 'Buben nt* i>:e?r Schule gekannt, wo der kleine Gauner dem Christof.manchen Streich gespielt hatte, der ihn, wenn er die Schlinge merkte, in die er gefallen war, gehörig churchvrügehie,' Kohn verteidigte sich! nicht. Er ließ sich (dafür verhauenließ sich in den Dreck stoßen und heulte dazu; aber gleich darauf begann er mit unermüdlicher Bosheit von »neuem, bis er eines Tages Angst bekam, weil ^Christof ihm ernsthaft gedroht hatte, ihn zu töten" (1118). (Selbstredend suchte Christof zuerst, seinen christlichen Mitschüler auf. Dieser aber wies Hu harsch und brutal.ab. Anders Syl-> Hain Kohst. Als er endlich das Geschäft >Kohns — er war Buchhändler, Verleger geworden — gefunden hatte, empfing ihn dieser, der in Paris dien .Namen Ham il ton angenommen hatte, mit geradezu überströmender Freundlichkeit und sagte ihm seine Hilfe sofort $u. „Daß.Christof ihn schlecht behandelt hatte, hatte er längst vergessen'. Kohn trug nichts nach dazu war er -zu intelligent!." IErlädt Christof sogleich! zum Frühstück ein. Er ilvzar aber zu sehr Pariser geworden, ein überfeinerter Zivilisation^- mensch. Als er daher den ausgehungerten Christof gesellschaftsunmöglich essen und trinken sah!, war er so entsetzt über die Manierlosigkeit des Deutschen, daß er feine Gutmütigkeit bereute und Ehristof von seinen Rockschößen abzuschütteln trachtete. Aber für den naiven Christof map Kohn der rettende SLrohhaÜm, den er nicht iloslassenf wollte. Und Kohn, der an sich! ein iguter Kerl war und esj nicht übers Herz bringen konnte, Christof in das GeW zur lickzustoßen, nahm ihn wie der auf und beschloß, -ihm Weltmetropole Paris eine, nicht unbedeutende "Roche. „Dieser kleine dautsche Jude hatte sich zum l Chronisten ' .Und Schiedsrichter der Pariser eleganten Welt gemacht. Er schrieb mit kompliziertem Raffinement nichtssagende? Modeberichte. Er war der ritterliche Verfechter des guterh französischen Stils-, der französischen Eleganz, der französischen Galanterie, des französischen Geistes." Tabes war er klein, untersetzt, nach amerikanischer Weife-.glatt! "usiert; er hatte eine zu rote Haut,-'zu schwarze Haare, eM breites, massiges -Gesicht, verfettete Züge, kleine zusammeiLgevurffene spähende Augen, einerr etwas schiefen Mund, ein plumpes, verschlagenes Lächeln" (1122). Iw Weltstädten aber ist das Unmöglichste möglich. Und so kam es, daß der Verlagsbuchhändler .Kohn-Hamilton in Paris eine Größe würde. Besonders gute Dienste Leistete ihm bei feinem Llufstieg seine angeborene Ironie. „D! en Iu den", sagt Rolland, „i st di e I ronie einso kost-

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